Rezension: Star Wars Comic-Kollektion, Band 92: Legacy II: Zwischen den Welten

Zwischen den Welten ist der erste Teil der Fortsetzung der erfolgreichen Legacy-Comicreihe und erschien in den USA in fünf Teilen, beginnend am 20. März 2013. Die Handlung stammt von Corinna Bechko und Gabriel Hardman, der zudem auch für die Illustration verantwortlich war. Das Coverart lieferte dagegen Dave Wilkins. In Deutschland veröffentlichte Panini den Comic gesammelt am 18. Februar 2014 mit Sonderband #78.

Ich habe den Comic schon 2013 gelesen, damals allerdings auf Englisch, da ich auf eine Fortsetzung von Legacy gewartet hatte. Wie würde es mit den Resten der Sith weitergehen? Würden wir vielleicht eine Rückkehr von Darth Nihl erleben oder weitere Abenteuer von Cade Skywalker? Und wie erging es den galaktischen Fraktionen? Nicht alle dieser Fragen beantwortet Zwischen den Welten. Manche brauchen selbstverständlich keine Antwort, andere dagegen sind mir in unverständlicher Weise geradzu abgekanzelt. Von Cade Skywalker keine Spur, dafür lernen wir Ania Solo kennen, eine Schrottsammlerin, die gemeinsam mit ihrem Freund Sauk – einem Mon Calamari-Flüchtling – einen Schrottplatz auf dem Mond von Carreras Minor unterhält. Soweit so gut, denn Cades Geschichte war zu Genüge mit Legacy erzählt und Ania bringt frischen Wind in die Galaxis.

Auf galaktischer Ebene haben sich der Jedi-Rat, das Fel-Imperium und die Gallaktische Allianz zu einem Triumvirat zusammengeschlossen an deren Spitze die Galaktische Imperatorin Marasiah Fel steht. Die Hintergrundhandlung stellt uns den Aufbau eines galaxisweiten Kommunikationsnetzes vor, der Kommunikationen durch die Galaxis schneller machen soll. Die Sith dagegen sind im Untergrund zerstreut und der Imperiale Ritter Yalta Val begegnet einem gewissen Darth Wredd, der in üblicher Sith-Manier erstmal seinen eigenen Meister tötet und dann Val gefangen hält, während er dessen Identität annimmt. Keine Spur also von irgendwelchen bekannten Sith aus der vorigen Legacy-Reihe. Darth Wredds Meister bekommt auch nicht mal einen Namen verliehen. Darth Wredd hat augenscheinlich genug von Krayts System und will stattdessen wieder die Regel der Zwei einführen und daher die übrigen überlebenden Sith töten. Ich muss gestehen ich war schon enttäuscht, dass wir keinen der überlebenden Sith aus der vorigen Reihe überhaupt erwähnt sehen. Umso mehr, da wir mit Wredd einen sehr blassen Bösewicht vorgesetzt bekommen, der teilweise einfach recht dümmlich handelt, wenn man seine großspurigen Pläne bedenkt.

Der Comic springt von Schauplatz zu Schauplatz und packt auf 124 Seiten eine Handlung hinein, die ich normalerweise auf zwei oder sogar drei Comics verteilt hätte. Eine Flut an neuen Charakteren wird uns präsentiert, allen voran natürlich Ania Solo, Sauk und der mitfühlende Attentäter-Droide AG-37. Die wenigen bekannten Figuren sind im Hintergrund vertreten durch Gar Stazi, Marasiah Fel und Antares Draco unter anderem. Diese verschiedenen Charaktere und Handlungsstränge verknüpfen sich im Carreras-System, wo Darth Wredd den Imperialen Ritter Val abgeschossen hat und Ania Solo ihren Schrottplatz unterhält. Mit Jao Assam haben wir dann unseren obligatorischen männlichen Hauptcharakter, der seinen Kollegen Val sucht und dabei auf Ania trifft, die herausgefunden hat, dass Darth Wredd sich als Val ausgibt. Nach einem hastigen Hin und Her der Handlung wird Wredd enthüllt, kann aber fliehen und unsere Helden Ania, Jao, Sauk, AG-37 und sogar Yalta Val haben allesamt überlebt. Selbstverständlich ist dies nur der Auftakt der Reihe, weshalb man sich die Charaktere auch noch aufheben muss.

Ich muss sagen, auch nach dem neuerlichen Lesen bin ich von Zwischen den Welten einfach nicht begeistert genug. Der Handlung merkt man an, dass die Reihe auf weitaus weniger Bände veranschlagt war, als die erste Legacy-Reihe. Einerseits freue ich mich, dass wir neue Charaktere kennenlernen, denn Anias Crew gefällt mir wirklich. Sauk und AG-37 sind interessante Nebencharaktere, von denen ich gerne mehr wissen würde. Leider bleiben Jao Assam und Yalta Val für mich recht blass sowohl handlungstechnisch als auch in ihrer Charakterentwicklung. Val kann ich zugute halten, dass der den Großteil des Comics in Gefangenschaft verbringt und einfach nicht viel tun kann. Um nun doch mal auf Ania selbst zu kommen, so bin ich bei ihr recht zwiegespalten. Über zwei Drittel der Geschichte wird sie uns als willensstarke und auch halsbrecherische Figur präsentiert, der eigentlich kein Wagnis zu groß erscheint. Am Ende braucht sie dann aber den deutlichen Anschub von AG-37, um sich Darth Wredd zu stellen. Ich hätte durchaus nachvollziehen können, dass Ania an sich zweifelt, insbesondere da ihre Freunde verwundet oder beschädigt sind. Aber der Comic liefert uns ja einen ganz anderen dubioseren Grund. Da Ania wohl wegen ihres Daseins als Schrottsammlerin an sich zweifelt, liefert AG-37 die schöne Botschaft, dass Han Solo auch kein Adliger war und man ja nicht adlig sein muss, um großes zu vollbringen. Der Moment wirkt zwar ganz nett, aber hat mich doch etwas stutzig gemacht. Denn Ania hatte davor auch keinerlei Probleme mit ihren Wagnissen, die in irgendeiner Weise mit Adligkeit zu tun hätten. Ich frage mich auch, warum man die Aufopferungsbereitschaft und die Freundschaft zu ihren Gefährten dann unter den Scheffel der Abstammung stellen muss.

Fazit

Insgesamt war Zwischen den Welten für mich eine an sich noch solide Geschichte, bei der mir aber weder der Bösewicht Wredd, noch die Imperialen Ritter sonderlich viel Freude oder Spannung bereiteten. Ania und ihre Crew (auch wenn AG-37 ja erst später sozusagen Teil davon wird) gefallen mir hier am ehesten und hätte man diesen unnötigen Plot Device mit Adel und Abstammung weggelassen, hätte mir auch der Schlussteil des Comics wesentlich besser gefallen. Ich warte noch auf den Folgeband von Zwischen den Welten und hoffe, dass mir darin vielleicht auch noch Jao Assam und Yalta Val mehr ans Herz wachsen werden. Ich sehe damit dem Folgecomic nicht wirklich fiebernd aber zumindest optimistisch entgegen. Zwischen den Welten würde ich gute 3 von 5 Holocrons geben. Unter anderem übrigens weil ich leider mit den Illustrationen relativ wenig anfangen konnte. Auch hier sind am ehesten noch Sauk, AG-37 und Ania gut weggekommen, ansonten kann ich mich mit Gabriel Hardmans Illustrationen leider wenig anfreunden.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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