Rezension: The Clone Wars Staffel 6 „Clovis-Dreiteiler“ (6.05 bis 6.07)

Der Endspurt von The Clone Wars geht weiter. Heute war der Rush-Clovis-Dreiteiler dran, der ursprünglich einmal für die fünfte Staffel vorgesehen gewesen war

Folgenzusammenfassungen (SPOILER!)

Hier als Hinweis: Ich fasse diese Folgen nach meinem besten Wissen und Gewissen zusammen. Da der Plot diesmal etwas verwirrend war, übernehme ich keinerlei Garantie.

6.05 Ein alter Freund
Rush Clovis (The Clone Wars)
Wieder da: Rush Clovis

Padmé soll auf dem neutralen Planeten Scipio für die Republik die Abwicklung eines Kreditvertrags mit den Muun des Bankenklans überwachen und stößt dabei auf ihre Jugendflamme Rush Clovis, den Senator von Scipio, der aus einer früheren Folge bekannt ist. Er tritt hier als Sonderbeauftragter des Bankenclans auf. Clovis hilft Padmé, die Korruption des Bankenclans aufzudecken, doch dabei wird Padmé gefangen genommen und ihre aus Episode II bekannte Dienerin Teckla Minnau wird vom Kopfgeldjgäer Embo erschossen. Anakin holt Padmé aus dem Gefängnis und geht mit ihr zu Clovis, der beweisen kann, dass die Muuns Pleite sind, doch sie werden dort von Embo angegriffen. Sie entkommen nur knapp.

6.06 Clovis’ Aufstieg

Darth Sidious offenbart sich als Drahtzieher hinter den Aktionen der Muuns. Clovis begleitet Anakin und Amidala nach Coruscant und gibt sich im Treffen mit Palpatine als bemüht, die Korruption der Banken aufzudecken. Palpatine beauftragt Amidala und Clovis mit Nachforschungen über verdeckte Konten des Bankenclans. Sidious befiehlt Dooku, Clovis erneut zu rekrutieren, und verspricht, ihn durch Fallen in Dookus Arme zu treiben. Anakins Eifersucht belastet seine Ehe und seine Freundschaft zu Obi-Wan, ist aber nicht unbegründet, da Clovis sich tatsächlich annähert.

Anakin ertappt ihn in verfänglicher Situation und greift Clovis mit der Macht an. Clovis verspottet ihn dafür und Anakin verprügelt ihn ohne die Macht. Er kann sich gerade noch so stoppen, bevor er Clovis tötet. Als Padmés Sicherheitskräfte hinzustoßen und fragen, was los war, gibt Clovis Anakin ein Alibi. Padmé stellt ihn danach zur Rede und erkennt, dass ihre Ehe auf Täuschungen aufgebaut ist und sie sich nicht sicher fühlt. Sie will eine Trennung auf Zeit. Dooku kontaktiert Clovis und bietet ihm an, ihm an die Spitze des Bankenclans zu helfen, wenn er vertuscht, dass die Separatisten keine Zinsen an den Bankenclan zahlen. Clovis geht darauf ein, die korrupten Muuns werden verhaftet und Clovis erhält die Unterstützung der Separatisten als Führer des Bankenclans. Im Senat wird er weniger freudig empfangen.

6.07 Wiederbelebung

Die Muun-Führung des Bankenclans wird verhaftet und Clovis wird unter Aufsicht der Muun-Regierung zum Bankenchef ernannt. Dooku zwingt Clovis, die Kreditzinsen für die Republik zu erhöhen, was dieser auch zu Padmés Entsetzen tut. Nachts greifen die Separatisten Scipio an und töten den Klonsoldaten Thorn mit gezielten Schüssen. Dooku landet und beginnt eine Invasion und Padmé gerät in Gefangenschaft. Palpatine schickt Anakin mit einer Streitmacht nach Scipio. Dooku offenbart, dass Clovis die Schulden der Separatisten bei den Banken erlassen hat, und enthüllt ihn Padmé gegenüber als durch Erpressung kontrollierte Marionette.

Ein Gespräch zwischen Sidious und Dooku offenbart, dass die Sith mit diesen Aktionen die Kontrolle über die Banken direkt in Palpatines Hände spielen wollen, indem die Republik mit ihrer Armee gezwungen ist, Scipio zu übernehmen. Count Dooku verlässt Scipio daraufhin. Clovis gibt sich Padmé gegenüber als missverstandener Idealist und in einer Konfrontation mit Anakin während der republikanischen Invasion hält er Padmé einen Blaster an den Kopf. Bei einem Bombardement werden Clovis und Padmé von Erschütterungen über einen Abgrund geschleudert und Anakin hält sie jeweils an einem Arm fest. Clovis lässt los, damit Anakin Padmé retten kann, und mit ihm sterben die Beweise für die Separatistenverschwörung.

