Rezension: Star Wars Comic-Kollektion, Band 119: Knights of the Old Republic IX: Krieg

Kurz vor dem Ende der Star Wars Comic-Kollektion von Panini wurde mit dem neunten Sammelband auch die Knights of the Old Republic-Reihe von John Jackson Miller beendet und das mit einer Geschichte, die etwas wirkt wie ein recht unnötiger Nachtrag zu einem eigentlich gelungenem Ende.

Was habe ich vom Ende der beliebten KOTOR-Reihe erwartet? Ein Happy End ist sicherlich zu einfach, doch gerade nach all dem, was Zayne und Co durchstehen mussten, hätte ich mir einen ruhigeren Abschnitt im Leben für ihn gewünscht. Dieser Wunsch erfüllt sich zunächst auch, bis er in diesem Band plötzlich als Kämpfer an der Front gegen die Mandalorianer steht.

Da überrascht es auch nicht wirklich, dass versucht wird, den Grund dafür mit dem Ende des achten Sammelbandes in Einklang zu bringen, und mich das nicht so recht überzeugen konnte. Zayne wurde demnach zwangsrekrutiert und da er kein Jedi mehr ist und nicht mehr Mitglied des Ordens wurde, konnte das auch bei einem versuchten Familienbesuch einfach so mit ihm gemacht werden. Er ist nun mal ein einfacher Bürger und im wehrfähigen Alter. Insgesamt fand ich dieses Hinbiegen, um die hier vorliegende Story zu erzählen etwas schade, da hätte ich mir fast eine etwas „happy-endigere“ Handlung gewünscht, die mehr auf dem vorherigen Band aufbaut.

Doch genau da scheiden sich bei mir innerlich die Geister: Einerseits würde ich Zayne den Frieden gönnen, andererseits herrscht nun mal der namensgebende Krieg und da ist ein Happy End vielleicht etwas zu viel verlangt. Die Mandalorianischen Kriege toben und die Republik braucht alles Verfügbare, um diese Bedrohung in den Griff zu bekommen. Dazu muss auch hinzugefügt werden, dass vielleicht der Verbleib von Zayne zu Beginn der Ausgabe aus meiner Sicht kritikwürdig ist, die Handlung, die Miller ihn dann aber durchleben lässt, wieder spannende Ideen in die Reihe bringt. Ob diese Ideen dann aber am Ende einer solchen Reihe richtig aufgehoben sind, kann meines Erachtens zurecht in Zweifel gezogen werden.

Zayne findet sich nämlich in der misslichen Lage wieder, mit den Mandalorianern in die Schlacht ziehen zu müssen. Wie es dazu kommt, ist zwar auch wieder etwas fadenscheinig, aber na ja, auch die Mandos müssen eben Zwangsrekrutierungen durchführen. Irgendwie muss man den Bürgervorteil der Republik ja ausgleichen. Die Facetten und Gedanken sowie die Splittergruppe der Jedi, die freiwillig den Mandalorianern angehören, kommen dann im weiteren Verlauf gut zur Geltung, wozu auch der etwas mürrische republikanische Kommandant beiträgt, der mit Zayne zusammen von den Mandalorianern rekrutiert wird. Wieso kämpft man für die Mandos? Was sind ihre Beweggründe und wieso stellen sich selbst Jedi auf deren Seite? All das gibt den Mandalorianern etwas mehr Profil, aber das reicht eben nicht an die lange Charakterarbeit bei Figuren wie Rohlan Dyre aus den bisherigen Heften heran.

Und genau das ist auch mein letzter Kritikpunkt. Dieser Band bewegt sich in einem Vakuum. Die bisherigen und liebgewonnenen Figuren treten fast vollständig in den Hintergrund. Jarael darf gerade mal jemanden umarmen und Gryph kurz einen Ratschlag übers Holo geben. Das ist so ziemlich alles, was wir von der alten Garde zu sehen bekommen und das, obwohl sie seit Ausgabe eins – in immer wechselnden Konstellationen – quasi kaum zu trennen waren. Das ist schade, gerade da es sich hier wie gesagt um den zahlenmäßig letzten Band der Reihe handelt und somit wichtige Figuren quasi ausgeschlossen werden.

Ich bin mir bewusst, dass diese Reihe aus 2012 stammt und damit ganze zwei Jahre nach dem Ende der eigentlichen KOTOR-Reihe als Miniserie veröffentlicht wurde. Die Frage, die sich mir daher also stellt, ist: Wieso? Ich habe diese Geschichte nicht als essentiell empfunden, weder für die Zeichnung von Zaynes Charakter, der von Gewalt nicht viel hält, noch in Bezug auf die Darstellung der Mandalorianer.

Blendet man dieses diskordante Gesamtbild der hier bewusst als neunteilige Reihe beworbenen Bände einmal aus, so erhält man aber trotzdem ein vergleichsweise hochqualitativen Comic mit wie immer fabelhaften Zeichnungen und auch einer gut durchdachten Geschichte, die jedoch – in Anbetracht des Rahmens der Miniserie – oft einfache Wege und nachträgliche Erklärungen für ihre Wendungen finden muss. Ich finde, dieser Band hätte auch mit einem anderen Jedi funktioniert und passt nicht vollends in das eigentlich nach Band acht gut abgeschlossene Gesamtbild der Reihe. Es wirkt, als wurden noch einmal alle Tore und Verbleibe der Figuren aufgestoßen und was folgte, war nur diese kurze Miniserie. Da hätte man entweder mehr draus machen können oder die Tore geschlossen lassen sollen.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Ein Kommentar

  1. Das fasst meine Gefühle zu dieser „KOTOR: War“-Miniserie echt gut zusammen. Anders als bei „Legacy: War“, wo die nachträgliche Fortsetzung als Miniserie sinnvoll war, liefert man hier nur noch ein lose verknüpftes Anhängsel, das nicht mal als Epilog wirklich taugt. Zayne wiederzusehen war aber schön.

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