Rezension: Abenteuer im Wilden Raum 1: Die Falle von Cavan Scott

Willkommen zu einer Rezension, die uns in den Wilden Raum unserer Lieblingsgalaxis entführt. Heute geht es um Abenteuer im Wilden Raum 1: Die Falle, ein Jugendroman, der von Cavan Scott geschrieben wurde. Eine Besonderheit ist hier, dass die Romanreihe zunächst in Großbritannien bei Egmont erschien, bevor sie, tastsächlich teils sogar mit verschiedenen Titeln, in den USA herausgegeben wurde (was tatsächlich erst ab 2017 geschieht). Der deutsche und amerikanische Band 1 enthält neben Die Falle auch noch Teil 0, also die Novelle Die Flucht, die in Großbritannien zum Weltbuchtag am 3. März diesen Jahres kostenlos gegen einen Ein-Pfund-Weltbuchtag-Gutschein getauscht werden konnte. Die deutsche Übersetzung stammt von Andreas Kasprzak und ist unlängst bei Panini erschienen.

Im Buch geht es um die Geschwister Lina und Milo Graf, die die Kinder von Kartographen sind, die den Wilden Raum erkunden. Milos Alter wird in Die Flucht mit neun Jahren angegeben; in Die Falle erfahren wir, dass Lina ein Jahr älter ist. Die dritte Hauptfigur ist der aus verschiedenen Droiden zusammengesetzte CR-8R, der nach der englischen Aussprache seines Namens Crater genannt wird.

Die Flucht stellt die Charaktere zunächst vor und beschreibt die Kinder und deren Charaktere, betreibt also „Character-building“, bevor es dann später richtig losgehen kann. Bereits auf der ersten Seite fällt auf, was mich an der Reihe The Clone Wars: In geheimer Mission massiv gestört hat: Kinder, die viel älter beschrieben werden als sie es eigentlich sein sollten. Lina steuert mit zehn Jahren einen Landgleiter, um ihren Bruder zu finden, der mit seinem Speederbike in den Sumpf gefahren ist. Mit neun. Ich muss zugeben, in der Star Wars-Galaxie mag das etwas anders sein als bei uns, aber ich konnte mit neun Fahrrad fahren und kein Auto oder Motorrad. Dann halte ich es auch für merkwürdig, dass Milos kindliche Triebe dann doch plötzlich zurückkehren und er einen Hasen fangen will. Der Droide hingegen ist schön beschrieben, auch wenn ich die Illustrationen, die David Buisán gezeichnet hat, ganz hilfreich fand, da ich nicht mit allen Droidenmodellen sofort etwas anfangen konnte.

Ebenfalls schön gemacht fand ich den plötzlichen Umschwung von Liebe zum Imperium zu Hass auf das Imperium bei den Kindern, der auch völlig nachvollziehbar gestaltet wurde, da es Kinder sind, die teilweise deutlich intuitiver handeln als es erwachsene Menschen tun würden. Auch das Design des imperialen Offiziers fand ich nicht schlecht, hat es mich doch irgendwie an einen Bagger erinnert. Nichtsdestotrotz bleibt der Fakt, dass Lina, eine Zehnjährige, danach ein Shuttle – die Whisper Bird oder Flüstervogel im Deutschen – mit eingeklappten Flügeln durch ein Höhlensystem manövriert, eine Sache, die einige Jedi sich zu republikanischen Zeiten nicht zugetraut hätten, und das Schiff danach noch in den Hyperraum bringt, um es später im Flug zu reparieren. Ich konnte mit zehn Jahren nicht einmal eine Fahrradkette neu aufziehen. Klar muss man an der Stelle auch die Zielgruppe des Buches betrachten und erkennen, dass es sich auch da um Kinder in Linas und Milos Alter handelt, aber man muss es doch nicht übertreiben, oder?

Der große Plottwist in Die Falle hat sich mir leider entzogen, da man einfach schon beim Auftritt des Charakters weiß, dass mit dem irgendetwas passieren muss. Die Storyline an sich fand ich aber ganz passabel und auch Darth Vader hat einen kurzen Gastauftritt. Was mich aber stark irritiert hat, war die klare Ansage, dass Lina, die große Schwester, sich viel mehr für Technik interessiert als Milo, der kleine Bruder, der sich mit der Natur verbunden fühlt. Wo hab ich das nur schonmal gelesen? Das kommt mir bekannt vor. Und das so reinzuschreiben ist für mich eine rausgestreckte Zunge in Richtung der Fans der Solo-Zwillinge aus den Legends-Romanen.

Eine lustige Übersetzung wurde übrigens für den Ausdruck Lo-Bro gefunden, der mit Bruderherz übersetzt wurde. Ich kannte den englischen Begriff vorher nicht, aber da Milo so auf keinen Fall genannt werden will und Bruderherz im Deutschen beileibe nichts Schlechtes ist, kommt so die ein, oder andere lustige Szene zustande.

Alles in allem komme ich auf drei von fünf Holocrons.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Natürlich danken wir Panini für die großzügige Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Gewinnspiel [BEENDET]

Mit freundlicher Unterstützung von Panini haben wir zwei Exemplare von Die Falle zur Verlosung. Beantwortet einfach folgende Frage, um die Chance zu haben, eines der Bücher zu gewinnen:

Wie heißt das Schiff, welches Lina und Milo fliegen?