In der Schlussszene denunziert der Bankenclan Rush Clovis öffentlich und übergibt die Leitung der Banken an Palpatine, der daraufhin dem Senat Wohlstand und Stabilität verspricht. Anakin und Padmé vertragen sich wieder.

Qualität der Folgen

Verwirrung! Die ersten anderhalb Folgen saß ich vor dem Bildschirm und dachte mir „Was ist hier eigentlich los?“ Tatsächlich konnte mir erst der Vorspann der zweiten Folge halbwegs erklären, worum es in der ersten Folge des Dreiteilers überhaupt ging. Bin ich begriffsstutzig? Keine Ahnung. Aber ich muss sagen, dass ich in den Politik- und Wirtschaftdarstellungen von The Clone Wars bisher wenig Logik finden konnte (erst recht keine folgenübergreifende Logik) und diese Folgen gehören deswegen meiner Meinung nach häufig zu den schwächeren Teilen der Serie.

Etwas unlogisch finde ich auch die Sprunghaftigkeit der Figuren. Padmé vertraut Clovis viel zu leichtfertig – manchmal möchte man sie regelrecht wachrütteln. Als Anakin sie dafür schimpfte, wollte ich ihm auf die Schulter klopfen, doch er überspannt den Bogen mal wieder und ist mehr als nur gemein zu Padmé. Für manche Menschen wäre so ein Verhalten nach dem Motto „Ich sperr dich ein, damit du mir allein gehörst“ ein Scheidungsgrund… aber Pamdé hat wohl einen blinden Fleck von der Größe Naboos was Anakins Verhalten angeht. Ein alter Freund endet mit einer Verfolgungsjagd, die visuell beeindruckend und aufregend choreografiert ist, aber (in guter Actionfilmmanier) natürlich nicht ganz logisch ist. Aber: Embo ist cool. Diesen Figur zum Kanon beizutragen war definitiv eine von Dave Filonis besseren Ideen.

Die zweite Folge hat dann noch einmal einen Verwirrungsbonus draufgesetzt, gleich zu Beginn. Clovis ist auf einmal ehrenhaft? In seinem letzten Auftritt war er hinterhältig und verräterisch… nicht nur vertraut sie ihm auch wieder, nein, sie hilft ihm, wahre Macht zu erlangen. Bei den Gesprächen zwischen Anakin und Padmé fühlt man sich an die Liebesgespräche aus Episode II erinnert, auch wenn die in der Serie glaubwürdiger umgesetzt sind als im Kinofilm. Ich muss außerdem verpasst haben, dass der Bankenclan nicht zu 100% zu den Separatisten gehört… aber wenn man diesen Punkt hinterfragt, hat man die Handlung der Folgen komplett durchlöchert, also nehmen wir das erst mal hin.

In der dritten Folge bemerkte ich, dass den ganzen Dreiteiler hindurch schon das Doppel-O in Dookus Namen als „o“ gesprochen wurde und nicht als „u“ wie im Film. Was die Auflösung der Handlung angeht, so ist mir die viel zu glatt und zu „convenient“, wie der Engländer sagen würde – zu praktisch, zu gelegen kommen die Wendungen im Plot. Clovis‘ Schicksal ist ein Mittel, das von dem Zweck geheiligt wird, die Handlung und Anakins Ehe mit weiteren Verlauf der Saga wieder halbwegs in Einklang zu bringen. Der aufmerksame Zuschauer fragt sich: Wieso hat Anakin ihn nicht mit der Macht gefangen? Vorher konnte er ihn ja noch mit der Macht quer durch Padmés Apartment schleudern… Damit bedient sich die Serie zwei Wochen in Folge derselben Auflösungsmethode: der Entdecker der Verschwörung lässt sein Leben. Wie letzte Woche zielt das Ende der Figur darauf ab, Emotionen beim Zuschauer auszulösen, aber die Verwendung des Klippen-Klischees und die schiere Vorhersehbarkeit von Clovis‘ Ableben machen diese Emotionen zumindest bei mir zunichte.

Bezüglich der Animationen: Man erkennt, dass es sich definitiv um Reste aus der 5. Staffel handelt. Die Animation ist zwar schon weit gekommen seit dem Pilotfilm und in allen Szenen grandios, aber noch nicht so detailreich wie im Order-66-Vierteiler (das ist aber Meckern auf hohem Niveau und sollte auch nicht als Meckern verstanden werden, nur als Beobachtung). Man erkennt auch an dem älteren Yoda-Modell, wann die Folgen produziert wurden.

