Rezension: Comic-Kollektion, Band 117: Das Jedi-Ritual

Ich weiß wer ihr wart. Ich bin mir nicht sicher, wer ihr nun seid.

Aayla Secura

Der 117. Band der Star Wars Comic-Kollektion von Panini schlägt eine Brücke. Er enthält nämlich die Hefte der Reihe Republic mit den Nummern #42 bis #48 von John Ostrander, welche die Geschichten Das Jedi-Ritual und Attentäter erzählen. Erstgenannte schließt die Erzähllungen um Quinlan Vos und Aayla Secura des Jahres 30 VSY ab, während die Zweitgenannte die Reihe kurz vor Beginn der Klonkriege im Jahr 23 VSY wieder aufgreift, zunächst noch ohne Quinlan. Dieser kommt erst in Aufopferung, dem folgenden Handlungsbogen wieder vor, der im Rahmen der Klonkriegsbezogenen Bände ebenfalls in der Kollektion veröffentlicht wurde.

Von der Veröffentlichung her gab es bei Dark Horse keine große Lücke, Das Jedi-Ritual, gezeichnet von Jan Duursema, erschien im Mai 2002, Attentäter, gezeichnet von C.P. Smith, kam ganz regulär im Oktober desselben Jahres.

Das Jedi-Ritual nimmt uns in der Gegenwart mit nach Ryloth. Hier wollen Aayla Secura und Meister Tholme die Entführung des Erben des Clans Secura verhindern, in die, wie könnte es auch anders sein, der Devaronianer Vilmarh Grahrk verstrickt ist. Tatsächlich gelingt die Entführung auch und der Einfachheit halber wird Tholme direkt mit entführt. Aayla, nunmehr alleine in ihrer Heimat, macht sich auf, um die Verbrecher aufzustöbern und findet auf Nar Shaddaa ihren alten Meister Quinlan Vos auf, der sich mit einer Horde Kopfgeldjägern herumschlagen muss. Schnell treiben die beiden den umtriebigen Vilmarh im örtlichen Casino auf und können ihn davon überzeugen, Tholmes Aufenthaltsort preiszugeben.

Im Bezug zur gezeigten Vergangenheitsszene, dem Kennenlernen von Aayla und Quinlan, wird die neue Dynamik zwischen den beiden ehemaligen Partnern neu vertieft. Besonders die Tatsache, dass beide unter Gedächtnisverlust litten und nur Aayla diesen aufgrund ihrer Lekku überwinden konnte, wird noch einmal aufgegriffen. So muss auch Vertrauen neu aufgebaut werden, was zwischen den Zeilen aber recht schnell passiert. Generell ist die Beziehung zwischen den beiden sehr unterbewusst zu verstehen und nicht aktiv niedergeschrieben, was wirklich eine Meisterleistung für diese Art von Comics ist.

Ansonsten haben wir es mit einem recht standardmäßigen Comic zu tun. Die drei Jedi verbünden sich, gewinnen natürlich am Ende und wir bekommen eine gewisse Vorlage zu späteren Comics in der Klonkriegs-Ära.

Hervorheben möchte ich noch die Zeichnungen von Jan Duursema, welche auf gewohnt hohem Niveau liegen und einen echten Mehrwert bieten. Vor allem Aayla und Quinlan sehen jedes Mal klasse aus und selbst die Niktos kann man voneinander unterscheiden.

Attentäter schlägt einen weniger grausamen Erzählton ein, hat aber mit einer Mordermittlung ein ebenfalls prekäres Thema dabei. Die bekanntesten Figuren in Hauptrollen sind Obi-Wan Kenobi und sein Padawan Anakin Skywalker, in einer Nebenrolle kommt auch Kanzler Palpatine vor. Im Groben geht es darum, dass die Republik durch korrupte Senatoren von innen heraus verrottet. Ein Thema, welches in den Klonkriegen durch die Separatisten noch häufig angesprochen werden wird und im Kern nicht falsch ist, was aber auch daran liegt, dass der gute Kanzler das im Hintergrund unterstützt. Eigentliche Hauptfigur ist die Senatswache Sagoro Autem, der ein wenig fanatisch die Sache der Republik vertritt. Dabei betont er, dass er bereits in vierter Generation Senatswache ist und sehr enttäuscht wäre, sollte sein Sohn keine werden, was dieser allerdings gar nicht werden will.

Durch seinen Bruder enttäuscht, wird Autem während der Geschichte zusehends verzweifelter. Er erklärt auch, dass er natürlich weiß, dass viele Senatoren korrupt sind, das System selber jedoch in Ordnung sei, ebenfalls eine Aussage, der ich mich im Großen und Ganzen anschließen würde. Die Realität holt ihn jedoch sehr schnell ein. Sein Sohn will keine Senatsgarde werden, seine Frau will ihn wegen seines Fanatismus verlassen, seine Chefin muss ihn von seinem Fall abziehen, weil sein Bruder darin verwickelt ist und letztlich muss er sich selber gegen das bestehende Recht wenden. Ein perfektes Beispiel von einem Mann, der durch das System verraten wurde, welches er geschworen hat zu beschützen.

Leider sind die Zeichnungen von der Qualität her unter dem Durchschnitt und teilweise echt nicht ansehnlich.

Auch der Charakter Riao, eine humanoide Katze, ist eher nervig, auch wenn sie für die Handlung tatsächlich in gewisser Weise wichtig ist.

Insgesamt gebe ich dem 117. Band der Star Wars Comic-Kollektion drei von fünf Holocrons, für zwei wirklich eher durchschnittliche Geschichten.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Wir danken Panini für das Rezensionsexemplar.

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