Rezension: Star Wars #71: Die Hohe Republik: Es gibt keine Angst, Teile 1 & 2

Im Juni wurde hierzulande Die Hohe Republik nach den Romanen In die Dunkelheit von Claudia Gray und Die Bewährungsprobe von Justina Ireland mit dem Comic Es gibt keine Angst von Cavan Scott fortgesetzt. Das Comic-Magazin Star Wars #71 von Panini enthält die ersten beiden Teile des fünfteiligen Comics There Is No Fear. Die beiden US-Einzelheftveröffentlichungen wurden bereits im Januar und Februar diesen Jahres bei Marvel veröffentlicht.

Die Geschichte von Cavan Scott wurde von Ario Anindito (Zeichnungen), Mark Morales (Tusche), Annalisa Leoni (Farben) illustriert sowie von Matthias Wieland ins Deutsche übersetzt.

Neben den zu erwarteten Kiosk- und Comicshop-Ausgaben des Magazins erschien das Heft ebenfalls in einem weiteren Variant von Gabriele Dell’Otto:

Eine neue Ära beginnt, ca. 200 Jahre vor Die dunkle Bedrohung: die Ära der Hohen Republik! Es herrscht Frieden in der Republik. Starlight Beacon – eine neue Raumstation – soll als leuchtendes Symbol des Guten in die Weiten des Äußeren Randes geschickt werden. Doch gerade als sich Hoffnung und Zuversicht in der Republik verbreiten, tut dies auch ein neuer Feind. Und die Jedi-Ritter – die Hüter von Frieden und Gerechtigkeit – müssen einer gigantischen Gefahr gegenübertreten …

Der spektakuläre Comic-Start des neuen gigantischen Star Wars-Projektes: Die Hohe Republik!

Im ersten Teil des Magazins begleiten wir die Padawan Keeve Trennis bei ihrer Ausbildung zur Jedi auf dem Planeten Shuradem. Sie ist die Schülerin des trandoshanischen Jedi-Meisters Sskeer und wie der Verlust seines linken Armes zeigt, ist die Handlung nach den Ereignissen von Das Licht der Jedi angesiedelt. Der Comic zeigt zugleich weitere Auswirkungen der Großen Katastrophe: Ein von der Starlight-Station in alle Himmelsrichtungen ausgesendetes Signal stört die Navigation der Ridadi, einer Art Weltraumschnecken. Diese werden nun von diesem Signal angezogen und verursachen auf ihrem Weg zur Station jede Menge Zerstörtung. Doch Keeve gelingt es, die Ridadi von einer Siedlung der Ximpi auf Shuradem abzulenken, während die Jedi auf der Starlight-Station das Signal ändern, sodass die Ridadi wieder ihrem natürlichen Signal folgen können. Im Anschluss wird Keeves Erfolg auf der Starlight-Station gefeiert und sie mit der Erhebung in den Rang einer Jedi-Ritterin gewürdigt.

Die Thematik hat mir sehr gut gefallen, erinnert sie doch sehr stark an Szenen auf unserem Planeten Erde, in denen Motorgeräusche und Tiefseebohrungen die Navigation von Meeressäugern stören, sodass es immer wieder zu Massenstrandungen an verschiedenen Stränden der Welt kommt – mit dem gravierenden Unterschied, dass es hier im Comic auch andere zu Schaden kommen und nicht nur die Ridadi. Man könnte sich vorstellen, dass wir Menschen ähnlich reagieren würden, nämlich mit der Abschaltung oder Deaktivierung der Maschinen, welche diese Störgeräusche verursachen, würden diese zu Tod und Leid bei anderen Menschen führen und eben nicht nur zum Tod der gesteuerten Tiere. Aber ich schweife ab…

Von Panini haben wir auch sechs Vorschauseiten aus dem Comic für euch:

Im zweiten Teil wird der Fokus mehr auf den Jedi Sskeer gelegt und die Handlung spielt quasi im Anschluss an die Zeremonie auf der Starlight-Station. Keeve und ihr ehemaliger Meister folgen einem Notruf, den die Starlight-Station empfangen hat. Für Keeve ist es die erste Mission als vollwertige Jedi-Ritterin und sie werden von den Jedi-Zwillingen Ceret und Terec begleitet. Sie stoßen auf ein Wrack mit vielen Leichen, unter anderem einem toten Hutten, und werden kurz darauf auch von einem Nihil angegriffen. Bei dieser Konfrontation stellt Sskeer fest, dass er den Nihil nicht in der Macht spüren kann, woraufhin er die Kontrolle verliert und wie wild mit dem Lichtschwert auf den bereits toten Körper eindrischt. Die Auswertung der Schiffsdaten zeigt, dass das Schiff von Sedri Minor aufgebrochen ist und mit einer Gerste (Vratixia renanicus) einen Bestandteil für die Herstellung von Bacta geladen hatte. Nachdem sich das Team mit Avar Kriss auf der Starlight-Station besprochen hat, teilen sie sich auf: Sskeer und Ceret brechen nach Sedri Minor auf, während Keeve und Terec auf dem Hutt-Raumer zurückbleiben. Kaum auf Sedri Minor, kommt es auch schon zu einem Zwischenfall: Während sich Sskeer im Gespräch mit einem örtlichen Bewohner befindet, folgt Ceret einem Rodianer, den er*sie im Gerstenfeld ausgemacht zu haben scheint. Kurz darauf verspürt sein*ihr Zwilling Terec durch die geistige Verbindung den Schmerz Cerets. Der über Com verständigte Sskeer begibt sich auf die Suche, doch findet nur noch das Lichtschwert von Ceret…

