Rezension: Star Wars Comic-Kollektion, Band 36: Legacy – Skywalkers Erbe

Star Wars Comic-Kollektion, Band 36: Legacy I: Skywalkers Erbe (30.01.2018)
Star Wars Comic-Kollektion, Band 36: Legacy I: Skywalkers Erbe (09.01.2018)

Ein herzliches Hallo und Willkommen in der Zukunft des Star Wars Legends-Universums. Klar, wir bewegen uns immer noch vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis, aber das Jahr 130 nach der Schlacht um Yavin ist schon eine Hausnummer, wenn man bedenkt, dass das letzte Werk vor dieser Zahl Feuerprobe im Jahr 45 nach der Schlacht um Yavin ist. Unser heutiger Titel ist Band 36 der Star Wars Comic-Kollektion: Legacy: Skywalkers Erbe. Die Geschichte stammt vom bekanten Autorenduo John Ostrander und Jan Duursema, Letztere war auch für die Zeichnungen verantwortlich. Außerdem in diesem Band enthalten ist die Ministory aus Legacy 4: Sturmtruppler vs. Sturmtruppler, die von Travel Foreman gezeichnet wurde. Wie in der Kollektion üblich, wurde die Ministory hinten angefügt, doch ist dies in diesem Fall nicht so tragisch, da sie nichts mit der Story der Hauptcharaktere zu tun hat. Im Sonderband derselben Geschichte war sie nicht enthalten. Dafür wurde das komplette einleitende Handbuch aus dem Sammelband gestrichen, sodass wir keine Hintergrundinfos zu den Charakteren und der aktuellen galaktischen Situation erhalten. Das fand ich besonders schade, da das Handbuch echt gut geschrieben war.

Der einleitende Text versucht dies ein wenig auszugleichen, doch schafft dies kaum, da auch Ostrander und Duursema noch einmal vorgestellt werden, R2-D2s Speicherkarte geht noch einmal auf Ostranders Lebenslauf ein.

Leser, welche den Legends-Bereich in chronologischer Reihenfolge lesen, werden den Hauptbösewicht der Reihe bereits kennen. Nicht zwangsläufig unter dem Namen Darth Krayt, aber durchaus unter einem anderen. Für alle anderen will ich hier noch nicht spoilern. Kol und Cade Skywalker sind die ersten Figuren, die auf der guten Seite vorgestellt werden. Während Kol Mara Jades und Ben Skywalkers rote Haare geerbt hat, wurde sein Sohn Cade mit Lukes blonden Haaren ausgestattet. Wenn ich mich recht erinnere, ist Ben übrigens Kols Großvater, das kann aber genauer bei der jedipedia.net nachgelesen werden.

Auch der gegenwärtige Imperator Roan Fel trägt einen mächtigen Namen und obwohl es nie gesagt (oder offiziell bestätigt) wird, ist er doch ein Verwandter von Cade, denn wir erinnern uns, dass sein Vorfahre Jagged Fel, der als Vorfahre bestätigt ist, Luke Skywalkers Nichte Jaina Solo geheiratet hat. Entsprechend fließt auch hier Skywalker-Blut. (Über die dritte und letzte Linie, nämlich über Jacens und Tenel Kas Nachfahrin Ania Solo gibt es ebenfalls eine Legacy-Reihe.)

Generell ist der Ton des Bandes sehr dunkel gehalten. In der Story kommt keine Freude auf, die Charaktere können sich größtenteils nicht ausstehen. Durch die Sith herrscht ein Zeitalter der Unterdrückung und man fühlt sich irgendwie in die Zeit der alten Republik zurückversetzt, nur härter, kälter, weniger nostalgisch. In einer Szene auf einem Grasplaneten wirkt die Galaxis beinahe in Ordnung, wie an einem lauen Sommerabend, aber die Realität kehrt schnell zurück und so werden Skywalkers Erben mit ihren neuen Erzfeinden bekannt gemacht.

Bei den Sith wurde viel auf Rot-Töne gesetzt. Und dabei meine ich nicht die Farben der Lichtschwerter, sondern Hautfarben. Ich gehe allerdings davon aus, dass viele sich ihren Körper einfach haben tätowieren lassen, da rote Hautfarben auch in der Star Wars-Galaxis recht selten sind. Dabei ist eine extrem hohe Vielfalt an Spezies vertreten: Menschen, Twi-Lek, Zabrak, sogar ein Quarren ist dabei. Vom Auftreten her stechen Darth Krayt und Darth Niehl besonders hervor. Krayt wegen seiner merkwürdigen Rüstung, deren Ursprung hier lediglich als Kreaturen der Yuuzhan-Vong beschrieben wird, und Niehl, weil er statt rot-schwarzer Haut, weiße Haut mit schwarzen Tattoos hat. Und mit weiß meine ich nicht Haut-weiß, sondern Papier-weiß.

Mit Gastauftritten als Machtgeister oder Holocrongeister treten vier große Charaktere des Legends-Bereiches auf: zum einen natürlich Luke Skywalker, der Großmeister persönlich, der versucht, seinen Nachfahren auf den rechten Weg zurück zu führen. Zum anderen die Sith-Lords Andeddu, Nihilus und Bane, welche von Krayt zur Hilfe angerufen werden, ihn aber mehr oder weniger dafür verspotten.

Wir haben hier einen Comic vorliegen, der nicht nur eine Handlung vorbereitet, sondern auch direkt tief in sie eintaucht, den Leser zum Weiterlesen anregt, Lust auf mehr macht. Action mit Drama kombiniert. Zugegeben, an die Hauptcharaktere muss man sich definitiv erst gewöhnen, da man sich nicht wirklich mit ihnen identifizieren kann, doch muss man das auch gar nicht.

Letztlich gebe ich dem Band fünf Holocrons.

Der Rezensent vergibt 5 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 5 von 5 Holocrons!

Ach so, der Fortsetzungstext handelt wieder von irgendwelchen Schauspielerbesetzungen, die eigentlich niemanden interessieren…

Wir danken Panini für das Rezensionsexemplar.

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