Rezension: The Mandalorian 1×04: „Kapitel 4: Die Zuflucht“

Nach der aufwühlenden dritten Folge der ersten Staffel von The Mandalorian finden er und das Kind heute eine Zuflucht auf dem wunderschönen Planeten Sorgan. Doch auch dort sind Sorgen nicht weit!

Wie auch bei den bisherigen Rezensionen stammt diese Rezension aus der gemeinsamen Tastatur von Janina und Tobias. Ziel soll es sein, möglichst viele Aspekte der jeweiligen Folge zu beachten, um einen umfassenden Blick auf die erste Live-Action-Serie im Star Wars-Universum zu werfen.

Wie auch bei den vorherigen Rezensionen gilt, dass diese Rezension nur Spoiler bis zur aktuell rezensierten Episode beinhalten wird. Das bedeutet, dass ihr – sofern Folge vier schon über eure Bildschirme gelaufen ist – ohne Angst vor Spoilern der kommenden Folgen, die aufgrund der Veröffentlichung in den USA schon im Netz kursieren könnten, weiterlesen könnt.

Veröffentlichung DEVeröffentlichung USARegieAutor
3. April 202029. November 2019 Bryce Dallas Howard Jon Favreau

Nach ihrer erfolgreichen Flucht von Nevarro suchen der Mandalorianer und das Kind einen Platz, um sich vor ihren Verfolgern zu verstecken. Auf dem Planeten Sorgan finden sie nicht nur einen Unterschlupf, sondern auch eine neue Verbündete. Doch auch auf diesem vermeintlich friedlichen Planeten gibt es für das Trio genug zu tun...

Zum Inhalt

Ich will meinen Spotchka!!

Diese Folge beginnt ungewohnt, geradezu idyllisch in einem kleinen ländlichen Dorf, einer Krillfarm. Nachdem wir das geradezu dreckige Nevarro und sandige Alvara-7 kennengelernt haben, dürfen wir jetzt also auch mal einen grüneren Planeten besuchen. Die Idylle währt jedoch nicht lange, denn eine Bande von Klatooinianern überfällt das Dorf, richtet einiges an Verwüstung an und nimmt dann auch noch einen Großteil der Ernte mit. Damit wird uns sofort eine Prämisse gegeben, denn als Zuschauer erwarten wir jetzt, dass dieses Dorf in unmittelbarer Zukunft eine Rolle spielen wird.

Nach diesem ungewöhnlichen Einstieg, in dem wir erstmals nicht den Mando oder das Kind vor der Logo-Einblendung gesehen haben, begleiten wir diese beiden weiterhin an Bord der Razor Crest auf der Suche nach einem sicheren Unterschlupf. Dabei wird deutlich, dass das Kind jetzt – wohl auch in Ermangelung einer Aufbewahrungsmöglichkeit – auf dem Kontrollpanel des Mandalorianers stehen darf und es sich dabei natürlich nicht nehmen lässt, die Schaltervielfalt um es herum etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Während dieser Entdeckungsreise des Kindes, schaut es nach jedem betätigten Schalter zum Mando, um abzuschätzen, ob er es mitbekommen hat oder nicht. Erst als er das Schiff durch einen Knopfdruck zum Beben (und in unzähligen Memes zum Klingen) bringt, nimmt der Mando es auf seinen Schoß und nennt es liebevoll Wompratte. Wir wissen natürlich nicht, wie viel Zeit seit der Flucht von Nevarro verstrichen ist, aber es wird deutlich, dass sich beide wirklich als „Vater“ und „Sohn“ verstehen, wie wir es am Ende der letzten Rezension auch bezeichnet haben. Der Mandalorianer versucht, das Kind zu erziehen, und dieses testet die Grenzen aus.

Hier gibt es nichts zu sehen!

Als beide dann einen Planeten gefunden haben und auf der grünen Welt Sorgan gelandet sind, fordert der Mando das Kind auf, im Schiff zu bleiben, woraufhin es eine Szene später trotzdem neben ihm steht. Diese subtile Komik, gepaart mit dem überraschend glaubwürdigen Duo aus Mando und Kind sowie der übertriebenen Niedlichkeit der Puppe, sind klare Stärken dieser Folge!