Das Erweiterte Universum/Der Kanon

Dieser Dreiteiler hat zwei Highlights für mich, die auch wundervoll in den Kanon passen. Einmal sind das Palpatines Manipulationen seines Umfelds (auch wenn die das Umfeld etwas leichtgläubig wirken lassen). Wie er Anakins Strippen sowohl privat als auch bei den Jedi zieht entspricht seinen Einflüsterungen in Episode III. Dieses Charakterverhalten ist konsistent mit dem, was man gesehen hat, und einfach schön anzuschauen. Wie Timothy Zahn einmal sagte: Kompetente Charaktere begeistern Fans eher als inkompetente. Palpatine ist definitiv kompetent. Das Gespräch zwischen Obi-Wan und Anakin über Liebesgefühle bereitet die Obi-Wan/Padmé-Szenen in Episode III gekonnt vor und zeigt auch, wie sehr die Meister/Schüler-Beziehung und Freundschaft der Jedi Kenobi und Skywalker gelitten hat. Auch die Erwähnung Satines fügt sich gut in die Serie ein, auch wenn Obi-Wan so von ihr redet, als wäre sie noch am Leben (was sie zum Produktionszeitpunkt der Folge auch noch war).

Der Bankenclan gilt offiziell als neutral? Habe ich da etwas verpasst? In Episode II entdeckt Obi-Wan doch schon, dass San Hill mit Dooku unter einer Decke steckt. The Clone Wars differenziert innerhalb des Bankenclans zwischen den Korrupten/Separatisten und den Nicht-Korrupten/Neutralen und das passt auch in den Kanon, es kann lediglich den unbedarften Zuschauer verwirren. Dass Palpatine die Banken verstaatlichen will und deshalb diesen Plot startet ist nicht nur eine nette Anspielung auf das wirtschaftspolitische Weltgeschehen, sondern auch insofern interessant, dass sein Meister Darth Plagueis (wie Leser des gleichnamigen Romans von James Luceno wissen) einst dem Bankenclan angehörte. Offenbar will Sidious den Einfluss wiedererlangen, den er mit dem Tod seines Meisters bei den Muun-Bankern verloren hat.

Interessant sind auch die Parallelen zwischen Clovis‘ Antrittsrede als Bankenclanchef und Palpatines Erklärung in Episode II: Er will nicht kontrollieren, sondern nur Missstände beheben, und dann seine Macht abgeben – mit dem Unterschied, dass Clovis es vermutlich sogar ernst meint. Die Senatsszenen erinnern ebenfalls stark an Palpatines Senatsreden in Episode III. Man hat sich wohl sehr viel Mühe gegeben, die Folgen ins große Ganze einzufügen.

Eine Kanonfrage hab ich noch: Wieso zum Henker lebt Rush Clovis überhaupt noch, um in diesen Folgen aufzutauchen? Wie hat er seine drohende Exekution am Ende seines letzten Auftritts abwenden können? Das wird wohl für immer ungeklärt bleiben… Wie Johann von der Jedipedia.NET so schön sagt: „Clovis trifft es genauso wie Trench [im Order-66-Vierteiler]. Keiner weiß wie.“

Fazit

Alles in allem bleibt nicht mehr viel zu sagen. In meinen Augen war das definitiv eine der schwächeren Folgen der Serie, auch wenn es einzelne Szenen (Palpatine/Anakin und Obi-Wan/Anakin) gab, die mich wirklich fesselten. Diese Szenen gehen aber zwischen verwirrenden oder – schlimmer noch – langweilig-vorhersehbaren Wendungen unter, was sehr schade ist. Ich habe lange gehadert, ob ich zwei oder drei Holocrons vergeben soll, aber trotz niedriger Erwartungen an diese Folgen wurde ich noch enttäuscht, sodass mir wohl kaum eine Wahl bleibt als die niedrigere Bewertung zu wählen.

Der Rezensent vergibt 2 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 2 von 5 Holocrons!

Vorherige Episoden: Zustand unbekannt; Verschwörung; Fluchtreflex; Befehle (Staffel 6, Folge 1 bis 4)
Nachfolgende Episoden: Verschollen, Teil 1 und Teil 2 (Staffel 6, Folge 8 und 9)

Datenbankeintrag nicht gefunden: Ungültige ID (18106).

