Marvel-Mittwoch: Bounty Hunters #25 und The Mandalorian #1

An diesem Marvel-Mittwoch schlägt die Stunde der Kämpfer. In Bounty Hunters #25 treten an Bord der Vermillion T’onga und ihre Crew aus Kopfgeldjägern gegen die Ritter von Ren an und auch in The Mandalorian #1 sprechen eher Taten als Worte.

Wie immer noch der Hinweis, dass wir im Marvel-Mittwoch und den Kommentaren zum Beitrag die Hefte und deren Handlungen, inklusive Spoilern, detailliert besprechen.

Da die Hefte nicht in Bezug zueinander stehen, gibt es keine empfohlene Lesereihenfolge.

Bounty Hunters #25 – rezensiert von Matthias

Der Inhalt

Bounty Hunters #25 (13.07.2022)
Bounty Hunters #25 (13.07.2022)

An Bord der Vermillion sind T’onga und ihr Team auf die Ritter von Ren gestoßen. Da die Ritter von Ren gerade einen schlechten Tag hatten, ist ihnen irgendwie nicht so nach langem Palaver und beiden Seiten kommen sogleich zur Sache. Besonders Bossk hängt sich sofort voll rein, kriegt dafür aber die entsprechende Antwort von Ren und auch 4-LOM muss ordentlich einstecken, aber es ist definitiv kein einseitiges Vergnügen. Kurz, die ganze Meute auf beiden Seiten hält sich aber auch an keinen einzigen der guten Vorsätze aus dem Anti-Aggressions-Seminar und lässt es ordentlich krachen. Und auch Losha und Vukorah auf der Edgehawk möchten zu gerne mitmischen, aber erstmal müssen sie die Sache unter sich austragen, denn es ist ja gerade niemand sonst da.

Auf der imperialen Basis Ryleel auf Carida befindet sich Lt. Valance nach seinem letzten Abenteuer gerade mal wieder in Reparatur. Zwar ist er mit seiner neuen Rolle als Mitglied der Imperialen Marine immer noch nicht glücklich, aber er kann auch nicht viel dagegen tun. Und Lt. Haydenn nutzt diese Situation geschickt aus, um ihn etwas mit seinem neuen Ruhm und der Dankbarkeit der von ihm geretteten Kameraden abzulenken. Sie hat nämlich die schlechte Nachricht erhalten, dass es einen Angriff auf die Rebellenbasis gab, auf der Valance seine Freunde glaubt, und noch schlimmer, dass es keine Überlebenden gab. Und sie fürchtet nicht unberechtigterweise, dass Valance sich in diesem Falle nicht mehr an seinen Pakt mit Darth Vader gebunden fühlen und wieder eigene Wege gehen könnte. Ein Umstand, den Lt. Haydenn nicht so gern Lord Vader erklären möchte.

Unterdessen geht die Keilerei auf der Vermillion munter weiter und man ist sich phasenweise nicht ganz sicher, ob die Kopfgeldjäger zum Sprücheklopfen oder Feinde-Verhauen vorbeigeschaut haben. Aber wie heißt es so schön, man soll gehen, wenn es am schönsten ist oder man gerade vorn liegt bzw. in diesem Falle, gerade noch am Leben ist. Daher ziehen sich die Bounty Hunters erstmal hinter ein Feuerschott zurück. Losha hingegen lockt Vukorah auf der Edgehawk in jenen Frachtraum, in dem Nexu auf ihren Reisen sein Lager hat. Da Nexu nun schon seit längerem nicht mehr rausgekommen ist und solche Tiere ja doch einen gewissen Bewegungsdrang haben, besonders solche Lebewesen, dürfte diese ebenso unerwartete wie unerquickliche Bekanntschaft für Vukorah einiges an Bewegung versprechen. T’ongas Team hingegen trennt sich nach ihrer kurzen Kampfpause auf. T’onga setzt die Suche nach Cadeliah an Bord der Vermillion alleine fort, während die anderen zur Edgehawk zurückkehren sollen.

Die Umsetzung

Inhaltlich passiert ja diesmal nicht allzu viel. Ethan Sacks rollt die Schlacht zwischen T’ongas Team und den Rittern von Ren in voller Breite über das ganze Heft aus. Dass trotzdem keine Langeweile aufkommt, liegt an den flotten Sprüchen, die die Charaktere die ganze Zeit über dreschen. Diese Wortschlachten haben mich phasenweise an das Computerspiel Monkey Island erinnert, wo man sich ja auch nicht mit Waffen, sondern mit Worten duellierte. Immerhin schafft er es, alle irgendwie am Leben zu halten, was ihm noch alle Optionen für die Zukunft offenhält.

Paolo Villanelli und Arif Prianto haben ein wirklich bildgewaltiges und farbiges Schlachtengemälde geschaffen. Selten sah Aktion in einem Comic so gut aus. Die geschickte Wahl der Perspektiven und Komposition der Panels verstärken die Dynamik noch. Ich bin mir sicher, dass einige der besonders ikonischen Panels uns in Zukunft noch häufiger als Illustrationen zu den Figuren in anderen Texten begegnen werden. Und auch das Cover von Giuseppe Camuncoli und Jesus Aburtov hat mir sehr gut gefallen. Für den graphischen Teil des Heftes gibt es also eine uneingeschränkte Bestnote.

