Rezension: Doktor Aphra 3: Krieg der Kopfgeldjäger – Die Jagd

Und Crimson Dawn ist zurück!

Domina Tagge

Nach deutscher Veröffentlichungsreihenfolge des Krieges der Kopfgeldjäger war Doktor Aphra – Die Jagd im März bereits vor der Hauptreihe, den Kopfgeldjägern und der Sammelband-Veröffentlichung der Miniserie dran. Darth Vaders Sammelband kommt voraussichtlich erst im Juli. Für meine deutsche Lesereihenfolge habe ich die englischen Releases, die ich schon kannte, kurzerhand vergessen, wie ich in meiner Rezension zur Miniserie schon erzählt habe. Nach der Miniserie habe ich nun die Hauptreihe gelesen und die Kopfgeldjäger, nun als Viertes den Band zu Doktor Aphra! Die Geschichte stammt hier von Alyssa Wong, wie auch die anderen Aphra-Geschichten, die zur Zeit veröffentlicht werden. Die Zeichnungen der Einzelhefte #11-#13 und #15 stammen von Minkyu Jung, Federico Sabbatini war für die #14 zuständig. Die Farben wurden von Rachelle Rosenberg übernommen. 

Wir befinden uns immer noch im Jahr 3 NSY. Nachdem Aphra ihren Cousin ermordet hat, wurde sie im letzten Band dazu gezwungen, für Domina Tagge zu arbeiten, die aktuelle Chefin der Familie Tagge und des anhängenden Konzerns. Nun sollen sie und Sana Starros einen weiteren Verwandten der Tagges zu Domina zurückbringen – lebend, damit ihm einmal ordentlich die Leviten gelesen werden können. Leider ist diesem bei dem Eintreffen der Archäologin und der Schmugglerin bereits das Licht ausgeblasen worden, indem ein seltener Parasit sich über das Essen auf den Schiff ausgebreitet und die Mannschaft zum Frühstück verspeist hat. Hier treffen die beiden auch auf den Kopfgeldjäger Durge. Ja, der Durge, den wir aus den Legends bereits kennen! Dort wurde er durch Anakin Skywalker gegen Ende der Klonkriege in eine Sonne geschossen, um ihn zu töten. Offensichtlich ist das im Kanon nicht der Fall. Ich bin jedenfalls gespannt, was nun aus ihm werden wird, nachdem er offiziell in den Kanon integriert wurde. Wird er seine Fähigkeiten aus den Legends behalten und so den unfreiwilligen Spaziergang im All überleben? 

Jedenfalls finden Chelli und Sana im Folgenden die Einladung zur Auktion von Crimson Dawn, auf der Han Solo versteigert werden soll, und werden von Tagge beauftragt, dort auch teilzunehmen, um die anderen Syndikate auszuspionieren.  

In Die Jagd treffen wir auf jede Menge bekannter Charaktere. So kommen am Rande natürlich die Akteure der anderen Reihen vor, die in den Krieg der Kopfgeldjäger verwickelt sind, aber auch Just Lucky und sein Freund kommen wieder vor. Zusätzlich sehen wir mehr von der Killerin Deathstick, die in den Comics einfach auftaucht, nachdem sie recht unbemerkt im Mobile-Game Uprising eingeführt wurde. Es wäre keine gute Aphra-Geschichte, wenn es nicht auch irgendwelche abgefahrenen Artefakte und flache Witze gäbe. Ich bin weiterhin der Meinung, dass Doktor Aphra zur Zeit die beste laufende Reihe ist. Wong schafft es, den Charakter immer weiter auszubauen, ohne ihn uninteressant zu machen. Neben der Charakterentwicklung geht dabei aber nie der Humor verloren und die Quintessenz der Doktorin bleibt immer erhalten. Zugute kommt ihr da vor allem die Angst vor Vader, die seit der ersten Doktor Aphra Ausgabe, damals noch von Kieron Gillen, vorhanden ist und seit Aphras Verrat am Sith-Lord regelrecht pathologisch geworden ist. Hier sehe ich noch großes Potential und bin gespannt, was daraus gemacht wird.  

Die Zeichnungen des Bandes sind wieder einmal eins-A. Allerdings merkt man den Stilsprung zwischen den Künstlern dramatisch. Sabbatini verwendet sehr häufig Stilmittel, die man eigentlich aus dem Manga-Bereich kennt, und wirkt wesentlich jugendlicher als Jung. Das passt absolut zu Aphra, doch stört mich der doppelte Wechsel im Sammelband schon etwas. Ich hätte gerne gesehen, wenn beide jeweils einen kompletten Handlungsbogen hätten zeichnen dürfen.  

Die Jagd fügt sich ideal in das Crossover-Event ein und schafft es gleichzeitig, die eigene Handlung fortzusetzen. Das ist aber auch das große Problem. Ohne mindestens die Miniserie des Events gelesen zu haben, funktioniert Aphra einfach nicht, weil man die Hälfte der Handlung nicht versteht. Das hat man bei den anderen Reihen ebenso gemerkt, die Miniserie ist absolut essenziell für alle zeitgleich laufenden Reihen.  

Entsprechend kann ich leider nicht mehr als drei Holocrons vergeben. Ich würde gerne mehr vergeben, da bin ich ehrlich, aber durch die starke Abhängigkeit zu einer anderen Reihe, funktioniert der Band einfach nicht alleine und das ist auch für ein Crossover eigentlich nicht tragbar.  

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares! 

Ein Kommentar

  1. Ich fand diesen Band (sowie eigentlich auch den kompletten Aphra run) richtig gut. Die deutsche Übersetzung hat mich hier aber wirklich enttäuscht. Neben wirklich offensichtlichen Schreibfehlern bezeichnet man die „Black Sun“ mal mit dem englischen Namen und auf den nächsten Seiten wieder mit der Übersetzung. Echt schade.

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