Marvel: Vorschau und Interview zu Star Wars #20

Am 15. Juni erscheint bei Marvel Star Wars #20 mit dem dritten Teil von Obi-Wans Tagebuch, das zum zweiten Mal von Mike Mayhew gezeichnet wird, der für die Saga zuvor The Star Wars – Die Urfassung und Marvels Star Wars #15 illustrierte. Marvel.com liefert Einblick in Mike Mayhews künstlerischen Prozess, bestehend aus Vorschauseiten und einem Interview mit dem Künstler.

Mike, natürlich muss jemand mit dem Nachnamen Mayhew eine Vorliebe für Wookiees haben. Was war deine erste Reaktion, als du erfuhrst, dass Black Krrsantan in der Geschichte eine Rolle spielen würde?
Mike Mayhew: Ich war eingeschüchtert. Ich kann doch nicht mit Nachnamen Mayhew heißen, genauso wie Chewbacca-Schauspieler Peter Mayhew, und dann einen wahnsinnigen Wookiee zeichnen! Als kleines Kind habe ich den Kindern auf dem Pausenhof immer gesagt, er wäre mein Onkel – was gelogen war! Und aus irgendeinem Grund hat mich das Buchstabieren seines vollen Namens immer in den Wahnsinn getrieben! Ich schreibe ihn heute noch falsch.

Da ich Wookiees schon ein paar Mal gezeichnet habe, kann ich dir sagen, dass sie trügerisch kompliziert sind. Man möchte meinen, sie wären nur ein Haufen Haare, aber sie haben einen sehr speziellen und charakteristischen Haar- und Gesichtstyp. In diesem ursprünglichen Entwurf von Stuart Freeborn und dessen Umsetzung liegt etwas so Charakteristisches, das den Leuten ins Gedächtnis eingebrannt hat, und in irgendeiner Form davon abzuweichen fühlt sich einfach „seltsam“ an.

Bist du Krrsantan einfach nur als einen bösen Chewbacca angegangen oder steckt noch etwas mehr dahinter?
Ich erinnere mich daran, [Autor] Jason Aaron und meinen Redakteuren Jordan D. White und Heather Antos gesagt zu haben, dass ich ihn mir etwas größer und eher wie einen Gorilla vorstelle. Ich habe mit einer Analogie aus Planet der Affen erklärt, dass Black Krrsantan wie Genral Urko im Vergleich zu Chewbacca als Cornelius wäre. Nicht ganz dasselbe, aber ihr versteht, was ich meine. Ich fand, dass er sehr einschüchternd aussehen muss, um sich wie eine glaubwürdige Bedrohung für den Alten Ben anzufühlen, der ja ein Jedi-Ritter ist.

Wie sehr hat sich Ben Kenobi visuell verändert, seitdem du ihn in Star Wars #15 zuletzt gezeichnet hast? Welche „Updates“ hat es denn gegeben?
Dies ist die zweite Hälfte einer Geschichte, die direkt vor diesem Teil angefangen hat, also ist Obi-Wan derselbe. Ich habe für meinen Obi-Wan aus Star Wars #15 viel positive Rückmeldung erhalten, die besagte, dass er eine gute Mischung aus Ewan McGregor und Alec Guiness sei. Es war nett, [beim Zeichnen von] Star Wars #20 die Gewissheit zu haben, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Wer ist, visuell gesehen, dein junger Luke? Was steckt hinter seiner Darstellung in der Geschichte?
Der junge Luke fiel mir leicht. Ich wollte wirklich die schwer fassbare Unbeholfenheit und den Charme dieser frühen Jugendjahre einfangen. Ich wollte auch, dass man sich mit ihm identifizieren kann, quasi eher ein Junge aus der Nachbarschaft als ein Kinderschauspieler. Für mich ist er wirklich der Fokus der Geschichte. Ich hätte liebend gerne „Young Luke Skywalker Chronicles“-Geschichten, analog zu „Young Indiana Jones“. Daraus Material zu schöpfen ist tückisch, da man der Darstellung des Films nicht widersprechen darf, aber ich glaube, die Arbeit, die Jason [Aaron] bei diesen Geschichten leistet, füllt wirklich Leerstellen, die bei Episode IV als Fragen aufgeworfen werden.

Wie würdest du insgesamt die stilistische Gestaltung von Tatooine beschreiben? Was fließt in dessen Optik ein?
Bei Tatooine muss man nicht groß nachdenken. Es ist in so vielen Filmen gewesen, dass es ziemlich gut definiert ist. Ich bin in Arizona aufgewachsen, also fühlte ich immer eine Verbundenzeit zu diesem Wüstenschauplatz. Ich wollte definitiv nicht, dass der Ort sich abgehoben anfühlt. Auf den Anfangsseiten, wo sie im „Flachland“ sind, wollte ich, dass der Staub in der Luft die Farbe und die Verzerrung der Atmosphäre beeinflusst. Später, oben in den Bergen, wollte ich, dass die Luft frischer und weniger verschleiert ist.

Was sind vom Design her deine Lieblings-Aliens aus Jabbas Palast und warum?
Ich erinnere mich, im Alter von 12 Jahren nicht sonderlich von Jim Hensons Einfluss auf die Jabba-Charaktere in Die Rückkehr der Jedi-Ritter begeistert gewesen zu sein, als ich den Film zum ersten Mal sah. Ich war ein Kind mit versnobten Vorstellungen darüber, dass Star Wars sich plötzlich mehr an kleine Kinder richtet. Rückblickend sind die Charakterentwürfe wirklich wunderbar. Aber Jabba selbst muss diesen Wettbewerb gewinnen. Ich liebte es, ihn in Star Wars #15 zu zeichnen. Er ist so ansprechend und abstoßend zugleich.

Wie bist du das Cover von Star Wars #20 angegangen? Wir können sehen, dass du mit dem Arrangement der Figuren ein bisschen gespielt hast; was wolltest du dabei unbedingt erreichen?
Das Anstrengende an Covern ist manchmal, dass man sie lange vor den Innen-Illustrationen anfertigen muss, da sie benutzt werden, um den Comic im Vertriebskatalog zu vermarkten. Als ich das Cover zeichnete hatte ich meinen Black Krrsantan noch nicht ganz heraus. Ich habe hauptsächlich viel Druck verspürt, einen epischen Kampf Jedi vs. Wookiee zu zeigen, den ich so noch nie zuvor gesehen hatte. Es war hart. Wenn ich mich recht erinnere hatte ich auch im Privatleben schwere Zeiten, was den Stress nicht verringerte. Das passiert mir zwar nur selten, aber ich würde das Cover nun liebend gerne nochmal neu machen, nachdem ich nun die ganze Ausgabe gezeichnet habe.

Wie findet ihr diese Tagebuchausgaben der Star Wars-Reihe?

Über den Autor

Florian

Florian
Florian ist Gründer und Admin der Jedi-Bibliothek und im "echten Leben" Englisch- und Spanischlehrer. Er arbeitet außerdem für das Offizielle Star Wars Magazin als Übersetzer und betreut für die Panini-Heftreihe die "Skytalker"-Leserbriefe. Er sammelt vor allem Romane und Comics, doch weiß auch ein schönes Sachbuch zu schätzen. Er ist leidenschaftlicher Prequels-Fan und schaut für sein Leben gern Serien.

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