Rezension: Solo: A Star Wars Story von Robbie Thompson

Ende August 2019 erschien bei Panini der Sonderband Solo: A Star Wars Story, welcher alle sieben amerikanischen Einzelhefte aus dem Marvel-Verlag enthält, die im Zeitraum von Oktober 2018 bis April 2019 erschienen sind. In diesem begleiten wir Han Solo auf bekannten Pfaden des Kinofilms und erhalten auch einige neue Szenen, die größtenteils aus dem Filmroman entnommen und visualisiert wurden. Als jemand, der Solo: A Star Wars Story sehr gerne gesehen hat und seine Bedeutung für den Kanon zu schätzen wusste, habe ich mich sehr auf die Comic-Umsetzung gefreut und möchte nun meine Eindrücke mit euch teilen.

EIN JUNGER DRAUFGÄNGER SUCHT SEINEN WEG

Der junge Han Solo träumt von einem Leben in Freiheit – am liebsten als Pilot in der Unendlichkeit der Galaxis. Leider sieht seine Realität ganz anders aus … denn nachdem Han einem Verbrechersyndikat mit knapper Not entkommen konnte, befindet er sich auf der Flucht. Seine einzige Hoffnung auf ein besseres Leben ist eine Gruppe vom Kriminellen, die gerade ein ganz großes Ding plant, aber so kommt Han vom Regen in die Traufe und ein unglaubliches Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Die packende Story schildert, wie Han den Wookiee Chewbacca und den notorischen Spieler Lando Calrissian kennengelernt und lüftet das Geheimnis um den Kesselflug.

Verlagsinfo Panini

Zum Inhalt: Ein Problem bei Adaptionen ist es bekanntlich immer, dass man auf den Inhalt nicht allzu sehr eingehen kann, beziehungsweise muss, da man sonst quasi in eine Filmrezension abgleiten würde. Wie bereits erwähnt hat mir Solo: A Star Wars Story schon als Film sehr gut gefallen und da sich der Comic sehr nah an eben diesem bewegt, hat auch dieser mit seinem Inhalt überzeugen können. Es wurden alle relevanten Szenen mit eingebaut und sogar noch ein paar mehr auf Basis des Filmromans oder erweiterter Szenen hinzugefügt. So werden wir beispielsweise Zeuge von Hans Zeit an der Akademie (wenn auch nur kurz – genaueres dazu wird es sicherlich in Han Solo: Kadett des Imperiums geben, welcher auch im September bei Panini erscheint), Qi’ras Ausbildung in Teräs Käsi, als auch dem Söldnerangriff auf Savareen, der im Film nur erwähnt wird. Sogar ein Einblick in die Machenschaften von Han und Chewie zwischen Savareen und dem schicksalshaften Sabacc-Spiel auf Numidian Prime wurde eingebaut. All diese Szenen sind nette Erweiterungen der Hauptgeschichte, sind aber nicht weiter essentiell um die Handlung nachvollziehen zu können. Trotzdem verleiht es den Personen – gerade Qi’ra – etwas mehr Tiefe, die ja im Film schon an einer eher oberflächlichen Charakterisierung leidet. Aus diesem Grund ist jede Szene mehr mit ihr und ihrer Hintergrundgeschichte eine willkommene Ergänzung.
Der Beginn des Comics ist ebenfalls abweichend vom Film, aber sehr nah am Roman, da Hans Unterschlagung des Coaxiums den Beginn darstellt und nicht seine eigentliche Flucht, die kurz darauf folgt.

Die Umsetzung: Nun stellt sich noch die Frage wie mir die Umsetzung des Films in das Medium Comic gefallen hat. Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit der Darstellung sowohl der Figuren, als auch der Raumschiffe und Handlungsorte. Den Figuren sieht man beispielsweise ihre Darsteller auch im Comic an, allen voran Woody Harrelson als Tobias Beckett. Besonders gut gefallen haben mir die Szenen im Weltraum, gerade der Kossal-Flug ist sehr gut dargestellt und man nutzt die Möglichkeiten diesen künstlerisch umzusetzen vollständig aus. So werden die Panels zunehmend enger wenn Han den schmalen Ausweg aus dem Schlund ansteuert um die Situation zu verdeutlichen. Auch, dass der Falken mehrmals in einem Panel zu sehen ist, um seine Flugbahn zu verdeutlichen ist eine gute Idee. Andere Beispiele der guten Umsetzung sind neben der Doppelseite ohne Worte, wenn Han sich von jemanden verabschieden muss, vor allem die Panels, die entweder komplett in schwarz weiß gehalten wurden um die Trauer von Figuren zu symbolisieren, oder auch solche Panels, deren Unterteilung eine Tür innerhalb der Geschichte darstellt, wodurch Han und Qi’ra am Raumhafen getrennt werden. Diese kleinen Details sind es, die den Comic für mich zu einer sinnvollen Ergänzung macht, da bereits bekannte Szenen künstlerisch aufbereitet werden und somit teilweise noch mehr Eindruck hinterlassen als im Film selbst. Auch die berühmte dreiteilige Aktivierungssequenz um den Hyperantrieb zu aktivieren wurde hervorragend umgesetzt.
Ein weiteres Lob gilt in jedem Fall der generellen Farbgebung der einzelnen Seiten. So ist unter anderem die Doppelseite am Lagerfeuer vor dem Angriff auf den Zug komplett in der Farbe des Feuerscheins gehalten.

