Ausgelesen #12 – Zu zweit in die Dunkelheit

JediCast: Ausgelesen
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Ausgelesen #12 - Zu zweit in die Dunkelheit
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Der Nachzügler des ersten Schwungs der The High Republic-Romane ist eingetroffen und entführt uns In die Dunkelheit! Um das gebührend zu feiern, habe ich mir heute Ines an die Seite geholt, die als Claudia-Gray-Fan ja nicht ganz so begeistert war, wie sie es sich wohl selbst erhofft hatte. Wieso das so ist und warum wir glauben, dass das Potential nicht vollends ausgeschöpft wurde, die Figuren zu zahlreich und die Tiefe zu sparsam war und warum die Bedrohung und der Grusel nur selten spürbar waren, erfahrt ihr in diesem gemütlichen Gespräch.

Zeitmarken

  • spoilerfreier Teil
    • 00:00:00 – Begrüßung
    • 00:02:50 – allgemeines Gesamtfazit
  • Spoilerteil
    • 00:09:10 – putting together a crew
    • 00:20:00 – Die Jedi mit einer Vorgeschichte
    • 00:37:16 – Gestrandet im Nirgendwo
    • 00:51:46 – Die (total bedrohlichen) Drengir
    • 01:01:42 – Die Rückkehr
    • 01:09:49 – Unsere tägliche Action gib uns heute
    • 01:13:23 – Affie Hollow und der Grund, warum wir erst jetzt über sie reden
    • 01:20:36 – Ende gut, alles gut? Wie wird es weitergehen?

Blick in die Datenbank

Die Rezension

Ines hat sich das Werk für euch genauer angeschaut und dort auch möglichst spoilerfrei versucht zu begründen, weshalb dieser Roman nicht das Glanzstück Claudia Grays ist, er aber trotzdem lesenswert sein kann.

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Hinweis: In den Kommentaren zu dieser Ausgabe darf nach Belieben gespoilert werden, damit ihr euch mit uns austauschen und eure Meinung zum Roman kundtun könnt. Also achtet bitte darauf, sofern ihr den Roman noch nicht beendet habt!

8 Kommentare

  1. Warum die Station als so interessant angesehen wurde – mit Hilfe der Helix Ringe lassen sich Hyperraum Reisen mit wesentlich weniger Energie durchführen. Deswegen hat Affies Ziehmutter Ihre Leute auch gezwungen die Station anzufliegen. Geringer Treibstoff-Verbrauch -> höhere Margen. 🙂

  2. Vorweg: Ich hoffe, dass mein Kommentar nicht zu trollig klingt. Aber tatsächlich habe ich zu fast all euren Aussagen im Podcast (ob zur Handlung, zu Charakteren oder dem Setting) eine genau gegensätzliche Meinung. Ausnahme ist der letzte Teil zum Verhältnis Legends/Kanon, da bin ich bei euch. Aber fangen wir mal an.

    Ich habe vom Roman nicht viel erwartet, da ich von Master und Apprentice so dermaßen enttäuscht war, dass ich schon mit einer gewissen Vorsicht an das nächste Werk von Claudia Gray herangegangen bin. Und was soll ich sagen? „Positiv überrascht“ wäre vielleicht zu viel des Guten, aber zumindest konnte ich den Roman lesen, ohne mich groß aufzuregen und fand ihn daher durchaus kurzweilig. Trotzdem ist er für mich im Großen und Ganzen nur unteres Mittelmaß, aber das liegt am Stil von Claudia Gray. Dazu gleich noch mehr.

