Rezension: Die Hohe Republik: Die Bewährungsprobe von Justina Ireland

Vor einem Monat startete danke Panini auch hierzulande eine neue Star Wars-Ära voll durch: Die Hohe Republik! Eines der beiden dazu bei Panini erschienenen Bücher ist der Jugendroman Die Bewährungsprobe von Justina Ireland. Das Werk erschien Anfang des Jahres auf Englisch und die 224 Seiten des Buches wurden innerhalb kürzester Zeit von Andreas Kasprzak ins Deutsche übersetzt.

Das Buch stellt für Autorin Justina Ireland nach Der Funke des Widerstands und Lando’s Luck bereits das dritte Werk im Star Wars-Universum dar – die weit, weit entfernte Galaxis ist für sie daher absolut kein Neuland. Und mit diesen Geschichten scheint sie bei Lucasfilm Publishing direkt überzeugt zu haben, sonst würde sie neben Claudia Gray, Charles Soule, Daniel José Older und Cavan Scott nicht zur Autorenriege der ersten Stunde zählen, die Die Hohe Republik aus der Taufe gehoben hat.

Mein Kollege Florian hat für euch bereits die englische Ausgabe The High Republic: A Test of Courage rezensiert.

Hier die Informationen, die der Verlag zum Buch liefert:

JAHRHUNDERTE VOR DER LEGENDÄREN SKYWALKER-SAGA BEGINNT HIER EIN GANZ NEUES ABENTEUER…. Die Jugendromane dieser Reihe lassen die jungen Leser an den Heldentaten junger Jedi-Ritter und Padawane teilhaben. Bei einer galaxis-weiten Katastrophe wird ein Transportschiff abrupt aus dem Hyperraum geschleudert. Ein noch jugendlicher Jedi, ein junger Padawan und der Sohn eines Botschafters stranden auf einem Dschungelmond, wo sie sich -ohne jegliche Erwachsene- ganz allein einer mysteriösen Bedrohung in den Wäldern und weiteren tödlichen Gefahren des Planeten stellen müssen.

Ich selbst habe Light of the Jedi bereits vor ein paar Monaten auf Englisch gelesen, daher ist für mich dieser Jugendroman keineswegs mein erster Kontakt mit der Hohen Republik, allerdings doch was die Übersetzung dieser angeht. Aber dazu später mehr.

Die Geschichte des Romans spielt ca. im letzten Drittel der Handlung von Das Licht der Jedi – der im August bei Blanvalet erscheinen wird – da auf die Ereignisse aus dessen Handlung Bezug genommen wird. Aber auch ohne Kenntnis dieser „Vorgeschichte“ bedarf es für Die Bewährungsprobe keinerlei Vorwissens, um der Handlung ohne Probleme folgen zu können. Das ist schon Mal sehr wichtig, da noch immer viele Leser der Ansicht sind, man müsse die Die Hohe Republik-Romane in einer bestimmten Reihenfolge lesen – dem ist nicht so! Verschiedene Figuren tauchen in mehreren Büchern auf und geben in alle Richtungen einen „Aha!“-Moment und Wiedererkennungswert.

Genug der Vorworte, kommen wir zur eigentlichen Geschichte des Jugendromans: Wir begleiten die Jedi-Ritterin Vernestra Rwoh, den Padawan Imri Cantaros, Honesty Weft, Sohn des dalnanischen Botschafters und Avon Starros, die Tochter einer Senatorin, sowie der Protokolldroidin J-6. Diese fünf überleben einen Anschlag der Nihil auf das Raumschiff Steady Wing kurz nach dessen Start von Port Haileap zur Starlight-Station und stranden auf dem Mond Wevo. Während diesem „Abenteuer“ lernen sie sich kennen – ebenso wie wir. Mehr Handlung gibt es nicht und hab ich auch von einem Jugendroman nicht erwartet. Die Figuren sind auch alle Jugendliche und haben entsprechende Sorgen oder Probleme:

Zum einen die Jedi-Ritterin Vernestra, die in so jungen Jahren wie kein Jedi vor ihr die Prüfungen zur Ritterin absolviert hat. Dies kommt natürlich mit einer gewissen Erwartungshaltung an sie daher, der sie gerecht zu werden versucht. Was nicht so ganz einfach ist, trägt sie doch selbst ein Geheimnis mit sich herum. Zum anderen der Padawan Imri, der mit dem Verlust seines Meister zurecht kommen muss und auch bereits davor von Selbstzweifeln geplagt war, was seine Fähigkeiten als Jedi anbelangt. Ebenso hat Honesty mit dem Tod seines Vaters zu kämpfen, sieht er seine Zukunft doch eher als Kämpfer und nicht als Diplomat. Und die wissbegierige und abenteuerlustige Avon, die von ihrer Mutter fort nach Port Haileap geschickt wurde.

