Rezension: Star Wars: Die letzten Jedi

<em>Die letzten Jedi</em> Teaser Poster

Die letzten Jedi Teaser Poster

Wie wohl so ziemlich jeder Star Wars-Fan war auch ich gespannt, wie es mit Star Wars nach Das Erwachen der Macht (2015) weitergeht. Und mit dem offiziellen Kinostart am 14.12.2017 sollten wir es mit dem achten Teil der Weltraumoper Star Wars: Die letzten Jedi endlich erfahren. Im Vorfeld habe ich mir selbst nur den Teaser und den Trailer zum Film angesehen und ansonsten keinerlei Informationen zur Handlung oder Bildmaterial an mich herantragen lassen.

Nach einer Einladung von Disney hatte ich bereits am 12. Dezember um 10 Uhr in Frankfurt die Möglichkeit genutzt und mir Star Wars: The Last Jedi in 2D und mit dem Originalton angesehen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag habe ich dann, wie so viele andere auch, in der Mitternachtspremiere von Star Wars: Die letzten Jedi gesessen. Somit habe ich den Film bereits sowohl in 2D und 3D, als auch auf Englisch und in Deutsch gesehen. Nun hatte ich mittlerweile genug Zeit mir meine Meinung zu dem Film zu bilden, und diese möchte ich euch nun vorstellen. Nachdem mein Kollege Bendix seine Meinung zum neuesten Kinofilm der Star Wars-Saga spoilerfrei kundgetan hat – und der Großteil von euch den Film mittlerweile gesehen haben dürfte – darf ich nun mit sämtlichen Details um mich werfen, ohne Rücksicht nehmen zu müssen – hiermit wurdet ihr vor kommenden Spoilern gewarnt!

Kurz und knapp vorweg: Mir hat der Film als solcher gefallen! Der Film hat mich super unterhalten; ich habe gelacht, habe mitgefiebert, erleichtert aufgeatmet und fast Tränchen vergossen. Aber er ist nicht der perfekte Star Wars-Film, den ich erwartet hatte, nachdem er bereits vor Wochen fertiggestellt war und der Regisseur sogar bereits mit einer neue Trilogie beauftragt worden ist – solche Informationen erwecken tatsächlich auch eine gewisse Erwartungshaltung. Er hat mir zweifelsohne definitiv besser gefallen als Star Wars: Das Erwachen der Macht, zu dem er eine sehr gelungene Fortsetzung ist. Zudem beantwortet er auch einige Fragen, welche im Vorgänger aufgeworfen wurden, aber bei weitem nicht alle.

Handlung

<em>Star Wars: Die letzten Jedi</em> - Offizielles Poster

Star Wars: Die letzten Jedi – Offizielles Poster

Die Handlung in Die letzten Jedi ist in drei Stränge aufgeteilt. Der erste dreht sich um die Reste des Widerstands, welche sich nach ihrer Flucht von D’Qar im Weltall ein Wettrennen um die Zeit mit der Ersten Ordnung liefert. Der Flotte des Widerstands geht nach und nach der Treibstoff aus und in den Hyperraum springen wird ihnen nicht helfen, da die Erste Ordnung sie auch im Hyperraum aufpüren kann. Nach einem Angriff, angeführt von Kylo Ren (Adam Driver), befindet sich General Leia Organa (Carrie Fisher) auf der Krankenstation und ihre alte Freundin Vizeadmiral Holdo übernimmt das Kommando über die verblieben Widerstandskämpfer – sehr zum Missfallen von Poe Dameron (Oscar Isaac).

Der zweite, etwas komplexere Handlungsstrang zeigt Finn (John Boyega) und die neue Figur Rose Tico (Kelly Marie Tran), welche, nach einem Tipp von Maz Kanata, nach Canto Bight aufbrechen um dort nach einem bestimmten Master Codebreaker zu suchen. Dieser soll es ihnen ermöglichen an Board des Führungsschiffes der Flotte der Ersten Ordnung zu gelangen, wo Rose dann den Sender deaktivieren kann, welcher es der Ersten Ordnung ermöglicht die Reste der Flotte des Widerstandes im Hyperraum zu orten. Den beschrieben Master Codebreaker finden sie zwar, kommen aber nicht mit ihm in Kontakt, da sie vorzeitig von der örtlichen Justizbehörde in Gewahrsam genommen werden. Im Gefängnis allerdings treffen sie auf die neue Figur „DJ“ (Benicio Del Toro), welche ihnen beim Ausbruch behilflich ist. Da er eigenen Angaben zufolge auch mit den Codes der Ersten Ordnung vertraut ist, werben sie ihn anstelle des gesuchten Master Codebreakers an, um mit seiner Hilfe an Board von Snokes Supremacy zu gelangen.

Und der dritte Teil der Handlung dreht sich um Rey (Daisy Ridley) auf Ahch-To. Dort ist sie auf Jedi-Meister Luke Skywalker (Mark Hamill) getroffen und erhofft sich von ihm Hilfe; zum einen im Kampf des Widerstands gegen die Erste Ordnung aber auch für sich selbst im Umgang mit der in ihr erwachten Macht. Meister Skywalker hat allerdings anfangs so gar kein Interesse daran wieder in die Geschehnisse in der Galaxis eingebunden zu werden, denn er hat sein freiwillig gewähltes Exil auf Ahch-To angetreten um mit sich den Orden der Jedi sterben zu lassen.

Zwischen diesen drei Handlungsbögen des Widerstands ist die Geschichte der Ersten Ordnung mit Kylo Ren, General Hux (Domhnall Gleeson) und Oberster Anführer Snoke (Andy Serkis) eingewoben.