Nachdem beide in einem Lokal nahe dem Landeplatz angekommen sind, erblickt der Mandalorianer direkt eine kriegerisch anmutende Frau, wodurch auch gleich dem Zuschauer suggeriert werden soll, dass diese noch eine wichtigere Rolle einnehmen wird. Als diese Frau dann direkt nach der Suppenbestellung des Kindes wieder verschwindet, begibt sich der Mando – aus Angst vor Verfolgern – auf die Suche nach ihr und lässt das Kind mit seiner Suppe in der Obhut der Kellnerin. Es folgt, wie so oft in dieser Galaxis, eine Schlägerei zwischen Cara Dune (gespielt von Gina Carano) und dem Mando, in welcher beide überraschend ebenbürtig dargestellt werden. Als sie sich gegenseitig mit den Blastern bedrohen, unterbricht in einer weiteren komikhaften Szene ein „Schlürf-Geräusch“ die Kombattanten, wohinter sich das Kind mit seiner Suppenschüssel verbirgt.

Die daraufhin folgende Unterhaltung erklärt uns auch, wieso beide zunächst provisorisch zur Gewalt griffen, da der Mando natürlich Angst vor Verfolgern aus der Kopfgeldgilde hat und Cara fürchtet, von der Neuen Republik gejagt zu werden. Diese war nämlich Rebellensoldatin und hat nach dem Bürgerkrieg keinen Platz in dieser Neuen Republik finden können. Mit Cara erhalten wir also einen interessanten Blick auf all jene, für die der Krieg schon so zum Lebensmittelpunkt geworden ist, dass sie sich ein Leben ohne diesen gar nicht vorstellen konnten. Viel mehr erfahren wir über ihre Beweggründe aber noch nicht und auch hier müssen wir wohl die Augen und Ohren in den kommenden Folgen offen halten. Als Cara dann sagt, dass es nicht genug Platz für beide auf den Planeten gebe, stellt der Mando gegenüber dem Kind fest, dass der Planet wohl vergeben sei. Diese Interaktion gefällt mir sehr gut. Das Kind wird nicht als „Asset“ nur neben dem Mando platziert, sondern auch in eine Konversation mit ihm eingebunden, auch wenn es sich eher nonverbal auszudrücken vermag.

(Fast) alle sind von dem Kind begeistert (2.v.r.)

Als der Mando sich also bereit macht, wieder aufzubrechen, kommen zwei Farmer auf ihn zu und wollen ihn für die Verteidigung ihres Dorfes rekrutieren. Caben (gespielt vom indischen Comedian Asif Ali) und Stoke (gespielt vom amerikanischen Comedian Eugene Cordero) treten dabei indirekt mit einem Angebot an den Mando heran, das er nicht ablehnen kann. Als diese nämlich beiläufig erwähnen, quasi im Nirgendwo zu wohnen, willigt er in ihre Anfrage ein und rekrutiert dabei auch noch Cara, da er mittlerweile weiß, dass Kämpfen ihren Lebensmittelpunkt darstellt. Bevor sie jedoch in dem Dorf aus der Anfangssequenz eintreffen, werden wir noch Zeuge davon, wie der Mando und Cara in die Sterne schauen und das Kind es seinem Wohltäter gleichtut. Auch hier wird also die Beziehung wieder etwas weiter ausgebaut, da das Kind beginnt, Verhaltensweisen zu imitieren, wie es auch bei echten Eltern-Kind-Beziehungen der Fall ist.

Dass das Dorfleben für das Kind eigentlich eine optimale Umgebung wäre, wird uns auch in den nächsten Minuten demonstriert. So werden unsere Protagonisten gleich mal von den Kindern in Empfang genommen, die Baby Yoda auch sofort in ihre Gruppe einschließen und mit ihm zusammen spielen. Bereits hier wird dem Mandalorianer deutlich gemacht, dass sein Schützling hier womöglich eine angenehmere Zukunft hätte. Mit Omera und ihrer Tochter Winta lernen wir auch noch zwei Dorfbewohner ein bisschen näher kennen, wobei hier der Dialog zwischen dem Mando und Omera an einigen Stellen etwas erzwungen klingt. Vielleicht war es auch so gewollt, dass die Atmosphäre zwischen ihnen in der Folge immer etwas unbeholfen wirkt, weil der Mandalorianer ja auch nicht der Gesellschaftsmensch schlechthin ist?

