Rezension: The Mandalorian 1×06: „Kapitel 6: Der Gefangene“

In der sechsten Folge verkriecht sich das Kind die meiste Zeit im Schlafzimmer und das hat auch seinen Grund! Uns hat die sechste Folge eher wenig überzeugen können. Woran das liegt, könnt ihr in unserer heutigen Rezension lesen.

Weiterhin ist diese Reihe eine Zusammenarbeit aus Jedi-Bibliothek und Jedipedia.net in Form von Janina und Tobias, weshalb diese Rezensionen abwechselnd unter diesen beiden Namen veröffentlicht werden. Bei dieser Folge konnte unser gemeinsamer Blick auf die Serie leider auch nicht unsere Bewertung verbessern, sondern beförderte wohl noch mehr Kritikpunkte zu Tage.

Trotzdem ist natürlich hier wieder der Hinweis angebracht, dass diese Rezensionen nur Spoiler bis zur aktuell rezensierten Folge enthalten und somit nicht, am Beispiel der heutigen Rezension, Spoiler für Folge sieben und acht bereithält.

Veröffentlichung DEVeröffentlichung USARegieAutor
17. April 202013. Dezember 2019Rick FamuyiwaRick Famuyiwa und Christopher Yost

In Erwartung eines lukrativen Angebots wendet sich der Mando an einen alten Freund, der ihn zur Rettung eines Verbündeten aus republikanischer Gefangenschaft einspannt. Doch selbst innerhalb des Rettungsteams finden sich wenig Sympathien für den Mando und so muss er auch erneut um die Sicherheit seines Schützlings bangen, nachdem er selbst zu einem Gefangenen wird…

Zum Inhalt

„big shot gangster putting together a crew“

Die Folge beginnt direkt mit dem Eintreffen des Mandos auf der Raumstation seines alten Freundes – beziehungsweise angesichts des eher distanzierten Verhältnisses wohl eher Kollegen – Ranzar Malk (gespielt von Mark Boone Junior). Demnach hat der Mando anscheinend nach einem Job gefragt, welchen Ran nun mit ihm und dem Rest des Teams besprechen will. Hier hat uns zunächst überrascht, wieso der Mando so eine zwielichtige Örtlichkeit dazu nutzen will, eine sichere Geldeinkunft für sich und das Kind zu garantieren. Doch unter einigen Prämissen wirkt die Entscheidung konsequent, da er bekanntlich weder Aufträge erledigen kann, die mit der Kopfgeldjägergilde oder dem letzten Rest des Imperiums zusammenhängen und auch mit Kopfgeldjagden auf Eigeninitiative – wie in der letzten Folge – eher wenig gute Erfahrungen gemacht hat. Zudem geht er davon aus, dass das Schiff und damit das Kind nicht Teil der Mission sein werden, eine Hoffnung, die Ran aber schnell zunichte macht.

Demnach ist die Razor Crest, da sie prä-imperial und prä-(neu)republikanisch ist, quasi ein „Geist“ für die Scanner und kann unter Anwendung eines komplizierten Flugmusters im toten Winkel an das Gefängnisschiff andocken. Doch zunächst gilt es noch, die unglaublich unsympathische und für uns Zuschauer nervige Truppe zusammenzustellen, die auch mit auf die vermeintliche Befreiungsmission gehen wird.

Zum einen haben wir mit Mayfeld (gespielt von Bill Burr, der eigentlich nicht unbedingt ein Star Wars-Fan ist) einen ehemaligen imperialen Scharfschützen, der zumindest einen guten Lacher produziert, indem er dem Mando widerspricht, als er ihn mit Sturmtruppen gleichsetzt, die ja bekanntlich nichts treffen würden. Über die Folge erleben wir ihn zwar als noch “normalsten” des aktiven Trio Infernales auf dem republikanischen Gefängnisschiff, doch auch er beteiligt sich munter am Mobbing des Mandalorianers und an der Gefährdung eines Kindes. Das klingt zunächst zwar alles etwas zu ernst für das, was auf dem Bildschirm geschieht, doch man merkt deutlich, dass den Autoren es nicht gelungen ist, unsympathische Antihelden zu inszenieren, die gleichzeitig nicht komplett verachtenswert sind.