Am Ende kommen die einzelen Stränge auf dem Mineralplaneten Crait zusammen, wo es zum finalen Shodown zwischen dem Widerstand und der Ersten Ordnung kommt.

Star Wars: Die letzten Jedi: Adam Driver als Kylo Ren

Star Wars: Die letzten Jedi: Adam Driver als Kylo Ren

Als Fortsetzung von Das Erwachen der Macht, dem vorgeworfen wird eine Kopie von Episode IV: Eine neue Hoffnung zu sein, muss man selbstverständlich auch die Handlung von Die letzten Jedi nach diesem Gesichtspunkt untersuchen und wird feststellen, dass auch er sich sehr vieler Merkmale sowohl von Episode V: Das Imperium schlägt zurück, als auch von Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter bedient. So gibt es in Das Imperium schlägt zurück und nun auch in Die letzten Jedi jeweils eine Evakuierung der Rebellen/des Widerstands von dem Planeten Hoth/D’Qar, welche vom Imperium/der Ersten Ordnung gestört wird. Und auch die auf Hoth kurz darauf stattfindende Bodenoffensive des Imperiums gegen die Rebellen in ihren Schützegräben findet sich im neuen Film am Ende auf Crait. Aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter hat man zweifelsohne die Szenen zwischen dem Imperator, Darth Vader und Luke Skywalker übernommen und mit Snoke, Kylo Ren und Rey neu besetzt. So bekommt Luke in Episode VI vom Imperator dessen Plan zur Vernichtung der Rebellion präsentiert und kann durch das Fenster hinausblicken und zusehen, wie die Flotte der Rebellen vom Todessternlaser dezimiert wird. Im neuen Film hat Snoke nun dazugelernt und noch ein Vergrößerungsglas angebracht, damit Rey die kleinen, fliehenden Transporter des Widerstands auch besser sehen kann. Und wie jeder gute dunkle Machtnutzer muss auch Kylo Ren in Die letzten Jedi, wie einst Darth Vader an Luke auf Bespin in Das Imperium schlägt zurück und zuvor an seine Frau Padmé Amidala auf Mustafar in Episode III: Die Rache der Sith, Rey ein Angebot zur gemeinsamen Beherrschung der Galaxis unterbreiten.

Selbstverständlich hat der Millennium Falken auch wieder eine sehr an seinen Angriff auf den zweiten Todesstern aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter erinnernde Verfolgungsjagd mit TIE-Fightern durch das Planeteninnere von Craith, bei dem er schon wieder seine Sensorschüssel verliert. Diesen Running Gag empfinde ich mittlerweile als nervig. Ich mag zwar den Gedanken, dass das Solo-Glück auf Chewbacca übergegangen ist, aber diese Wiederholung an Actionsequenzen mit dem Falken ist mittlerweile ausgelutscht. Versteht mich nicht falsch, ich hatte beim schauen der Szene absolut meinen Spaß, das ist Action pur, aber auch ein Millennium Falke muss der Wahrscheinlichkeit nach früher oder später mal in eine Sackgasse fliegen und mehr als seine Sensorschüssel bei solchen Ausflügen verlieren.

Star Wars: Die letzten Jedi: Mark Hamill als Luke Skywalker und Daisy Ridley als Rey

Star Wars: Die letzten Jedi: Mark Hamill als Luke Skywalker und Daisy Ridley als Rey

Neben diesen offensichtlichen Übernahmen aus den anderen Filmen, gibt es auch sehr gut eingesetztes Bekanntes. Allem voran die Szene von Luke Skywalker und seinem alten Freund R2-D2 auf Ahch-To an Board des Millennium Falken. Diese Szene, als R2-D2 Prinzessin Leia aus Eine neue Hoffnung projiziert, verleiht mir auch nach dem fünften Mal schauen noch immer Gänsehaut. Unterstützt wird das natürlich durch das grandiose Spiel von Mark Hamill. „Helft mir Obi-Wan Kenobi, ihr seid meine letzte Hoffnung!“ Auch 30 Jahre später hat diese Satz an nichts an Intensität eingebüßt. Neben Leia als Hologramm schaffe es auch eine weitere Figur zurück in die Saga: der Machtgeist von Jedi-Meister Yoda. Sein auftauchen kam für mich absolut unerwartet. Aber Luke und Yoda wieder zusammen zu sehen und zu sehen wie Yoda seine Späße mit Luke treibt, tut nicht nur dem Film richtig gut, sondern offensichtlich auch Luke.

Der gewohnte Lauftext vor der Episode fasst im Grunde die Ereignisse aus Star Wars: Das Erwachen der Macht zusammen. Es gab sogesehen auch keine andere Möglichkeit, da Episode VIII direkt an den Vorgänger anknüpft. Während der Lauftext von Episode VII noch die Aufgabe erhielt, die Zuschauer in die neue Trilogie einzuführen, hatte ich bei Episode VIII schon fast das Gefühl, dass er störend wirkt, da er zum ersten Mal bei einem Star Wars-Film keine neuen Informationen liefert. Für mich ist Die letzten Jedi so gesehen viel mehr eine Episode VII.2, als eine eigenständige Episode. Man hat sich einfach zu wenig vom Vorgänger entfernt. Die Fortsetzung spielt zu 75% auf Orten des Vorgängers und führt selbst nur zwei neue Orte und Figuren ein. Das ist meiner Meinung nach einfach zu wenig, vor allem da Canto Bight kaum Wirkung erzielt. Ich denke da vor allem an die Einführung Bespins in Das Imperum schlägt zurück; der Gasriese mit seiner Wolkenstadt kam auch nur in dieser einen Episode vor.

