Rezension: Der Kampf des Jedi von Michael A. Stackpole

Ich wusste, wenn Sie alles gelernt hätten, das Sie lernen mussten, würde ich Sie hier treffen.

Luke Skywalker

Unser heutiges Star Wars Legends-Werk ist ein etwas kontroverses Buch, welches unter Fans teilweise als berüchtigt gilt. Rein von der Timeline her haben es einige von euch sicher schon kommen sehen: Heute geht es um Michael A. Stackpoles Beweihräucherung von Corran Horn: Der Kampf des Jedi. Erschienen ist der Roman am 04. Mai 1998, damals noch bei Bantam Spectra. Die deutsche Version kam erst drei Jahre später, im Mai 2001, bei Heyne und wurde 2014 als e-Book neu herausgebracht. Auf allen Coverversionen fehlt dabei die obere rechte Laserkanone des X-Wings in der unteren rechten Ecke. Die Übersetzung stammt von Ralf Schmitz.

Der Kampf des Jedi (2001, Paperback)
Der Kampf des Jedi (2001, Taschenbuch)

Der Kampf des Jedi weist im Gegensatz zu „regulären“ Star Wars-Romanen zwei Besonderheiten auf. Zum einen spielt die erste Hälfte parallel zur Jedi-Akademie Trilogie und erweitert die Hauptstory so, dass Corran Horn darin vorkommt. Ich sage hier absichtlich erweitert, weil in den Büchern von Kevin J. Anderson mehrere Jedi nicht benannt wurden und einer ohne weiteres Corran Horn hätte sein können, und zum anderen, weil man die erste Hälfte von Der Kampf des Jedi weniger oder gar nicht versteht, wenn man die Jedi-Akademie nicht gelesen hat. Leider wird aber nicht unbedingt viel Relevantes, Neues etabliert, um die Handlung der Trilogie noch einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Wir erleben nur mit, wie Corran Horn seine Machtkräfte zu trainieren versucht.

Zum anderen ist das Buch ganz untypisch in der ersten Person geschrieben, also aus der Perspektive von Horn selbst. Aus dem Kopf heraus fällt mir nur ein weiterer Roman ein, der das auch so getan hat: Der Erbe der Jedi-Ritter aus dem aktuellen Kanon.

Generell bin ich kein Fan dieser Erzählweise und bin entsprechend negativ eingestellt an den Roman herangetreten.

Wenn man Finder ist, kommt es weniger darauf an, dass man weiß, wo man suchen muss. Denn das ist einfach. Man muss wissen, wann man suchen muss.

Ooryl

Der Kampf des Jedi hat viele Schwächen, aber auch einige Stärken. Zwei gravierende Schwächen sehe ich in den bereits genannten Punkten. Weitere sind vor allem die Beweihräucherung Corrans und der zeitliche Ablauf des Buches. Zu Beginn der Handlung wird Corrans Frau Mirax entführt und er will sie retten. Dafür geht er erst für mehrere Wochen und ca. 300 Seiten auf die Jedi-Akademie von Luke Skywalker und schleicht sich dann über mehrere Monate (ebenfalls ca. 300 Seiten) bei einer großen Piratenbande ein, die Mirax vermutlich gefangen hält. Ich glaube, hier wäre ein wenig Eile das Gebot der Stunde gewesen, auch wenn er letztlich die komplette Mission alleine geplant hat (Beweihräucherung ahoi).

Besondere Stärken sind (ab der zweiten Hälfte) allerdings die zunehmende Spannung – dank neuer und gut durchdachter Handlung, mit komischem zeitlichen Ablauf – und die Verknüpfungen zum restlichen Legends-Bereich (im ganzen Buch). So wird die komplette Jedi-Akademie-Reihe aufgegriffen. Leonida Tavira, die Ex-imperiale Piratenführerin aus der zweiten Hälfte, kennen wir außerdem bereits aus den X-Wing Comics. Generell wird eigentlich Corrans Teil der X-Wing Romane fortgeführt, die zeitlich ja auch ziemlich in der Nähe spielen. Man kann also fast sagen, dass Der Kampf des Jedi eine Fusion aus, oder ein Bindeglied für X-Wing und Die Jedi-Akademie darstellt und dafür ist es eigentlich ganz okay geworden.

Eine allgemeine Leseempfehlung kann ich allerdings trotzdem nicht aussprechen. Obwohl besonders der zweite Teil sehr spannend gestaltet ist und Corrans Jedi-Fähigkeiten zugegeben sehr beeindruckend sind, sind da immer noch der erste Teil, die Ich-Perspektive, und meine fehlende Motivation weiterzulesen, wenn man mal Pause gemacht hat. Wenn man dran ist, kann man ganz gut weiterlesen, doch nach einer Pause wieder weiterzulesen, gestaltete sich hier recht schwierig.

Daher kann ich beim besten Willen nur zwei von fünf Holocrons geben, auch wenn ich eigentlich ein Fan von Stackpole und Corran bin.

Der Rezensent vergibt 2 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 2 von 5 Holocrons!

Ein Kommentar

  1. „Wenn man dran ist, kann man ganz gut weiterlesen, doch nach einer Pause wieder weiterzulesen, gestaltete sich hier recht schwierig.“

    Ich gestehe freimütig, nach 100 Seiten aufgegeben zu haben… das war staubtrocken und Corran fand ich als Figur eh selten bis nie interessant, was erschwerend hinzukommt.

Schreibe einen Kommentar