TV-Rezension: Star Wars Resistance 1×07: „Notruf aus Sektor Sechs“

Kaz trifft auf die Überlebende Synara.

Kaz trifft auf die Überlebende Synara.

Nachdem Spion Kaz in „Die Kinder von Tehar“ erstmals Meldung an den Widerstand gemacht hat, bekommt er in der heutigen Folge namens „Notruf aus Sektor Sechs“ (Originaltitel: „Signal from Sector Six“) prompt Besuch von Poe Dameron.

Der Widerstandspilot lobt Kaz für seine erfolgreiche Arbeit als Spion und bringt ihm als Belohnung und zur Abwechslung einen zusätzlichen X-Wing mit, sodass die beiden gemeinsam eine Runde fliegen können. Dabei zeigt Poe Kaz bei einem Flug durchs Asteroidenfeld einen nützlichen Trick. Als Poe und Kaz jedoch ein mysteriöses Notrufsignal abfangen, gehen sie dem direkt auf den Grund und entdecken einen im Weltraum treibenden Frachter, der wohl von Piraten angegriffen wurde, auf dem es aber noch Lebenszeichen zu geben scheint. An Bord werden sie zunächst von normalgroßen, dann von einem überdimensionalen kowakianischen Echsenaffen angegriffen, können aber schließlich eine Überlebende auffinden, retten und nach Colossus bringen. Diese Überlebende namens Synara stellt sich jedoch als Angehörige von Kragan Gors Piratenbande heraus, die mit Kaz‘ Hilfe nun Zutritt zur Station Colossus bekommen hat…

In "Notruf aus Sektor Sechs" machen Kowakianische Echsenaffen Kaz und Poe das Leben schwer.

In „Notruf aus Sektor Sechs“ machen Kowakianische Echsenaffen Kaz und Poe das Leben schwer.

Gratulation! Star Wars Resistance hat es nun auch endlich geschafft, die erste sinnlose Monster-Episode einzubauen! Ich persönlich empfand das Auftreten eines Monsters schon immer als die billigste und langweiligste Art, Spannung aufzubauen. Die Rathtar-Szene ist für mich der Tiefpunkt von Das Erwachen der Macht und bei Solo habe ich noch nie Verstanden, wieso es in Sichtweite eines schwarzen Loches noch zusätzlich ein Tentakelvieh braucht, um klarzumachen, dass die Lage ernst und gefährlich ist. Auch in „Notruf aus Sektor Sechs“ führt die Monster-Action bei mir nur zu Ermüdungserscheinungen und Kopfschütteln, vor allem da man sich noch nicht einmal die Mühe macht, zu erklären, warum einer der Echsenaffen zu einem übergroßen Monster mutiert ist. (Laut Leland Chee soll es sich bei dem großen Exemplar um eine andere Rasse namens „Kowakian Ape“ handeln, was aber aus der Episode selbst nicht ersichtlich wird.)

Die Monsterszene ist jedoch nicht das einzige Element dieser Episode, das mir negativ aufgefallen ist. Es stellt sich zunächst einmal die Frage, warum Poe Dameron eigentlich Kaz besuchen kommt. Nur um ihm kurz zu sagen, dass er alles gut macht und so weitermachen soll? Hat Poe beim Widerstand nichts Besseres zu tun? Und bekommt eigentlich jeder Spion des Widerstandes für eine gute Informationen einen „Spaß- und Action-Tag“ im X-Wing mit Poe Dameron als Belohnung? Es macht wenig Sinn, dass der Widerstand seinen besten Piloten und zwei X-Wings einen Tag lang zur Verfügung stellt, nur damit Kaz ein wenig Spaß hat und ein paar Runden drehen kann. Der Widerstand kann sich solche Aktionen doch eigentlich weder personell noch finanziell leisten.

Poe bringt Kaz in "Notruf aus Sektor Sechs" einen Trick mit dem X-Wing bei.

Poe bringt Kaz in „Notruf aus Sektor Sechs“ einen Trick mit dem X-Wing bei.

