Rezension: Panini besucht die Klonkriege in The Bad Batch: Geisteragenten – mit Gewinnspiel!

Diese Agenten sind das Rückgrat der Geheimdienste der Republik. Ohne sie wären alle unsere Bemühungen gefährdet.

Mace Windu

Zwar endete die Animationsserie The Bad Batch bereits im Frühjahr 2024 mit der dritten Staffel auf Disney+, das hindert die Star Wars-Verlage aber nicht daran, Literatur mit weiteren Abenteuern von Kloneinheit 99 zu veröffentlichen. Neben Blanvalets deutscher Übersetzung von Die Zuflucht: Ein Bad-Batch-Roman im kommenden Juli, der innerhalb der zweiten Staffel spielt, erschien bei Panini am 17. Februar mit dem Comicband Geisteragenten ein brandneues Abenteuer während der Klonkriege. Die vor allem auf ein jüngeres Publikum abzielende Geschichte ist also vor dem allerersten Serienauftritt der Truppe im The Clone Wars‚ Finalstaffel angesiedelt. Geschrieben wurde sie vom Genre-erfahrenen Michael Moreci (u.a. Star Wars Abenteuer: Der Flug des Falken und Star Wars Abenteuer: The Clone Wars) und von Reese Hannigan gezeichnet, der zuvor für irische Independent-Labels arbeitete und hiermit zum ersten Mal an einem Star Wars-Werk mitwirkte.

The Bad Batch: Geisteragenten (17.02.2026)
The Bad Batch: Geisteragenten (17.02.2026)

KLONEINHEIT 99 RETTET DIE REPUBLIK!
Geisteragenten liefern der Republik Informationen direkt aus den Reihen der Separatisten, die für den Verlauf der Klonkriege entscheidend sein können. Als eine Liste mit den Namen dieser Spione gestohlen wird, ist es die Aufgabe von Kloneinheit 99, den Dieb zur Strecke zu bringen und diese Liste schnellstmöglich zurückzuholen. Ihre Mission führt Hunter, Wrecker, Crosshair und Tech von den zwielichtigsten Ecken Coruscants bis hin zu Kessels Gewürzminen – und sie treffen dabei einige alte Bekannte …

Klappentext

Zumindest eine dieser „alte[n] Bekannten“ aus dem Klappentext verrät bereits ein Blick auf das Cover. Das von Panini gewählte Motiv von Valeria Favoccia zeigt nämlich, dass es die Schaden-Charge mit Asajj Ventress zu tun bekommt und zwar noch in ihrer Zeit im Dienst von Count Dooku. Damit ist die – für das junge Zielpublikum möglicherweise – im Verlauf der Story überraschende Enthüllung dahin, wogegen ihre Identität für Langzeit-Fans nicht sehr viel offensichtlicher hätte sein können. Die Geheimniskrämerei mit stimmverzerrender Maske erklärt immerhin, dass Hunter, Wrecker, Tech und zu jenem Zeitpunkt noch Crosshair sich nicht bei Ventress‘ Auftritt in The Bad Batch an diese frühere Konfrontation mit ihr erinnern. Außerdem verschafft die Verwendung eines so bekannten animierten Charakters für den Band zusätzliche Aufmerksamkeit in den Comicgeschäften.

Die hat er auch zweifelsfrei verdient, denn nach den sporadischen Nachdrucken des IDW-Materials als Star Wars Abenteuer bis 2021 und nachdem Dark Horse‘ Geschichten aus dem Hyperraum im Jahr 2023 nicht über einen Band hinauskamen, ist The Bad Batch: Geisteragenten endlich mal wieder eine Nicht-Marvel-Miniserie abseits der Hohen Republik in deutscher Übersetzung. Auf knapp 100 Seiten spricht die Geschichte von einer geheimen Mission für die darauf spezialisierte Kloneinheit 99 während der Klonkriege mit ihrer zeitlichen Platzierung Fans beider Animationsserien ideal an: The Clone Wars und The Bad Batch.

Die Geschichte selbst ist dabei zielgruppengerecht ziemlich typisch und zugänglich aufgebaut. Abseits der Kriegsschauplätze darf auf der Mission hin und wieder ein Monster oder ein Gegner bekämpft werden, aber stets auf einem sehr einfach gehaltenem und seichten Niveau. Es gibt nie ernsthafte Konsequenzen, sowohl die Titelhelden als auch die Gegenseite kommt niemals wirklich zu Schaden und der Krieg selbst spielt nur im Hintergrund überhaupt eine Rolle und gibt das strategische Gerüst des MacGuffins vor. Die überdeutlich stereotypischen Charaktereigenschaften, die die ungleiche Truppe schon in der Serie ausmacht, werden sofort wiedererkannt und machen die einzelnen Charaktere und die Beziehungen im Team für alle klar und nachvollziehbar.

Das mag für Jüngere, die heutzutage neugierig auf Star Wars-Comics sind, hervorragend funktionieren. Wer aber schon erfahrener in der Welt der Comics ist und weiß, was in dem Medium alles möglich ist, könnte etwas enttäuscht werden, denn das Pacing, mit dem Michael Moreci die Schaden-Charge durch die Galaxis schickt, ist nicht besonders flüssig. Selbst innerhalb einzelner Szenen wird oft unsauber gesprungen und viele Übergänge, die in der Handlung zwangsweise passieren, werden einfach ausgelassen. Besonders deutlich wird das, als die Truppe wiedervereint wird, nachdem sie in der Mitte des Bandes von einem ihrer Mitglieder getrennt wurde. Der Moment selbst findet aber gar nicht statt, stattdessen gibt es einen kurzen Szenenwechsel und als man das Bad Batch wiedersieht, sind sie in einem Panel einfach wieder zu viert beieinander. Im Vergleich zu Film oder Serie könnte man sagen, dass der Schnitt nicht gut gelungen ist.

Die Zeichnungen von Reese Hannigan sind recht starr und arbeiten sehr unflexibel mit Perspektiven. Der Zeichner geht auf Nummer sicher und arbeitet checklistenartig die verlangten Darstellungen ab, obwohl sich Layout und die Gestaltung der Panels durchaus an kreativeren Passagen versuchen. Da die simple Handlung aber schon so zerfahren erzählt wird, kann man das Geschehen auch mit Mühe in den Zeichnungen nicht dynamischer machen. Dafür fängt Hannigan alle aus den Serien bekannte Figuren und in ihrer Ästhetik den vertrauten Animationslook schön ein. Seine Linienführung und die Farben von Michael Atiyeh bringen aber noch genug Realismus ein, um die Klone, Jedi und Kopfgeldjäger*innen nicht zu cartoonigen Karikaturen zu machen.

Fazit

Wer nach der beendeten Serie nicht genug vom Bad Batch bekommen kann und als Fan sehen möchte, wie die Einheit es mit zwei der bekanntesten Kopfgeldjäger*innen aus The Clone Wars aufnehmen muss, darf Geisteragenten auf keinen Fall verpassen. Das harmlose, typisch strukturierte Abenteuer bietet kurzweilige Unterhaltung vor allem für jüngere Star Wars-Fans. Die Story selbst ist aber sehr sprunghaft und lässt viele Lücken innerhalb der Szenen, wodurch nicht wirklich ein Erzählfluss entsteht. Dafür sind die fünf Kapitel aber leicht zugänglich und als Prequel zur Serie bekommt man hier endlich mehr von Crosshairs Zeit bei der Schaden-Charge zu sehen.

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


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