Rezension: Star Wars #72: Die Hohe Republik: Es gibt keine Angst, Teile 3 & 4

Nach dem grandiosen Cliffhanger im letzten Teil ging es im Juli dann direkt auch in Star Wars #72 mit dem Die Hohe Republik-Comic Es gibt keine Angst weiter. Die im Magazin enthaltenen beiden Comics There Is No Fear, Part 3 und Part 4 sind im März und April diesen Jahres in den USA bei Marvel erschienen.

Wie auch bereits bei den Vorgängern, wurden auch diese beiden Teile der Geschichte von Cavan Scott geschrieben und von Ario Anindito (Zeichnungen), Mark Morales (Tusche), Annalisa Leoni (Farben) illustriert sowie von Matthias Wieland ins Deutsche übersetzt.

Das Comic-Magazin erschien wie gewohnt als Kiosk-Ausgabe und als Comicshop-Variant:

Die Fortsetzung der epischen Reise in die Hohe Republik! Kaum ist die junge Keeve Trennis zu einer waschechten Jedi geworden, warten schon die nächsten großen Herausforderungen auf sie. Etwas äußerst Seltsames scheint mit Sskeer, ihrem trandoshanischen Jedi-Meister zu geschehen, etwas Dunkles!

Nachdem im letzten Teil der*die Jedi Ceret auf Sedri Minor auf mysteriöse Weise verschwunden ist, hat sich Avar Kriss mit Cerets Zwilling Terec und der Jedi Keeve ebenfalls auf den Planeten begeben. Während sich Avar um Terec und Sskeer kümmert, welche Qualen leiden, begibt sich Keeve auf die Suche nach Ceret. Es dauert auch nicht lange und wir erfahren, wer hinter der Entführung von Ceret und einigen einheimischen Jugendlichen steckt: ein Drengir! Meine Vermutung hat sich also bestätigt. Nachdem wir in In die Dunkelheit zum ersten Mal von den Drengir erfahren haben, bekommen wir sie nun auch direkt in Aktion vorgesetzt. Wieso dieser sich auf Sedri Minor aufhält und was genau ihr Plan ist, erfahren wir hier zwar noch nicht, doch gibt es eine super in Szene gesetzte Seite, in welcher wir eine kurze Zusammenfassung der Geschichte der Drengir zu sehen bekommen. Schön dabei auch, dass wir hier auch die Station der Amaxinen zu sehen bekommen sowie die Skulpturen, welche im Roman In die Dunkelheit eine große Rolle in Verbindung mit den Drengir spielen.

Die Geschichte hat es auch in sich und steckt voller Wendungen. So schafft es der Drengir irgendwie, die Verbindung zwischen Ceret und Terec auszunutzen, um eine Art Sporen oder etwas Ähnliches von dem*der gefangenen Ceret durch Terec, welche*r sich auf dem Schiff befindet, zu transferieren, um so den mit sich ringenden Sskeer zu infizieren und auf seine Seite zu ziehen. Auch erfahren wir, dass, wenn man einen Drengir mit dem Lichtschwert in zwei Teile teilt, man den Drengir nicht tötet, sondern aus einem zwei Drengir macht – also besser nicht mit dem Lichtschwert zerhacken! Dieser heroische Moment setzt übrigens Avar Kriss in Szene, welche gerade im letzten Augenblick Keeve gegen den Drengir zur Hilfe eilt – kinoreifer Auftritt! Doch leider ist dieser nicht von Dauer, denn schon taucht auch der Drengir-Sskeer auf und Avar und Keeve landen bei Ceret in den Fängen der Drengir.

