Rezension: Star Wars Comic-Kollektion, Band 85: Dark Times: Ein Funke bleibt

Herzlich willkommen zu einer weiteren Rezension der Star Wars Comic-Kollektion. Heute widmen wir uns der Ausgabe #85: Dark Times: Ein Funkle bleibt. Es ist immer ein wenig traurig, wenn eine tolle Comic-Reihe zu Ende geht und man von den Charakteren Abschied nehmen muss. Das trifft für mich ganz besonders auf die Dark Times-Reihe zu, die mit dem Band Ein Funke bleibt abschließt. Ein amüsanter Fakt dazu gleich am Anfang: Die deutsche Erstveröffentlichung dieser Ausgabe war der Star Wars Sonderband #85. Vier Jahre und einige Monate später ist die Geschichte nun in der Comic-Kollektion ebenfalls mit Band 85 nochmal aufgelegt worden, der am 3. Dezember 2019 erschienen ist. Ein amüsantes Zahlenspiel also. Im Comic-Fachhandel war diese Ausgabe bereits ab dem 22. November erhältlich.

Der Comic

Ein Funke bleibt ist ein Legends-Comic, der in den USA unter dem Titel A Spark Remains von Juli bis Dezember 2013 in fünf Teilen veröffentlicht wurde. Wie der Rest der Dark Times-Reihe stammt auch dieser Comic von Randy Stradley, publiziert unter seinem Pseudonym Mick Harrison. Diesmal übernahm Douglas Wheatley die Illustrationen, während Dan Jackson die Kolorierungen lieferte und Benjamin Carré für die Cover verantwortlich war. Ein Funke bleibt ist der sechste Teil der Dark Times-Reihe, deren erster Teil bereits in Band 6 der Kollektion veröffentlicht worden war. Teil 2 – Blutige Ernte – erschien mit Band 10, Teil 3 – Parellelen – mit Band 50, Teil 4 – Aus den Schatten – mit Band 68 und Teil 5 – Feuerträger – mit Band 72.

In Deutschland erschien Ein Funke bleibt ausnahmsweise nicht gestaffelt, sondern, wie oben schon erwähnt, gleich als Sammelband mit dem Star Wars Sonderband #85. Wie schon die vorigen Ausgaben der Reihe übersetzte Michael Nagula auch diesen Band.

Von Panini gibt es dazu folgende Inhaltsangabe:

Vaders Jagd nach den letzten überlebenden Jedi geht weiter und der Sith-Lord richtet sein Augenmerk besonders auf Dass Jennir, den er bisher noch nicht fassen konnte. Allerdings hat der Gejagte jetzt beschlossen, zum Jäger zu werden. Zusammen mit der Crew der Uhumele und einem weiteren Jedi versuchen sie, Vader eine Falle zu stellen … Dieser Band ist der Fortsetzung der Story „Der Feuerträger“ aus Star Wars #111-113.

Zunächst ein paar Worte zur Handlung: Der Verpine Beyghor Sahdett überzeugt die Crew der Uhumele und langsam auch Dass Jennir davon, den persönlichen Vollstrecker des Imperators – Darth Vader – herauszulocken, um ihn zu töten. Deshalb muss jedoch erst noch ein weiterer Jedi gefunden werden, da Sahdett und Jennir alleine wohl kaum Vader gewachsen sind. Tatsächlich treffen wir schließlich auf Kesavel auf keinen anderen als Kai Hudorra, den Jedi-Meister, den Jennir bereits auf Coruscant getroffen hat und der ihm damals geraten hat, sein Leben als Jedi komplett aufzugeben. Deshalb zeigt sich Hudorra auch gar nicht so erfreut darüber, dass Jennir nun aufgekreuzt ist und auch gleich mal ein Problem im Schlepptau hat. Denn Beyghor Sahdett stellt sich als Verräter heraus, der sich durch den Imperator hat korrumpieren lassen. Jennir gibt zu, die dunkle Seite schon vorher in Sahdett gespürt zu haben, aber entschloss sich intelligenterweise dazu, nicht alleine gegen ihn anzutreten. So gelingt es mit vereinten Kräften – inklusive Bomo und Mitgliedern der Uhumele – Sahdett festzunehmen. Allerdings hat dieser bereits Darth Vader informiert und so lässt Hudorra das von ihm geführte Kasino evakuieren. Selbstverständlich weigert sich die Crew der Uhumele, Dass Jennir und Kai Hudorra alleine kämpfen zu lassen, und auch einige Angestellte des Meisters sprechen ihre Bereitwilligkeit aus, für den Jedi notfalls sogar zu sterben.

Am Ende verläuft alles jedoch überhaupt nicht nach Plan, zumindest nicht nach Jennirs. Die Crew der Uhumele flieht kurz nach Vaders Ankunft und Kai Hudorra stellt sich ihm im Kampf. Doch von Dass Jennir fehlt jede Spur. Nachdem Hudorra von den Heldentaten und der Liebe Jennirs zu Ember Chankeli gehört hatte, ließ er ihm bei dem letzten gemeinsamen Mahl ein Schlafmittel im Wein unterjubeln und mit auf die Uhumele bringen. Damit Vader dennoch angelockt wird, hat auch Beyghor Sahdett überlebt und dient quasi als „Macht-Köder“. Hudorra opfert sich, um der Uhumele Zeit zu verschaffen. Und Sahdett? Der wird daraufhin von Vader ebenfalls getötet, da dieser natürlich keinen Nebenbuhler in der Gunst des Imperators sehen will. Wir nehmen Abschied von Dass Jennir und der Crew der Uhumele, als diese sich gemeinsam die Holo-Nachricht ansehen, die Hudorra Jennir hinterlassen hat. Ein bittersüßer Moment, da uns als Lesern wieder bewusst gemacht wird, was für Opfer erbracht worden sind, um nur einen Funken an Hoffnung aufrecht zu erhalten.