„Ich bereue, was ich letzten Sommer getan habe!“

Denn mit der Twi’lek Xi’an (gespielt von Natalia Tena) und dem Devaronianer Burg (gespielt von Clancy Brown) treten quasi zwei Psychopathen ins Rampenlicht der Folge. Zum einen muss uns bitte jemand glaubhaft erklären, was der Mando jemals an dieser Frau gefunden haben soll, so denn sie schon immer ein so offensichtlicher Fall für die Klapsmühle gewesen ist. Und worin die Qualitäten von Burg liegen sollen, der bei einer Infiltrationsmission auftritt wie Benjamin Blümchen im Miniaturwunderland, ist für uns eine weitere offene Frage geblieben.

Am Ende ist Zero (gespielt von Chris Bartlett und gesprochen von Richard Ayoade) noch der erträglichste Teilnehmer der Mission, was wohl aber daran liegt, dass er vor allem auf dem Schiff bleibt und die meiste Zeit keinen Kontakt zu der Gruppe hat. Außerdem ist die hochnäsige Art von Droiden etwas, das eine lange Tradition im Star Wars-Universum hat und hier auch passend umgesetzt wird.

Doch zurück zum Ablauf der Mission. Auf dem Weg zum republikanischen Gefängnisschiff entdecken die Begleiter des Mandos nach einer Schlägerei zwischen Burg – der darüber erzürnt ist, nicht alle Kommoden des Mandalorianers durchwühlen zu dürfen – und dem Mando, das Kind im Schlafzimmer und beginnen sogleich, Witze darüber zu machen und es sogar wissentlich in Gefahr zu bringen, als der Landeanflug ansteht. Nebenbei macht sich Xi’an noch über die Kultur des Mandos lustig und die drei fordern ihn in einer nach Stiefelkreis anmutenden Situation dazu auf, den Helm abzunehmen, und verhöhnen ihn als Gungan. Natürlich kann man dabei kurzzeitig lachen, doch wir haben uns schon beim ersten Zuschauen unwohl gefühlt, ob der offensichtlichen, übertriebenen Ausgrenzung des Mandalorianers, deren Ursprung wir ja gar nicht nachvollziehen können! Wir wissen zu diesem Zeitpunkt lediglich, dass Xi’an etwas mit ihm am Laufen hatte – wie gesagt, der Mando muss dabei wohl ein paar Spotchka zu viel getrunken haben – und die Situation deshalb etwas angespannt sein könnte. Aber wieso sie augenscheinlich vor einer gemeinsamen Mission so miteinander umgehen, erschließt sich uns nicht.

Aggressive Verhandlungen

Als die Gruppe dann schließlich am Gefängnisschiff der Neuen Republik andockt, beginnt ein recht kurzweiliger Weg zur Auffindung des Ziels, auf dem der Mando zum einen seine Abneigung gegen Droiden und zum anderen auch seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann. Dafür bekommt er aber wie zu erwarten erneut nur hämische Kommentare ab, während Burgs spätere „Haudrauf-Methode“ anerkennend gelobt wird. Doch den Höhepunkt der Inkompetenz dieses „Teams“ erleben wir schließlich bei der Auseinandersetzung mit dem einzigen menschlichen Offizier an Bord: Davan. Ursprünglich hieß es, dass keine Menschen an Bord sind, doch das hat sich anscheinend als falsch herausgestellt. Das Problem dabei ist, dass Davan einen Peilsender aktivieren will, der die Neue Republik auf den Plan ruft und dadurch eine Flucht schwieriger machen könnte. Als der Mando versucht, vernünftig mit ihm zu reden, beginnt Mayfeld, sich in seiner Autorität untergraben zu fühlen, und es entbrennt ein Streit, den Xi’an dann damit beendet, Davan mit einem Wurfmesser zu töten, was natürlich zur Folge hat, dass das Signal ausgelöst wird – wer hätte das wohl vorhersehen können! Wieso man im Wissen um die Gefahr nicht einmal den diplomatischen Ansatz versucht und gleich die Alarmierung der Republik in Kauf nimmt, ist uns sowohl aus der Sicht von Xi’an als auch aus Sicht des Drehbuchs ein Rätsel. Denn logisch ist dieses Handeln in keinem Fall!

