Rezension: Darksaber – Der Todesstern von Kevin J. Anderson

Wie kommt es nur, dass jedes Mal, wenn eine fähige Frau befördert wird, alle Welt glaubt, sie hätte ihren Posten nur bekommen, weil sie Sex mit einem Vorgesetzten hatte?

Natasi Daala

Unsere Legends-Rezensionsreihe ist in der sogenannten Callista-Trilogie angekommen. Band 1, Palpatines Auge, wurde bereits im April 2020 von unserem Leser Nymphengamer rezensiert. Auch, wenn ich der Rezension nicht unbedingt zustimme, sehen wir die Rezension als gegeben an. Band 2 der Reihe wurde von Kevin J. Anderson geschrieben und im Oktober 1995 bei Bantam Spectra veröffentlicht. Die deutsche Version kam dann im Januar 1997 bei VGS im Hardcover und im Januar 1998 bei Heyne als Taschenbuch.

Darksaber – Der Todesstern (Hardcover)
Darksaber – Der Todesstern (Hardcover)

Da Anderson im Gegensatz zu Hambley bereits im Legends-Universum etabliert war, hatte er doch bereits die Jedi-Akademie-Trilogie geschrieben, liest sich Darksaber – Der Todesstern  wesentlich eher als ein Teil der „Hauptreihe“, wie ich die wichtigen Romane mit Luke, Leia und Han gerne nenne, als es noch Palpatiines Auge getan hat. Ein bisschen merkwürdig ist allerdings der Titel. Im Original war es einfach nur Darksaber, für den deutschen Titel wurde noch Der Todesstern angehängt. Warum? Man weiß es nicht.

Wir befinden uns im Jahr 12 NSY. Die neue Republik floriert, der neue Jedi-Orden gedeiht unter der Führung Luke Skywalkers. Dieser hat endlich seine große Liebe gefunden, nachdem aus der Freundin in Der Pakt von Bakura ja nichts geworden war. Das Problem mit dieser Freundin hier: Ihr Name ist Callista. Besagte Callista hat ca. 20 Jahre in einem Computer gewohnt, um die Aktivierung einer Superwaffe zu verhindern und ist nun nur deshalb am Leben, weil die Jedi Dr. Cray Mingla ihr Leben gegeben hat und Callista mithilfe der Macht ihren Körper übernehmen konnte. Bei diesem Vorgang wurde sie jedoch von der Macht an sich getrennt und kann diese nicht mehr spüren, wie es zuvor der Fall gewesen ist. Dadurch fühlt sie sich Luke im Verlauf der Geschichte zunehmend unterlegen. Sie möchte ganz simpel nicht als Anhängsel des großen Jedi-Meisters gesehen werden. Außerdem wird offen gemutmaßt, dass die Kinder der beiden ebenfalls stark machtsensitiv wären. Callista befürchtet jedoch, dass ihre Machttrennung auch auf ihre Kinder übergehen könnte. Ein wenig vorschnell, immerhin ist hier niemand schwanger!

Außerdem gibt es zwei große Gegenspiele in Darksaber: Zum einen das Imperium, welches durch eine gefrustete Admiral Daala eine geeinte Flotte erhält, in der auch ein gewisser Vizeadmiral Pellaeon eine große Rolle spielt. Zum anderen die Hutten, die in ihrem Größenwahn beschließen, es dem alten Imperium nachzumachen und einen Todesstern zu bauen. Allerdings nur den Superlaser und nicht den Mond drumherum. Was ich nicht wusste und mich so positiv überrascht hat: Die Handlung von Die Macht des Todessterns wird hier aufgegriffen. Was in diesem Fall bedeutet, dass Michael Reaves diesen Roman gelesen und beschlossen hat, dass der Bau des Todessterns über Despayre im Horuz-System einen eigenen Roman verdient hat. Das ist es, was die Legends so genial macht.

Mit Bevel Lemelisk, einem ehemaligen Kollegen von Qwi Xux, Wedge Antilles‘ Freundin, haben die Hutten sogar einen der originalen Ingenieure der Raumstation. Leider sind die Arbeiter und Materialien nicht so hochwertig, wie man es sich wünschen würde.

Darksaber hat im Prinzip ein großes Problem. Es gibt drei Handlungsstränge, die in ihrer Wichtigkeit variieren. Zum einen die Reihenhandlung um Luke und Callista und ihrer Suche nach der Macht, die mich weder mitgerissen noch überzeugt hat. Wir haben bloß ein paar Planeten aus der originalen Trilogie besucht und jeweils ein bisschen was erlebt, während Callista zunehmend frustrierter wurde. Die ganze Beziehung der beiden Jedi wird infrage gestellt wegen einer Gegebenheit, die völlig nebensächlich ist, statt durch die Tatsache, dass die beiden sich faktisch gar nicht kennen…

Zum zweiten die Romanhandlung um den Darksaber und die Hutten, die sich selber löst, auch wenn Wedge und sein Flottenteil nicht eingegriffen hätten und Crix Madine nicht ermordet worden wäre. Nicht, dass er ein mir besonders sympathischer Charakter gewesen wäre, aber solche Tode sind einfach sinnlos. Insbesondere, da der Darksaber letztlich weder funktioniert noch lange überlebt hat. Auch ohne das Zutun der Neuen Republik. Ich gebe gerne zu, dass ich diese Szenen etwas ungläubig gelesen habe.

Interessant ist lediglich die übergreifende Handlung um das Imperium, welches versucht sich zu organisieren. Die durch die Neue Republik totgeglaubte Admiral Daala schafft es doch tatsächlich, die verschiedenen Flotten unter sich zu vereinen, ohne die Ambition zu haben, Imperatorin zu werden. Dafür fehlt die Fortsetzung zu Roganda Ismaren, welche die Erlebnisse um Palpatines Auge überlebt hat. Leider wird sie in der Reihe im Folgenden komplett ignoriert und erst wesentlich später in Das Erbe der Jedi-Ritter 12 wieder aufgegriffen.

Dafür muss ich Anderson für seinen Schreibstil loben, der im Gegensatz zu Hambly auf tausende Wiederholungen derselben Sache verzichtet, wie beispielsweise, dass Lukes Bein schmerzt. Trotzdem zweifle ich die Relevanz von Darksaber im Allgemeinen ein wenig an. Nach Palpatines Auge ist es eine starke Verbesserung, nach der Jedi-Akademie, deren Schüler hier zum Glück die Handlung aufwerten, allerdings, stinkt Darksaber immer noch ab. Insgesamt vergebe ich zweieinhalb Holocrons, die ich für die Grafik und die Datenbank auf drei aufrunde, weil ich Palpatines Auge zwei gegeben hätte.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Ein Kommentar

  1. Na, dann interessiert mich jetzt ja aber doch deine Meinung zu Palpatines Auge in einigen wenigen Sätzen 😉!
    Ich habe nämlich die gesamte Trilogie gar nicht sooo schlecht in Erinnerung, hab sie aber auch zuletzt als Teenie vor beinahe 20 Jahren gelesen 😬…

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