Rezension: Der Geist von Tatooine von Troy Denning

Der Geist von Tatooine aus der Feder von Troy Denning ist ein Roman, den Denning selbst als Brückenroman bezeichnet. Die englische Ausgabe erschien im Dezember 2003 bei Del Rey als Tatooine Ghost. Bei uns erschien Der Geist von Tatooine nach langem Warten erst im Oktober 2011 bei Blanvalet. Neben der Hauptstory sind im Buch auch die Kurzgeschichte Corphelion-Intermezzo, die  Chewbacca-Story Eine andere Art von Wald und ein Del-Rey-Interview mit Troy Denning abgedruckt. Die Seitenzahl beläuft sich daher auf 587 Seiten und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt. Die Handlung spielt im Jahre 8 NSY und verband zum Erscheinungsdatum Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter sowie Dave Wolvertons Entführung nach Dathomir mit Erben  des Imperiums, dessen Jubiläumsausgabe wir bereits für euch rezensiert haben. Troy Denning - Der Geist von Tatooine

Die Handlung setzt im Orbit über Tatooine ein, wo das frisch verheiratete Ehepaar Solo etwas Kantiges auf dem Schirm des Millenium Falken entdeckt. Dieses kantige Etwas lässt sich jedoch rasch als der Imperiale Sternzerstörer Schimäre identifizieren, der unter dem Befehl von Captain Gilad Pellaeon steht. Nach einigen trickreichen Manövern und einem fehlgeschlagenen Bestechungsversuch gelingt es Han und Chewbacca, dennoch auf Tatooine zu landen. Dies ist zwingend notwendig, da auf dem Wüstenplaneten, genauer gesagt in der aus Episode I und Episode II als die Heimat des jungen Anakin Skywalker bekannten Siedlung Mos Espa eine Auktion stattfindet, bei der unter anderem das alderaanische Gemälde Killik-Zwielicht versteigert wird. Dieses Gemälde ist, wie Han zu Beginn der Handlung nicht bekannt ist, nicht nur für Leia von besonderem Wert, sondern auch für die Neue Republik, da sich in ihm der Schlüssel für den Schattenfunk, dem geheimen Informationsnetzwerk der ehemaligen Rebellenallianz, befindet. Dieser Schattenfunk ist zum Zeitpunkt der Handlung immer noch aktiv und wird aktiv bei Missionen eingesetzt, weswegen es für den provisorischen Rat sehr wichtig ist, das Killik-Zwielicht nicht in die falschen Hände geraten zu lassen.

Wie es der Zufall, oder auch die Macht, will, sind genau diesen falschen Hände aber ebenfalls bereits auf Tatooine, nämlich in Gestalt des Imperiums. Natürlich geht die Auktion mächtig in die Hose und es beginnt eine Hetzjagd über Tatooine, bei der nicht nur das Killik-Zwielicht, sondern auch geplatzte Deals, eine aus Troy Dennings Dunkles Nest-Trilogie bekannte Gruppe Squibs, das Imperium, Tusken, Jawas und die Vergangenheit der Familie Skywalker eine zentrale Rolle spielen.

Troy Denning schafft es in Der Geist von Tattoine gekonnt, Gegenwart und Vergangenheit miteinander zu verknüpfen und auch die Zukunft nicht außer Acht zu lassen. So gibt es zig Verweise auf die Prequel-Trilogie und auch die kommenden Ereignisse in Erben des Imperiums werden angedeutet. Ebenso gibt es eine Anspielung auf den Comic Das dunkle Imperium. Auch werden die drei Squibs vorgestellt, die wir in Dunkles Nest und Troy Dennings Beiträgen zu der Verhängnis der Jedi Ritter-Reihe wieder treffen werden.

Für EU-Einsteiger ist Der Geist von Tatooine zu empfehlen. Zwar kommt die Lieblingsfigur vieler Fans, Luke Skywalker, nur in einer Gastrolle vor, doch freut sich der Leser, wenn er eine Szene aus einem der Filme wiedererkennt oder sich an sie erinnert. Die genannten Verweise auf Das dunkle Imperium lassen sich ohne weiteres auch verstehen, wenn man den Comic nicht gelesen hat, und die Story spricht weitestgehend für sich.

Der Rezensent vergibt 4 von 5 Holocrons
Der Rezensent vergibt 4 von 5 Holocrons

Ich bewerte Troy Dennings Der Geist von Tatooine mit vier von fünf Holocrons, da Denning es geschafft hat eine Brücke zwischen Episode VI und Erben des Imperiums zu bauen, ohne zu langweilen und ohne zu viel von beiden Stories zu verraten. Er erzählt eine eigene Geschichte und schafft es trotzdem  die Spannung aufzubauen und zu halten.

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