Schließlich gelingt es der Gruppe dann – nach der brachialen Wegbereitung durch Burg – die Zelle zu erreichen, und der Mando muss feststellen, dass es sich bei ihrem Ziel um Qin (gespielt von Ismael Cruz Cordova) handelt, welcher zum einen der Bruder von Xi’an und anscheinend auch ein alter Bekannter des Mandos ist. Er bezichtigt den Mando sogleich, ihn damals zurückgelassen zu haben, woraufhin Burg den Mandalorianer in die Zelle stößt und sie ihn somit hintergehen. Was wir uns dabei gefragt haben, war Folgendes: Wieso kommt der Mando nicht auf die Idee, dass es sich um Qin handeln könnte, wenn seine Schwester Teil des Rettungsteams ist, und was zur Hölle ist damals vorgefallen? Man präsentiert uns hier ein Portfolio an verschiedenen Figuren, die wir nicht kennen, die aber allesamt unfair mit dem Mando umgehen. Darüber hinaus serviert uns die Folge zwei Figuren, die mit dem Mando eine Vergangenheit haben. Wie genau diese aussieht, wissen wir auch nicht und sollen den Konflikt also als gegeben akzeptieren. Nur leider ist eine gute Story keine Matheaufgabe, bei der man Tatsachen einfach so hinnehmen kann, gerade dann, wenn diese Tatsachen das zentrale Handeln der auftretenden Figuren definieren! Wir würden schon gerne wissen, wieso der Mando nun von allen gehasst wird, denn so wirkt das auf uns eher wie das Resultat eines faulen Drehbuchs, in welchem der Mandalorianer unbedingt eingesperrt werden musste, um ihn dann nach seinem Ausbruch schlagfertig zu inszenieren, ohne ein Fundament dafür gelegt zu haben.

„Wolle Rosen kaufen?“

Denn tatsächlich gelingt es dem Mando dann, auszubrechen (auch wenn man denken könnte, dass kleine Strahlenschilde zwischen den Sichtfenstern der Zellen eine gute Idee gewesen wären) und es beginnt sogleich seinen Rachefeldzug durch das Schiff. Das gehörte für uns tatsächlich zum besten Teil der Folge, da durch Kameraeinstellungen und Beleuchtung ein gewisses Horrorszenario imitiert wird, bis hin zur schwarzen Katze – pardon dem schwarzen Mausdroiden – der das Opfer erschreckt. Allerdings mussten wir dann erfahren, dass wir dieses unleidliche Trio wohl nochmal irgendwann sehen werden, da er sie nur eingesperrt und nicht umgebracht hat. Denn der Hauptcharakter der Serie darf natürlich nur Jawas erschießen, die sein Schiff auseinander nehmen, aber keine Gruppe aus Verrätern, die ihn der Neuen Republik ausliefern oder das Kind in Gefahr bringen wollten. Welcher tiefere Sinn dahinter liegt, der über die – unserer Meinung nach – fehlerhafte Selbsteinschätzung der Autoren, ein gern gesehenes Trio geschrieben zu haben, das sicherlich einige wiedersehen wollen, hinausgeht, erschließt sich uns deshalb leider ebenso nicht. Zumal viele der Szenen fast aus einem Horrorfilm oder Thriller hätten stammen können und durch die Enthüllung am Ende irgendwie ihre Wucht verlieren (beispielsweise die Türszene mit Burg oder das Anschleichen an Mayfeld).

Nachdem sich der Mando um die drei ursprünglichen Mitglieder des Infiltrationsteams gekümmert hat, gelingt es ihm auch, Qin an der Luke zur Razor Crest zu stellen und dieser bringt den Mando dazu, ihn nicht auszuschalten, sondern für die Belohnung auszuliefern. Währenddessen spielt das Kind – vermutlich aus Langeweile – Verstecken mit Zero an Bord der Razor Crest, nachdem dieser herausgefunden hat, dass der Mando das Kind nicht wie geplant ablieferte. Nach einigen erfolgreichen Verstecken findet Zero das Kind dann schließlich wieder in der Schlafkoje, wobei wir uns zumindest kurz gefragt haben, wie es da so kompetent raus- und wieder reingekommen ist. Aber gut, es lässt ja auch Schlammhörner fliegen, da wollen wir mal nicht so kritisch sein. Übrigens versucht es dann erneut, seine Macht zu nutzen, als Zero mit dem Blaster auf es zielt. Als dieser dann explodiert, schaut sich das Kind in einem Moment der Verwunderung zunächst ungläubig auf die Hand nach dem Motto: „War ich das etwa?“, bis wir hinter dem fallenden Korpus des Droiden den Mando erspähen, der also doch wieder rechtzeitig zur Stelle war, um seinen Schützling zu retten! Einer der wenigen Momente in dieser Folge, in der wir lachen mussten.

