TV-Rezension: Star Wars Rebels 4×13: „Die Offenbarung“

Achtung, Spoiler zur Folge!

Die Zwischenwelt aus "Die Offenbarung".
Die Zwischenwelt aus „Die Offenbarung“.

Wenn ein Unwissender mich als Fan fragte „Was ist der Unterschied zwischen Star Wars und Star Trek?“, dann war meine vereinfachte Antwort oft etwas wie „Star Trek ist mehr Sci-Fi und legt mehr Wert auf möglich realistische Technik, während Star Wars eher Fantasy im Weltall ist – mit der Macht, die übersinnliche Kräfte verleiht. Ach ja, und bei Star Trek gibt es Zeitreisen, bei Star Wars nicht.“ Letzteres kann ich mir nun in Zukunft abschminken, denn Star Wars Rebels hat mit dem härtesten Tabu gebrochen, das es meiner Meinung nach für Star Wars gibt, und damit ein Sakrileg begangen: In „Die Offenbarung“ findet eine Zeitreise statt!

Aber erst einmal zum Inhalt, bevor ich zu meiner Tirade komme: Nachdem Ezra in der gestrigen Folge unter dem Titel „Ein teuflischer Plan“ durch das Portal des Jedi-Tempels von Lothal gegangen ist, findet er sich in einer seltsamen Zwischenwelt voller Stimmen und Visionen wieder, welche der Folge ihren englischen Originaltitel beschert hat: „A World Between Worlds“. Dort sieht er durch eine Art weiteres Portal den Kampf zwischen Ahsoka und Darth Vader aus dem Finale der zweiten Staffel. Da sich Ahsoka in Lebensgefahr befindet, zieht Ezra sie durch das Portal zu sich in die Zwischenwelt und rettet sie somit vor Vader. Ermutigt durch diesen Erfolg, nimmt sich Ezra vor, auch Kanan auf dieselbe Weise zu retten, doch Ahsoka macht ihm klar, dass er dadurch sich selbst und seine Freunde töten würde. Er muss Kanans Opfer akzeptieren lernen. Mittlerweile hat auch der Imperator von der mächtigen Zwischenwelt Wind bekommen und will ihre Macht für seine Zwecke nutzen. Er greift Ezra und Ahsoka durch das Portal mit blauen Machtflammen an, doch Ahsoka schützt Ezra und sie können entkommen. Ahsoka kehrt wieder nach Malachor zurück. Ezra schließt nach seiner Rückkehr das Portal mit Hilfe von Sabine, die mittlerweile mehr über das Gemälde der Mortis-Familie herausgefunden hat. Der Tempel zerstört sich dadurch selbst.

Minister Hydan diskutiert mit Sabine über das Kunstwerk am Eingang des Tempels.
Minister Hydan diskutiert mit Sabine über das Kunstwerk am Eingang des Tempels.

Bevor wir zum leidigen Zeitreise-Thema kommen, möchte ich kurz auf den B-Plot mit Sabine eingehen, die zusammen mit dem mysteriösen Minister Hydan lang und breit über das Kunstwerk der Mortis-Familie und dessen Bedeutung philosophiert. Wir haben also eine längere Sequenz, die sich ausschließlich der Kunstanalyse widmet, und wer ist nicht dabei? – Thrawn! Diese Entscheidung ist für mich unverständlich. Wenn man schon den Kunstkenner des Star Wars-Universums im Cast seiner Serie hat, wie kann man dann so eine Szene planen, ohne ihn einzubringen? Das ist eine vergeudete Chance. Hier hätte der Großadmiral in seiner Paraderolle nochmals richtig glänzen können.

Ezra greift in "Die Offenbarung" rückwirkend in den Kampf zwischen Ahsoka und Vader ein.
Ezra greift in „Die Offenbarung“ rückwirkend in den Kampf zwischen Ahsoka und Vader ein.

