Rezension: Geschichten der Jedi 1×01: „Leben und Tod“

Am 26. Oktober 2022 erschienen bei Disney+ insgesamt sechs Kurzgeschichten im The Clone Wars– und The Bad Batch-Animationsstil, die sich mit jeweils drei Folgen sowohl Ahsoka als auch Count Dooku widmen. Während wir Ahsoka mit dieser ersten Folge namens „Leben und Tod“ direkt von Geburt an begleiten, dreht sich bei Dooku alles um den Weg hin zur Dunklen Seite. Ahsoka lernt danach, sich gegen Klone zu verteidigen und muss erkennen, dass sie nach Order 66 wieder bereit sein muss, zu kämpfen.

VeröffentlichungRegieDrehbuch
26. Oktober 2022Nathaniel VillanuevaDave Filoni
Wie aus dem Gesicht geschnitten: Ahsokas Mutter

Die Auftaktfolge beginnt mit einer Feierlichkeit im Togruta-Dorf: Ein neues Dorfmitglied wurde geboren und es ist – wie wir kurz darauf von der Mutter selbst erfahren – Ahsoka. Uns wird eine Gemeinde mit starker Naturverbundenheit gezeigt, die sich sehr auf ihre alten Götter beruft, an die Ahsokas Mutter im Gegensatz zu ihrem Vater noch sehr zu glauben scheint. Denn kaum ist die junge Ahsoka ein Jahr alt geworden, begeben sie sich auf die rituelle Jagd, um zu zeigen, dass es im Leben auch Tod geben muss.

Der Jagdausflug läuft jedoch nicht wie geplant und das Mutter-Tochter-Gespann wird von einer Art Säbelzahntiger angegriffen, der nach einem Kampf und dem Dazustoßen der anderen Dorfbewohner die junge Ahsoka entführt. Als er dabei ist, sich in seiner Höhle alles fürs Abendessen zurecht zu machen, und dazu übergehen will, sie zu verspeisen, berührt sie ihn und scheint eine Verbindung zu dem Tiger aufzubauen, weshalb er sie kurz darauf zurück ins Dorf trägt und die alte Dorfvorsteherin Gantika zu dem Schluss kommt, dass das Kind von Pav-Ti und Nak-Il wohl ein Jedi zu sein scheint.

Die Folge schafft es, uns einen ruhigen Einstieg in dieses Konzept der Geschichten zu geben und uns auch die behüteten Verhältnisse – bis auf den Fakt, dass ihre Mutter mit einer einjährigen Tochter jagen geht – vorzustellen, in denen Ahsoka gelebt hätte, wenn sie keine Jedi geworden wäre. Trotzdem ist es von all den Geschichten wohl die, die sich am losgelöstesten und vor allem am unnötigsten anfühlt. Dass es einen Grund geben muss, weshalb sie zu den Jedi kommt, ist klar. Aber deshalb müssen wir das nicht so plakativ gezeigt bekommen. Ich hätte mich fast mehr gefreut, die Szene aus einem der Zusammenschnitte vor den The Clone Wars-Folgen ausgebaut zu sehen, in der Plo Koon und Ahsoka sich das erste Mal treffen und er sie mit zum Jedi-Orden nimmt. Das hätte uns mehr Kontext zu deren Freundschaft gegeben und erklärt, wieso Ahsoka immer bei ihm Rat suchte, wenn Anakin mal wieder stur war (Die Zitadelle, etc.). Während die anderen beiden Folgen genau diesen Kontext für andere Ereignisse herstellen werden, fehlt diese Leistung bei dieser Auftaktfolge leider komplett.

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Es läuft also wohl auf den einfachen Grund hinaus, dass Dave Filoni die Kindheitsgeschichte von Ahsoka beziehungsweise ihren Ursprung zeigen wollte, da ihm die Einführung mit dem The Clone Wars-Film allein nicht ausreichte. Ein berechtigter Wunsch in meinen Augen, den man aber etwas sinnvoller ins große Ganze hätte einpflegen können.

Fazit

So ist die erste Folge der Geschichten der Jedi gleichsam die schwächste der sechs Teile, da sie sich kaum auf Bekanntes bezieht und so die Funktion als Kontextualisierung nicht wirklich erfüllen kann, die alle anderen Folgen eigentlich mehr oder weniger gut erbringen. Trotzdem ist sie gerade visuell und musikalisch schön anzusehen, da vor allem das Design der jungen Ahsoka und die eindeutige Ähnlichkeit der Mutter zu der erwachsenen Ahsoka sehr gut getroffen wurden.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

2 Kommentare

  1. Tatsächlich die schwächste Folge. Ansonsten gefällt mir die Serie sehr gut. Diesmal auch endlich wieder die Musik, die irgendwie ein bisschen Buddhistisch angehaucht ist. Passt zu den Jedi. Und das obwohl ich absolut kein Fan von Anthologien und Kurzgeschichten.

  2. Die „Origin“-Geschichte nach der niemand gefragt hat. Die Folge hätte man sich, wenn man eh nur so wenige macht, echt sparen können. „Gute Idee“ eine Serie gleich mal mit ner 08/15-Fillerfolge zu starten, aber das hat ja auch schon Clone Wars damals ebenso „toll“ hingekriegt. Nach Baby-Grogu jetzt also Baby-Snips. Alien-Macht-Baby=Süß, we get it now, Filoni. Ugh. Das kann ja nur besser werden. Hoffe ich. Bin auf die Dooku-Teile gespannt.

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