Und dann wieder eine Wendung: Sskeer war nie komplett besessen, er hat die Drengir nur zum Teil die Kontrolle übernehmen lassen, um so hinter ihre Geheimnisse – und um ihre Schwächen zu erkennen! Kurzerhand entledigt er sich ihrer Kontrolle, befreit seine Freunde und zusammen vernichten sie die Drengir vollends. Wie genau sie vernichtet werden, erfahren wir leider nicht. Man sieht nur in einem Panel, wie Keeve wieder mit dem Lichtschwert Drengir-Material zerteilt, aber vielleicht funktioniert dies ja, wenn man es nur oft genug macht und sich dann nichts mehr daraus regenerieren kann.

Parallel erfahren wir, dass auch der tote Hutt aus dem Hutt-Raumer, der sich nun auf der Starlight-Station zur Obduktion befindet, von Drengir-Sporen befallen war, was zur Folge hat, dass dort nun auch ein Drengir sein Unwesen treibt. Hier, aber auch bereits im Lauftext zu Beginn des Comics, wird die Starlight-Station plötzlich nicht mehr übersetzt und als „Starlight Beacon“ bezeichnet – woher dieser plötzliche Sinneswandel bei der Übersetzung kommt, erschließt sich mir nicht ganz, hat doch auch der Übersetzer nicht gewechselt. Das könnte aber eventuell bei dem ein oder anderen deutschen Leser für Verwirrung sorgen.

Am Ende der Geschichte stellt sich den Jedi auf Sedri Minor dann auch schon direkt das nächste Problem in den Weg: das glorreiche Hutt-Kartell. Es wird also nicht langweilig. Und für den finalen Part von Es gibt keine Angst bleibt dann zu klären, wie es mit dem Drengir auf der Starlight-Station weitergeht und auf Sedri Minor mit dem Hutt-Kartell. Spannend bleibt auch, wie Sskeer, der durch die Übernahme durch die Drengir einen neuen Arm aus Drengir-Material generiert bekommen hat, mit diesem weiter verfährt. Die ganze Situation hat mich stark an Tahiri Veila aus den Legends erinnert, welche in der Das Erbe der Jedi-Ritter-Reihe auf eine ähnliche Art und Weise quasi mit den Yuuzhan Vong „kooperiert“.

Wie bereits erwähnt, steckt der Comic voller Wendungen und Überraschungen und dementsprechend kurzweilig liest er sich auch. Zusammen mit den weiterhin grandiosen Zeichnungen von Ario Anindito macht es richtig Spaß, von einer Seite auf die nächste zu blättern. Nachdem in den ersten beiden Teilen bekannte Jedi illustriert wurden, sind es hier nun die Drengir, die zu Papier gebracht werden und auch genau so dargestellt werden, wie ich sie mir beim Lesen von In die Dunkelheit vorgestellt hatte. Daneben gibt es auch ein Wiedersehen mit dem Jedi Imri Cantaros aus Die Bewährungsprobe, der zusammen mit Vernestra Rwoh auf der Starlight-Station der Obduktion des Hutten-Leichnams beiwohnt.

Wie bereits im vorangegangenen Magazin liefert R2-D2s Datenbank mit Shara Bey und dem Technical Headquarter #71 mit dem MC80-Sternenkreuzer wieder Material aus einer gänzlich anderen Epoche, dafür gibt es eine Variant-Galerie zu Part 2-4 von The High Republic.

Fazit

Star Wars #72 liefert mit der Fortsetzung zu Es gibt keine Angst zwei extrem kurzweilige Comics mit grandioser Inszenierung! Die aufgebaute Spannung wird gut gelöst, während eine Wendung die nächste jagt. Und mit dem Hutt-Kartell wird im Comic nach den Nihil und den Drengir aus den Romanen nun auch eine dritte Fraktion eingeführt, welche den Jedi Probleme bereitet. Daher gibt es auch hier wieder fünf von fünf Holocrons!

Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsxemplars!

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Star Wars: Die Hohe Republik ist ein mehrjähriges Buch- und Comicprogramm, das 200 Jahre vor den Filmen spielt und die Jedi in ihrer Blütezeit zeigt. Weitere Infos, News, Podcasts und Rezensionen gibt es in unserem Portal und in der Datenbank.

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