Ein Kritikpunkt muss von meiner Seite jedoch angebracht werden. Während einige Seiten wunderbar aufgeräumt wirken, erscheinen andere vollkommen durcheinander. Mir ist bewusst, dass in actionreichen Szenen eher auf dieses Stilmittel zurückgegriffen wird, doch leider wirkte es vielerorts zu unübersichtlich um der Handlung gut folgen zu können. Manchen Panels fehlt dabei auch der notwendige Fokus auf die wichtigen Ereignisse, die dann sehr schnell unterzugehen drohen. Beispielsweise sieht man den Grund weshalb sich Chewbacca plötzlich von Han trennt meines Erachtens viel zu kurz. Mir ist erst bei seiner Rückkehr – und meinem zurückblättern – aufgefallen, dass ein anderer Wookiee überhaupt zu sehen war. Dies ist zwar kein Problem, wenn man den Film bereits kennt, führt aber dazu, dass man den Comic dann nicht als eigenständiges Werk betrachten kann. Ein Negativbeispiel ist folglich die Auseinandersetzung auf Kessel, wohingegen der Kossal-Flug zu keiner Zeit unübersichtlich wird. Es ist also möglich actionreiche Ereignisse auch gut nachvollziehbar darzustellen.

Die Übersetzung: Da ich den Vergleich zu den englischen Originalausgaben nicht ziehen kann, bleibt mir nur anzumerken, dass sich die Übersetzung sehr nah am Film bewegt und deshalb durch keine waghalsige Neuschöpfung oder ähnliches auffällt. In dieser Hinsicht hat Justin Aardvark und die Redaktion meiner Meinung nach also gute Arbeit geleistet!

Fazit: Mit dem Comic zum Film von Solo: A Star Wars Story liefert der Autor Robbie Thompsons, als auch der Zeichner Will Sliney eine gute Ergänzung zum bekannten Material. Auch die Adaption einiger Szenen aus dem Filmroman fügen sich gut ein und bieten somit auch einen gewissen Mehrwert. Alles in allem sind die Seiten sehr gut durchdacht und nachvollziehbar aufgebaut, auch wenn einige actionreichere Seiten mit zu viel Unübersichtlichkeit aufwarten, wodurch der Chaos des Kampfes schnell zum Chaos für den Leser wird und wichtige Entwicklungen unterzugehen drohen. Trotz alle dem kann ich jedem, der Solo: A Star Wars Story gerne angesehen hat, diesen Sonderband nur empfehlen.

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Solo: A Star Wars Story (Dienstag, den 27. August 2019)

Solo: A Star Wars Story (27.08.2019)
Medium:Comic
Mitwirkende:
Cover:Phil Noto
Verlag:Panini (Verlagsseite)
Formatinfos:
  • Softcover
  • 172 S.
  • 978-3-7416-1412-5
  • 20,00 €
Reihen:
Ära:Dunkle Zeiten
Timeline:13 VSY bis 10 VSY
Bestellen:

Gewinnspiel [BEENDET]

Mit freundlicher Unterstützung von Panini verlosen wir 3x Solo: A Star Wars Story in der Softcover-Ausgabe! Um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, müsst ihr nur nachfolgende Frage beantworten und das Formular ausfüllen:

Welcher war der erste Star Wars-Comic von Autor Robbie Thompson?

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  • Einsendeschluss ist Samstag, der 21. September, um 23:59
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Update 22.09.2019 12:25: Die Gewinner

Poe Dameron Annual #1 war der erste Comic-Ausflug von Robbie Thompson ins Star Wars-Universum. Von den zahlreichen Einsungen haben folgende drei ihr eigenes Exemplar von Solo: A Star Wars Story gewonnen:

  • Catharina S. aus Ittigen
  • Dominik E. aus Bochum
  • Sascha S. aus Düsseldorf

Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit dem Comic!
Und vielen Dank an Panini für die Bereitstellung der Preise!

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