Rezension: Jedi: Fallen Order: Der dunkle Tempel von Matthew Rosenberg

Heute erscheint bei Panini im Rahmen der Sonderbandreihe Jedi: Fallen Order: Der dunkle Tempel. Er enthält dabei alle fünf US-Einzelheftveröffentlichungungen von Jedi: Fallen Order: Dark Temple, welche im letzten Quartal 2019 bei Marvel veröffentlicht wurden. Der Comic ist dabei gleichzeitig die Vorgeschichte zur Handlung aus dem Videospiel Jedi: Fallen Order.

Die Geschichte des Comics stammt von Autor Matthew Rosenberg und wurde von Paolo Villanelli (Zeichner), Ruairí Coleman (Zeichner) und Arif Prianto (Kolorist) illustriert. Übersetzt wurden die 116 Seiten des Comics von Philipp Keil.

Wie aus der Reihe gewohnt erscheint der Sonderband sowohl als Soft- als auch als limitiertes Hardcover:

Panini liefert folgende Inhaltsangabe zum Sonderband:

Der Comic zum Spiel Star Wars Jedi: Fallen Order bringt die Vorgeschichte zur Third-Person Action, worin sich zwei Jedi auf einer gefährlichen Mission in einem legendären Kampf auf Leben und Tod wiederfinden. Die Geschichte setzt kurz nach Die Rache der Sith ein. Von Matthew Rosenberg geschrieben (Uncanny X-Men und Der Punisher) und illustriert von Paolo Villanelli (Vader: Dark Visions) verspricht der Band spannende Zusatzinfos und einen nahtlosen Anschluss zum Spiel.

Wie bereits erwähnt, liefert Der dunkle Tempel die Vorgeschichte zum Videospiel Jedi: Fallen Order. Die Inquisitorin Zweite Schwester befindet sich auf dem Planeten Ontotho und untersucht dort einen mysteriösen Tempel. Dieser Teil des Comics spielt parallel zu Teilen der Handlung des Videospiels 14 VSY. Unterbrochen wird diese eigentliche Nebenhandlungsbogen von Rückblenden jahrzehnte Früher, welche die eigentliche Geschichte des Comics erzählen und die ebenfalls auf Ontotho spielt und sich um eben jenen mysteriösen Tempel dreht. Im Mittelpunkt stehen dabei die Padawan Cere Junda und ihr Jedi-Meister Eno Cordova. Spielern dürften beide Namen auf Anhieb bekannt vorkommen, für die anderen ein kurzer Ausblick auf des Spiel: im Spiel spielt man den Padawan Cal Kestis, der schon zu Beginn von Cere gerettet wird und die fortan als seine Mentorin fungiert. Und auch ihrem ehemaligen Meister begegnet man im Spiel in Form von Hologrammen, welche einen auf der Suche nach Orten, an denen die Macht stark ist, durch die Spielwelt jagt.

Cere und ihr Meister wurden vom Rat der Jedi nach Ontotho geschickt um die Ausgrabung des titelgebenden Tempels zu beaufsichtigen, geraten dabei allerdings in den Konflikt zwischen den Einheimischen Fylari / Neralli, und den lokalen Sicherheitskräften / Dylanto Daa.

Als Vorgeschichte funktioniert dieser Comic meiner Meinung nach nur, nachdem man das Spiel durchgespielt hat oder ganz konkret vor hat, nach dem Comic direkt damit zu starten. Denn so für sich allein stehen lässt die Geschichte den Leser mit vielen Fragen zurück. Ist man allerdings mit den Zeffo vertraut und weiß, dass Meister Cordova bis zu seinem Tod auf der Suche nach weiteren Tempeln der Zeffo war, dann liefert diese Geschichte wahrhaftig eine Vorgeschichte, nämlich zu den Figuren darin, weniger zum Spiel selbst. Es sollte also niemand erwarten mehr über Cal darin zu erfahren, der kommt hier nämlich gar nicht vor.

Mir hat es allerdings gefallen, das Meister-Schüler-Gespann Cere und Cordova bei einer Mission zu begleiten. Die Mission selbst fand ich allerdings recht merkwürdig. Generell die ganze Handlung hat mich immer wieder die Augenbrauen hochziehen lassen. So ist Cere eine unverwund- und unbesiegbare Jedi – wären nur alle Jedi wie sie gewesen, Order 66 hätte keinen Erfolg gehabt. Ihr Meister und seine Aktionen haben mir auch das ein oder andere Fragezeichen ins Gesicht geschrieben, schlussendlich aber funktionieren sie gut als Ausgangsmaterial und zur Entwicklung hin zu den Charakteren, wie wir sie dann Jahre später in Jedi: Fallen Order kennen lernen. Problematisch fand ich hingegen dann den Super-Gau im Finale, als weitere Jedi in den Konflikt eingreifen, darunter auch Mace Windu, im Hintergrund Senatswachen als Soldaten der Republik eingesetzt werden und am Himmel Consular-Klasse Raumkreuzer (bekannt aus Episode I) für Ordnung sorgen und schlussendlich auch auf den Tempel feuern, woraufhin dieser zerstört wird. Ganz davon abgesehen, dass diese Schiffe eigentlich zu dem Zeitpunkt keine Bewaffnung besitzen sollten, zeigt sich hier ganz schlechtes Schreiben. Der Autor brauchte eine Armee für die Republik und nutze einfach, was es schon gab, ob es nun Sinn macht oder eben nicht – wie in diesem Fall leider.

Wo die Handlung versagt, da rückt die Illustration mehr denn je in den Vordergrund. Und ich bin froh, dass wenigstens die hier stimmt. Schlussendlich waren es die Zeichnungen und ihre Kolorierung welche mich den Comic dann doch relativ zügig durchlesen ließen, denn diese sind sehr ansehnlich! Der Comic besteht zwar gefühlt zu 90% aus Kampfszenen, aber diese sind durchweg super inszeniert und transportieren grandios die Action und Dynamik vom Papier auf den Leser. Auch die Umgebung ist gekonnt umgesetzt und baut eine gute Atmosphäre auf.

Als Verknüpfung mit dem Kanon sehe ich die Verwendung der Figur Moroff, welche ihren ersten Auftritt in Rogue One: A Star Wars Story hat. Ob es sich auch wirklich um Moroff handelt kann man nicht sagen, aber zumindest handelt es sich um die gleiche Spezies.

Fazit

In meinen Augen stellt der Jedi: Fallen Order: Der dunkle Tempel nur eine Ergänzung zum Spiel Jedi: Fallen Order da und liefert so etwas wie eine Vorgeschichte zu Figuren aus dem Spiel – aber keines Falls zum Spiel selbst. Dafür wird einfach nichts über den titelgebenden Tempel erzählt, er ist davor und danach ein Mysterium. Die Handlung funktioniert für sich alleine genommen nicht, macht keinen Spaß und leider stellenweise auch keinen Sinn. Dafür haben mich die Zeichnungen und die Farben begeistert, weshalb ich dem Comic doch zwei Holocrons gebe!

Bewertung: 2 von 5 Holocrons
Bewertung: 2 von 5 Holocrons

Vielen Dank an Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

6 Kommentare

  1. Ich werde mir den Comic aufjedenfall auch holen. Ich liebe SW Jedi Fallen Order und hoffe trotz der nicht sehr vielversprechenden Story einiges an Vorgeschichte zu dern Figuren zu bekommen. Ich werde anschließend meine Meinung zu dem Comic hier in die Kommentare schreiben. 🙂

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