Rezension: Geschichten der Jedi 1×03: „Entscheidungen“

In der dritten Folge geht es weiter mit Dookus Werdegang – dieses Mal steht seine politische Beeinflussung und Erfahrung im Mittelpunkt der Folge Entscheidungen. Achtung, diese Rezension enthält Spoiler zu dieser Folge!

VeröffentlichungRegieDrehbuch
26. Oktober 2022Charles MurrayCharles Murray, Élan Murray

Wie schon die letzte Folge beginnt diese Folge mit dem Anflug eines Jedi-Shuttles, doch dieses Mal sitzt nicht Dookus Padawan mit im Cockpit, sondern der Jedi-Meister Mace Windu. Sie beide sollen die getötete Jedi-Meisterin Katris zurück nach Coruscant überführen, doch im Flug sehen wir schon den Konflikt der Folge aufkeimen – Windu hält sich strikt an die Regeln und will das Mandat des Rates nicht überschreiten, während Dooku ermitteln will.

Das Shuttle landet am Palast von Raxus Secundus, der Planet, der später den Konföderierten Senat beheimaten würde. Dort sprechen sie mit Senator Larik, der meint, die Jedi sei durch Rebellen umgekommen. Etwas widerwillig zeigt er den Jedi den Tatort, wird jedoch schnell von Dooku durchschaut, dass er nicht die ganze Wahrheit sagt. Als er ausruft, seine Wachen wären für den Tod der Jedi verantwortlich, wird er von eben jenen erschossen, die sodann Dooku und Windu attackieren. Trotz Unterstützung von Kampfdroiden – die jedoch keine B1-Droiden sind, aber auch nicht genauer spezifiziert werden – werden die Wachen schnell besiegt und nur ihr Anführer, Semage, überlebt und legt seine Gründe dar. Er erzählt von Problemen, die später zur Separatistenkrise führen würden – korrupte Senatoren, die ihre Planeten zur Ausbeutung freigeben und Vorwürfe an die Jedi, dass diese nur Marionetten des Senats sei. Hier scheint er einen wunden Punkt Dookus zu treffen.

Dooku und Windu bemerken, dass Senator Larik nicht die Wahrheit spricht

Später im Gefängnis zeigt Dooku für die Beweggründe Verständnis, aber nicht für die Methodik. Die Jedi reisen zurück nach Coruscant, wo Katris beerdigt wird. Bei der Beerdigung sind einige bekannte Jedi zugegen, die noch in den kommenden Jahren eine Rolle spielen werden – wie Saesse Tiin, Tera Sinube oder Depa Billaba, aber auch gänzlich neue Jedi tauchen auf. Die Folge endet damit, dass Windu einen Sitz im Hohen Rat erhält als Nachfolger von Katris, was Dooku zumindest etwas zu überraschen scheint, doch würdigt er dem neuen Ratsmitglied Respekt.

In dieser Folge wird Dookus Vertrauen in den Senat weiter untergraben – wir haben hier wieder einen korrupten Senator, der dieses Mal von rebellischen Soldaten getötet wird. Doch neu ist, dass hier auch deutlichere Kritik an den Jedi geübt wird, insbesondere der Vorwurf, dass sie sich nur für die Reichen und Mächtigen einsetzen würden. Eine Sache, die am werdenden politischen Idealisten nicht vorübergeht – wie schon erwähnt scheint Dooku sich die Aussagen des Wachmanns sehr ernst zu nehmen, sein grübelnder Blick wird etwas überrascht von Semage zur Kenntnis genommen. Es wird wohl kein Zufall sein, dass das alles auf Raxus Secundus stattfindet, so wird dieser Planet die Hauptwelt der Separatisten werden und Dookus politisches Parkett. Auch sein letzten Gespräch mit Semage endet mit seinen Ratschlägen, die so hofft er auch für die Republik bzw. die Jedi gilt.

Ein weiteres zentrales Element ist sein Konflikt mit Windu, der ihm als im Rang ebenbürtiger Jedi auch deutlicher widerspricht und zur Rede stellt. Es geht hier sehr darum, wie streng die Regeln zu befolgen sind, insbesondere, wenn mehr getan werden kann, sei es um Fälle aufzuklären oder wie in der letzten Folge Bewohnerinnen und Bewohner der Galaxis zu beschützen. Diese Dynamik der beiden erinnerte mich anfangs leicht an den Klon Echo, der auch immer streng nach Protokoll lebte und so in Konflikt mit seinen Brüdern kam. Es kommt zu einer Art Gretchen-Frage an Windu: Werden die Jedi immer Hüter des Friedens sein, wenn sie die Aussagen des Senats als Gesetz nehmen? Eine sehr provokative Frage, die Windu zwar damit abtut, dass der Hohe Rat und nicht der Senat oder das eigene Ego anleitet, doch klingt es fast nach einer Standard-Antwort, die Dooku nicht so zu sehen scheint. Dooku geht hier weitaus konfrontativer vor, eine Eigenschaft, die er seinem Padawan weitergab, der später die Regeln der Jedi ebenfalls etwas weiter auffasste.

Wir erleben hier einen Dooku, der sich noch nicht der Dunklen Seite zugewandt hat, aber immer mehr die Schwächen der Republik sieht und diese nicht mehr so belassen möchte, wie sie sind. Auch ist der Jedi-Orden weiter weg von dem, was er einst war, was seinen Austritt aus dem Orden nachvollziehbarer macht. Er kann durch die strikten Regeln nicht in der Galaxis agieren, wie er es für richtig hält, zu diesem Zeitpunkt nicht einmal als Friedenshüter.

Ein paar Worte noch zum Design der Folge, das gewohnt sehr gut aussieht. Wir sehen nun auch etwas mehr von Natur Raxus‘, eine kleine Waldlichtung deren Bäume mich etwas an Voss aus The Old Republic erinnerte. Auch die Büroräume des Senators und die Beerdigung sind sehr stimmig und mit guten Lichteinfällen inszeniert worden. Es hat mich auch gefreut, dass der Zweitname für Raxus Secundus nun auch auf den Bildschirmen bestätigt wurde – eine Unterscheidung die für den Abfallplaneten Raxus Prime eingeführt wurde.

Fazit

Alles in allem hat diese Folge besonders durch Dookus weiteren Werdegang in seinen politischen Positionen überzeugt. Wir sehen, wie er beginnt zu zweifeln und auch konfrontativ gegen Windu vorgeht, u.a. indem er ihm indirekt vorwirft, er hätte gewusst, dass er den Ratssitz erhalten würde. Und trotzdem bedient er sich hier nicht der Dunklen Seite und erhält auch mal Paroli und deutlichere Gegenworte, eine Sache, die mir in der letzten Folge fehlte, wo Dookus Taten ja sogar weitaus extremer waren.

Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

Ein Kommentar

  1. Interessante Folge in der wir im Vergleich zur letzten einen nuancierteren Dooku erleben, der ja auch gar nicht so Unrecht hat mit seinem Vorgehen und seinen skeptischen Überlegungen. Ganz besonders fällt mir hierbei auch die wirklich schöne und sehr passende neue Musik auf, die Dookus langsames Abgleiten ins Zwielicht der Macht perfekt transportiert. Die Folgen könnten aber gern etwas länger sein und mehr in die Tiefe gehen. So bleiben es nette, aber zu oberflächliche Kurzausflüge.

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