Dafür erhalten wir im Folgenden eine wunderbar inszenierte Auskundschaftung durch den Mandalorianer und Cara. Denn tatsächlich wartet man nicht einfach auf seinen Gegner, sondern schaut erstmal, mit was man es eigentlich zu tun hat. Deswegen entdecken die beiden auch die „Fußstapfen“ eines AT-STs. Wenn man an Episode VI zurückdenkt, mag man von den aufgeschreckten Hühnchen – wie sie damals den Anschein machten – nicht viel erwarten. Doch Cara macht uns Zuschauern schnell klar, dass diese gepanzerten Walker weitaus gefährlicher und sie dem nicht gewachsen sind. In einer sehr amüsanten Szene versuchen der Mando und Cara, das den Dorfbewohnern klar zu machen, und bitten diese einfach mal, hurtig ihr Dorf zu verlegen. Dabei wird schnell deutlich, weder der Mando noch Cara sind gute Rhetoriker. Doch verständlicherweise wollen die Dorfbewohner ihre seit Generationen gesäten Krillteiche nicht einfach aufgeben und erklären sich bereit, mitzukämpfen.

David gegen Goliath

Wer sich noch an die The Clone Wars-Folge Kopfgeldjäger erinnert, wird bereits die ersten Parallelen zu dieser Folge bemerkt haben. Und spätestens mit dem Trainieren der Dorfbewohner dürfte die offensichtliche Hommage an Akira Kurosawas Sieben Samurai deutlich geworden sein. Ein Dorf von Farmern, die immer wieder von Räubern heimgesucht und um ihre Ernte gebracht werden und daher die Hilfe von einigen Fremden benötigen, um ihr Dorf zu retten. Dass Kurosawas Werke Star Wars maßgeblich beeinflusst haben, ist inzwischen schon weithin bekannt und man kann sich natürlich an dieser Stelle fragen, ob eine erneute Wiederholung des Sieben-Samurai-Themas nötig war. Doch die Hommage an Kurosawa gibt der Folge hier lediglich eine Basis, um die Entwicklung einiger Charaktere voranzutreiben. An vorderster Stelle steht hier natürlich der Mandalorianer, der anfangs zwar aus eigenem Nutzen, aber dann doch auch aus Empathie das Dorf verteidigt. Doch auch dem Kind wird hier genügend Zeit eingeräumt, um eine andere Welt kennenzulernen. Wir Zuschauer dürfen uns auch fragen, was wäre nun besser? Das Dorf sich selbst überlassen, um das Kind nicht zu gefährden? Oder das Dorf schützen und das Kind hierlassen? Der Mandalorianer und Cara entscheiden sich dafür, die Dorfbewohner zu trainieren, und entwickeln einen Plan, um dem AT-ST beizukommen. Der soll nämlich in einen der Tümpel gelockt werden, den man zuvor tiefer aushebt, damit der AT-ST stecken bleibt und umfällt. Gleichzeitig werden Barrikaden gebaut, um den Walker daran zu hindern, einfach ins Dorf zu marschieren, und um ein bisschen Feuerschutz zu haben.

Verständlicherweise wartet man dann auch nicht einfach darauf, dass die Banditen mal wieder Lust und Laune haben, das Dorf zu überfallen, sondern lockt sie an, indem Cara und der Mando deren Lager nachts überfallen. Die Kampfszenen zwischen den Klatooinianern und unseren beiden Helden sind dabei auch sehr stimmig choreografiert, man hat also nicht das Gefühl, dass die beiden für den Job überqualifiziert sind. Im Gegenteil, spätestens als sich der AT-ST mit rot leuchtenden Fenstern aus dem Dickicht erhebt, steigt das Gefahrenpotenzial in die Höhe. Und in der folgenden Verfolgungsjagd wirkt das erste Mal für uns ein AT-ST auch wirklich bedrohlich. Eine ganz tolle Kameraeinstellung, die leider nur kurz über den Bildschirm huschte, ist der Moment, wenn der AT-ST dann in voller Größe aus dem Wald vor dem Dorf auftaucht. Dabei wird man sich auch erst einmal der tatsächlichen Größe des Walkers im Vergleich zu dem Dorf bewusst. Wer jetzt erwartet, dass sich der AT-ST ruckzuck in den Krilltümpel locken lässt, wird – zum Glück – enttäuscht. Denn der Fahrer tappt nicht in die vorbereitete Falle, sodass ein Plan B her muss. Cara leiht sich daher die Waffe des Mandos und versucht den Walker aus einem anderen Tümpel anzustacheln, damit er näherkommt. Mittlerweile ist auch ein richtiges Getümmel zwischen den Dorfbewohnern und den Räubern entstanden. Erst als es Cara tatsächlich gelingt, den AT-ST in den Tümpel zu locken, und er dadurch umkippt, wendet sich das Blatt für die Dorfbewohner. Ausgerechnet Caban und Stoke, die sich vorher eher als Comic-Relief ausgezeichnet haben, nutzen die Gunst der Stunde und eliminieren den Anführer der Räuber. Der hat sich nämlich durch den Fall des Walkers ablenken lassen. Die Klatooinianer sind damit geschlagen und der Rest von ihnen flüchtet, während die Dorfbewohner sich verdientermaßen feiern.