Anflug auf den Todesstern – äh – die Raumstation.

Im letzten Teil der Folge liefert der Mando dann Qin an Ran aus und erhält dafür auch die Belohnung. Zumindest das ist ihm vergönnt, wobei man hier auch sagen muss, dass Rans Plan schon etwas riskant ist, da der Mando ja auch sonst nicht damit geizt, schnell in den Hyperraum zu springen, und der Jäger es anscheinend nicht wirklich eilig hatte, zu starten. Denn kaum verlässt der Mandalorianer den Hangar, versucht Ran, ihn aufzuhalten, was dann jedoch durch den vom Mando mitgenommenen Peilsender torpediert wird. Dadurch kommen drei X-Wings der Neuen Republik zu der Raumstation und beginnen, diese zu beschießen. Wieso genau sie das nun tun, hat sich uns zwar auch nicht ganz erschlossen (die Station ist unbewaffnet und das Kanonenboot, das als Ziel wahrgenommen wurde, ist zu diesem Zeitpunkt schon zerstört), zumal sie eigentlich zu einem Gefängnisschiff beordert wurden und wissen müssten, dass die nicht so aussehen!

In der vorletzten Einstellung der Folge redet der Mando wieder freundschaftlich mit dem Kind, indem er ihm sagt, dass das von Anfang an eine blöde Idee war (Hallelujah!) und ihm dann wieder die Kugel abschraubt, damit es etwas zum Spielen hat. Wir würden vorschlagen, dass die beiden als nächstes einen Spielzeugladen ansteuern, denn dieser bakterienverseuchte Steuerknüppel ist vielleicht auf Dauer nicht das beste Spielzeug für den kleinen Fanliebling!

Zuletzt wird uns dann – wie bereits erwähnt – noch offenbart, dass das Trio infernale noch am Leben ist und nun sein Dasein vorerst in einem unbemannten Gefängnisschiff fristen muss. Auch wenn die Annahme tröstlich ist, dass sie nun verhungern werden, da alle Droiden und Davan tot sind und das Signal nicht mehr an Bord ist, gehe ich wohl eher davon aus, dass wir diese unsympathischen Unsympathen in Zukunft noch einmal sehen werden, in der der Mando dann aber hoffentlich konsequenter gegen sie vorgeht!