Snokes Thronsaal in Die letzten Jedi

Snokes Thronsaal in Die letzten Jedi

Die in Die letzten Jedi gezeigte Galaxis wirkt einfach ziemlich klein, so als gäbe es nur die Erste Ordnung mit Kylo Ren und Snoke und das kleine bisschen Widerstand, das noch existiert. In Episode V und Episode VI kamen auch nicht mehr Planeten und Figuren vor, aber man hatte hier zumindest immer das Gefühl, dass es da noch etwas Größeres gibt.

Ein weiterer Punkt ist die Motivation der Ersten Ordnung. Sie wollen den Widerstand vernichten. Okay. Und dann? Sie haben gerade den Senat und damit die Neue Republik ausgelöscht. Sollte man da nicht mit der Etablierung einer neuen galaxisweiten Regierung beginnen? Oder anfangen ehemalige Planeten der Neuen Republik zu übernehmen? Aber gut, so weit hat da anscheinend niemand nachgedacht, denn das ist nicht das einzige Problem der Ersten Ordnung. Denn nachdem es dem Widerstand gelungen ist die Starkiller-Basis zu zerstören, wird die Erste Ordnung natürlich nicht tatenlos bei der Evakuierung ihrer Basis zusehen, gerade wenn sich die Möglichkeit anbietet, dem Widerstand nun endgültig den Garaus zumachen. Die Erste Ordnung erscheint mit einigen Sternenzerstörern der Resurgent-Klasse (Finalizer, bereits bekannt aus Episode VII) und einem Schlachtschiff (Dreadnought der Mandator IV-Klasse) über D’Qar. Bei diesen Szenen zeigt sich, dass man aus Rogue One gelernt hat und diesen Effekt nun einzusetzen weiß. Dazu kommen noch erst die von der Oberfläche von D’Qar aus betrachteten Sternenzerstörer, welche ins System springen, und dann natürlich der Moment, wenn das Schlachtschiff aus dem Hyperraum auftaucht. Sehr gut eingesetzter Effekt, der mich direkt nach Luft hat schnappen lassen. Die folgende Schlacht fand ich auch sehr gut inszeniert. Aber gleichzeitig keimte in meinem Hinterkopf eine Frage auf: Wieso kommt die Erste Ordnung mit diesen riesigen Großkampfschiffen nach D’Qar um den kläglichen Rest der Widerstands-Flotte zu vernichten und bringen keine Anti-Einmannjäger-Waffe mit? Wie oft in der Geschichte der Galaxis müssen kleine Raumjäger noch beweisen, dass sie den Unterschied bei einer Schlacht machen (Todesstern, Executor, Starkiller-Basis)? So arrogant kann kein Regime sein. Ich finde die Szenen super inszeniert, und hab tatsächlich mitgefiebert, aber trotzdem konnte ich die Schlacht nicht ganz genießen. Was haben eigentlich die Sternenzerstörer gemacht? Offensichtlich nur zugesehen, wie das Schlachtschiff zerstört wird. Später ebenso, wenn die Supremacy auf den Kreuzer der Republik schießt. Wieso dieses verfolgen? Könnte keiner der Sternenzerstörer einfach einen Mikrosprung nach vorne machen, wenden und dann dem Widerstand entgegenfliegen? Aber dann wäre die eh schon dünne Handlung im Weltraum ja direkt beendet.

Star Wars: Die letzten Jedi: AT-M6-Läufer mit Kylos Shuttle

Star Wars: Die letzten Jedi: AT-M6-Läufer mit Kylos Shuttle

Der ganze Canto-Bight-Part gefällt mir nicht, weil hier zuviele Zufälle passieren. Bis zum Teil, wo Rose und Finn ins Gefängnis kommen, kann ich noch damit leben, aber spätestens mit dem Auftauchen von DJ bin ich raus. Das kommt auf mich zu erzwungen rüber. Das ganze fühlt sich für mich einfach nicht nach Star Wars an. In keinem anderen bisherigen Star Wars-Film könnte ich mir so eine Szene vorstellen. Ja, man macht hier Neues, probiert einen neuen Weg aus, aber für mich funktioniert dieser einfach nicht. Im ersten Moment kam es mir so vor, als wolle man einfach irgendeine Cantina-Szene einbauen.

Nein, also so sehr der Film mich auch unterhält, die Handlung ist mehr als schwach. Einzig der Teil mit Rey und Luke auf Ahch-To hat Potential, welches auch mit dem Ausbau der mystischen Macht und dem Jedi-Orden genutzt wird. Über die Figur Captain Phasma mag ich eigentlich gar nichts sagen – einfach nur mies. Mir fehlt ein schön choreographiertes Lichtschwert-Duell. Das einzige Mal, dass sich zwei Lichtschwerter kreuzen, ist im Flashback zwischen Luke Skywalker und Ben Solo. Dafür gibt es einen spannenden Kampf zwischen Kylo Ren und Rey und den Prätorianern.

