Rezension: Star Wars Abenteuer, Band 9: Geschichten aus Vaders Festung

Captain Syndulla, auf der Nest hat es gespukt!

Graysom

Pünktlich zur „Spooky Season“ behandle ich heute, „nur“ einen Monat nach dessen Erscheinen, den Comicband Star Wars Abenteuer: Geschichten aus Vaders Festung. Dieser erschien Mitte September bei Panini, nachdem die US-Einzelhefte im Oktober 2018 bei IDW Publishing herausgebracht wurde. Autor ist Cavan Scott, die Zeichner ändern sich von Geschichte zu Geschichte. Die deutsche Übersetzung wurde von Gunther Nickel angefertigt.

Die Geschichten selber haben nichts miteinander zu tun, außer, dass sie „gruselig“ sind bzw. gruselige Themen behandeln. Sie spielen auch alle zu verschiedenen Zeiten der galaktischen Geschichte. Verknüpft werden sie durch eine Rahmenhandlung mit Lina Graf, die wir aus der Kinderbuchreihe Star Wars Abenteuer bereits kennen. Ihr Bruder Milo wird ebenfalls erwähnt und der Droide CR-8R (Crater) ist auch wieder mit dabei. Normalerweise ist bei den Abenteuern aus dem wilden Raum Emil Graf die Hauptperson der Rahmenhandlung, ein Enkel von Milo, der aber ebenfalls mit CR-8R zusammenarbeitet.

Die Geschichten sind ein bunter Mix aus kleinen Gruselgeschichten von den Klonkriegen bis zur Rebellion und bringen viele bekannte Charaktere zurück. Unter anderem dabei sind die Crew der Ghost, Obi-Wan Kenobi und Count Dooku, Han Solo, die Ewoks und Darth Vader mit jeweils eigenen Geschichten, wobei Vader auch in der Rahmenhandlung eine Rolle spielt.

Zielgruppe des Comics sind natürlich ganz klar Kinder und jung gebliebene. Linas Crew ist auf einer Mission unterwegs und muss auf Mustafar notlanden. Um ihrem ängstlichen Käfer-Freund die Panik zu nehmen, erzählen die anderen Mitglieder ihre Geschichten. Warum an dieser Stelle Gruselgeschichten vorkommen, wird erst ganz am Ende der Rahmenhandlung klar, bei der die für die Abenteuer-Reihe übliche Lehre gezogen wird. Der Stil der Geschichten unterscheidet sich dabei je nach Erzähler und Scott schafft es, jedem Erzähler auch eine eigene Sichtweise in den Mund zu legen. CR-8R erzählt natürlich eine Geschichte, die auf Chopper den Droiden bezogen ist, der ältere Herr erzählt eine Geschichte aus den Klonkriegen und so weiter.

Alle Geschichten, außer der Ewok-Geschichte, fand ich sehr kurzweilig. Sie lasen sich sehr flott, waren schick gezeichnet und sind gut ausgegangen. Natürlich gab es keinen großen Splatter und es gab auch keine Gore-Geschichten, schließlich ist ja alles ganz nett für Kinder aufgezogen. Die Dooku-Geschichte erinnerte mich ein wenig an das alte Vector Crossover, in dem beliebige Spezies in Rakghule verwandelt wurden. Hier wird dies jedoch alles wieder Rückgängig gemacht. Schließlich war Dooku weder in The Clone Wars, noch zur Zeit von Die Rache der Sith ein geflügeltes Monster.

Die Ewok-Geschichte hingegen finde ich kaum angemessen. Ein Priester versucht die anderen Ewoks zu opfern, um einen Riesen zu besänftigen. Durch den Zeichenstil fühlte ich mich sofort in meine Kindheit zurückversetzt, in der ich ab und an nachts nicht enden wollende, langweilige Filme geschaut habe, um nicht schlafen gehen zu müssen. Einen ganz ähnlichen Eindruck hatte ich ab der ersten Seite von dieser Geschichte. Auch diese geht natürlich halbwegs gut aus, doch genießen konnte ich sie als einzige nicht.

Geschichten aus Vaders Festung bietet zu Halloween nette Unterhaltung für Kinder, die sich ein wenig „gruseln“ wollen. Für Erwachsene bietet es sich eher als Sammlungsvervollständigung an, die ein wenig unterhält.

Auffällig sind wie immer die verschiedenen Zeichner der Comicteile. Besonders die Han und Rebels-Geschichten wirken stark stilisiert und überzeichnet, wobei der Han eher an Alden Ehrenreich angelehnt ist als an Harrison Ford, zur Ewok Geschichte habe ich bereits etwas gesagt. Bei der Dooku Geschichte fällt auf, dass der Graf stark vampirig wirkt. Damit soll wohl an Christopher Lees Vergangenheit im Horror Genre angespielt werden, da er neben Dooku in Star Wars und Saruman in Der Herr der Ringe auch den Grafen Dracula in mehreren Filmen gespielt hat.

Mir wurde zugetragen, dass es weitere Anspielungen auf diverse Horrorfilme im Band gibt, aber leider ist Horror nicht mein Genre. Wenn ihr weitere Anspielungen findet, dann schreibt sie gerne in die Kommentarsektion.

Insgesamt möchte ich drei Holocrons vergeben. Der Band hat zwar über die meiste Zeit super unterhalten und war schick anzusehen, aber zum gruseln ist er, zumindest in meinen Augen, nicht geeignet.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Wir danken Panini für das Rezensionsexemplar.

Schreibe einen Kommentar