Auch die Darstellung des Asteroidenfeldes ist alles andere als gelungen. In Das Imperium schlägt zurück erscheint ein Asteroidenfeld noch als ernsthafte Bedrohung. Selbst jemand wie Han Solo fliegt nur aus purer Verzweiflung hinein und gibt dabei zu, dass so eine Aktion völlig verrückt ist und jederzeit tödlich enden könnte. Als Zuschauer sollen wir Vader dafür hassen, dass er seine TIE-Piloten dort hineinfliegen lässt, denn wir erleben, dass sie keine Chance haben, erfolgreich durch das Asteroidenfeld zu navigieren, und einer nach dem anderen sterben. In Resistance ist ein Asteroidenfeld nun auf einmal nur noch ein spannender Abenteuerspielplatz, auf dem sich Fliegerasse austoben und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können. Als ich diese Szene sah, musste ich unwillkürlich an eine andere Szene aus König der Löwen denken. Dort gibt Mufasa seinem Sohn Simba, der bei einer Mutprobe unnötig sein Leben riskiert hat, einmal den Ratschlag „Um mutig zu sein, muss man sich nicht immer in Gefahr stürzen“ – eine sinnvolle Botschaft, die sich mir als Kind in den Neunzigern eingeprägt hat. Was sollen nun die heutigen Kinder lernen, die bei Resistance zusehen? „Wer so cool sein will wie Poe Dameron, muss bei halsbrecherischen und lebensgefährlichen Aktionen zeigen, wie sehr er es drauf hat“? In Die letzten Jedi, einem Film für ein jugendliches und erwachsenes Publikum, das sich selbst ein Urteil bilden kann, wird Poe die ganze Zeit darüber belehrt, wie gefährlich und wenig zielführend sein Draufgängertum ist, aber in einer Kinderserie, die sich an leicht zu beeinflussende junge Zuschauer wendet, wird noch viel sinnloseres Draufgängertum einfach unkommentiert stehen gelassen und als cool dargestellt. Welche Botschaft will uns Star Wars denn nun vermitteln? Ich bin verwirrt.

Synara stellt sich als Piratin heraus.

Synara stellt sich als Piratin heraus.

Letztendlich rettet nur die Piratin Synara die Episode vor dem kompletten Absturz. Dass Kaz unabsichtlich eine Piratin auf die Station Colossus einschleust und diese nun in der Zukunft dort herumschnüffeln kann, ist eine interessante Entwicklung mit viel Potential. Wenn Synara herausfindet, dass Kaz für den Widerstand arbeitet, könnte sie ihm sogar absichtlich falsche Informationen füttern und dann würde es erst so richtig spannend werden. Außerdem ist auch positiv hervorzuheben, dass Synara bereits in der Folge „Invasion der Piraten“ in ihrer Rolle als Piratin zu sehen war. Aufmerksame Zuschauer könnten sie also direkt durchschaut und als Piratin identifiziert haben.

Schlussendlich kann ich an „Notruf aus Sektor Sechs“ außer Synaras Rolle kaum etwas Gutes finden. Die restliche Handlung ergibt wenig Sinn, versucht auf die faulste Art und Weise mit Monstern Spannung zu erzeugen, spielt die Gefahr von Asteroidenfeldern herunter und setzt Kindern schlechte Vorbilder vor. Deshalb vergebe ich lediglich zwei von fünf Holocrons.

Der Rezensent vergibt 2 von 5 Holocrons!

Die Rezensentin vergibt 2 von 5 Holocrons!

Wie hat euch die Folge „Notruf aus Sektor Sechs“ gefallen?

Hier könnt ihr euch Resistance Rewind und Bucket’s List zur Folge ansehen:

Über den Autor

Ines

Ines
Ines bildet im echten Leben zahlreiche Padawan-Schüler an einem Gymnasium in den Fächern Englisch und Deutsch aus. Star Wars konsumiert sie am allerliebsten in Romanform und hat sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Romane des Kanons zu lesen. Bereits jetzt ist sie begeistertes Claudia-Gray-Fangirl.

6 Kommentare

  1. MatthiasMatthias

    Schwächste Folge bislang und komplett sinnfrei.

    1. FlorianFlorian

      Ja. Also ich mag die Serie ja bisher sehr, aber die Folge war ein Hirnfurz der Autoren.

  2. Commander Cody

    Das Problem bei der Folge ist meines Erachtens gar nicht die Sache mit dem Monster. Bei diesem habe ich am Anfang befürchtet, dass zum hundertsten mal ein Rancor sein Unwesen treibt. Immerhin hat man ein völlig neues Monster erschaffen. Das nicht erklärt wurde, warum es eine große Version des Echsenaffen gibt, hat mich nicht sonderlich gestört.