Doch nun zum Hauptkritikpunkt: Es gab zwar in Star Wars Rebels von Helikopter-Lichtschwertern über Weltraum-Wale bis hin zu Zombie-Dathomiri schon einige seltsame Einfälle, die meiner Meinung nach besser in Dave Filonis Schublade geblieben wären. Doch all diese Schnapsideen verblassen gegen die Prämisse der heutigen Folge: Ezra begibt sich auf Zeitreise. Und noch nicht einmal nur eine Zeitreise, sondern eine, bei der der Lauf der Dinge verändert wird durch den Zeitreisenden! Das ist ein enormer Unterschied. Hätte Ezra Ahsoka nicht durch das Portal gezogen, hätte Vader sie wohl einen Kopf kürzer gemacht. Eine solche Story-Entscheidung verändert alles und öffnet die Büchse der Pandora im Star Wars-Universum. Künftig können Autoren sich auf Rebels berufen und jede x-beliebige Figur aus jeder Zeitepoche auferstehen lassen. Alle Geschehnisse sind veränderbar und können rückgängig gemacht werden. Es sind auch Begegnungen von Figuren aus verschiedenen Zeitepochen möglich. Kylo Ren marschiert zusammen mit Vader auf den Jedi-Tempel und tötet anschließend Baby-Luke, um damit die ganze Zukunft zu verändern. Luke reist persönlich in die Zeit der Alten Republik, um sich da mal umzuschauen und etwas über die Jedi zu lernen, und zeugt dabei unwissentlich seinen eigenen Vater. Die absurdesten Geschichten sind mit Zeitreisen möglich! Ich glaube zwar nicht, dass wir solche Geschichten bekommen werden, aber allein die Tatsache, dass so etwas jetzt im Star Wars-Universum ein gangbarer Weg wäre und Figuren darüber nachdenken könnten, solche Zeitreisen durchzuführen, bereitet mir Bauchschmerzen.

Ezra möchte in "Die Offenbarung" seinen Meister nachträglich vor dem Tod retten.
Ezra möchte in „Die Offenbarung“ seinen Meister nachträglich vor dem Tod retten.

Dabei habe ich generell nichts gegen Zeitreisen. Ich schaue gern Filme wie Zurück in die Zukunft, Timeline oder The Time Machine und verrenke auch gern mein Gehirn, indem ich mich mit den potentiellen Absurditäten auseinandersetze, die Zeitreisen verursachen können. Aber diese Thematik gehört einfach nicht zu Star Wars. Star Wars ist 40 Jahre lang gut ohne Zeitreisen ausgekommen (obwohl es wohl ein paar abseitige Legends-Werke gibt, in denen in der Zeit gereist wird). Wenn man jetzt nach 40 Jahren plötzlich mit Zeitreisen um die Ecke kommt, dann entsteht für mich da auch ein Glaubwürdigkeitsproblem. Ein solches alles veränderndes Element kann man nicht einfach nach so langer Zeit einführen und erwarten, dass Fans es schlucken. Die späte Einführung von Zeitreisen in eine lang laufende Geschichte wirkt billig, als hätte man alle anderen Ideen schon ausgeschöpft und müsste nun zum letzten noch verbliebenen Mittel greifen, um mal wieder Pepp in die Sache reinzubringen. So etwas passiert normalerweise nur in Geschichten, die schon auf dem absteigenden Ast sind und sich noch ein letztes Mal aufbäumen. Insofern bin ich froh, dass wir nur noch drei Folgen Star Wars Rebels vor uns haben.

Insgesamt kann ich der Folge „Die Offenbarung“ also nur eines von fünf Holocrons geben, weil es sich bei dieser Geschichte durch die Zeitreise-Thematik einfach nicht mehr um Star Wars handelt. Das ist ein absolutes K.O.-Kriterium, sodass auch positive Punkte wie der Bezug auf den Mortis-Handlungsbogen von The Clone Wars oder Ian McDiarmids tolle Performance als Stimme von Palpatine nichts an der bodenlos schlechten Bewertung ändern können. Das war die mit Abstand schlechteste Folge Star Wars Rebels und vielleicht auch die schlechteste Star Wars-Geschichte, die ich überhaupt kenne. Wenn es null Holocrons oder gar Minus-Holocrons geben würde, würde ich die vergeben. Bei mir ist die Serie mit dieser Folge endgültig unten durch. „It is time for Star Wars Rebels to end.“

Der Rezensent vergibt 1 von 5 Holocrons!
Die Rezensentin vergibt 1 von 5 Holocrons!

