Heute rezensiere ich nicht nur das Finale der Pathfinders-Reihe, sondern auch das erst einmal letzte Star Wars-Comic-Heft des Verlags Dark Horse, der seit 2022 wieder eine Lizenz hatte. Zu diesem letzten Akt haben sich erneut Autor George Mann und Zeichner Vincenzo Riccardi zusammengetan, um uns die Auflösung der Geschichte rund um mysteriöse Tode durch eine Schallwaffe zu präsentieren.
Zum Inhalt

Nachdem wir im letzten Heft einen langen Rückblick bekommen hatten, der uns die gegensätzlichen Motivation der beiden Comm-Ingenieure Iza und Rike darstellte, geht es heute natürlich in der Gegenwartshandlung weiter.
Der angeschlagene Meister Temesh, Padawan Anula und Pol versuchen, Rike zu stoppen, der allerdings durch den erneuten Einsatz seiner Schallwaffe entkommen kann und dabei auch noch Pols Hörgeräte zerstört. Diese kann nun also – ebenso wie Rike, der sich im letzten Heft selbst mit der Waffe gehörlos gemacht hat – nicht mehr hören. Derweil wird die verletzte Morla auf dem Schiff von Vix Fonnick versorgt.
Unterdessen stellt Iza entsetzt fest, dass sein Kollege Rike dabei ist, einen so großen Schallimpuls auszulösen, dass er die Kommunikation im ganzen System lahmlegen wird. Während sie sich auf den Weg machen, um das zu verhindern, verschafft die gehörlose Pol Iza, der immer darauf aus war, alles zu hören und mitzubekommen, eine Erleuchtung: Man kann auch ohne zu hören kommunizieren und sich verstehen.
Rooper Nitani und Vix Fonnick konfrontieren derweil Rike und bekommen alsbald Unterstützung von Temesh und Anula. Doch den entscheidenden Schritt macht schließlich Iza, der mit Hilfe von holgrafischer Schrift behutsam mit Rike in Kontakt geht, sich bei ihm für seine Unfähigkeit, ihm zuzuhören, entschuldigt, ihm Hilfe anbietet und ihn überzeugt, den Countdown für das aussenden des Impulses zu stoppen.
Zwei Wochen später wird auf Batuu Meister Atticus Cale bestattet, bevor die Jedi schon wieder einen neuen Auftrag bekommen.
Zur Umsetzung
Dass am Ende die Lösung des Konflikts ohne Gewalt und stattdessen mit Kommunikation stattfindet, finde ich sehr erfrischend und es passt auch wunderbar zum Motiv des Hörens, Zuhörens und Verstehens, das sich schon durch die gesamte Reihe zieht. Letztendlich hat Rike sich von Iza nicht gehört und nicht verstanden gefühlt und sobald dieser ihm metaphorisch und auch physisch die Hand reicht, wird durch ganz einfache nonverbale Kommunikation eine Brücke gebaut: „Lausche mit dem Herz, dann wirst du verstehen.“ Ein schönes, wenn auch etwas schnelles Ende.
Was mir etwas fehlt am Ende, ist die Frage danach, was nun die Konsequenz aus diesem Fall ist. Kann theoretisch jeder, der in der Comm-Technologie etwas bewandert ist, eine solche Schallwaffe bauen, mit der man aus der Ferne Wesen töten und die Kommunikation ganzer Systeme lahmlegen kann? Wie kann so etwas in Zukunft verhindert werden? – Das sind für einen kleinen All-Ages-Comic mit beschränkter Seitenzahl vielleicht etwas zu große Fragen, aber hier wird mir am Ende nach der Auflösung auf individueller Ebene doch zu schnell zum Tagesgeschäft übergegangen, dafür dass die Waffe zu Beginn als so außergewöhnlich und mysteriös präsentiert wurde.





Die erneuten Auftritte von Rooper und Vix sind als Fanservice für alle The High Republic-Fans schön – vor allem, weil wir Rooper mit ihrem Schild in Aktion sehen. Aber zwingend gebraucht hätte es die beiden meiner Meinung nach hier nicht unbedingt. Im Gegensatz zu ihnen bleiben nämlich Nebenfiguren wie Morla, Talik und Harby weiterhin unterentwickelt, sodass mich die Szenen mit ihnen nur wenig abholen konnten. Ingesamt wird mir der Comic daher mehr für seine kreativen Handlungsideen in Erinnerung bleiben als für seine ausgearbeiteten Figuren.
Vincenzo Riccardis Zeichnungen sind wie immer wunderbar anzusehen. Sie sind detailreich und auch durch ihre Koloration sehr intensiv. Vor allem mit emotionalen Momenten wie der Umarmung zwischen Pol und Iza oder dem vor Wahnsinn entstellten Gesicht von Rike kann Riccardi seine Stärken voll ausspielen.
Fazit
Insgesamt ist Pathfinders #6 ein Heft mit einer starken Botschaft, das erneut durch tolle Zeichnungen besticht. Auch wenn ich mir ein paar weiterreichende Überlegungen gewünscht hätte und einige Charaktere bis zum Schluss recht blass blieben, stellt es insgesamt einen gelungenen Abschluss der Reihe dar. Deshalb vergebe ich 4 von 5 Holocrons.
Schade, dass Dark Horse erst mal keine weiteren Comics im Star Wars-Universum mehr veröffentlichen wird, denn gerade in letzter Zeit und im Kontext der Hohen Republik waren da einige tolle Geschichten mit dabei, die teils auch den Comics von Marvel den Rang abliefen. Wir bleiben gespannt, was sich zukünftig an der Comic-Front tun wird.
Wir danken Dark Horse für die Bereitstellung des digitalen Rezensionsexemplars und der Vorschauseiten.

Star Wars: Die Hohe Republik ist ein mehrjähriges Buch- und Comicprogramm, das hunderte Jahre vor den Skywalker-Filmen spielt und die Jedi in ihrer Blütezeit zeigt. Weitere Infos, News, Podcasts und Rezensionen gibt es in unserem Portal und in der Datenbank. Beachtet auch unsere Guides zur Lesereihenfolge von Phase I, Phase II und Phase III.












Ich würd mich freuen, wenn wir von diesen THR-Spinoffs immer mal wieder welche bekämen. So sehr ich das Projekt während seiner Laufzeit gefeiert hab, hat es sich für mich bei der Masse an gleichzeitigen Publikationen manchmal so angefühlt, als würde ich vor allem deshalb etwas lesen, um im Stoff zu bleiben und nicht unbedingt wegen einer Geschichte an sich. Jetzt im Nachgang noch einzelne Storys zu haben, an die man dann ganz entspannt herangehen kann, fänd ich klasse.