    Mein Hauptproblem mit Gray ist – und es tut mir fast schon weh, das zu schreiben, weil Ines das immer positiv hervorhebt und ich ihr das auch nicht madig machen möchte – ihre Charakterarbeit. Ich habe bei ihr immer (naja, was weißt immer – in Master and Apprentice und hier in Into the Dark halt) das Gefühl, sie sitzt am Buch und überlegt sich, was für ausgefallene, überdrehte und zugespitzte Charaktere sie noch nicht verwendet hat. Nach Rael Averross dachte ich schon, man könnte einen Star-Wars-Charakter nicht noch abstruser und unglaubwürdiger schreiben. Und siehe da, in Into the Dark passiert das gleich mehrfach. Wir haben einen völlig verrückten Piloten, der nicht nur schrill aussieht, sondern dem auch außer dem Verrücktsein kaum Charakter zugewiesen wird. Ich rechne es zwar Gray an, dass sie die Bandbreite an queeren Figuren erweitert, aber finde es nicht sonderlich hilfreich, wenn die erste asexuelle Person in Star Wars (man korrigiere mich, sollte ich jemanden vergessen haben) als durchgeknallter Pilot mit einem Ausschnitt bis zum Bauchnabel dargestellt wird. Ich weiß nicht, in welcher lockeren Gesellschaft Gray lebt, aber in meinem Umfeld (ländlicher Raum, Ostdeutschland) wäre ich froh, wenn Queere nicht als verrückt dargestellt, sondern nicht-Queere sehen würden, dass wir Menschen wie alle anderen sind. Übertriebene Stereotype helfen überhaupt nicht dabei, Respekt aufzubauen. Dann haben wir unsere Gruppe Jedi, die alle irgendwie vom Typ her total anders sind als sie eigentlich aus Sicht des Rates sein sollten (zwei total Unausgeglichene, eine, die nie auf Anweisungen hört und einer, dessen Emotionen kritisiert werden). Wenn man eine Figur durch das charakterliche Anderssein interessant gestalten möchte, dann muss diese eben auch eine gewisse Einzigartigkeit haben und nicht eine*r von vielen sein. Genau das Gegenteil von Vielfalt schafft Gray übrigens mit den nicht-charakterlichen Merkmalen. Wir haben tatsächlich – sehen wir mal Orla als Umbaranerin als nicht allzu krass nicht-menschlich an – ausschließlich menschliche Hauptfiguren. Die Konzeptzeichnungen zu THR haben mich da auf etwas anderes hoffen lassen. Stattdessen werden vereinzelt andere Spezies als Fanservice (?) gestreut (Scover Byne, Jora Malli, Isamer), ohne dass deren Nichtmenschlichkeit im besonderen Maße positiv geframt wird. Wäre Into the Dark ein in der Realität spielender Film und würden BIPOC nur in drei kleinen Hintergrundrollen auftreten, wäre der Aufschrei zurecht groß. Das aber gerade nur nebenbei bemerkt. Halbwegs interessant geschrieben fand ich tatsächlich Affie und den moralischen Konflikt in ihr, ihre Ziehmutter ins Gefängnis zu bringen (mit der aus meiner Sicht richtigen Entscheidung am Ende). Um die Charaktere abzuschließen, noch ein Wort zu Geode: Ich konnte mit ihm nicht viel anfangen. Der Grundgedanke, eine stein-ähnliche Spezies zu schaffen, ist ja echt gut (und wir hatten ja auch im EU schon eine Vielzahl von obskuren Lebensformen), aber der Running Gag mit Grays Beschreibungen von Geodes Handlungen war überhaupt nicht mein Humor (wie im übrigen auch so ziemlich alle übrigen Witze im Buch). Aber das ist sicherlich Geschmackssache.

    Ein zweiter großer Kritkpunkt – auch hier war ich schon bei Master and Apprentice nicht zufrieden – ist Grays Vorstellung von den Jedi. Mit Rael Averross hatte man schon jemanden, der sich total unjedihaft verhält und jetzt sehen wir sogar, dass Padawane im Tempel feiern (was schon meinem Verständnis vom bescheidenen Dasein der Jedi widerspricht) und sogar Alkohol trinken. Für mich passt das nicht in die Kontinuität rein, selbst wenn man annimmt, dass die Jedi zu THR-Zeiten noch ein wenig anders drauf waren als in der PT. Wobei ich mich dabei frage, ob das wirklich so der Fall ist. Sämtliche Szenen im Tempel lassen mich Jedi und Rat noch unsympathischer, verkopfter und dogmatischer erscheinen als es den PT-Jedi jemals angedichtet wurde. Scheinbar geht es da militärischer zu als später in der GAR (zumindest durften die Klone einfach mal ihre Helme mit Ahsokas Gesichtsmuster bemalen, während Padawane auf Geheiß ihrer*s Meisters*in nicht einmal ohne den Zopf rumlaufen dürfen) und eigenes, kreatives Denken soll wohl ähnlich ausgeschaltet werden, wie auf Kamino. Kurzum: Ein Literaturprojekt, das den Fokus auf die Jedi und ihre Glanzzeit legt, sollte diese im Ergebnis nicht in einem schlechteren Licht darstellen, als andere Werke es tun. So langsam beginne ich Verständnis für diejenigen zu empfinden, die behaupten, die Jedi seien eine dogmatische Sekte, die Kinder entführe und indoktriniere.