Hier könnt ihr euch die Rebels Recon zur Folge ansehen:

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Was ist eure Meinung zu „Die Offenbarung“? Was haltet ihr von Zeitreisen in Star Wars?

21 Kommentare

  1. Ich finde die Umsetzung sogar sehr gut, da es für mich irgendwie schon immer klar war, dass Ahsoka den Kampf gegen Vader überlebt hat. Diesen Weg der „Zeitreise“ einzuschlagen, empfand ich als erfrischend, was die Macht angeht und unerwartet. Dass jetzt jeder alles ändern kann, dürfte mit der Zerstörung des Portals aber vom Tisch sein. Ich kann dich und auch die vielen anderen Kritiker diesen Aspekts sehr gut verstehen, eben wegen des Untypischen Star Wars-Elementes.

    Eine Frage hätte ich allerdings: Ich kenne die Folge nur im englischen Original und dort sind ja diverse Stimmen aus der gesamten Star Wars-Historie zu hören. Wie wurde dies im deutschen umgesetzt? Hört man hier die original Stimmen aus den Filmen und Serien? Oder wurden sie neu eingesprochen?

  2. Bin selbst kein Fan von Zeitreisen (außer in Komödien wie BttF), würde die Folge mit 4 Hüten bewerten. Warum?
    Optisch hat mir alles außer die schwarz-weiß Welt sehr gut gefallen. Der Minister hat mir als recht mysteriöse Figur auch gut gefallen. Wäre schön mehr von ihm zu sehen. Der MORTIS Bezug war nett, hatte mir aber mehr erhofft. Zum Punkt Zeitreise: Ja, ich hätte eine andere Auflösung bevorzugt, finde diese ist aber auch kein Reinfall. Da man in dem Fall nichts aus STAFFEL 2 geändert hat (man sah sie ja schon im S2 Finale auf MORTIS fortgehen) sehe ich es nicht als klassische Zeitreise. Finde es eine interessantes Idee das die Macht nicht dem Konzept der Zeit untersteht. Harmoniert meiner Meinung nach gut mit dem Gedanken, das ein Machtnutzer in der Macht weiterlebt und auch das Gespräch aus Episode III über das wieder erwecken der toten Padme lässt sich damit verbinden.
    Btw: Das es das 40 Jahre nicht gegeben hat finde ich nicht schlimm. In Ep 8 wurde das erste mal nach 40 Jahren grüne Milch eingeführt, man kann darüber streiten ob grüne Milch nun zu SW gehört oder nicht.
    Der größte Kritikpunkt für mich ist einfach das die Spannung ab ca der Hälfte der Folge nach unten geht.
    Ist natürlich nur meine Meinung

    1. Danke für deine Sicht der Dinge! Ich finde allerdings, dass dein Vergleich mit der grünen Milch unpassend ist. Natürlich darf es immer mal wieder neue Dinge im SW-Universum (oder in Franchises generell) geben. Aber nach zig Jahren geht man davon aus, dass geklärt ist, welche Naturgesetze es in einem Universum gibt und nach welchen Prinzipien es funktioniert. Diese grundlegenden Parameter kann man nach so langer Zeit nicht mehr ändern, ohne unglaubwürdig zu werden.

      Zum Vergleich: Eine Serie spielt 5 Staffeln lang in unserer ganz normalen Alltagswelt ohne irgendwelche Superkräfte (z.B. „How I met your mother“). In Staffel 6 taucht dann plötzlich eine Figur auf, die Magie anwenden kann. Das geht vom Storytelling her überhaupt nicht, weil es eben mit der etablierten Welt komplett bricht. So empfinde ich das mit den Zeitreisen in SW. Ich hoffe, das ist jetzt etwas deutlicher geworden.

