Rezension: Luke Skywalker und die Schatten von Mindor von Matthew Stover

Wenn der Macht du dich wirklich hingibst, nur die Wahrheit dessen, wer du bist, du ausdrückst.

Yoda

Wir befinden uns nach den Ereignissen der Jedi Prince Reihe, die wir ganz schnell wieder vergessen wollen, weiterhin im Jahr 5 NSY. Das meiste, was wir neulich gelesen haben, können wir getrost wieder vergessen – zum Beispiel die Hochzeit von Han und Leia, die kommt erst noch und auch Landos Vergnügungspark…
Luke Skywalker ist inzwischen General der Neuen Republik, Lando hat ebenfalls seinen Titel behalten, Han hat das Generalspatent abgegeben.

Wir beginnen unsere Geschichte in Lukes Büro. Dieser will sich nämlich selber vor das Kriegsgericht bringen, da er bei der Schlacht von Mindor unglaublich viele Menschen wissentlich umgebracht hat. Dazu soll ein gewisser Lorz Geptun eine Anklageschrift gegen ihn verfassen und dafür stattlich bezahlt werden. Der Name kommt euch bekannt vor? Dann habt ihr vermutlich Mace Windu und die Armee der Klone gelesen, einem weiteren Stover-Roman, in welchem Geptun ebenfalls vorkommt.

Nach dem Prolog begeben wir uns in einen Zeitsprung und erfahren zunächst, wie es überhaupt zur Schlacht von Mindor gekommen ist. Dabei sehen wir allerlei bekannte Charaktere, wie Wedge Antilles und Tycho Celchu im Renegaten-Geschwader, Han und Leia, die mit Mandalorianern diskutieren, Lando, der inzwischen General der Schnellen Eingreiftruppe ist.

Schnell wird klar, dass wir bereits mehr oder weniger in der Geschichte drin sind und die Einleitung offenbar verpasst haben. Warum, erzähle ich euch gleich.

Wichtig ist, dass die Republik darauf kommt, in das Taspan System einzumarschieren, in dem sich Taspan I, der auch Mindor genannt wird, befindet, um die Truppen eines gewissen Lord Shadowspawn zu vernichten; einem Ex-Imperialen, welcher der neuen Republik seit längerem Probleme macht.

Der Leser erfährt bald, dass es sich bei Shadowspawn nur um eine Marionette handelt, die durch einen Mann gesteuert wird, der Cronal heißt, sich aber auch Blackhole nennt und zugegeben, das fand ich zeitweise echt verwirrend, wer nun wer in welcher Rolle ist und welcher Charakter nun Bescheid weiß, welche Person die Marionette welches Alias ist. Jedenfalls ist Cronal/Blackhole keine unbekannte Figur. Zumindest nicht, wenn man die Newspaper-Comic Strips von 1979 und den folgenden Jahren gelesen hat, die zwar 2017 und 2018 von Marvel und IDW jeweils neu veröffentlicht, jedoch nie ins Deutsche übersetzt wurden. Ich bin mit ziemlich sicher, dass es sinnvoll wäre Cronal vor der Mindor Geschichte schon gekannt zu haben, sonst ist der Charakter zu mächtig, um einfach so irgendwo aufzutauchen. So ist er doch Teil von Palpatines innerem Kreis gewesen, war Zauberer von Rhand, gehörte zu den Propheten der Dunklen Seite unter Hochprophet Kadann (ich bin mir nicht sicher, ob das eine Anspielung auf die Comic-Strips, oder tatsächlich auf Jedi Prince ist) und fühlte sich doch allen diesen Personen(gruppen) überlegen.

Alles stirbt. Selbst Sterne brennen aus.

Stover bringt neben Geptun übrigens mehrere weitere Charaktere aus Mace Windu und die Armee der Klone wieder mit in die Geschichte ein und verbindet auch den Die Rache der Sith-Roman geschickt mit der aktuellen Handlung.

Das täuscht aber nicht über die massiven Startschwierigkeiten hinweg, die Luke Skywalker und die Schatten von Mindor hat. Die erste Hälfte, vielleicht sogar die ersten zwei Drittel konnten mich nicht fesseln und ich fand es einfach nur zäh. Man hat mehr oder weniger das Gefühl, dass Stover sich hingesetzt hat und schon einmal wild drauf los getippt hat, während er den zweiten Teil der Handlung noch vorbereiten musste.

Auch die Handlung konnte mich nicht überzeugen, da sie größtenteils auf Gedankenkontrolle basierte und zu dem Zeitpunkt, ab dem es halbwegs spannend wurde, komplett ausgelutscht war. Da konnten diverse Anspielungen auf die Zukunft des restlichen Legends-Bereiches, wie zum Beispiel Das dunkle Imperium und Lukes Beziehung zu Mara Jade, sowie der Unterbringung von Klonkriegern in der imperialen Armee lediglich ein Grinsen auf mein Gesicht bringen, mich jedoch nicht davon überzeugen, dass dies hier ein gelungener Roman ist. Es geht unglaublich viel Potential verloren und daher kann ich leider nur zwei von fünf Holocrons geben, obwohl ich mir wünschen würde, dass es mehr wären.

Bewertung: 2 von 5 Holocrons
Bewertung: 2 von 5 Holocrons

2 Kommentare

  1. Es ist zwar schon etwas her mit der Lektüre, aber mir gefiel dieses Buch damals sehr gut und ich würde es wohl im 3,5 – 4 Holocron-Bereich ansiedeln. Der Anfang hat etwas gebraucht, um Fahrt aufzunehmen, aber danach hatte ich das Buch doch sehr genossen.
    Auch war ist das eine nette Erklärung für Luke’s Aussage in der Thrawn-Trilogie, dass er seinen Offiziersposten abgetreten hat.

  2. Ich denke, diese Rezension ist zu hart. Das Buch ist meines Erachtens fantastisch. Man muss aber auch verstehen, was Stover mit dem Buch erreichen wollte. Er wollte einen Roman schreiben, angelehnt an die Star-Wars-Romane, die vor Erben des Imperiums erschienen waren, also „Die neuen Abenteuer des Luke Skywalker“ sowie die Lando-Calrissian- und die Han-Solo-Trilogie. Ich finde, es liest sich wirklich wie eines davon. Deshalb wirkt der Schreibstil vielleicht auf manche Seele komisch oder „am Anfang nicht in Fahrt“. Irgendwann im Verlauf des Buches hat man sich daran gewöhnt und fiebert mit, deshalb der scheinbare rapide Anstieg der Spannung.
    zwei Holocrons = zu wenig

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