Anmerkungen

„Mit horizontalen Türen komm ich klar, aber wehe er packt die vertikalen aus!“

Hier wollen wir heute mal auf den Faktor Zeit eingehen. Das klingt zunächst etwas pedantisch, ist uns beiden aber direkt bei unserer ersten Sichtung der Folge aufgefallen und hat deshalb zu einigen verwunderten Nachrechnungen geführt. Demnach sagt Zero, dass sie ab Beginn des Alarmsignals – welches Xi’an bekanntlich in einem Anflug von ungeheurer Professionalität ausgelöst hat – noch circa 20 Minuten haben, bis die Republik eintrifft. Innerhalb von 10 Minuten schaffen sie es dann, Qin zu befreien, den Mando einzusperren und sowohl den Lockdown als auch die Flucht des Mandos zu erleben. Das erschien uns tatsächlich relativ realistisch in 10 Minuten zu schaffen, da sie ja nach dem Tod von Davan und nur mit einer Droidenkonfrontation ja eigentlich relativ schnell zur Zelle kommen konnten (gegeben des Größenvergleichs zwischen Razor Crest und Gefängnisschiff). Doch danach lauert der Mando zunächst dem langsam vorankommenden Burg auf und überwältigt ihn, stellt sich dann Xi’an in den Weg und überwältigt sie, das Gleiche gelingt ihm schließlich auch mit Mayfeld (wobei sich alle drei an verschiedenen Orten im Schiff befinden und vorher, visuell unterstützt, noch andere Gegner – wie etwa Wachdroiden – ausschalten)! Doch dann kann der Mando ja gar nicht direkt zurück zum Schiffseinstieg gegangen sein, da er alle drei noch aus verschiedenen Ecken des Raumschiffs in eine gemeinsame und nicht etwa die jeweils nächstgelegene Zelle verfrachten musste (Burg ging bestimmt aufs Kreuz!). Dann stellt er noch Qin, zerstört Zero und dockt ab. All das passiert logischerweise in den anderen 10 Minuten oder Zero – der einen komplizierten Anflugvektor berechnen und durchführen konnte – hat sich verschätzt. Das kann man jetzt als Kleinigkeit deklarieren, aber wir finden, dass die reine Nennung von Zeiten ja die Autoren nicht einschränkt, soll heißen: wieso braucht die Neue Republik nur 20 Minuten und nicht 40, was vieles schon logischer aussehen lassen würde. Allgemein ist ja die Verkürzung der Reisen durch den Hyperraum im neuen Kanon ein sowieso schon oft auftretendes Merkmal und so hätte man diesem Phänomen leicht etwas gegensteuern können. Doch stattdessen nimmt man 20 Minuten als Richtmaß, was erstens unlogisch in Bezug auf all die Abläufe ist, die in dieser Zeit stattfinden, zweitens von der Republik anscheinend nicht eingehalten wird und drittens je nach Distanz der nächstgelegenen Staffel recht kurz für einen Hyperraumsprung wirkt.

Als kurze, zweite Anmerkung wollen wir noch auf einen Anschlussfehler eingehen und das nur, weil uns bisher in den anderen Folgen noch keiner aufgefallen ist und dieser fast wie eine Editing-Panne nach leichter Änderung des Drehbuchs wirkt. Denn als die Gruppe an der Zelle von Qin ankommt, steckt Mayfeld einen Datenstift in das Schloss, kontaktiert aber in einer anderen Einstellung Zero, in welcher kein Datenstift in der Tür steckt. Mayfeld sagt dann nämlich, dass Zero die Tür aufmachen soll (wieso, wenn er doch selbst einen Datenstift hat). Als dann die Kamera das Schloss in der Nahaufnahme zeigt, steckt kein Datenstift darin, da Zero das Schloss per Fernsteuerung öffnet. Demnach ist also das Drehbuch so umgeschrieben worden, dass Zero ursprünglich gar nicht benötigt wurde, da Mayfeld einfach nur einen Datenstift hätte nutzen müssen. Wieso man sich offensichtlich noch während des Drehs umentschieden hat, ist uns natürlich nicht bekannt, sondern lediglich ins Auge gesprungen!

Design und VFX

Bei dem Aussehen, kann man sich nur gegenseitig lieben!

Dieses Mal möchten wir ein wenig auf das Design von Aliens eingehen, da wir in dieser Folge ja gleich auf drei Nebencharaktere treffen, die in diese Kategorie fallen, nämlich unsere beiden Twi’leks Xi’an und Qin sowie den Devaronianer Burg. Letzterer hat uns von der Umsetzung noch am besten gefallen, insbesondere weil eine neue Eigenschaft der Devaronianer gezeigt wurde. Die Feuerresistenz von Burg ist zumindest interessant, auch wenn die logische Brücke zu Teufel, Hölle und Feuer natürlich etwas klischeehaft wirkt. Dagegen haben uns Qin und Xi’an im Design überhaupt nicht gefallen. Es mag an den skurrilen Lichtverhältnissen liegen, aber gerade Xi’ans Hautfarbe scheint immer zwischen verschiedenen blauvioletten Tönen zu wechseln, so als könne sie sich nicht entscheiden, was ihr nun besser gefällt. Das lässt sie an einigen Stellen der Folge leider im wahrsten Sinne des Wortes künstlich wirken, insbesondere wenn man sie Burg oder vorigen Aliens gegenüberstellt. An dieser Stelle möchten wir auch einmal hervorheben, dass das Klischee der sexy Twi’leks nicht mehr zieht. Xi’ans übertriebenes Zungenverrenken macht sie eigentlich nur nervig und trägt nicht viel zu ihr als Charakter bei. Ein interessanter weiblicher Charakter, der sich nicht nur über Sex-Appeal definiert, sieht auf jeden Fall anders aus. Immerhin ist ihr männliches Pendant Qin auch nicht besser und beide wirken teilweise viel zu animalisch in ihrer Ausdrucksweise. Das hat uns in gewisser Weise auch etwas verwundert, denn auch in Live-Action hatten wir schon bessere Twi’leks in Bezug auf ihr Design gesehen, wie zum Beispiel Aayla Secura. Außerdem haben wir ja auch in The Mandalorian schon wesentlich bessere Aliendesigns erleben dürfen, allen voran der Ugnaught Kuiil, aber auch Statisten, die im Hintergrund auftauchen, oder eben gleich in dieser Folge Burg.

