Rezension: The Mandalorian – Der Manga, Band 3 von Yusuke Osawa

Mit mir umherziehen, das ist kein Leben für ein Kind.

Der Mandalorianer

Ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung des zweiten Bands ging Yusuke Osawas Manga-Adaption von The Mandalorian am 29. Juli in die dritte Runde. Während Band 1, den noch Jürgen rezensiert hatte, lediglich die Pilotfolge umfasste, kam Band 2 mit der zweiten und dritten Folge der ersten Staffel etwas schneller in der Serienhandlung voran. Mit dem aktuellen dritten Band sind es sogar fast drei Folgen, die auf den knapp 240 Seiten im japanischen Stil nacherzählt werden. Im Mittelteil der ersten Staffel bereist der Mandalorianer von den Wäldern und Farmen auf Sorgan über die Sanddünen von Tatooine bis zu den Tiefen des Alls mit seiner ehemaligen Beute an Bord weite Teile der Galaxis, immer auf der Hut vor Kopfgeldjägern und immer auf der Suche nach neuen Aufträgen, um über Wasser zu bleiben – und vielleicht sogar ein friedliches, sicheres Zuhause für das Kind zu finden, dessen Name zu diesem Zeitpunkt unbekannt war. Werden die gelungenen ersten Bände würdig fortgesetzt oder verliert die Adaption durch das angezogene Tempo an Eigenständigkeit und Wirkung?

Die Manga-Adaption der beliebten und gefeierten Star Wars-Serie überzeugt durch seine treue und spannende Umsetzung des actiongeladenen und emotionalen Originals.

Das erwartet dich in Band 3:
Nachdem er sich mit der Kopfgeldjägergilde überworfen hat, steuert der Mandalorianer zusammen mit dem Kind den abgelegenen Waldplaneten Sorgan an, um eine Weile von der Bildfläche zu verschwinden. Dort begegnet er der Ex-Soldatin Cara Dune und tut sich mit ihr zusammen, um ein Dorf vor Plünderern zu schützen.

Sowohl Fans von Star Wars und Manga werden begeistert sein. Grogu war noch nie so süß!

Klappentext

Den letzten Satz aus dem Verlagstext kann man ohne Bedenken unterschreiben; wenn etwas auf dieser Welt Grogu an Niedlichkeit überbieten kann, dann ist es Grogu in Manga-Form. Mangaka Yusuke Osawa zieht in seinen Zeichnungen alle Register und liefert die knuffigste Version des kleinen „Baby-Yoda“, die man bisher gesehen hat, und allein dafür hat der Manga schon seine Daseinsberechtigung verdient und wird sicher Fans finden. Vor allem die Szenen zu Beginn, wenn das Kind noch neu an Bord der Razor Crest ist und Unsinn mit den Schaltern im Cockpit anstellt, treffen alles, was ihn in der Serie und die Beziehung zum Mandalorianer ausmacht. Die beiden Hauptfiguren in diesem Stil gemeinsam zu sehen, ist eine Freude, für die sich der dritte Band schon lohnt.

Es folgt die ziemlich genaue Wiedergabe der Kapitel 4: „Die Zuflucht“, 5: „Der Revolverheld“ und die ersten zwei Drittel von Kapitel 6: „Der Gefangene“. Dass der Band ausgerechnet mitten in der sechsten Folge endet, unterbricht den Lesefluss zwar an einer merkwürdig gewählten Stelle, allerdings kann man davon ausgehen, dass der vierte Band dann den Rest der Staffel abdeckt und so alle Ausgaben am Ende ungefähr gleich lang ausfallen.

Obwohl Band 3 damit zwar so viel Laufzeit und Serienmaterial abdeckt, wie die Vorgänger noch nicht, gelingt Yusuke Osawa wieder mühelos und ohne große Kürzungen eine originalgetreue Adaption, die vor allem durch ihre auf den typischen Manga-Stil übertragene frische Dynamik auffällt. So betrachtet man die zugrunde liegenden TV-Episoden, denen die Manga-Kur äußerst gut stehen, mit einem neuen Blick. Was den neuen Band von den ersten beiden unterscheidet, sind die vorlagebedingt sehr viel zahlreicheren menschlichen Gesichter und Charaktere. Während in Band 1 und 2 noch wenige Gesichter und viele Helme zu sehen waren, sind mit Cara Dune, den Bewohnern von Sorgan, Peli Motto, Toro Calican, Fennec Shand und Mandos Crew in Folge 6 nun viele Nebencharaktere vertreten. Zwar lassen sich alle problemlos wiedererkennen, Yusuke Osawa nimmt sich aber immer wieder die Freiheit heraus, sie weniger wie die Vorlage und mehr als Manga-Charakter darzustellen. Insbesondere die Ex-Rebellin Cara Dune hat hier wenig mit der Ungnade gefallenen Gina Carano gemeinsam.

Für mich als ungeübten Manga-Lesenden war es außerdem in Actionsequenzen in der Flut an Lettering und Lautmalerei manchmal schwierig, den Überblick zu behalten. Ohne die Serienvorlage zu kennen, hätte ich nicht leicht dem genauen Ablauf der Kämpfe folgen können. Vor allem beim finalen Kampf zwischen den Dorfbewohnern und Plünderern in „Die Zuflucht“ ist das Geschehen sehr unübersichtlich dargestellt, auch wenn die große Actionszene mit dem AT-ST im Gegensatz zum Rest des Manga-typisch schwarz-weiß gehaltenen Bands sogar teilweise in Farbe gedruckt ist. Es schadet durch die gelungenen Zeichnungen aber auch nicht, wenn man einen Moment an ihnen festhält, um genau zu erkennen, wie der actionreiche Ablauf ist.

Fazit

Fans von Grogu oder Star Wars-Manga kommen mit The Mandalorian – Der Manga zweifellos auf ihre Kosten. Natürlich darf man keine erzählerische Originalität erwarten, wenn die bekannten Serienfolgen aus 2019 einfach nacherzählt werden und nicht etwa neue Geschichten. Dafür holt Yusuke Osawa das Maximum aus der Aufgabe heraus, die erste Staffel nachzuerzählen und verpasst ihr dabei einen unvergleichlichen Genre-Look. Allein um das kleine grüne Kind derart knuddelig zu erleben, sollte man die Adaption nicht verpassen.

Bewertung: 4 von 5 Holocrons
Bewertung: 4 von 5 Holocrons

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Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


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