Mit seinen 200+ Seiten ist das Buch recht kurz und liest sich wie erwartet auch sehr – Trommelwirbel – kurzweilig. Einen Plot mit heftigen Wendungen darf man hier nicht erwarten – sollte man auch nicht. Dafür bekommt man eine Geschichte mit sehr tiefgehender Charaktergestaltung. Mir fiel es zu keiner Sekunde schwer mich in die Figuren hineinzuversetzen und ihre Motivation nachzuempfinden. Um ehrlich zu sein ist es das erste Buch seit langem, bei dem mir dies bei allen Figuren gleichermaßen gelingt. Gut, es sind auch nur vier Stück, dafür könnten sie aber auch unterschiedlicher nicht sein. Am meisten hat mich aber der Umgang mit Verlust und Trauer auf Seiten der Jedi in dieser Ausnahmesituation fasziniert.

Ich hab die beiden vorherigen Werke von Justina Ireland (noch) nicht gelesen, aber nach diesem Jugendoman bin ich bereits Fan von ihr und bin entsprechend gespannt auf ihren Young-Adult-RomanThe High Republic: Out of the Shadows (dt. Die Hohe Republik: Aus den Schatten), der im Juli (dt. voraussichtlich Herbst bei Panini) erscheinen wird.

Kommen wir zurück zur bereits angesprochenen Übersetzung. So bedienen sich die Antagonisten in Die Hohe Republik, die Nihil, einer strengen Hierarchie, welche Analogien zu Luft und deren verstärkenden Zuständen abbildet. Da ich Light of the Jedi bereits gelesen habe sind mir die englischen Begriffe nun geläufig, ich war aber gespannt, wie sie im deutschen Umgesetzt werden. Und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. So wurde aus dem englischen Strikes die Brise. Darüber stehen die Winde / Clouds, und darüber dann der Sturm / Storms. Und darüber stehen die drei Tempests, welche in diesem Buch nicht genannt wurden, aber wohl als Orkane übersetzt werden, und von den Orkanläufern / Tempest Runners angeführt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass im Herbst bei Blanvalet die gleiche Übersetzungsstruktur angewendet wird.

Am Ende des Buches finden sich noch drei doppelseitige Illustrationen von Petur Antonsson. Ich finde sie spitze, hätte sie mir aber doch lieber bei den entsprechenden Kapiteln gewünscht und nicht erst im Anhang.

Fazit

Die Hohe Republik: Die Bewährungsprobe hat mich abgeholt! Auch wenn es „nur“ ein Jugendroman ist, machte er auch mir als Erwachsener viel Spaß – quasi leichte Kost für zwischendurch, die aber trotzdem die neue Ära weiter ausbaut. Der Jugendroman richtet sich dementsprechend nicht nur an jüngere Leser und vor allem jene, welche mit diesem Buch das erste Mal die Star Wars-Galaxis bereisen, sondern in meinen Augen auch sehr stark an Jedi-Fans – und jene, die es werden wollen! Justina Ireland als Autorin hat mich überzeugt und verdienter Weise bekommt das Werk daher von mir auch die volle Anzahl an Holocrons.

Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

Wir bedanken uns bei Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Logo zu Star Wars: Die Hohe Republik

Star Wars: Die Hohe Republik ist ein mehrjähriges Buch- und Comicprogramm, das 200 Jahre vor den Filmen spielt und die Jedi in ihrer Blütezeit zeigt. Weitere Infos, News, Podcasts und Rezensionen gibt es in unserem Portal und in der Datenbank.

4 Kommentare

  1. „aus der TAUFE gehoben hat“
    😉

    Lese es gerade auch meinem Sohn vor, nachdem ich das englische Audio Book gehört habe. Als leichte Kost für zwischendurch sicherlich bestens geeignet, da nicht wirklich viel passiert. Fand es übrigens auch sehr verwirrend, dass die Bilder alle am Ende erscheinen. Aber gut, es gibt Schlimmeres …

  2. Meine Meinung zu
    STAR WARS DIE HOHE REPUBLIK
    DIE BEWÄHRUNGSPROBE

    Dieses Buch ist eine leichtes Abenteuer über Junge Menschen die Schiffbruch erlitten haben auf einem unbekannten Planeten welcher so einige Gefahren mit sich bringt.
    Der Anfang ist schon recht interessant erzählt. Die Charaktere werden meiner Meinung nach gut beleuchtet.
    Für einen Jugendlichen Roman enthält er schon recht dunkle Passagen.

    Aber was weiß ich schon ich habe die Bücher erst vor kurzem wieder entdeckt für mich und das habe ich euch zu verdanken:-)
    Danke dafür
    Möge die Macht mit euch sein.

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