Wir beginnen mit einer neuen Mini-Reihe, passend zum baldigen Start der Animationsserie Maul: Shadow Lord. Benjamin Percy bringt uns einen investigativen Thriller, bei dem zumindest in Ausgabe #1 – Broken Law – noch nicht Maul im Vordergrund steht, sondern der Offizier Brander Lawson.
Achtung: Wie immer besprechen wir im Marvel-Mittwoch die Handlung der Comics, sodass sowohl der Beitrag als auch die Kommentare Spoiler enthalten können.

Der Inhalt

Wir befinden uns auf Janix, einer Metropole im Mittleren Rand, die – wie wir es schon oft im Star Wars-Universum gehört haben – ein Hafen für Abschaum und Verdorbenheit ist. Dem versucht sich Captain Brander Lawson von der örtlichen taktischen Veteidigungskraft entgegenzustellen. Das tut er auf recht eigene Art und Weise, begleitet von dem Droiden Two-Boots, und einer gehörigen Portion Eigensinnigkeit. Lawson arbeitet ungern mit anderen zusammen, Two-Boots mal ausgeschlossen, da er sonst niemandem vertraut. Das ist allerdings problematisch, weil er damit seine Einsätze selbst erschwert, und prompt geht bei dem Versuch, einen illegalen Handel mit Wesen aufzudecken, so ziemlich alles schief. Dafür wird Lawson auch zu seiner Chefin zitiert, die ihm auch umgehend ein dreiköpfiges Team zur Seite stellt. Doch Lawson weiß schon, warum er so misstrauisch ist. Die vier, und nicht zu vergessen Two-Boots, müssen eine Zeugin beschützen, die in einem Safehouse untergebracht wurde, doch zumindest von Lawsons Teammitgliedern erweisen sich als Verräter. Jam Jam, der einzig andere Unschuldige, wird zum Kollateralschaden, während Lawson und Two-Boots zwar einen der Verräter stellen, aber nicht verhindern können, dass dieser bequemerweise erschossen wird, bevor er etwas aussagen kann. Das Ganze führt zu einer internen Untersuchung, da nun offiziell ein Offizier tot, ein weiterer verschwunden ist und im Mittelpunkt von allem Lawson steht. Der frisch gebackene Inspektor Clariveen Ruhl soll jetzt herausfinden, was passiert ist und inwiefern Lawson selbst involviert ist.
Unterdessen ist eine ganz andere Figur auf dem Weg vom Cina-System nach Janix. Natürlich ist es Maul, der sich nicht nur einen Flug, sondern gleich das ganze Schiff sichert, indem er den Besitzer kurzerhand umbringt. Was er auf Janix vorhat, erfahren wir hoffentlich in der nächsten Ausgabe.
Die Umsetzung
Benjamin Percy liefert ein starkes Eröffnungsheft ab, auch wenn der titulare Charakter nur am Ende kurz in Erscheinung tritt. Der sture, eigenbrötlerische Detektiv ist natürlich ein bekanntes literarisches Trope, und Percy fügt es nahtlos in das Star Wars-Universum ein. Der Sidekick ist passenderweise hier der Droide Two-Boots, und für einen kleinen Moment fühlte ich mich daran erinnert, wie ich mir kurz nach der Veröffentlichung von Rogue One gerne so eine ähnliche Geschichte für Cassian und K2 gewünscht hätte. Doch auch so bin ich gespannt, was das Duo Lawson und Two-Boots für uns in petto hat. Lawson kümmern Regeln nicht wirklich, was er eindrucksvoll unter Beweis stellt, als er sogar dem Inspektor droht, wenn dieser ihn nicht gewähren lässt. Es bleibt abzusehen, ob Lawson am Ende einen Kampf an zu vielen Fronten kämpfen muss, wenn nicht nur ein aktiver Alienhandel, sondern auch potenzielle Gegner in den eigenen Reihen und dann sogar noch Maul auf der Bildfläche erscheinen.












Die Zeichnungen sind stimmungsvoll und verleihen den Charakteren genug Individualität, um beispielsweise Lawson nicht wie einen 0815-Menschen wirken zu lassen. Nicht, dass ich etwas anderes von Madibek Musabekov erwartet hätte, der uns auch in dieser Mini-Reihe wieder mit seinem Talent beglückt. Die Kolorierungen von Luis Guerrero verhelfen den Zeichnungen dabei auch zu dem nötigen Noir-Effekt, der perfekt zu dieser Handlung und dem Setting passt.
Fazit
Das erste Heft von Shadow of Maul bringt uns den Auftakt einer vielversprechenden kurzen Reihe, ganz im Stil eines Noir-Thrillers. Obwohl wir Maul nur kurz am Ende erlebt haben, hat die Vorstellung von Lawson und seinem Droiden Two-Boots bereits gehörig Interesse bei mir geweckt.
Wir bedanken uns bei Marvel für die Bereitstellung der digitalen Vorabexemplare, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.











Hat mir sehr gut gefallen. Erinnert mich an „Agent Des Imperiums“ aus den Legends.
Darf ich fragen wo du den Comic gekauft hast? Weil wenn ich ein Abo bei deutschen Comicshops abschließe, dauert es immer 1-2 Wochen bis die Comics ankommen und ich sie lesen kann🥲
Ich lese die Comics immer digital über Kindle am Erscheinungstag. Hole mir dann später für das Regal die Panini-Sonderbände/-sammelbände.
Agent des Imperiums ist mir glatt entfallen, ich hatte dafür ein bisschen Emerick Caphtor Vibes, grade vom Stil her.