Die neuen Aspekte der Macht finde ich sehr gut. Wo die Prequel-Trilogie hier gar nichts gemacht hat, nutzt der neue Film die Möglichkeiten und führt die Macht und deren Möglichkeiten auf ein neues Level. Die Szene mit Leia ist zwar noch gewöhnungsbedürftig, aber auch diese fand ich im nachhinein gut inszeniert. Aber am wichtigsten ist hier definitiv das Thema Gleichgewicht, womit das Thema aus den Prequels wieder aufgegriffen wird und wir erfahren, dass Rey das helle Gegenstück zu Kylos Dunkelheit darstellt. Interessant wird es hier dann aber wieder bei der Figur Snoke. Er scheint ein dermaßen mächtiger Machtnutzer zu sein, offensichtlich aber nicht rein der dunklen Seite, sonst müsste es doch auch hier ein Gegenstück geben. Mit seinem plötzlichen und für mich absolut unerwartetem Ableben kann ich gut leben. 1983, als Darth Vader in Die Rückkehr der Jedi-Ritter seinen Meister in einen Schacht des Todesstern geworfen hat, wusste auch keiner, wer dieser Imperator eigentlich ist und woher er seine Macht hat, bzw. was er kann und dennoch hat es super funktioniert. Als Rey auf Ahch-To in den Spiegel blickt und nach ihren Eltern fragt, hatte ich kurz erwartet, dass sie Snokes Gesicht sieht und sie ähnlich wie Anakin Skywalker ein Produkt der Macht ist, eventuell unwissentlich von Snoke kreiert. Die schlussendliche Auflösung, dass Rey aus einer unbedeutenden Familie kommt, finde ich aber sehr gut. Was haben mich diese ganzen Theorien aufgeregt, über Snoke und über Rey. Schön, dass hier endlich ein Riegel vorgeschoben wurde.

Star Wars: Die letzten Jedi: Daisy Ridley als Rey

Star Wars: Die letzten Jedi: Daisy Ridley als Rey

Dass Rey ein kleiner Langfinger ist, hätte ich auch nicht gedacht. Aber im nachhinein verständlich, schließlich wollte ihr Luke Skywalker nicht helfen, also muss sie sich selbst helfen. Ich frage mich nur, ob Yoda sich dieser Tatsache bewusst war und daher so ohne mit der Wimper zu zucken den Blitz gesendet hat.

Positiv hervorheben will ich aber auch noch den Humor im Film, der für mich nämlich sehr gut funktioniert hat. Der Dialog zu Beginn zwischen General Hux und Poe Dameron, diverse Szenen mit Luke (Jakku, R2-D2), die Bügeleisen-Szene und natürlich BB-8 – die Lacher waren natürlich eingeflochten, wirkten nie erzwungen und zu keiner Zeit übertrieben oder fehl am Platz.

Effekte & Sound

Star Wars: Die letzten Jedi: Der Millennium Falke

Star Wars: Die letzten Jedi: Der Millennium Falke

Effekttechnisch macht Die letzten Jedi für eine aktuelle Produktion einiges her. Sämtliche Actionsequenzen zeigen keinerlei Fehler und wirken absolut natürlich – sofern sie aus dem Computer kommen. Denn mit den animatronischen Porgs auf Ahch-To hatte ich stellenweise meine Schwierigkeiten. Umgehauen haben mich die Hyperraumsprünge der Ersten Ordnung. Wie zuvor bereits erwähnt, ist das einfach bombastisches Feuerwerk. Das i-Tüpfelchen stellt natürlich der Sprung in den Hyperraum von Vizeadmrial Holdo dar, nämlich glatt durch die Flotte der Ersten Ordnung. Dafür werden Filme gemacht und dafür gibt es riesige Leinwände in den Kinos.

Im Vergleich zu Das Erwachen der Macht muss ich aber dieses Mal sagen, dass ich vom 3D-Effekt etwas enttäuscht bin. Ich hatte den Film zuerst in 2D gesehen und war daher gespannt darauf, welche Szenen wohl von der dazugewonnenen Tiefe des 3D-Effekts profitieren. Dabei musste ich leider feststellen, dass nur sehr wenige Szenen im Kino den 3D-Effekt nutzen. Was in 2D schon spektakulär war, ist es in 3D ebenso. Nur bei den Raumkämpfen zu Beginn erwirkt die zusätzlich gewonnene Tiefe einen positiven Effekt. Das war auch bei Rogue One: A Star Wars Story noch anders und wurde besser eingesetzt. Einen wirklichen Mehrwert bietet es daher nicht und ich kann die Empfehlung geben, sich den Film getrost auch in 2D anzuschauen und auf 3D zu verzichten, sofern euer Kino dies anbietet.

Ein Vulptex in Star Wars: Die letzten Jedi

Ein Vulptex in Star Wars: Die letzten Jedi

Zudem ist mir erst im nachhinein aufgefallen, dass mir zum ersten Mal bei einem Star Wars-Film keine schnittechnischen Wischblenden o.ä. aufgefallen sind, welche von George Lucas sehr gerne und viel eingesetzt wurden. Ich könnte selbst jetzt, nachdem ihn den Film bereits einige Male gesehen habe, keinen Szenenwechsel benennen, bei dem eine Wischblende zum Einsatz kam.

Ich habe dieses Mal übrigens zum ersten Mal in meinem Leben die Originalfassung eines Star Wars-Films vor der deutschen Version gesehen. Also ein absolutes Novum. In der englischen Fassung hatte ich stellenweise nur Probleme mit den Dialogen von DJ und mit der deutschen Synchro bin ich zufrieden. Im Orginalen spricht natürlich Frank Oz seinen Yoda, da musste man im Deutschen auf eine neue Synchro ausweichen, welche nach einiger Gewöhnung auch passend ist. Das ist ja bei Synchronstimmen immer ein heikles Thema, wenn Sprecher ausgetauscht werden. Aber bei Darth Vader haben wir es überlebt, und mit der neuen Stimme von Yoda kann ich auch durchaus leben.

Musik

Der Soundtrack von John Williams zu Die letzten Jedi ist meiner Meinung nach besser gelungen als noch zu Das Erwachen der Macht. Die im Vorgänger eingeführten Themen zur Ersten Ordnung, Rey und Luke Skywalker finden auch hier wieder ihre Verwendung, und werden zusätzlich durch altbekannte Themen zu Leia, der Macht und der dunklen Seite, sowie dem Imperialen Marsch ergänzt. Das lässt den Score sehr viel runder wirken. Zusätzlich gibt es für die Story um Rose und Finn noch ein neues Thema. Für mich ist es etwas Star Wars-untypisch, tatsächlich muss ich irgendwie dabei immer an Zurück in die Zukunft denken, doch ich kann mir auch nicht erklären weshalb. Aber obwohl es so untypisch im Ohr klingt, passt es doch zu dem auch in meinen Augen recht Star Wars-untypischen Handlungsverlauf in Canto Bight.