  3. Leider ist es nun auch im Star Wars Universum Mode, Fan-Lieblinge wiederauferstehen zu lassen.

    Am meisten gestört hat mich allerdings, dass der Imperator es nicht fertig gebracht hat, Ezra zu fassen. Er ist der mächtigste Machtnutzer der Galaxis, und doch entkommt im ein störrischer Teenager durch simples davonrennen…

  4. Dave Filoni wird mir einfach immer wieder viel zu vogelwild, wenn er Star Wars Geschichten erzählt und diese Folge war die absolute Krönung dieses Verhaltens.
    Diese Welt zwischen den Welten hatte etwas faszinierendes, aber Zeitreisen sind mir für Star Wars in dieser Form auch einfach zu viel des Guten. Wie du schon sagtest, jetzt jedem irrsinnigen Plot für die Zukunft Tür und Tor geöffnet; fehlt irgendwann noch ein Paralleluniversum, dann ist nichts mehr ein Riegel vorgeschoben.
    Mir ging übrigens derselbe Gedanke durch den Kopf als ich die Kunstdialogszene sah: Was würde Thrawn dazu sagen? Schade…

  5. Ich schließe mich da brickraster an, ich finde da hat Rebels oder auch Clone Wars schon ganz absurdere Sachen gebracht. Und das KO-Kriterium zum Thema Zeitreise ist irgendwo nicht wirklich stimmig für mich. Wie du schon gesagt hast, es gibt im Legends-Bereich ja durchaus genügend Vorkommnisse wenn auch nicht eins zu eins wie in Rebels. Also so neu ist der Gedanke auch nicht. Und es ist ja nicht seit 40 Jahren so plötzlich, weil der Kanon ja nicht solange existiert. 😉 Ob man sich mit dem Thema Zeitreise in Star Wars anfreunden kann oder nicht ist Meinungssache natürlich. Aber es ist ja auch nicht so, dass das da ein universell bekannter Fakt ist in-universe. Gut unser generell verrückter Palps weiß es, das ist das größte Problem. Aber der Space-Whale-Fetischist ist erstmal abgeschoben und ob Ahsoka das groß rumerzählt weiß ich nicht. Zudem der Tempel ja ohnehin vernichtet ist und wir keinerlei Hinweis haben, ob man das einfach von jedem Tempel aus munter machen kann. Mir persönlich haben die beiden Folgen um Längen besser als zum Beispiel der Staffelauftakt gefallen, auch wenn da definitiv Schwächen etc. waren, wie zb. das schon erwähnte Abflachen der Handlung.

    1. Darauf, dass die Legends nicht zum Kanon gehören, habe ich mich gar nicht bezogen. Wären Zeitreisen jetzt in zentralen Werken der Legends üblich und etabliert gewesen, dann hätte ich gar nicht darüber gemeckert, dass sie in Rebels auftauchen.

      Mir ging es eher um die Abseitigkeit der Legends-Werke, die Zeitreisen behandeln. Mir persönlich war vor einer Recherche gar nicht bekannt, dass es ein paar einzelne Zeitreisen in den Legends gab, und ich habe zig Legends-Werke gelesen. War es dir bekannt? Ich denke, dass 99% der Fans nichts von diesen Zeitreisen in den Legends wissen. Das meine ich. Die Zeitreisen sind nicht etabliert, sondern eher „Ausrutscher“ einiger seltsamer, abseitiger Legends-Werke. So komme ich zu dem Schluss, dass Rebels die Zeitreisen nun nach 40 Jahren „auf einmal“ einführt.

      1. Dass geht aber doch nicht nur den Zeitreisen so. Das kann man bei Kylo Rens Lichtschwert und ähnlichen Dingen dann ja genauso monieren. Da wussten auch 99% der Fans nicht, dass es das schon vorher gab. Mal abgesehen davon, dass Legacy of the Force und Crosscurrent jetzt nicht unbedingt zu den abseitigen Legends-Werken gehören. Schlussendlich ist es eh Geschmackssache, ob man Zeitreisen in Star Wars mag, das soll auch jedem selbst überlassen sein, aber für mich war die Argumentation so mit den 40 Jahren halt etwas einseitig. Nichts für ungut.