In puncto Design hat sich allerdings auch die Neue Republik nicht gerade mit Ruhm bekleckert, denn das Gefängnisschiff als Kasten ist geradezu klischeehaft. Wenigstens die Droiden im Inneren sind tatsächlich sehr interessant gestaltet. Die Idee an sich, dass hauptsächlich Droiden auf solchen Schiffen beschäftigt werden, ist eine logische Schlussfolgerung der Entmilitarisierung der Neuen Republik, die uns ja in verschiedenen Werken schon gezeigt wurde. Die zweibeinigen Droiden erinnern ganz dunkel an die alten HK-Droiden aus Legends, gemischt mit den Sicherheitsdroiden aus Rogue One (K-2SO), auch wenn sie weniger gefährlich zu sein scheinen. Die zweite Art sieht dafür aus wie ein Dalek-Verschnitt, für diejenigen von euch, die Doctor Who kennen. Da das Star Wars-Universum nun wirklich eine extreme Dichte an verschiedensten Droidendesigns vorweist, war es eine schöne Überraschung, zwei so unterschiedliche Modelle zu sehen.

Cameos und Easter Eggs

Wie viele Finger zeige ich? ZERO!

Wie eigentlich in jeder Folge, treffen wir auch in Der Gefangene mehrere Aliens der Galaxis wieder, die hier vorrangig als Gefangene einige Hände durch die Türen strecken dürfen. Beispielsweise ist ein Ardennianer zu sehen, der erstmals in Solo auftauchte und dort von Jon Favreau gesprochen wurde. Zahlreiche Nebencharaktere werden hier von doch prominenteren Personen gespielt und gesprochen. Zeros Stimme, Richard Ayoade, dürfte den meisten aus der Sitcom The IT Crowd bekannt sein, während der einsame Soldat der Neuen Republik – Davan – von Matt Lantern gespielt wird. Der sprach nicht nur Anakin Skywalker und Savage Oppress in The Clone Wars, sondern auch Ryder Azadi in Rebels.

Neben visuellen Easter Eggs liefert uns ausgerechnet Mayfeld noch einige weitere Anspielungen. So nennt er das Schiff des Mandos eine Canto-Bight-Spielmaschine und mutmaßt, dass sich unter seinem Helm ein Gungan versteckt. An dieser Stelle sei übrigens erwähnt, dass manche Gefälligkeitscastings doch etwas bizarr sind. Wie oben schon erwähnt, wurde Mayfeld von Bill Burr gespielt, der eher dadurch auffiel, dass er sich über Star Wars und Star Wars-Fans lustig macht. Aber sobald man selbst mal im Sandkasten mitspielen darf, ändert das wohl die eigene Ansicht. Allerdings ist es schon fast ironisch, dass Mayfeld dann auch einer der unsympathischsten Charaktere der ganzen Folge ist, irgendwie passend.

Zu guter Letzt haben wir in den drei X-Wings auch noch drei Regisseure der Serie sitzen, nämlich Dave Filoni, Rick Famuyiwa und Deborah Chow. Viel kann man in dem kurzen Cameo nicht falsch machen, aber es sei gesagt: Dave macht sich doch hinter der Kamera etwas besser als davor. Für einen Piloten der Neuen Republik klang er dann doch etwas zu lapidar.