Mein Lieblingsstück ist und bleibt vorerst auch die Melodie, welche auch schon zum Auftakt im Trailer zu hören war und im Film im Finale zum Einsatz kommt, wenn Luke aus der Höhle hinaus zur Ersten Ordnung marschiert. Perfektes Zusammenspiel von Schauspiel, Bild, Ton und Musik. Sogar jetzt wo ich beim Schreiben nur dran denke, bekomme ich schon wieder Gänsehaut.

Fazit

Als Star Wars-Film für sich genommen hat mich der Film überzeugt. Gewohntes kam im gleichen Maße vor wie Neues. Und mit dem Neuen hat die Welt von Star Wars einiges an Interessantem hinzugewonnen, was im nächsten Film hoffentlich entsprechend aufgegriffen, bzw. auch in den weiteren Medien des Kanon tiefer erforscht werden wird. Allerdings hat der Film bei mir den starken Eindruck hinterlassen, dass Rian Johnson mit vielem, das sein Vorgänger J.J. Abrams bei Das Erwachen der Macht eingeführt hat, nichts anzufangen wusste und es daher herausgenommen hat. Angefangen bei dem Cliffhanger von Episode VII mit Luke und Rey auf Ahch-To. Die Fortsetzung der Szene, in der Luke sein Lichtschwert nimmt und betrachtet, um es dann achtlos wegzuwerfen, kommt für mich so rüber, als wusste Johnson auch nicht, was er mit diesem mystischen Moment anfangen soll, und hat ihn so völlig ins leere laufen lassen und zerstört. Zwei Jahre warten auf sowas! Als nächstes scheint ihm Kylo mit seiner Maske nicht gefallen zu haben, also auch weg damit. Klar, man will ja schließlich mehr vom Spiel von Adam Driver sehen. Und natürlich der Oberste Anführer Snoke. Es wirkt auf mich, als hätte Johnson diese mystische und übermächtige Figur nicht wirklich einzusetzen gewusst, weswegen er ihn auch relativ schnell direkt auf die Bretter schickt und damit seiner sämtlichen Relevanz beraubt, mit dem Ziel, Kylo Ren als ultimativen Oberbösewicht in der Trilogie zu platzieren – da hätte dieser Snoke einfach im weiteren Verlauf gestört. Und mit dieser Tatsache macht es auch absolut Sinn, dass sich auch Luke, der sogar bei Darth Vader noch Gutes gespürt hat, bei seinem Enkel jegliche Hoffnung, ihn zurück ins Licht zu holen, aufgegeben hat; es hat schließlich auch nie jemand versucht den Imperator zu bekehren. Wo wir gerade dabei sind: Was ist eigentlich aus Temmin Wexley geworden? In Das Erwachen der Macht war er beim Angriff des Widerstands auf die Starkiller-Basis noch zu sehen, aber in Die letzten Jedi in keiner einzigen Szene.

Als Fan der Legenden fiel es mir nach dem ersten Anschauen etwas schwer, die gezeigte Entwicklung von Jedi-Meister Luke Skywalker anzunehmen. Dort hat er schließlich immer an vorderster Front für die Neue Republik gekämpft, verhandelt und sich aufgeopfert bis zuletzt – egal welcher neue Feind den Frieden in der Galaxis bedrohte. Doch auch in den Legenden hatte Luke schon keine Hoffnung mehr für seinen gefallenen Neffen und auch dort war es nicht an ihm, ihn schlussendlich zur Strecke zu bringen. Insofern steckt in Die letzten Jedi doch etwas Legenden-Material.

Von der schauspielerischen Leistung her haben mich alle durch die Bank weg überzeugt. Der Rolle des Kylo Ren tut es sehr gut, dass Adam Driver sein Spiel nun nicht mehr hinter einer Maske verstecken muss. Auch Daisy Ridleys Rey verkörpert noch immer perfekt die Rolle des Mädchens vom Lande, das nun in die großen Mühlen der Galaxis geworfen wird und darin ihren Platz finden muss. Und auch Oscar Isaac kommt in diesem Teil der Saga besser zur Geltung als noch im Vorgänger, wobei sich die Wandlung vom impulsiven Piloten zum bedächtigen Anführer etwas rasch vollzieht, aber wie Rey lernen manche eben schneller als andere. Und besonders zu erwähnen sind natürlich Carrie Fisher und Mark Hamill. In der englischen Fassung haben sie mich schon gehabt, aber spätestens mit dem ersten Satz von Luke Skywalker in der deutschen Synchro war ich dann endgültig überzeugt, dass es sich hier um einen offiziellen Star Wars-Teil handelt und ich nicht nur ein Fan-Film a la „was wäre, wenn…“ schaue.

Man soll den Tag nie vor dem Abend loben. Und als zweiter Teil einer Trilogie werde ich Sinn und Unsinn von Die letzten Jedi wirklich endgültig erst beurteilen können, nachdem ich Star Wars: Episode IX 2019 in den Kinos gesehen habe. Aktuell aber, so wie er ist, hat mir der Film gefallen, ich wurde und werde auch beim x-ten Mal anschauen noch super unterhalten und ich fiebere immer wieder auf Szenen mit Luke Skywalker hin. Es ist absolut sein Film, die parallelen Handlungsstränge sind wirklich nur Nebenhandlungen und bereiten ihm das Feld. Daher gebe ich Star Wars: Episode VIII – Die letzten Jedi vier von fünf Holocrons!

