Rezension: Star Wars #67: Darth Vader: Das dunkle Herz der Sith, Teile 3 & 4

Im Februar setzte Panini im monatlichen Comic-Magazin mit Star Wars #67 die Handlung von Darth Vader: Das dunkle Herz der Sith mit den Teilen 3 und 4 fort. Die Story von Grek Pak wurde auch hier wieder von Raffaele Ienco (Zeichnungen) und Neeraj Menon (Farben) illustriert. Die US-Ausgaben der beiden Teile erschienen im Juli und August letzten Jahres bei Marvel. Übersetzt wurden beide Teile von Michael Nagula. Das Cover der Originalausgabe von Teil 3 ziert hierzulande die Kiosk-Ausgabe, während das Cover von Teil 4 die Comicshop-Variante schmückt.

Kurzes Recap: Nach der Konfrontation mit seinem Sohn in der Wolkenstadt ist Darth Vader auf einer Vendetta gegen all jene, welche seinen Sohn ihm gegenüber die letzten 19 Jahre versteckt haben. Dabei traf er auf Sabé, ehemalige Zofe von Königin Amidala. Zusammen sind sie nun auf der Suche nach jenen, die für den Tod Padmés verantwortlich sind, und Reisen daher zusammen nach Naboo…

Hier begeben wir uns wieder an Orte, welche Darth Vader bereits als Anakin Skywalker besucht hatte, was bei Vader – uns gleichzeitig auch bei uns als Leser:in – einen gewissen Nostalgieeffekt erzielt. Das fand ich die ersten Teile über ja noch super, aber nun wirkt es extrem gezwungen. Nicht nur wird wird mit einem aus Episode I bekannten Gungan Sub gereist, nein, wir begegnen auch genau den gleichen zwei Unterwassermonstern. Gut, mit beidem hatte Anakin/Vader keinen Kontakt, das waren Obi-Wan und Qui-Gon, aber dennoch konnte ich beim Lesen feststellen, wie mein Interesse flöten ging. Klar, wenn Vader ein Sando-Aqua-Monster im Alleingang tötet, werden alle Register gezogen und das ganze ist krass inszeniert, aber auf der anderen Seite ist es gleichzeitig auch so banal, da ich zu keiner Sekunde „Angst“ um Vader habe.

Und zum Höhepunkt – und ich hatte es bereits im Vorfeld vermutet – stellen sich Vader die Amidalaner entgegen – eine Gruppe, zu der neben Sabé und Typho auch Ric Olié und die ehemaligen Zofen der Königin von Naboo gehören. Die Amidalaner klagen Darth Vader des Mordes an ihrer gelibeten Königin und Senatorin an. Obwohl es es doch sehr vorhersehbar war – genau so wie der Ausgang dieser Konfrontation – muss ich gestehen, dass ich diese Zusammenkunft doch sehr cool fand, da ich erst kürzlich den YA-Roman Bürde der Königin von Emily Kate Johnston fertig gelesen habe, in dem die Zofen näher beleuchtet werden. Etwas schade fand ich allerdings das Fehlen von Jar Jar Binks. Klar, durch die Nachspiel-Trilogie wissen wir, dass er den Fall des Imperiums erleben wird, aber dennoch hatte ich gehofft, hier im selben Zuge etwas über seinen Verbleib und Werdegang zu erfahren.

Den Forensik-Droiden Z67 fand ich dieses mal gar nicht so nervig, im Gegenteil, da Vader selbst so gut wie nie spricht bzw. alles unkommentiert lässt, ist es für die Leser:innen ganz angenehm, dass ihnen mit dem Droiden jemand zur Seite gestellt wurde, der etwas durch die Handlung führt.

Generell konnte ich der Handlung der beiden Teilen nicht viel abgewinnen, denn dafür war der Verlauf dann doch zu vorhersehbar, aber ich bin sehr gespannt auf die beiden letzten Teile der Geschichte und was Vader in der Grabkammer der Königin vorfinden wird.

Aber selbst wenn einen die Handlung langweilt, so brilliert auch dieser Teil der Geschichte wieder durch seine Bilder. Diese lassen einen nämlich die beliebige Story vergessen und mit Spaß durch die Seiten blättern. Interessant fand ich, dass sowohl der Colo-Klauenfisch als auch das Sando-Aqua-Monster so durchaus detailreich präsentiert wurden, sind sie auf der Leinwand ja nur kurz und nie komplett zu sehen gewesen, aber hier hat man sich offensichtlich am „Behind the Scenes“-Material bedient.

Die illustrierten Versionen von Szenen, welche wir aus den Filmen kennen, fügen sich auch ohne Probleme in den Rest der Geschichte ein und sind wie gehabt in rot gehalten, was verdeutlichen soll, dass wir die jeweilige Szene quasi durch die Augen von Darth Vader sehen. Mittlerweile muss ich aber zugeben, hätte ich mir eher gewünscht, dass man diese Szenen tatsächlich aus Anakins/Vaders Perspektive erlebt und entsprechend zeichnet – und nicht die Kameraperspektive wählt. Anakin hat sich selbst ja nicht mit Padmé am Tisch oder auf der Wiese sitzen sehen, sondern Padmé direkt vor sich. Lange Rede kurzer Sinn: Die Szene aus dem Film 1:1 in den Comic aufzunehmen steigert den Wiedererkennungswert beim den Leser:innen, aber ich hätte die Ich-Perspektive bei diesen Szenen bevorzugt.

Fazit

Star Wars #67 liefert einen typischen mittleren Teil einer Geschichte, die den finalen letzten Teil aufbaut. Die Geschichte hat absolut keine Spannung, ist dafür aber super inszeniert, daher gebe ich dem Comic drei von fünf Holocrons!

Der Rezensent vergibt 2 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 2 von 5 Holocrons!

Wir bedanken uns bei Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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