  6. Interessanter Fact zu Minister Hydan: Als ich ihn vorhin in der Folge zum ersten Mal gesehen habe, musste ich sofort daran denken, dass er genau wie Vaders Gehilfe auf Mustafar aussieht. Daraufhin hab ich recherchiert und herausgefunden, dass er Vaneé heißt. Allerdings sollte Hydan tatsächlich einmal Vaneé darstellen und so eine Brücke zu Rogue One bauen. Jedoch hat man im Laufe der Entwicklung der Folge gemerkt, dass man ein anderes Schicksal für die Figur brauchte (Hydan stirbt) und so kurzerhand aus Vaneé in Rebels einen anderen Charakter namens Hydan gemacht. Hier die Quelle auf StarWars.com dazu:
    http://www.starwars.com/tv-shows/star-wars-rebels/wolves-and-a-door-trivia-gallery

  7. Auch wenn euch die Folge natürlich nicht gefallen muss
    finde ich die Bewertung viel zu extrem und nicht nachvollziehbar. Vielleicht versucht ihr in Zukunft lieber zu bewerten, wie gut die Folge war, und nicht wie sie euch gefallen hat. Ich weiß, objektiv bei einer Bewertung zu bleiben ist schwer, aber wenn du dir die Folge in den Bereichen Schreibstil, Kreativität, Darstellung (der Synchronsprecher), Zeichenstil usw. anschaust und bedenkst, wie das seit Staffel 2, also seit 2015/6, geplant wurde, müsstest du mindestens 5 Holocrons für die Bereiche vergeben. Wenn du aber NUR danach gehst, wie dir die Sachen gefallen…
    Schade, dass ihr sowas bringt.

    1. Auch ich kann mich da nur Florian anschließen. Unsere Rezensionen spiegeln immer unsere subjektiven Meinungen wider und es liegt mir fern, zu behaupten, dass jeder meine Meinung teilen muss.

      Zur Subjektivität einer Rezension gehört auch, dass jeder Rezensent unterschiedliche Bewertungsschwerpunkte legen kann. Ich habe Germanistik und Anglistik studiert und bilde mir daher ein, etwas von Storytelling und Figurendarstellung und Worldbuildung zu verstehen, weshalb darauf in meinen Rezensionen meist mein Schwerpunkt liegt. Die Kommentarsektion ist dann der geeignete Ort, um Anmerkungen zu den weniger behandelten Aspekten zu ergänzen.

      Außerdem versuche ich mit meinen Holocron-Bewertungen das gesamte Spektrum von 1 bis 5 abzudecken. Aspekte wie gute Synchro und gute Animation sind da eher eine Grundvoraussetzung, die ich von einer Serie wie Rebels erwarte und für die es keine Extra-Punkte gibt, sondern nur Abzug, falls etwas an diesen Aspekten nicht stimmt. Wenn ich für jede ordentlich animierte und synchronisierte Folge mindestens 3 Holocrons vergeben würde, dann würde sich mein Bewertungsspektrum nur zwischen 3 und 5 bewegen und eine differenzierte Beurteilung in Holocrons wäre kaum mehr möglich.

      Ich hoffe, das hat Bewertungsmaßstäbe etwas näher beleuchtet. Natürlich steht es jedem frei, in seinen Rezensionen und Kommentaren andere Bewertungsmaßstäbe anzusetzen. Das ist ja das Schöne an einem Meinungsaustausch.

  8. Zum Glück … ich bin nicht alleine. Ich muß ehrlich sagen, dass ich vor der Rezi ein wenig Angst hatte und ob ich einfach zu alt für sowas bin, aber im Grunde bin ich beruhigt. Sehe es wie Ines, das war eine der schlimmsten Star Wars Geschichten aller Zeiten, aber, und das muß ich gleich sagen: Es wird (in meinen Augen) noch übler im Finale, aber dazu dann mehr wenn hier die Rezi rauskommt. Dann kann ich mal richtig Dampf ablasen. XD

    1. Ich bin gespannt auf deinen Kommentar zum Finale! 🙂 Mich überrascht es auch, wie viele Fans Zeitreisen einfach als Teil von SW hinnehmen. Ich frage mich immer, wo dann überhaupt die Grenzen von SW sein sollen? Gibt es nichts, was in SW nicht möglich ist? Und wenn ja, wo ist dann noch das Besondere an SW? Für mich klingt dieses „Alles geht“ eher nach Beliebigkeit.