Der Rezensent vergibt 4 von 5 Holocrons!

Der Rezensent vergibt 4 von 5 Holocrons!

Über den Autor

Julian

Julian
Julian ist der Mitbegründer der Jedi-Bibliothek. Star Wars-Fan ist er seit 2004 und liest hauptsächlich Romane, aber auch ein paar Comics. Neben Star Wars hat er auch ein Leben und in diesem studiert er Biologie und gibt Nachhilfe in Mathe.

16 Kommentare

  1. Brian

    Ich bin ein wenig entäuscht vom Soundtrack, da er eigentlich meist nur auf bereits bestehende Themes und Motive aufbaut. Ja, ein paar sind tatsächlich klasse transofmiert worden, was klasse ist, aber manches ist einfach nur recycelt worden. Selbst das Thema bei Finn und Rose passte nicht so gut, dennmeiner Meinung nach hat es mich sehr and Indiana Jones erinnert. Aber das Ende zu „Escape“ hat eine gewisse Wucht und der temporeiche Anfang von „The Fathiers“ war auch mal was neues.

    Aber Film?(um den geht es doch eigentlich)
    Klasse!! Hat mir sehr gefallen. Ich bin gespannt, wie das Internet ihn während der kommenden Tage richten wird. Am Ende des Tages gibt es immer unzufriedene Manschgerl

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  2. Xeson

    Hab den Film bisher nur einmal gesehen und sehr oft von der „Bügeleisen Szene“ gelesen. Diese ist mir aber null im Gedächtnis geblieben. Auf welche Szene bezieht sich das? Vielleicht kann ich mich mit einem Hinweis daran erinnern.

    Ansonsten kann ich größtenteils zustimmen. Mir waren die Witze aber etwas zu viel. Ist aber Geschmackssache. Mehr über Snoke zu erfahren, vielleicht in Rückblenden, ähnlich wie bei Kylo und Luke, wäre mir lieber gewesen als Canto Bight. Denn am Ende hatte der gesamte Plot nur 2 Ziele: 1) Waffenhändler sind nicht nur für die Bösen (wow, Überraschung) und 2) Kill Phasma

    Wie sonst hätte man es schaffen können Finn und Rose in Gefangenschaft der Ersten Ordnung kommen zu lassen.

    Probleme habe ich aktuell noch mit der letzten Szene des Films. Dieser machtsensitive Junge, ich weiß nicht was ich mit dem anfangen soll 🙁

    Antworten
    1. JulianJulian (Autor des Beitrags)

      Die Szene kommt direkt nachdem es DJ mit Rose und Finn an Board der Supremacy schaffen. Da sieht man erst etwas, das aussieht wie die Landestützen einer Raumfähre, was sich dann aber als Bügeleisen entpuppt, dass die Uniformen der Ersten Ordnung bügelt – von denen Rose, Finn und DJ jeweils dann jeweils eine entwenden.

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      1. Xeson

        Ah, die Szene ja die war echt schön dezent eingebaut, auch gerade als Übergang. Definitiv eine der besseren Szenen dieser Art 😉 Danke

  3. tnbf

    Mir ist es absolut unverständlich, wir man den Humor in TLJ als „natürlich eingeflochten“ und „nie erzwungen und zu keiner Zeit übertrieben oder fehl am Platz“ empfinden kann.

    In keinem der bisherigen Star Wars (Original) Filme wurde ein solch Spaceballs-artiger Humor verwendet wie in TLJ. Manchmal dachte ich wirklich ich würde mir hier tatsächlich gerade eine Star Wars Parodie ansehen. Das ging mit Luke und wem Wegwerfen Lichtschwertes schon los. Dadurch alleine wurde die letzte Szene aus TFA dermaßen auf den Kopf gestellt. Leider ging es dann so weiter.

    Die Story bekommt für mich klar die Schuknote 5. Handwerklich ist der Film natürlich top.

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    1. InesInes

      Sei versichert, dass die Rezension nicht die Meinung der gesamten Redaktion widerspiegelt, wie es immer so schön heißt. Ich bin in puncto Humor voll bei dir. Der ging nämlich stellenweise gar nicht. V.a. die Grashalm- und die Staub-von-der-Schulter-klopf-Szene werde ich dem Film für alle Ewigkeiten übel nehmen. Das passt nicht zu Luke und so möchte ich einen Jedi-Meister nicht sehen. Mir haben in den letzten Tagen schon zig Leute erklärt, warum diese Handlungen logisch, passend und witzig sein sollen, aber für mich fühlt sich das einfach so falsch an, dass ich nicht darüber hinwegsehen kann.

      Antworten
  4. Julian

    Also das mit dem Imperator (davon ausgehend das man nur die klassiche Trilogie kennt) und Snoke vergleich, ist irgendwie das Todschlagargument schlichtweg. XD Tja xD mich als Prequeleinsteiger reicht das am Ende dann nicht, das ich kein Plan habe von Snoke, ich sehs schon kommen die ganzen Spin-offs zwischen Episode 6 und 7 XD

    Bei Humor kann ich dir nur Ansatzweise zustimmen, denn überall die Porgs waren, das war für mich einfach nur nervig. XD Als Chewbecca die gegessen hatte dacht ich mir, wow die Szene soll zum lachen sein oder was? XD
    Und auch als Fan der Legends, gefallen mir die Charaktere nicht mehr so wie ich sie kenne. Ich meine ein Jedi „wischt Dreck“ von seiner Schulter weg und dieser Zwinker, das war für mich nicht Luke. :’D Leia, C3PO etc. auch anders als noch in den Legenden die wir kennen, geschweige klassischen Trilogie. XD