    Als weitere Kritikpunkte sind mir die doch wenig anspruchsvolle Sprache aufgefallen (aber vielleicht liegt das auch an der Zielgruppe), die Tatsache, dass ein Planet Eiram heißt, was mir klanglich zu nah am gerade erst vor anderthalb Jahren in den Kanon eingebrachten Namen des Zeffo-Weisen Eilram liegt, sowie die Tatsache, dass die Sith etwas mit den Drengir zu tun gehabt haben sollen. Bei Letzterem bin ich vielleicht mit meiner Meinung etwas isoliert, aber in meiner Vorstellung hielten sich die Sith der Bane-Linie für knapp 1000 Jahre so bedeckt, dass niemand je etwas von ihnen mitbekam. Dass sie jetzt auch hier wieder die Fäden in der Hand gehalten haben sollen, sagt mir nicht zu.

    Zu guter Letzt noch ein paar positive Worte (ich sagte ja schon, dass meine Erwartungen gering waren, sie aber doch leicht übertroffen wurden). Hättet ihr nicht in den Info-Posts und Rezensionen zu Into the Dark darauf hingewiesen, dass es sich um einen Horror-Roman handeln soll, hätte ich das gar nicht mitbekommen. Und damit meine ich im Gegensatz zu euch nicht, dass ich mitbekommen hätte, dass es ein schlecht umgesetzter Horror-Roman gewesen wäre, sondern wirklich, dass ich das Werk überhaupt nicht mit dem Genre in Verbindung gebracht hätte. Somit konnte ich mich auch nicht über horrortechnische Plotholes aufregen, sondern habe das Buch einfach nur als normalen Abenteuerroman gesehen (wobei das im Angesicht der deutlich eklatanteren Mängel, die ich schon beschrieben habe, jetzt auch nicht mehr groß was gerissen hätte).

    Fazit: Ein Roman, der kurzweilige Unterhaltung liefert, wenn man keinen großen Wert auf glaubwürdige und tiefgründige Charaktere legt und mit Grays Vorstellung von Humor und In-Universe-Kontinuität klarkommt.

    1. Tatsächlich finde ich gar nicht, dass dein Kommentar trollig klingt. Im Gegenteil: Ich kann deine Argumentation sehr gut nachvollziehen und verstehe total, wie man das so sehen kann, auch wenn wir nicht überall gleicher Meinung sind. Ich finde es aber toll, dass du uns trotzdem anscheinend so gern zuhörst, auch wenn du gegensätzlicher Meinung bist. So viel Toleranz für andere Ansichten bringt nicht jeder auf.

      Es macht mir auch nichts aus, wenn du meine Begeisterung für Claudia Gray nicht teilst. Das kann ich ab! Wenn ich sage, dass ich ihre Charakterarbeit mag, dann habe ich da eher Thane & Ciena, Leia, Ransolm Casterfo, Obi-Wan & Qui-Gon, etc. im Kopf – also eher die Hauptfiguren. Leox Gyasi hat mich jetzt auch nicht vom Hocker gerissen, der war halt eine Nebenfigur mit einer herausstechenden Charaktereigenschaft, aber nicht großartig ausgearbeitet. Claudia hat Leox in Panels immer ziemlich gehypet, aber für mich war er tatsächlich die uninteressanteste Figur des „Into the Dark“-Teams. Das macht mir aber wenig aus, da ich sowieso immer die Jedi-Figuren spannender finde und es da genug für mich gab, was ich mochte.