    Der Anfang der Episode ist eher das Problem. Das wurde ja in der Rezension ebenfalls kritisiert. Mir ist zu dem Thema noch aufgefallen, dass Kaz in der letzten Episode eine Nachricht, mittels Bildübertragung, an den Widerstand geschickt hat. Sein Kontaktmann hatte damit auch kein Problem. In dieser Episode meint Poe, dass es nicht gut sei Nachrichten auf diese Weise zu übermitteln, sondern das diese persönlich übergeben werden müssen. Eigentlich müsste auch dem Widerstand das Verschlüsseln von Nachrichten bekannt sein. Es wäre auch sehr aufwendig, wenn man sich für jede Nachricht treffen müsste. Zumal die Nachricht von Kaz nicht wirklich ausführlich war.

    Das danach zur Belustigung in ein Asteroidenfeld geflogen wurde, war einfach nur schlecht.

    Kaz hingegen beweist eigentlich in jeder Folge, dass er als Spion ungeeignet ist. In dieser Episode fiel mir besonders negativ auf, dass er bei betreten des Frachters sofort reinruft und fragt, ob jemand da ist. Das macht er, obwohl er weiß, dass Piraten an Bord sind. Blöder kann man es eigentlich gar nicht machen. Zu seinem Glück waren die ja mit dem Monster beschäftigt. Am Ende ist er in Bezug auf Synara zudem viel zu gutgläubig.

    Zurecht bekommt die Episode keine gute Bewertung.

    1. InesInes(Autor des Beitrags)

      Gute Beobachtungen! Kaz‘ Ungeeignetheit als Spion hat er ja schon diverse Male bewiesen. Er schafft es selten, sich unauffällig zu verhalten, wie man es von einem Spion erwarten würde. Von Anfang an hat es keinen Sinn gemacht, dass Kaz‘ die Rolle des Spions zugewiesen wird. Meiner Meinung nach hätte man Kaz als einen angehenden Rennpiloten auf Colossus vorstellen sollen, der alles versucht, um auch einer der Aces zu werden. In den Konflikt zwischen Erster Ordnung und Widerstand rutscht er dann eher zufällig rein.

      Dafür, dass Poe persönlich vorbeikommt, gibt es wirklich keinen Grund. Die Macher der Serie wollten einfach nur wieder mal Poe in der Serie haben und haben sich nicht sonderlich angestrengt, das sinnvoll zu begründen. Das ist einfach schade, dass sich da nicht mehr Mühe gegeben wird.

  3. JaninaJanina

    Leider muss ich dir da fast komplett zustimmen Ines, die schwächste Folge der Staffel bisher, bei der ich mich frage, wie schlecht die Kreativität sein muss, um so eine Folge zu produzieren, die doch letztendlich doch nur als Plot Device fungiert, um Synara einzuschleusen. Das hätte man doch sicher etwas anders lösen können. Das einzige was für mich nicht ganz so schlimm war, neben Synaras Auftritt selbst, war tatsächlich die Monstersache. Klar sehr glaubhaft ist es nicht und dass es ein überproportionierter Kowakianischer Echsenaffe ist, macht es nicht besser, aber diese Riesenmonster an sich sind ja auch irgendwo fast Tradition in Star Wars. Gut meistens werden sie besser eingesetzt, zb der Exogorth in Ep 5 oder das Trio Unterwasser in Ep 1 aber an sich wäre das für mich nicht das Problem. Aber dadurch, dass wir auch die kleinen Nervbolzen haben, die keinen wirklichen Sinn erfüllen, genauso wie der Rest der dort Anwesenden offenbar, trägt das natürlich nicht gerade positiv zur Folge bei. Insofern gehts mir da zu 99% wie dir Ines. Ich hoffe einfach, dass die nächsten Folgen das wieder raushauen.

  4. A Star Wars My-CalA Star Wars My-Cal

    Auch für mich die bislang schwächste Episode, aber: ich habe nur bei Folge 4 mehr schmunzeln müssen, verantwortlich dafür wieder einmal mehr einzig und allein BB-8 🙂 Ich schaue die Serie eigentlich nur wegen der kleinen Knutschkugel, feiere ihn total und freue mich daher umso mehr, dass im Neben-Plot mit CB-23 eine potientielle „Kumpeline“ für ihn eingeführt wurde. Ansonsten unterschreibe ich Deine wie immer treffsichere Rezension sofort und schließe mich den Kommentaren hier an, Folge 7 war ein Satz mit X…

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