Selten hat mich eine Comicreihe so mitfiebern lassen wie seinerzeit die Erstveröffentlichungen der Dark Times-Reihe, die ja nun doch schon einige Jahre zurückliegen. Doch auch beim erneuten Lesen werde ich noch jedes Mal von den Charakteren und dieser tollen Story wieder mitgerissen. Dass Jennirs Konflikt mit seinen Taten, der hier auch noch einmal aufgegriffen wird, ist ebenso spannend wie Bomos Suche nach Rache und die Konsequenz, die sich dabei aus Jennirs Eingreifen ergibt. In Ein Funke bleibt werden diese Konflikte alle sehr schön zu Ende erzählt und zusammengeführt. Hudorra tritt als der widerwillige Verbündete auf, der durch die Erzählungen von anderen Charakteren erst erkennt, wie unterschiedlich Jennir und er selbst die Jahre nach der Order 66 verbracht haben. Das ist nicht nur eine praktische Zusammenfassung der letzten Comicausgaben, sondern liefert auch eine plausible Erklärung, warum Kai Hudorra sich dafür entscheidet, sein eigenes Leben für Jennirs zu opfern. 

Einer der wenigen Handlungsstränge, die mich weniger interessiert haben, war der zu Falco Sang, dem Attentäter, den wir schon aus den vorigen Dark Times-Ausgaben kennen. Nicht umsonst hat Jennir ja seinen Droiden H2 übernommen. Der wird in dieser Ausgabe von Ratty repariert und bekommt einen neuen Anstrich, zusammen mit seiner neuen Persönlichkeit, was bei mir doch für ein leichtes Grinsen gesorgt hat. Denn der vormalige mordlustige und vor allem missmutige Droide mutiert durch die Reparatur zu einem sehr viel netteren Droiden mit einer Vorliebe für Pink, was er prompt für seinen Anstrich verwendet. Doch zurück zu Falco Sang. Im Großen und Ganzen dient er nun Vader als Handlanger und darf sogar mit nach Kesavel, doch obwohl er sich schon bereit macht die Uhumele bei deren Abflug zu verfolgen, muss er dann doch Vader retten, der von der Ruine des Kasinos gewissermaßen hängt. Der Handlungsstrang hat mich nicht wirklich überrascht und angesichts von Sangs etwas flacherer Persönlichkeit auch zugegebenermaßen weniger interessiert, was dem Comic an sich aber auch nicht groß schadet. 

Darth Vader wird hier vernünftig eingesetzt, denn eigentlich dürfte jedem von Anfang klar gewesen sein, dass die Jedi gegen ihn nur scheitern können. Innerlich hatte ich mich schon darauf vorbereitet, dass zumindest Dass Jennir nicht überleben kann, ebenso wenig wie Kai Hudorra. Umso überraschter war ich dann doch von der Wendung, obwohl mir im Nachhinein klar wurde, dass dies bereits in vielen vorherigen Panels angedeutet worden war. Hudorras Nachdenklichkeit, als er die Geschichten über Jennir hört, sein Geflüstere mit seinem Angestellten und viele weitere Punkte deuten doch darauf hin, dass der alte Jedi-Meister einen anderen Plan ausgebrütet hat, als der Rest der Gruppe. Diese Aufopferungsbereitschaft gibt Hudorras Tod auch noch einmal einen emotionaleren Höhepunkt, als er Vader entgegentritt.

Ganz besonders hat mich auch die Entwicklung von Bomo Greenbark gefreut. Spätestens in Ein Funke bleibt finden er und Dass Jennir wieder als Freunde zueinander, obwohl das Ganze weder ohne Hindernisse verläuft noch von großspurigen Reden untermalt wird. Es ist Bomos Hartnäckigkeit an Jennirs Seite zu bleiben, ihn weiterhin zu unterstützen – und damit meine ich nicht den Kampf gegen das Imperium an sich – die mich wirklich berührt hat. Man merkt, dass der Nosaurianer trotz seiner Differenzen mit Jennir diesen nicht missen will. Deshalb stürzt sich Bomo auch in den Kampf gegen Beyghor Sahdett, obwohl er gegen den Ex-Jedi keine Chance hat. Und deshalb hilft er Kai Hudorra auch bei dessem Plan, sodass Jennir überleben kann. Eine wirklich toll dargestellte Freundschaft zwischen den beiden, die über die gesamte Reihe beidseitig ihre Höhepunkte feiert.

Fazit

Ein Funke bleibt schafft es, einen mehr als gelungenen Abschluss für eine Reihe zu schaffen, in dem man auf altbekannte Figuren trifft, neue Wendungen erlebt und auch erneut emotional mitgerissen wird. Bei einer Geschichte, in der man eigentlich ab dem Auftreten Darth Vaders mit einem bestimmten Ende rechnen würde, ist das eine richtig gute Leistung. Die Zeichnungen und Kolorierungen sind für meinen Geschmack perfekt gelungen und ergänzen die Emotionalität und Dramatik der Handlung exzellent. Die einzige Frage die bleibt, vermutlich aber nie beantwortet werden kann, ist: Was wird nun aus Dass Jennir, Bomo Greenbark, Ember Chankeli und der Crew der Uhumele? Es dürfte nach diesen Ausschweifungen keine Überraschung sein, dass ich an Ein Funke bleibt volle 5 von 5 Holocrons vergebe.

Der Rezensent vergibt 5 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 5 von 5 Holocrons!

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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