Rezension: Grievous von Michael Moreci und Caìo Filipe

Der Tod ist zu euch gekommen. Und es bedarf einer Armee, euch davon zu befreien.

Grievous

Bereits Ende Juli erschien der Sonderband Grievous von Autor Michael Moreci, der mit Star Wars Adventures: The Clone Wars – Battle Tales bereits in den Zeiten der Klonkriege unterwegs war. Die Zeichnungen stammen von Caio Filipe, der für Star Wars bisher ausschließlich für die Hohe Republik Abenteuer-Reihe gezeichnet hat. Der für die Farben verantwortliche Dan Jackson hat bereits bei der Hohe Republik Abenteuer-Reihe mit Caio Filipe zusammengearbeitet, war aber auch schon an einigen Werken beteiligt, die zu Zeiten der Klonkriege spielen (The Clone Wars #10: Die Sternbrecher-Falle, Star Wars Legends: The Menace Revealed Omnibus Volume 1 ). Die Übersetzung stammt, wie üblich, von Matthias Wieland und das Lettering von dem erfahrenen Hardy Hellstern.

Grievous (21.07.2026)
Grievous (21.07.2026)

Count Dooku hat General Grievous ausgesandt, um einen Dschungelplaneten zu erobern. Dies ist die Gelegenheit für Grievous, seinen Sith-Meistern seinen Wert zu beweisen. Die Einheimischen sind dem lichtschwertschwingenden Cyborg nicht gewachsen. Als jedoch der Jedi-Ritter Cardiff Baye und seine Klonkrieger eintreffen, scheint sich das Blatt zu wenden …

Klappentext

Entgegen der Aussage des Klappentexts wurde Grievous nicht ausgesandt, um den Planeten Katou zu erobern, und auch die Einheimischen lässt er, außer zu Beginn, weitgehendst in Frieden. Stattdessen befindet er sich zwar auf einer Mission, aber zeitgleich auch auf einem, von Count Dooku entfachten, Selbstfindungstrip. Grievous auf einen Selbstfindungstrip zu schicken, hört sich erstmal nach einer ungewöhnlichen Idee an, aber da die Selbstfindung von Grievous die Handlung eher umrahmt, also zu Beginn und am Ende thematisiert wird und sonst eine eher untergeordnete Rolle spielt, handelt es sich eigentlich trotzdem um eine normale The Clone Wars-Geschichte.

Neben dem titelgebenden Grievous spielt auch der bereits im Klappentext erwähnte Cardiff Baye eine Hauptrolle. Für eine Geschichte um Grievous braucht es natürlich einen Jedi-Gegenspieler und da bei einem Aufeinandertreffen mit Jedi wie Obi-Wan oder Anakin natürlich nicht viel auf dem Spiel steht, hat man sich für den neuen Charakter Cardiff Baye entschieden. Dieser wirkt auf mich sowohl äußerlich als auch innerlich wie eine Mischung aus Anakin und Obi-Wan. Das sieht man auch gut zu Beginn der Geschichte, da Cardiff zunächst mit besagten zwei Jedi auf einer Mission ist, bevor er mit seiner Kloneinheit nach Katou geschickt wird. Dabei trifft Cardiff ähnlich waghalsige Entscheidungen, wie es gewöhnlicherweise Anakin tut, und erwähnt sogar, dass er froh ist, von Anakin als der arrogante Jedi abgelöst worden zu sein. Hier hätte man sich vielleicht ein bisschen mehr Mühe dabei geben können, tatsächlich einen eigenen Charakter zu erschaffen statt einen einfachen Ersatz für Charaktere, die man aus spannungstechnischen Gründen nicht einsetzen konnte/wollte.

Bei den Klonen ist es hingegen besser gelungen, ihnen Leben einzuhauchen und, soweit es zumindest im Rahmen eines 100-seitigen Comics möglich ist, ihnen eigene Persönlichkeiten zu verleihen. Das führt zumindest bei mir dazu, dass ich mir deutlich größere Sorgen um die Klone als um ihren General mache. Nachdem sich Grievous zunächst im Verborgenen hält und Pläne schmiedet, findet im Verlauf des Comics dann auch eine direkte Konfrontation zwischen Grievous und Cardiff statt, über die ich aber nicht zu viel verraten möchte.

Gegen Ende wird dann auch das Selbstfindungsthema nochmals aufgegriffen und Grievous schafft es, eine Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ zu finden. Diese ist allerdings ziemlich platt und unkreativ, sodass man sich das Ganze auch hätte sparen können.

Auf den Vorschauseiten kann man auch schön sehen, wie Cardiff Baye Obi-Wan und Anakin ähnelt. Der Look mit den Rüstungsteilen und die Gesichtsform von Cardiff Baye finden sich auch bei Obi-Wan wieder, während die Frisur an Anakin zu seinen Padawan-Zeiten erinnert.

Was mir sehr gut an den Zeichnungen und an der Farbgebung gefällt, ist, dass alles sehr im Clone Wars-Style gehalten ist, was zu Grievous natürlich hervorragend passt. Die Zeichnungen sind eher einfach gehalten, ohne zu vage zu sein, und auch die Hintergründe sind nicht zu detailliert. Dabei gelingt es trotzdem gut, die Emotionen der Charaktere darzustellen, sodass alles sehr stimmig ist. Zudem finde ich es sehr passend, dass Grievous meistens im Schatten bzw. in der Dunkelheit gezeigt wird, während Cardiff Baye eher in helleren Settings auftritt, bis er auf Grievous trifft. Der Kontrast zwischen Grievous’ hellem Lichtschwert und der Dunkelheit der Nacht sieht dabei besonders phänomenal aus.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich bei Grievous um eine actionreiche und gut lesbare, aber auch austauschbare Clone Wars-Story mit Pseudo-Selbstfindungsthema handelt. Die Geschichte selbst kann man also gut lesen, wenn man abschalten und das Clone Wars-Feeling genießen möchte, man verpasst aber auch nicht viel, wenn man es nicht tut. Die Zeichnungen und die Farbgebung gefallen mir sehr gut, sodass ich insgesamt 3 von 5 Holocrons vergebe.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Bewertung: 3 von 5 Holocrons

Wir bedanken uns bei Panini für die Bereitstellung des Rezensionselexemplars!

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