Fazit

Die sechste Folge unterbietet leider in fast allen Punkten das eher logikarme Drehbuch der vorausgegangenen Folge und setzt als Krönung noch eine Gruppe von Antihelden obendrauf, denen man aber nicht mal gerne zuschaut, während sie unsympathisch sind. Daneben wirken die Twi’lek unauthentischer als in Episode III und die ganze Handlung basiert auf einer Vorgeschichte, die wir nicht kennen, mit Hilfe derer wir aber das Verhalten der Figuren verstehen sollen. Insgesamt wirkt dieses Kapitel also wie eine klassische Filler-Folge, die auf nichts von Relevanz aufbaut und dadurch noch weniger Relevanz oder Mehrwert als die letzte Folge hat. Diese präsentierte uns wenigstens den Zustand Tatooines nach dem Krieg und teaserte eine potenziell wichtige Figur für die Zukunft der Serie an. Da kann selbst das verdutzte Kind das Steuer nicht herumreißen!

Schon mal mehr von den Dingern geknackt ich habe!
Bewertung: 2 von 5 Holocrons
Bewertung: 2 von 5 Holocrons

Wir danken Disney für den frühzeitigen Zugang zu dieser Folge.

4 Kommentare

  1. Ich mochte die Folge trotz aller Kritik sehr, das Finale auf dem Schiff war Spannung pur! Und das Mögen oder nicht Mögen eines Franchises eines Schauspielers sollte für die Auswahl dessen kein Kriterium sein, finde ich. Aber ja, es ist schade, dass wir nichts über die Vorgeschichte des Ganzen wissen…

    1. Das Finale war für uns auch noch das Beste an der Folge, das war wirklich spannend inszeniert mit der Beleuchtung und den Kameraeinstellungen. Klar, die Auswahl eines Schauspielers sollte vorrangig auf deren Können basieren, aber auf der anderen Seite ist man als Fan eben auch genervt, wenn jemand, der sich davor darüber lustig gemacht hat, dann so eine Rolle bekommt. Das hinterlässt immer einen etwas faden Beigeschmack. Vielleicht erfahren wir ja in der zweiten Staffel noch mehr über die Vorgeschichte, da die Dreier-Truppe ja (leider 😉 ) überlebt hat.

      1. Allgemein merke ich bis jetzt in der ersten Staffel wie Handlungsstränge aufgebaut werden, die evtl in der zweiten bis vierten Staffel wieder aufgegriffen werden könnten (Werner Herzog, die Gilde, Cara Dune, Witwe in Folge 4, Fennec Shand und jetzt halt Mayfeld und seine Crew sowie Mandos Vergangenheit mit Ran, Xi’an und den anderen die es wohl auch gab).

  2. Ich finde die Folge nicht so gut!

    Zum einen finde ich die Verfolgungssequenz am Anfan von den Effekten her extrem schlecht und man hat hier das wirklich stark begrenzte Budget gemerkt. Zum anderen fand ich die neu eingeführte Crew extrem nervig und zieht die ganze Folge für mich extrem nach unten aber dazu schreibe ich unten noch mehr. Den Anfang fand ich wie oben schon erwähnt extrem schlecht von den Effekten her und ist finde ich wirklich nur dazu da um diese (meiner Meinung nach nervigen und und unnötige) Handlung in Gang zu bringen. Generell hat mich diese Crew die mit auf den Auftrag geschickt wurde extrem genervt am meisten Xi’an mit der du hier eine richtig geistesgestörte Figur eingeführt hast dich ich einfach nur Abgrundtief hasse. Die Kämpfe auf dem Republikanischen Schiff und die Dummheit des Mandalorianers sorgen dafür das mich diese Folge nur noch mehr nervt. Das am Ende die Crew überlebt fand ich extrem schlecht und ich hätte mir wirklich extrem gewünscht das alle diese Figuren das zeitliche Segnen müssen. Die List des mandalorianers am Ende und den Cameo Auftritt von Dave Filoni als Y-Wing pilot der neuen Republik fand ich noch ganz nett macht aber diese Folge nicht besser.

    Letztendlich muss ich sagen das mich diese Folge nervt und neue nervige Figuren einführt die wir jetzt vermutlich in eine der späteren Folgen sehen werden. Daher würde ich der Folge 1 von 5 Holocrons geben!

Schreibe einen Kommentar