Dieser kleine Sumpfling verursacht also den ganzen Wirbel.
Greef Karga

Am 16. Dezember 2025 endete fast auf den Tag genau sechs Jahre nach der Ausstrahlung des originalen Finales der Manga zur ersten Serienstaffel The Mandalorian, der bei Panini in vier Bänden erschien. Sein Abschluss stammt wie das Gesamtwerk von Mangaka Yusuke Osawa und umfasst die zweite Hälfte von Kapitel 6: „Der Gefangene“ und die kompletten Kapitel 7: „Die Abrechnung“ und Kapitel 8: „Erlösung“. Mit über 200 Seiten fällt der in acht Abschnitte unterteilte Band entsprechend umfangreich aus, damit das ereignisreiche Finale auf Nevarro gebührend im typischen Look wiedergegeben werden kann. Ins Deutsche übertragen wurde er von Paninis erfahrenem Manga-Übersetzer Markus Lange.
Um auf die ersten drei Bände zurückzublicken, schaut einfach in Jürgens Rezension zum Auftakt und meine Rezensionen von Band 2 und Band 3 rein. Dort könnt ihr nachlesen, wie uns die bislang kreativste der zahlreichen Adaptionen zur beliebten Serie mit frischen Ideen trotz stark einschränkender Orientierung an der Vorlage überzeugen konnte. Hält der Abschluss der ersten Staffel das Niveau oder geht Yusuke Osawa zum Ende die Luft aus?
Mando und das Kind werden vom Imperium verfolgt. Mando hat ein Gefangenentransportschiff der Neuen Republik gekapert, gerät jedoch in Schwierigkeiten, als er von den Mitgliedern des Rettungsteams hintergangen wird. Um die Rechnung mit den Überresten des Imperiums zu begleichen, kehrt Mando mit Verbündeten nach Nevarro zurück. Dort muss er den von Sturmtruppen beschützten Auftraggeber töten und begibt sich zu diesem Zweck zusammen mit Greef Karga ins Stadtzentrum.
Der Manga zur Serie auf Disney+!
Klappentext
Dass Yusuke Osawa ein großer Fan der Serie um den behelmten Krieger und seinen grünohrigen Schützling ist, wird nicht nur durch seine Texte auf den Redaktionsseiten deutlich, sondern zieht sich durch die gesamte Detailverliebtheit der Adaption. Der einzigartige Stil macht The Mandalorian – Der Manga auch im vierten Band trotz 1:1-Entsprechung der Handlung und Dialoge wieder zur besten der zahlreichen Adaptionen, in der die sehr erfolgreiche erste Staffel auch bei Panini bereits nacherzählt wurde.
Da sich die Ereignisse auf Nevarro zum Ende hin zuspitzen und der Konflikt mit den Imperialen um das Kind eskaliert, nimmt auch das Erzähltempo zu. Ort- und Zeitsprünge häufen sich und damit auch der immer gleich verwendete Szenenübergang durch ein Panel, das sich nach links – also „vorwärts“ in der Leserichtung des Manga – in immer schmalere Streifen auflöst, bevor das nächste Panel durch immer breiter werdende Streifen von rechts erst „entsteht“. Trotz dass Osawa dieses Stilmittel auffallend häufig einsetzt, sorgt es für ein cinematisches Lesegefühl, als würde man nicht Panel für Panel eine Bildgeschichte betrachten, sondern Schnitte im Bewegtbild. Damit gelingt die Übertragung in ein starres Medium wunderbar und der Manga sieht auch im Abschlussband nicht wie eine gezeichnete Screenshot-Galerie, sondern ein eigenständiges, dynamisches Werk aus.
Nur manche Szenen, in denen es turbulent wird – wie es durch die steigende Spannungskurve zum Ende der Staffelhandlung entsprechend häufiger passiert – , sehen im Genre-typischen Schwarz-Weiß-Format, reich an Ausdrücken und Geräuschen geschmückt, etwas zu unübersichtlich aus. Zum Beispiel kann man beim nächtlichen Angriff fliegender Kreaturen auf Nevarro dem Geschehen nur mit hoher Aufmerksamkeit folgen, wenn man nicht die zugrundeliegende Serie kennen würde, was auf den allergrößten Teil der Leserschaft aber zutreffen sollte. Unter dem Aspekt bleiben es Szenen, die notwendig sind, gezeigt zu werden, aber nicht um jeden Preis klarmachen müssen, dass hier etwas anderes passiert, als laute und aufregende Action. Die emotionalen Momente, die mit den Verlusten auf Seiten der Heldinnen und Helden einhergehen, werden dafür in Osawas ausdrucksstarken Darstellungen der Figuren und seinem Szenenbild ideal eingefangen.
Fazit
Von all den (Comic-)Adaptionen, die von der seit ihrer Erstausstrahlung ikonischen ersten Staffel The Mandalorian bereits produziert wurden, nimmt der Manga eine Sonderstellung ein und bleibt selbst für Menschen, die mit Nacherzählungen weniger warm werden, einen Blick wert. Zwar stellt sich durch die Bekanntheit jeder Szene nie wirklich ein „Wow“-Effekt ein, wie er bei mitunter überraschenden originalen Comics oder Romanen auftritt, was der Manga als Adaption macht, macht er aber einwandfrei. Dass die noch diesen Sommer bei Panini startende Manga-Version der zweiten Staffel nicht mehr von Yusuke Osawa stammt, ist zwar nach der spürbaren Begeisterung für das Ausgangsmaterial und seiner scheinbar sympathischen Persönlichkeit etwas schade, macht aber neugierig auf neue Interpretationen der Abenteuer des Mandalorianers und Grogus.
Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Um euch nicht die vier Ausgaben einzeln zulegen zu müssen, ist seit gestern auch die komplette Reihe in einem Band als schicke Deluxe-Edition erhältlich, die Panini extra zum Kinostart von The Mandalorian and Grogu herausbringt. Bestellen könnt ihr das über 800 Seiten starke Manga-Brett bei Amazon oder Thalia für 35,- Euro.
Mit etwas Glück könnt ihr bei richtiger Antwort auf die unten stehende Frage pünktlich zum Kinostart aber auch den rezensierten vierten Band gewinnen!