Cavan Scott baut hier richtig Spannung auf! Als Leser fragt man sich schon zu Beginn, weshalb Sskeer den Nihil nicht spüren konnte. Es wird zwar erwähnt, dass eine Schlacht bei Kur Sskeer verändert haben soll (wo er auch seinen Arm verloren hat), und mit dem Hintergrundwissen aus Das Licht der Jedi können wir zumindest erahnen, weshalb er so aggressiv auf den Nihil reagiert. Seine Reaktion, ihn so dermaßen brutal in kleine Stücke zu zerhacken, ist dann aber ein eindeutiges Zeichen, dass dieser Comic kein Spaß wird. Schon kurz darauf verschwindet zudem ein Jedi durch eine Art Tentakel in einem Gerstenfeld. Aus In die Dunkelheit wissen wir, dass die Drengir tentakelartige Gliedmaßen haben, aber ob sie auch hier mit etwas zu tun haben? Schließlich sind sie doch noch immer auf ihrem Planeten… Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es weitergeht!

Richtig gut hat mir gefallen, zu sehen, wie Figuren aus vorangegangenen Werken zusammenkommen. Keeve zum Beispiel wurde in Die Bewährungsprobe kurz erwähnt, während dort die Jedi Vernestra Rwoh eine der Hauptfiguren ist – die hier wiederum nun zusammen mit Avar Kriss auf dem Hutt-Raumer zu Keeve und Terec stößt! Hier kommen wir auch direkt zu einem dicken Lob an Ario Anindito, der alle Figuren grandios in Szene gesetzt hat. Natürlich kannte ich schon das Aussehen all der Figuren aus den Konzeptzeichnungen, aber sie nun quasi in Aktion zu erleben, ist natürlich nochmal etwas anderes, als die Szenen aus den Romanen vor dem inneren Auge zu illustrieren. Generell muss ich sagen, dass sich die Zeichnungen mit all den Details und der Tiefe auf sehr hohem Niveau bewegen. Man merkt richtig, dass hier sehr viel Mühe in das Werk gesteckt wurde und zwar von allen Seiten. So wird die beklemmende Stimmung aus dem Hutt-Raumer mit all den Leichen genauso prima vermittelt wie die emotionale Ansprache von Avar Kriss auf der Starlight-Station – „Für Licht und Leben!“

Von Autor Cavan Scott und Zeichner Ario Anindito gibt es auch im Anschluss an den zweiten Teil ein paar nette Worter an die Leser gerichtet. Ebenso gibt es von Panini am Ende des Magazins in Aufbruch in Die Hohe Republik ein paar Worte zur neuen Ära. R2-D2s Datenbank und das Technical Headquarters #71 widmen sich mit Wedge Antilles und dem TIE-Jäger dann aber einer ganz anderen Ära, was ich etwas schade finde, da hier sonst immer Personen, Orte oder Fahrzeuge aus dem vorliegenden Comic behandelt werden. Aber: zu den Schiffen, Planeten und Figuren aus Die Hohe Republik gibt es aktuell halt auch noch nicht so viele Informationen, um die jeweiligen Absätze zu füllen, daher finde ich den Schritt absolut nachvollziehbar.

Fazit

Star Wars #71 hat mich mit den ersten beiden Teilen von Es gibt keine Angst begeistert! Nach den Comics bezweifle ich den Titel und vermute, dass es genau in die Richtung gehen soll, ähnlich wie es ja auch bei den Jedi keinen Tod und keine Emotionen gibt. Die Handlung sowie die Illustration dieser haben mir sehr gefallen und lassen die weiteren Teile mit Spannung erwarten. Daher komme ich auch nicht umhin, an das Magazin die volle Anzahl an Holocrons zu vergeben.

Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsxemplars!

Logo zu Star Wars: Die Hohe Republik

Star Wars: Die Hohe Republik ist ein mehrjähriges Buch- und Comicprogramm, das 200 Jahre vor den Filmen spielt und die Jedi in ihrer Blütezeit zeigt. Weitere Infos, News, Podcasts und Rezensionen gibt es in unserem Portal und in der Datenbank.

Schreibe einen Kommentar