Runter mit dem Helm und ran an die Witwe!

In der nächsten Szene sind wir dann schon ein paar Wochen weiter, wie uns schnell klargemacht wird, und Cara stellt endlich die Frage, die uns Zuschauern schon die ganze Zeit auf den Lippen brennt: Was passiert, wenn der Mandalorianer seinen Helm abnimmt? Die Antwort ist verblüffend wie auch einfach, denn er darf ihn nicht mehr wieder aufsetzen. Caras Reaktion darauf ist lustig und verständlich, denn sie zeigt dafür so ziemlich gar kein Verständnis. Im Gegenteil, sie stachelt den Mando dazu an, dass er hier doch ein friedliches Leben für sich und sein Kind haben könnte. Und als Bonus gibt’s dazu noch eine Witwe, die bereits ihr Interesse bekundet hat. Passend dazu wird uns sein spielender Schützling mit den anderen Kindern gezeigt, die sich auf Froschjagd befinden. Wie wir schon aus der zweiten Folge wissen, ist das Kind sehr gut darin und steckt sich auch prompt den gefangenen Frosch in den Mund, nur um ihn wieder auszuspucken, als die anderen Kinder geekelt reagieren. Allerdings weiß der Mandalorianer auch, dass ihre Verteidigung des Dorfes auf einem so spärlich besiedelten Planeten für Aufsehen gesorgt haben dürfte, und will deshalb abreisen. Uns beiden war hier nicht so ganz klar, warum er dann vorschlägt, dass das Kind doch hierbleiben soll, weil es ihm hier gut geht. Ein Logikfehler unserer Meinung nach, denn das Kind wäre damit doch trotzdem noch in Gefahr. Das wird uns auch gleich darauf verdeutlicht, denn durch den Wald nähert sich bereits ein Kubaz mit einem piependen Peilsender.

Eine ganz starke Szene ist dann aber das Gespräch zwischen Omera und dem Mando, in dem sie ihm ebenfalls anbietet, mit dem Kind hierzubleiben. Obwohl Pedro Pascal ja nie unter dem Helm zu sehen ist, können wir seine Emotionen genau mitverfolgen. Seine Stimme bricht schon, als er zugibt, dass das Leben im Dorf wohl schön sein könnte, und man merkt deutlich, dass ein Teil von ihm sicher gerne bleiben würde. In guter dramaturgischer Manier will Omera ihm dann den Helm abnehmen, doch er selbst hält sie noch davon ab und lehnt dankend ab zu bleiben. In dem Moment erklingt ein Schuss, denn der Kubaz hat zuvor bereits erst den Mando und dann das Kind im Visier gehabt. Glücklicherweise hat es aber keinen von beiden erwischt, sondern den Kubaz, weil Cara aufgepasst und den Kopfgeldjäger erschossen hat. Das macht dann auch dem Mando klar, dass das Kind hier nicht mehr sicher ist – Überraschung?! – und er verabschiedet sich in der folgenden Szene mit dem Kind von allen. Hier wirken der Mando und besonders das Kind dann doch bedrückt, jetzt wo es keine Spielgefährten mehr hat. Leider verabschieden wir uns in dieser Folge dann auch schon wieder von Cara. Es bleibt zu hoffen, dass wir sie wiedersehen, denn Cara ist ein ganz sympathischer Charakter, über den wir gerne mehr erfahren würden.