    Muss den Film sowieso nochmal gucken. :’D Um endgültig eine Meinung zu bilden, aber Leia und Lukes Machtfähigkeiten lassen sich zum Glück ein bisschen mit Legendsmaterial erklären. :’D

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  5. Oliver Schulz

    Danke für Deine Sicht auf TLJ!
    Bin selber noch etwas unschlüssig, wie ich diese Episode finden soll.
    Canto Bight und die Finn/Rose-Story waren eigentlich ziemlich entbehrlich, da sie zu nicht führten. Da hätte dann ein 2-Stunden-Film vielleicht auch gereicht.
    Mit dem Humor hatte ich auch so einige Probleme. Das „Gespräch“ zwischen Hux und Poe war für mich z.B. schon fast zum Fremdschämen. Gerde diese kindische Reaktion von Hux. Vielleicht liegt es hier aber auch am Synchronsprecher, der ja auch Wolowitz aus TBBT spricht. Da wäre das Gespräch vermutlich ähnlich abgelaufen.
    Ich lese ja gerne Eure Buch-Rezensionen. Da schreibt Ihr auch gerne mal von „out of character“, wenn eine Figur nicht wie üblich agiert. Und genau das trifft meiner Meinung nach hier auch auf Yoda zu. Sein kindisches Gekicher gepaart mit strampelnden Beinen kennen wir so nun wirklich nicht von ihm. Außer er versucht seinen noch unwissenden zukünftigen Schüler auf Geduld zu testen. Dafür gab es hier aber keinen Anlass.
    Aber es ist ja alles Geschmackssache. Vielleicht sehe ich mir den Film auch noch schön!
    Bezüglich Temmin Wexley bin ich der Meinung, es gab eine Kamera-Einstellung in ein Cockpit beim Eröffnungsangriff auf den Ersten-Ordnung-Kreuzer, in der er kurz zu sehen war, als sein X-Wing abgeschossen wurde.

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  6. Nikolas

    Bis jetzt habe ich den Film ,,erst“ einmal gesehen, also entschuldigt mich bitte, wenn ich etwas falsch aufgenommen haben sollte. Ich als jemand, der Episode 7 dafür kritisiert, dass er Episode 4 sehr stark nachmacht und es einem so verkauft, als ob Sachen wie z.B. die Starkiller-Basis neu wären, mag es, dass Rian Johnson dies nicht tut, sondern Sachen, die J.J. Abrams angefangen hat, total anders weiterführt oder sogar nachträglich abändert. Wäre ich ein Fan von Star Wars 7, würde ich dies vermutlich nicht mögen.Trotzdem finde ich, dass der Film seine Schwächen hat. Der Film lässt sich, wie Julian in der Kritik erwähnt hat, in drei Handlungsstränge einteilen. Den Handlungsstrang rund um den Widerstand fand ich ,,nur“ überdurchschnittlich gut. Die Idee, dass Leia die Macht einsetzen kann halte ich für gut, allerdings nicht für perfekt umgesetzt. Was ich auch kritisiere, ist Vizeadmiralin Hondo’s Tod. Natürlich ist die Szene visuell gut umgesetzt, allerdings kommt es mir so vor, als wollte Rian Johnson, dass wir Mitleid mit ihr haben und Spannung aufgebaut wird, was allerdings aufgrund ihrer im Vergleich zu anderen Figuren im Star Wars- Universum geringen Screentime nicht funktioniert. Und wieso lässt man Admiral Ackbar und, wenn ich es richtig mitbekommen habe, Temmin Wexley(den Protagonisten einer gewissen Nachspiel-Trilogie) ohne weiteres sterben? Poe Dameron’s Charakterentwicklung halte ich in diesem Handlungsstrang für den absoluten Höhepunkt. Nun komme ich zum Canto Bight Handlungsstrang, der insgesamt gesehen nur mittelmäßig war. Während das Rennen auf diesen Tieren noch nett anzusehen war, machte Finn keine Charakterentwicklung durch, Rose nervte leicht und man konnte nicht so richtig mitfiebern. Ich persönlich empfand auch die Figur des DJ’s schlecht geschrieben und über Phasma’s Tod war ich einerseits froh, da sie sowieso nutzlos War, andererseits ,,spendierte“ man ihr im Vorfeld einen Roman und eine Comicreihe?! Genauso wie bei Temmin fühlt man sich da als Buch/Comic-Leser leicht hintergangen. Das absolute Highlight an dem Film war der Handungsstrang rund um Rey, Luke, Kylo Ren und Snoke. Das Training von Rey, als auch die Flashbacks von Luke, der Tod von Snoke, das Auftreten von Yoda, trotz leicht merkwürdigem Aussehen, konnten mich überzeugen. Genauso auch das gemeinsame Kämpfen von Rey und Kylo Ren (wie auch die jeweiligen Konflikte der beiden) ist nachvollziehbar dargestellt. Etwas schade finde ich, dass die beiden sich am Schluss nicht verbünden, um vielleicht eine neue Art von Orden(eine Mischform aus Jedi-Orden und Sith-Orden) zu gründen. Am Schluss kommen die Handlungsstränge alle zusammen. Dass Kylo Ren denkt, dass er gegen Luke kämpft, es in Wirklichkeit aber nicht tut, halte ich für eine erfrischende Idee. Luke’s Tod wiederum nicht. Natürlich verschuf er dem Widerstand Zeit zur Flucht, sodass es sich auszahlte, trotzdem hätte ich persönlich mir gewünscht, ihn zumindest diesen Teil überleben zu lassen. Ein weiterer kleinerer Kritikpunkt ist nicht, dass es sich so anfühlt, als ob der Film mehrere Enden habe, sondern eher, dass man sich dafür entscheidet, den offenbar machtsensitiven Jungen wieder(überhaupt) zu zeigen.