      Ob man „ungewöhnliche“ Jedi-Figuren mag, ist wohl Geschmackssache. Ich mag es immer sehr gern, wenn uns Jedi auch mit menschlichen Schwächen präsentiert werden. Ich finde es glaubhaft, dass fühlende Wesen an den strengen Standards des Ordens in der Realität immer wieder scheitern und dass da vielleicht im Alltag auch mal über einiges hinweggesehen wird. Dass die Padawan-Schüler im Tempel feiern und auch Alkohol trinken, ist schon eine krasse Idee, aber ich mag die generelle Mentalität, die von den THR-Jedi anscheinend vertreten wird, dass man als Padawan auch mal über die Stränge schlagen kann.

      Ich habe nicht den Eindruck, dass die THR-Jedi bzw. -Ratsmitglieder dogmatischer oder unsympathischer sind als in den Prequels. Für mich sind erste Anzeichen der Entwicklung hin zu den Prequel-Jedi erkennbar, z.B. was die engere Zusammenarbeit mit de Republik angeht und die damit einhergehende gewisse Aufgabe der Jedi-Ideale als Friedenshüter. Aber genau das ist ja das Interessante an der Epoche. Der Höhepunkt ist auch immer gleichzeitig der Wendepunkt, ab dem es wieder abwärts geht. Ein Ziel von THR war es ja, uns zu zeigen, die der Orden zu den Jedi der Prequels wurde. Bis jetzt hat das für meinen Geschmack sehr gut funktioniert.

      1. Ich sag’s mal so: Wenn man politisch aktiv ist, lernt man irgendwann, mit konträren Meinungen umzugehen. Abgesehen davon macht es ja trotzdem Spaß, euch beim Analysieren zuzuhören, denn eure langjährige Erfahrung mit Star-Wars-Literatur spricht ja für sich.

        Was Gray angeht, muss ich auch wirklich zugeben, dass ich kein vollumfängliches Bild von ihr habe. Aber die Motivation, ihre Werke weiter zu lesen, ist dann doch nicht hoch genug (zumal ich romantechnisch noch genug zu tun habe). Aber weil du die beiden gerade erwähnt hast – ich fand auch die Qui-Gon-Obi-Wan-Dynamik bei ihr nicht so toll (wie stattdessen bspw. in Cloak of Darkness). Eigentlich wollte ich im Laufe des Jahres Master and Apprentice nochmal lesen, vielleicht kann ich das ja unter der dazugehörigen Rezension nochmal etwas konkreter ausführen.

        Bei den Jedi muss ich einfach erstmal noch schauen, wie sich das weiterentwickelt. LotJ ist ja erst in zwei Monaten dran und dann reicht’s vielleicht für ein fundierteres Zwischenfazit. Aber dieser Typ „lockerer Jedi“ (ob nun in Hinblick auf Feiern, Beziehungen oder Auftreten) hat mir auch schon in der Bane-Trilogie im EU nicht gut gefallen. Da bin ich wohl einfach etwas konservativ.

  3. Ich bin jetzt auch durch. Ich fand den Roman leider nur „Ok“…Was ich mich vor allem an den ersten ca. 200 Seiten gestört hat: Es passiert so gut wie nichts, bzw. es geht nur sehr zäh vorran. Gefühlt hätte man den Verlauf der ersten 200 -250 Seiten auch in 50 schreiben können. Ich finde die letzten 100 Seiten hingegen wirklich gut, die hab ich auch richtig genießen können. Zu den Charakteren: Hm, also bis auf Reath und Orla empfand ich sie als nicht so sonderlich spannend, ich habe einfach kein Bezug zu ihnen aufbauen können. Und ein Satz zu Geode: Ich find es war am Anfang ein netter Running-Gag, der gegen Ende aber immer mehr genervt hat. Ein 1/3 der „Geode-Momente“ hätte meiner Meinung nach besser funktioniert. Ich würde in der Summe 2,5 / 5 geben, nicht wirklich schlecht, aber auch nicht richtig gut.

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