  9. War es denn tatsächlich eine Zeitreise? Ich wäre mir da nicht so sicher. Ezra hat nichts am Zeitverlauf geändert. Ahsoka ist auf die selbe Weise durchs selbe Tor gegangen, wie in der damaligen Folge.

    Machtvisionen und Kommunikation mit Machtgeistern über weite Entfernungen und Zeitschienen hinweg gab es auch im EU (u.a. Jacen Solo/Darth Caedus). Direkte Änderung der Vergangenheit gab es damals nicht und auch nicht in dieser Folge.

    Ich mag Zeitreisen generell nicht, sie haben in Star Wars meiner Meinung nach nichts zu suchen. Ich fand schon im alten EU dieses Zeit/Macht- Spiel nicht wirklich gelungen. Aber als besondere Form der Vision/Machtsicht kann ich damit irgendwie noch leben. Und etwas anderes war es hier, so wie ich es sehe, auch nicht.

    1. Ahsoka wäre nicht gerettet worden, wenn Ezra nicht durch das Zeitportal gegriffen und sie aus dem Duell gezogen hätte. Wenn er das nicht getan hätte, wäre Ahsoka von Vader niedergestreckt worden und wäre nicht am Ende der 2. Staffel durch diese Türe gelaufen. Er hat sie zwar wieder in dieselbe Zeitschiene zurückgeschoben aus der er sie entfernt hat, aber er hätte sie auch in seiner Zeit „behalten“ können. Die beiden haben ja auch körperlich interagiert; das war keine Vision, sondern „real“. Im Serienfinale hat Palpatine dann ja sogar Ezra eine Möglichkeit geboten, seine Eltern vor dem Tod zu bewahren – direkt die Vergangenheit zu ändern – aber Ezra hat der Versuchung widerstanden.

    2. Für mich ist es eindeutig eine Zeitreise und ein Eingriff in die Vergangenheit. Zwar gibt es nicht mehrere Zeitlinien – aber auch nur, weil die Serie weggeschnitten und uns den Ausgang nicht gezeigt hat. Trotzdem ist es unbestreitbar, dass jemand aus der Zukunft in die Vergangenheit eingreift und dort aktiv etwas tut, das ihren Verlauf beeinflusst. Hätte Ezra nicht durch das Portal hindurch Ahsoka gegriffen, hätte Vader sie wahrscheinlich getötet. Und selbst wenn sie überlebt hätte, dann wäre ohne Ezras Eingriff der Kampf anders verlaufen. Und wenn es nur eine Kleinigkeit wäre wie, dass Ahsoka sich wegduckt oder irgendeine Verteidigung durchführt. Ohne Ezras Eingreifen aus der Zukunft wäre der Kampf nicht GENAU gleich verlaufen. Also hat er durch seine Zeitreise die Vergangenheit verändert. Ob diese andere Vergangenheit ohne seinen Eingriff „vorher“ existierte oder nicht, ist irrelevant.

      Und dadurch, dass Ezra auch angeboten wird, Kanan zu retten, und es so dargestellt wurde, als sei das eindeutig möglich, können wir davon ausgehen, dass man jegliche Vergangenheit ändern kann und dass vor der Zeitreise (mit der man Kanan gerettet hätte) eine andere Zeitlinie existierte (in der Kanan starb). Also heißt das, dass es auch eine Zeitlinie gegeben haben muss, in der Ezra Ahsoka nicht aus dem Kampf mit Vader gezogen und gerettet hat. Es bleibt lediglich unklar, ob Ahsoka in dieser Zeitlinie gestorben ist (und am Ende nur ein Geist war) oder ob sie sich anderweitig gerettet hat.

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