    Fazit: Obwohl es sich so anhört, als würde ich den Film hassen, fand ich, soweit ich mich erinnere, keine Szene wirklich schlecht, sondern mindestens mittelmäßig bis sehr gut. Zusammengefasst kritisiere ich den öfters unpassenden Humor, unnötige Figuren und schlechte Entscheidungen innerhalb der Story. Mögen tue ich aber genau die Bausteine des Films, die ich auch kritisiere: Oft guter Humor, gut geschriebene Figuren und ihre Entwicklungen und ein gutes Skript. Für mich persönlich überwiegt am Schluss das Positive.

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  7. TarkinTarkin

    Wo war eigentlich dieser ganze Humor in dem Film, der in zu Spaceballs 2 machen soll? Ich habe den Film jetzt 3x gesehen und sehe da echt keine Parodie oder zuviel Humor. Ich fand den Film auch nicht wirklich lustig, sondern ziemlich Ernst, mit leichten Auflockerungen, wie Bügeleisen oder der Rey Felsen, aber Lustig? Nicht wirklich. Der Film hat wohl den höchsten Rebellen Bodycount, den es bisher in einem Star Wars Film gab, zumindest gefühlt, da explodieren mehr gute Schiffe als in der viel gelobten Rogue One Schlacht, die ja eigentlich die Zerstörung der Flotte zeigen sollte. Da werden wehrlose Leute in Transportern massakriert und in der Endschlacht wird die tapfere Verteidigung einfach chancenlos in Grund und Boden gebombt. Also manchmal hab ich echt das Gefühl einen komplett anderen Film, als mancher Kritiker gesehen zu haben.

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    1. JulianJulian (Autor des Beitrags)

      Frag ich mich auch. Mich hat der Humor im Film, insbesondere der Dialog zwischen Poe und Hux zu Beginn, stark an den aus Episode IV: Eine neue Hoffnung erinnert, z.B. Han Solos „Tut mir leid für die Sauerei“ in der Cantina oder sein „War sowieso ein langweiliges Gespräch“ im Zellenblock des Todesstern.

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      1. TarkinTarkin

        Genau an diese Szene mußte ich da auch denken und das passt halt wie die Faust aufs Auge zu Dameron.

    2. Tauron

      Sehe ich genau so. Die Art des Humors hat eigentlich auch immer zur entsprechenden Person gepasst. Sei es das Funkgespräch zwischen Poe und Hux, was den Charakter von Poe nochmals gefestigt hat, bis hin zum Wegwerfen des Lichtschwertes bei Luke. Ich meine, der hat doch damals schon sein Lichtschwert weggeworfen, als er dem Imperator gegenüberstand. Also wenn das einer machen kann, dann der.

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      1. TarkinTarkin

        Luke Skywalker … Jedi-Meister im Lichtschwertwerfen XD

  8. David Orla

    TLJ=5/5 Holocrons

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  9. Tauron

    Nach vielen Tagen der negative Kritik Sichtungen im Netz, fällt ein Punkt immer wieder auf: Der Verschleiß von Nebencharakteren. Doch mal ganz ehrlich, wie wichtig ist es eigentlich, dass jeder Charakter im Film bis auf die Unterwäsche beleuchtet wird? Fangen wir mal bei DJ an. Gespielt von einem Oscar Preisträger, wird sofort erwartet, dass seine Figur besonders tief beleuchtet wird, er viel zu tun hat im Film und die Handlung Maßgeblich bereichert. Doch muss dies immer so sein? Seine Rolle hat im Film eine simple, aber dennoch wichtige Aufgabe: Den Widerstand zu verraten. Und das macht er auch. Egal wer das jetzt gespielt hätte, die Aufgabe wäre dieselbe gewesen. Vize-Admiral Holdo, muss unter ungünstigen Bedingungen das Ruder übernehmen. Dabei last sie rangniedere Offiziere im unklaren über ihre Pläne. Was aber nicht mal untypisch ist, denke ich doch gerade bei ihr an einen gewissen Commander Adama, welcher sich seinen untergebene auch nicht erklären musste. Last but not least Snoke. Mit dem plötzlichen Ableben des neuen Imperator-Typen, eröffnen sich mal konstruktive Wege für den letzten Teil der Reihe, da man nicht nach Schema F an den Film rangehen muss. Wäre alles beim alten geblieben, Luke hätte gegen Snoke gekämpft und Rey gegen Kylo und ALLE hätten gemeckert, dass es nicht neues gibt. Doch wer Snoke den nun? Oder besser gefragt: Muss uns das interessieren? Der Typ war in einem teil nur als Hologramm zu sehen und in diesem saß er auch nur rum und hat sich aufgespielt wie ein klassischer Sith. Und dann war er auch schon tot. Ist das jetzt schlimm? Eigentlich nicht. Das gleiche gilt quasi auch für Phasma. Doch was will ich mit diesem endlos wirkenden Text eigentlich sagen. Am besten hat es Liam Neeson mal über seine Rolle als Qui-Gon Jinn ausgedrückt: Ich muss als Schauspieler nicht wissen, was meine Rolle letzte Woche zum Frühstück hatte. All die oben genannten Nebenrollen bzw. Semihauptrollen hatten in der Geschichte ihren Teil bei zu tragen, was sie auch gemacht haben und mehr nicht. Müssen wir deshalb mehr über sie wissen oder gar wissen wollen um den Film mehr zu mögen. Ich persönlich denke nicht. Danke für eure Zeit. PS.: Wer Schreibfehler findet, kann diese behalten 😉 🙂

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