Schickt uns eine E-Mail mit dem Betreff „Wilder Raum“, der Lösung und eurer Adresse an Adresse nach Ende des Gewinnspiels entfernt. Einsendeschluss ist der Donnerstag, der 24. November, um 23:59. Die beiden Bücher werden unter allen Einsendungen mit der richtigen Antwort verlost. Ihr stimmt durch die Teilnahme zu, dass wir eure Adresse im Gewinnfall für den Versand des Preises an Panini weiterleiten.

Update 25.11.2016 11:30: Die Gewinner

Whisper Bird oder Flüstervogel heißt das Schiff, welches Lina und Milo fliegen.

Aus den sehr zahlreichen Teilnehmern wurden folgende zwei Gewinner gezogen:

  • Debbie S. aus Ketsch
  • Romina E. aus Bad Sooden-Allendorf

Herzlichen Glückwunsch an euch und viel Spaß beim Lesen! Und dem Rest vielen Dank für die Teilnahme!

Abenteuer im Wilden Raum 1: Die Falle (Montag, 14. November 2016)

Abenteuer im Wilden Raum 1: Die Falle (14.11.2016)
Gattung/Sprache: ()
Ausgabe/Format:Taschenbuch
Erscheinungsdatum:14.11.2016
Autor(en):
Übersetzer:
Zeichner:
Cover:
Verlag:
Reihe:
Seiten:192
ISBN:978-3-8332-3365-4
Preis:8,99 €
Kanonstatus:
Ära:
Chronologie:-16 VSY
Bestellbar hier:Amazon.de (Amazon.com)

Über den Autor

Maximilian

Maximilian
Maximilian ist seit 2013 im Team der Jedi-Bibliothek mit dabei. Seitdem rezensiert er sich fleißig durch das Star Wars-Universum. Außerdem kümmert er sich um den Rezensions-Index. Im echten Leben studiert er Informatik und bringt Kindern das Schwimmen bei.

10 Kommentare

  1. Darth PadawanDarth Padawan

    Ich werde warten, bis die Reihe komplett erscheinen ist, da die „Bücher“ doch arg dünn sind und die Schrift ziemlich groß. Da hätte Panini locker zwei Bücher zusammenfassen können und zum gleichen Preis verkaufen können. Die Legends Jugendbücher kamen mir da wesentlich dicker vor und das zum gleichen Preis. Aber das ist nörgeln auf hohem Niveau 😉

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  2. brickraster

    Mir gefällt die Verbindung zum Vorwort des Galactic Atlas 🙂

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    1. FlorianFlorian

      Ja, „Amel Fortoon“, der fiktive Erzähler des Atlas-Vorworts, steht für den Autor des Atlas‘, Emil Fortune, der zugleich bei Egmont die Adventures in Wild Space redaktionell betreut. Natürlich konnte Emil sich diese Verknüpfung dann nicht verkneifen… 😉

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  3. Jan Renner

    Ich habe den Jugendroman bereits letzte Woche gelesen. Nirgends im Buch wird das Alter von Milo und Lina angegeben, woher hast du den die Altersangaben? Ich hatte das Gefühl, dass wir uns ehr mit 12 und 11 Jährigen zu tun haben… In Amerika lernen Kinder bereits mit 12 Jahren das Fahren, gerade auf dem Land (Provinz) habe ich dies sogar live miterlebt…

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    1. MaximilianMaximilian (Autor des Beitrags)

      Ich hätte schwören können, dass ich irgendwo „nine year old Milo“ gelesen hab, aber die jedipedia.net gibt dir Recht, dass meine Angabe falsch ist. Milo ist zu diesem Zeitpunkt zehn. Linas Alter wird jedoch tatsächlich in Die Falle mit einem Jahr mehr als Milo angegeben.

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      1. FlorianFlorian

        In The Escape bzw. Die Flucht steht im ersten Kapitel direkt, dass Milo neun Jahre alt ist. 🙂 Du hast also Recht und ich hatte das auch so in Erinnerung (sonst hätte ich auch was gesagt bevor die Rezi rausgegangen wäre, hehe).

      2. MaximilianMaximilian (Autor des Beitrags)

        Hm, dann muss ich das gestern beim überfliegen verpasst haben 😀

      3. FlorianFlorian

        Ist so ziemlich der letzte Satz des Kapitels. 😀

  4. riepichiep

    Ich finde übrigens sehr angenehm, dass die Kinder sich wirklich KINDLICH verhalten und nicht, wie schon so oft, wie kleine Erwachsene. Das fiel mir sehr positiv in dem Buch auf …

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  5. Frogo

    Hätte mal erst diese Rezension lesen sollen, bevor ich die andere kommentiere^^. Interessant, dass hier der abrupte Wechsel von Milos Einstellung sogar als positiv gesehen wird, obwohl der Rest der Rezension ganz gut auch meine Meinung trifft :). Insbesondere stört die offensichtliche Charakterduplizierung aus den Young Jedi Knights offensichtlich nicht nur mich 😉

    Was das Alter der Kinder in Bezug auf ihr Verhalten angeht, bin ich aber auch zwiegespalten. Auf den ersten Blick halte ich sie auch zu jung dafür, aber man muss eben auch bedenken, dass sie komplett anders aufgewachsen sind als unsereins, und daher mit bestimmten Dingen einfach schon viel früher in Berührung kamen. Daher sehe ich das letztlich nicht so eng, solange es nicht zu übertrieben wird. Auch wenn man über die Flucht aus der Höhle diskutieren kann 😉

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