7 Kommentare

  1. Fazit: Erste Episode ganz nett, zweite langweilig (Clovis vs. Anakin muss ich nicht haben), dritte wieder gut, Thorn unschlagbar. Was die Beziehungen der Charaktere und das Wirtschaftsgerede angeht – dass das nicht klappt, wussten wir doch schon. Die Auflösung mit Clovis wäre tatsächlich nett gewesen, vllt. muss man jetzt halt auf die Episodenführer warten (bei Trench haben sie sich die Mühe ja auch nicht gemacht). Irgendwie erinnert mich das Ganze das die Onderon-Episoden: Vom Konzept her gut, von der Umsetzung mittelmäßig, von den Beziehungen unglaubwürdig.

      1. Ah, alles klar. Aber bringt solche Dementi doch ruhig auch hier. Zum einen verwirrt es dann nicht, wenn was fehlt, und zum anderen wird die Sache dann an der gleichen Stelle zu einem Abschluss gebracht.
        Aber gut, dass man da jetzt Gewissheit hat. Diese ominöse Trilogie hatte mich schon einige Zeit beschäftigt…

  2. Ich finde den Handlungstrang ganz okay.

    Folge 5 Ein alter Freund: Zum einen finde ich gut das man einen Handlungsstrang von früher wieder aufnimmt und diese Handlung gut weiterspinnt. Zum anderen finde ich die Charakter dynamiken in der Folge eigentlich ganz gut und das Padme, Clovis vertraut ist ja auch nur auf bitten Palpatines hin. Auch finde ich die Idee mit der Zerstörung des Bomben Generators gut. Das einzige was mich hier wieder aufregt ist Anakins verhalten da er richtig gemein zu Padme ist und die Dynamik zwischen den beiden fast so dumm ist wie in Episode 2 wie ich finde.

    Alles in allem muss ich sagen das diese Folge positive Aspekte hat aber durch den extrem dummen politischen Plot und der blöden Dynamik zwischen Anakin und Padme teilweise echt unangenehm zu schauen ist. Daher würde ich der Folge 3 von 5 Holocrons geben!

    Folge 6 Clovis‘ Aufstieg: Zum einen finde ich den Anfang unglaubwürdig. Wieso vertraut Palpatine Clovis bedingungslos. Klar braucht Palpatine ihn für seinen Plan aber das er ihm sofort vertraut finde ich mehr als Verdächtig. Auch finde ich den Streit zwischen Anakin und Padme und Anakins misstrauen extrem nervig. Auch das Padme und Clovis sich wieder näher kommen finde ich auch unglaubwürdig da sie ihn noch eine Folge zuvor als verräter abgestempelt hat. Was ich aber ganz cool finde ist das kurze Gespräch zwischen Anakin und Obi-Wan und letzterer merkt solangsam das Anakin und Padme zusammen sind. Die Schlägerei zwischen Anakin und Clovis finde ich dann widerum unnötig. Auch wie Dooku Clovis manipuliert finde ich extrem unglaubwürdig da er einfach zu Padme hätte gehen können. Das Clovis am Ende die Kontrolle über die Banken bekommt treibt diese ungläubigkeit auf die Spitze.

    Alles in allem finde ich das diese Folge zwar ziemlich viele Logiklöcher hat aber trotzdem auch ein paar positive momente hat und ganz entspannt anzuschauen ist. Daher würde ich der Folge 3 von 5 Holocrons geben!

    Folge 7 Wiederbelebung: Zum einen finde den Anflug auf Scipio am Anfang ziemlich cool und Visuell beeindruckend. Das der Separatistische Senator Clovis direkt vertraut finde ich etwas unglaubwürdig wobei dieser vorher warscheinlich von Count Dooku mit der Macht manipuliert wurde. Was mich dann jedoch ziemlich aufregt ist wie Dooku Clovis erpresst und der BankenClan in die Hände der Separatisten fällt. Clovis hätte einfach zu Padme gehen und ihr alles erzählen können. Was ich dann aber cool finde ist der Angriff von Seiten der Republik und Commander Thorns Opfer. Beim Endkampf zwischen Anakin und Clovis finde ich Clovis Gespräche unnötig da er selbst Schuld ist. Er hätte einfach zu Padme gehen und ihr alles über die Verschwörung erzählen können. Clovis Opfer wird nur wegen zwei Gründen eingebracht. Zum einen um die Verschwörung zu verschleieren und zum anderen damit Anakin und Padme wieder zusammen kommen. Das Palpatine am Ende die Kontrolle über die Banken bekommt finde ich absurd und regt mich auf.

    Abschließend muss ich sagen das diese Folge sehr schöne Actionszenen hat aber vom Plot her extrem zäh ist und viele Logiklöcher aufweist. Daher würde ich ihr 3 von 5 Holocrons geben!

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