Anmerkungen

Einmal mehr wollen wir in dieser Folge auf die Darstellung des Kindes zu sprechen kommen und wie die Beziehung zwischen ihm und dem Mando sich weiterentwickelt. Im Vergleich zu den vorigen Episoden spricht der Mandalorianer jetzt nämlich schon viel mehr mit dem Kind. Ob er es anfangs scherzhaft eine Wompratte nennt oder ihm Anweisungen erteilt, die der Kleine natürlich nach bestem Wissen und Gewissen ignoriert. Wir erleben so geradezu mit, wie sich die Beziehung der beiden vertieft, und auch Fremden fällt das sogleich auf. Sowohl Omera als auch Cara sprechen den Mandalorianer darauf an, dass er dem Kleinen das Herz brechen wird, wenn er ihn zurücklässt und die Antwort des Mandos bzw. sein Tonfall macht schnell deutlich, dass das auf Gegenseitigkeit beruht. Apropos, nicht nur der Mando hat das Kind schon schnell ins Herz geschlossen, für uns Zuschauer trifft das natürlich auch zu. Oben haben wir schon die Memes angesprochen, die unsere kleine Wompratte verursacht hat, doch sogar Songs wurden ihm schon gewidmet. So haben Isaac K. Lee und Jason Gallagher aka Ice2Ice auf ihrem Youtube-Kanal The Ringer den Song Dear Theodosia aus dem Hit-Musical Hamilton als Dear Baby Yoda: A Love Song umgeschrieben. Hört es euch an, doch seid gewarnt: es hat definitiv Ohrwurmpotenzial!

Allgemein gefällt uns die Idee, dass die beiden Hauptfiguren nun verschiedenste Abenteuer erleben und gleichzeitig die Verfolgung durch die Kopfgeldjäger als drohende Gefahr bestehen bleibt. Es erinnert ein bisschen an einige ältere Fernsehserien, in denen anfangs ein “Fall der Woche” die Handlung bestimmt, bis sich ein roter Faden langsam herausbildet und die Staffel übernimmt. Das einzige Risiko, das wir für den Spannungsbogen dabei sehen, ist, dass wir zwar spannende Personen kennenlernen, diese aber am Ende einer Folge bereits wieder Geschichte für die beiden sind. Der Vorteil einer Serie soll ja gerade darin bestehen, eine Geschichte über längere Zeit zu erzählen, als es ein Film zulassen würde. Wenn wir dabei aber trotzdem nur Folgen erhalten, die zwar interessante Geschichten erzählen, aber den roten Faden nur ans Ende und an den Anfang anheften, dann könnte sich die Handlung unnötig gestreckt anfühlen. Da wir in dieser Folge allerdings erstmals das Kind und den Mando auf ihrer Flucht begleiten, wiegt diese Angst aktuell noch nicht so schwer, gleichwohl sie aber schon existiert.

Design und VFX

Arvala-7 vs. Sorgan vs. Nevarro

Heute soll für uns in diesem Abschnitt das Worldbuilding im Fokus stehen. Innerhalb der letzten vier Folgen haben wir einen guten Blick nicht nur auf die Kulissen, sondern vor allem auf die Planeten erhalten können. Während wir zu Beginn der ersten Folge einen Schneeplaneten besuchen durften, verschlug es den Mando dann gleich noch auf zwei weitere Planeten: Nevarro und Arvala-7. Mit Sorgan mischt sich der vierte Planet in dieses Repertoire und wartet auch mit einer wieder ganz anderen Vegetation auf. Der Beginn dieser Folge hat uns ob der Idylle fast an die Szene erinnert, in der zu Beginn einer Game of Thrones-Folge eine Septe gebaut wird. So unüblich fühlte sich dieser Einstieg an und dazu trägt sowohl das Design als auch die Musik auf diesem Planeten ungemein bei. Allgemein haben alle Planeten bisher eine explizite Erscheinungsform, die sie direkt erkennbar und damit auch unterscheidbar macht. Arvala-7 beispielsweise ist zu bergig für Tatooine, Sorgans Bäume sind zu klein, um Endor darstellen zu können und auf Nevarro fließen keine gigantischen Lavaflüsse wie auf Mustafar. Gleichzeitig strahlt Sorgan schon im Anflug das Wort „Zuflucht“ aus, während die graue, lavadurchzogene Oberfläche von Nevarro nur wie ein ruchloser Schmugglerplanet wirken kann. Wie brilliant die Musik den Charakter von Sorgan einfängt, soll an folgendem Beispiel klar werden, welches zu Beginn der Folge ertönt:

Cameos und Easter Eggs

Auch in dieser Folge treffen wir eine Reihe alter Bekannter in Sachen Aliens und Kreaturen, darunter eine Lothkatze, die wir schon aus der Animationsserie Rebels kennen und der man allerdings ihr CGI stark ansieht. Ein Kubaz darf hier einmal selbst in Aktion treten und dabei fiel uns einer seiner Vertreter schon in Episode IV unangenehm auf. Bei den klatooinianischen Banditen, die das Dorf überfallen, handelt es sich um eine Spezies, die in Episode VI noch als einige von Jabbas Schergen auftraten. Wie oben schon erwähnt, werden unsere beiden liebevollen Dorfdeppen von zwei Comedians gespielt, die auch für einige Lacher sorgen. Ein Cameo, den man nur aus den Credits erfährt, ist der Neuseeländer Sala Baker, der den Anführer der Klatoonianer spielt. Vielleicht kennt ihr ihn noch als Darsteller von Sauron in der Herr-der-Ringe-Verfilmung. Zu guter Letzt sind auch die Krill – die kleinen blauen Fische – keine Neuheit per se. Sie wurden bereits in den Legends im Videospiel Galactic Battlegrounds vorgestellt.

Fazit

Die mit der vierten Folge beginnende Suche nach Zuflucht der beiden Hauptcharaktere wird von Howard sehr gut inszeniert. Trotz der scheinbar geringen Relevanz dient diese Folge dazu, dem Mando mehr Persönlichkeit zu geben und ein Verhältnis zu anderen Figuren aufzubauen, die nicht in der Kopfgeldjägergilde oder selbst Mandalorianer sind. Nebenher erzählt uns dieses Kapitel eine durchaus unterhaltsame Geschichte, die aber an einigen Punkten kleinere Logikfehler aufweist, um die Folge unter anderem mit einem (vermeidbaren) Knall enden lassen zu können.

Schon gespannt auf die Anzahl der Holocrons ich bin!
Bewertung: 4 von 5 Holocrons
Bewertung: 4 von 5 Holocrons

Wir danken Disney für den frühzeitigen Zugang zu dieser Folge.

Ein Kommentar

  1. Ich finde die Folge ganz okay.

    Zum einen finde ich die Idee das der Mandalorianer einen Ort suchen will an dem das Kind in Frieden leben kann wirklich schön und auch sehr passend. Zum anderen finde ich das Design von dem Planeten Sorgan einen schönen Kontrast zu den anderen bisherigen gezeigten Planeten. Er wirkt einfach im vergleich zu den anderen viel sauberer und friedvoller. Auch Cara Dune und Omera eingeführt werden fand ich sehr schön und ich fände es cool sie irgendwann nochmal zu sehen. Auch die Sequenzen mit dem Kind wenn es mit anderen Kindern des Dorfes spielt fand ich sehr schön und man merkt wie Glücklich das Kind ist. Den Konflikt des Mandalorianers finde ich sehr schön da er sich entscheiden muss ob er im Dorf bleiben oder weiterziehen will. Caras Hintergrundgeschichte fand ich auch sehr interessabt und hoffe man wird noch mehr über ihre Zeit bei der Rebellion erfahren. Den Kampf am Ende mit AT-ST und die Taktik wie sie ihn besiegen finde gut gemacht und eine nette Idee. Das am Ende der Mandalorianer und das Kind zusammen weiterziehen müssen fand ich einbisschen schade da das Kind begonnen hatte sich auf dem Planeten wohlzufühlen. Storytechnisch ist das aber passend und sorgt gut dafür das die Geschichte spannend weitergehen kann.

    Letztendlich muss ich sagen das ich auch diese Folge wieder ganz solide fand und uns mit Cara Dune und Omera zwei neue interessante Figuren vorgestellt hat. Daher würde ich der Folge 3 von 5 Holocrons geben!

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