Fazit

Obwohl ich ja nicht so der ganz große Fan der üblichen Kämpfe in der Bounty Hunters-Reihe bin, fand ich dieses Heft doch sehr kurzweilig und unterhaltsam, was aber weniger dem körperlichen als vielmehr dem verbalen Schlagabtausch geschuldet ist.

The Mandalorian #1 – rezensiert von Maximilian 

I can bring you in warm or I can bring you in cold.

Din Djarin

Ein paar Tage ist es jetzt schon her, dass die erste Staffel von The Mandalorian auf Disney Plus erschienen ist. Nun erscheint am heutigen Mittwoch noch der erste Teil einer achtteiligen Adaption der ersten Staffel in Comicform! Autor ist hier Rodney Barnes, den wir bisher als Autoren von Lando: Doppelt oder Nichts kennen, die Zeichnungen stammen von Georges Jeanty, der schon bei Life Day und in der Hohen Republik mitgearbeitet hat. Die Zeichnungen stammen von der allseits vertretenen Rachelle Rosenberg. Wie bei Adaptionen üblich, werde ich hier nicht mehr genau auf die Storyline eingehen, sondern nur die Güte der Adaption besprechen. Ich empfehle euch aber gerne noch die Rezension zur Folge selber von Tobias und meine eigene Rezension zum Jugendroman.  

The Mandalorian #1 (06.07.2022)
The Mandalorian #1 (13.07.2022)

Der Comic ist so aufgebaut, dass jedes Heft ein Kapitel, also eine komplette Folge der Serie enthält. Das sind in diesem Fall 33 Seiten, wobei hier Impressum, die Vorschau und das Titelblatt schon dabei sind. Wir kommen also auf 30 Seiten Handlungsspielraum für knapp eine Stunde Bildschirmzeit. Das sind zwei Minuten pro Seite und ganz ehrlich: Das passt hinten und vorne nicht. Der Comic wirkt unglaublich gehetzt. Viele Stellen werden verkürzt, obwohl kein Teil der Handlung wirklich ausgelassen wird. So kommen besonders die Kämpfe des Mandalorianers viel zu kurz und stellen keine Bedrohung für ihn dar. Ebenso fällt sein Aufenthalt bei Kuiil wesentlich kürzer aus, sodass die kleine Charakterentwicklung, die Din durchmachen muss, um auf einem Blurrg zu reiten, quasi gar nicht rüber kommt, sie wird in einem Panel abgehandelt.  

Auf der positiven Seite muss man absolut erwähnen, dass alles an Handlung in irgendeiner Form enthalten ist. Hier hat Barnes so gute Arbeit geleistet, wie es der begrenzte Rahmen zugelassen hat.  

Die Zeichnungen sind etwas gewöhnungsbedürftig, funktionieren aber. Besonders Gesichter wirken oft verzerrt, aber meistens erkennt man, um wen es sich handelt. Dafür sind Rüstungen und technische Bauteile, sowie Droiden gut gelungen. Gut, dass Din seinen Helm immer auf hat. Positiv erwähnen muss ich, dass die Rückblende in Dins Vergangenheit komplett in den Zeichnungen realisiert wurde. Man versteht zwar nicht, worum es geht, aber immerhin.  

Für wen würde ich das Heft empfehlen? Wenn ihr noch keinen Berührungspunkt mit der Serie hattet, könnt ihr hier einmal reinschnuppern, ob sie etwas für euch sein könnte. Als gute Zusammenfassung taugt der Comic allemal. Außerdem auch, wenn ihr euch die Handlung der Folge und später der ersten Staffel noch einmal in Erinnerung rufen wollt, beispielsweise wenn die dritte Staffel veröffentlich wird. Wenn ihr die Serie aber noch präsent im Kopf habt, oder genügend Zeit, die Folgen noch einmal zu schauen, würde ich eher zu diesen raten. Es fehlt leider viel zu viel des Feelings, welches eine Adaption im besten Fall ebenfalls vermitteln soll. Hier enttäuscht mich das The Mandalorian-Begleitmaterial bisher auf ganzer Linie.  


Aus den bislang 39 Variant-Covern haben wir euch hier mal ein paar Beispiele ausgewählt. Die restlichen findet ihr in unserem Datenbank-Eintrag zu The Mandalorian #1.


T’onga und ihre Bounty Hunters treten am 10. August gegen Qi’ra an und der Mandalorian setzt seine Mission am 17. August fort. In der nächsten Woche geht es dann mit Han Solo & Chewbacca #4, Darth Vader #25 und dem Jubiläumsheft Star Wars #25: Across Eras weiter.

Wir danken Marvel für die Bereitstellung der digitalen Vorab-Exemplare, ohne das unser Marvel Mittwoch nicht möglich wäre.

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