Rezension: The Clone Wars 7×05: „Abgestürzt und Aufgefangen“

Nach den Abenteuern rund um den Bad Batch, betritt Fan- und Filoni-Liebling Ahsoka die Bühne der finalen Staffel und trifft dabei auf zwei ungleiche Schwestern in der Unterwelt von Coruscant. In den USA erschien die von Dave Filoni und Chales Murray geschriebene Folge erstmals am 20. März 2020 auf dem Streamingservice Disney+ unter dem Titel „Gone with a Trace“. In Deutschland folgte nun am 3. April 2020 die Ausstrahlung der fünften Folge mit dem Titel „Abgestürzt und Aufgefangen“. Regie führte neben Saul Ruiz auch Kyle Dunlevy.

„Wenn vor die kein Pfad liegt, erschaffe deinen eigenen.“

Folgenbeschreibung: Nachdem Ahsoka den Jedi-Orden verlassen hat, begibt sie sich in die unteren Ebenen von Coruscant und strandet dabei vor den Toren einer Mechanikerin. Diese träumt von einem besseren Leben, muss aber gleichzeitig die Machenschaften ihrer Schwester ausbaden. Als diese einen gefährlichen Droidenjob an Land zieht, findet sich auch Ahsoka in der Situation wieder Hilfe zu leisten!

Trace, Rafa und Ahsoka besprechen sich in Rafas „Waschsalon“

Zum Inhalt: Die Folge beginnt mit Ahsokas verzweifelten Versuch ihren Speeder unter Kontrolle zu bringen, um nicht in die endlose Tiefe Coruscants zu stürzen. Dabei habe ich mir gedacht, dass sie sich doch wenigstens einen Speeder vom Jedi-Tempel hätte mitnehmen können, bevor sie das Gelände verlässt. Als Entschädigung für die Verleumdung und Erklärung der Vogelfreiheit, wäre das nur angemessen gewesen. Doch dank des alten Speeders, landet Ahsoka auf Ebene 1313 (verschmähte Videospielfreunde werden nun aufhorchen) und trifft auf die hippe Trace Martez. Diese hat neben einem ausgesprochen kapitalistischen Geschäftsmodells, auch noch eine Schwester – Rafa -, die jedoch weniger an ehrlicher Arbeit interessiert ist, als Trace.  

Alles in allem konnte ich mit der Folge nur im Querschnitt etwas anfangen. Zunächst fragte ich mich, wieso Ahsoka nun unbedingt auf diese beiden Schwestern treffen muss und wieso eine Geschichte, die quasi nur aus kaputtem Gleiter und durchgedrehter Droide besteht, erzählt werden muss. In meinem Kopf lasse ich nämlich jede Folge dieser Staffel in puncto Relevanz gegen den nicht realisierten Cristal Crisis-Arc antreten und da konnte mich bisher weder Bad Batch noch dieser Arc wirklich überzeugen. Ahsoka an sich ist zwar auch eine meiner Lieblingsfiguren und sowieso neben Rex eine der wenigen The Clone Wars-Origin Figuren, die zu einer Hauptfigur geworden ist, doch wirkt es bis jetzt (!) leider so, als wäre der Arc nur um ihrer selbst willen ersonnen worden und nicht, um eine wirklich notwendige oder zumindest spannende Geschichte zu erzählen. Aber darauf möchte ich jetzt noch nicht so sehr eingehen, da ich dem Arc natürlich zunächst eine faire Chance geben will und das gerade mal Teil eins – und damit die Exposition der Handlung – von vier ist.

Darüber hinaus greift die Folge zumindest eine bekannte Konfrontation wieder auf, die Ahsoka mit den Verladedroiden bereits in einer der Forces of Destiny-Folgen hatte.

Demnach ist sie dem Modell, dass Trace und sie zusammensetzen sollen, schon begegnet und hat allgemein die Erfahrung gemacht, dass Droiden in der Mehrzahl zwar in Ordnung seien, manche aber falsch verdrahtet wurden. Daraufhin erwidert auch Trace, dass das bei Menschen ähnlich ist. Manche sind gut, andere böse und bei manchen ist quasi das Umfeld schuld an ihrer Lebensweise. Ob sie damit nun sich oder ihre Schwester Rafa meint, bleibt dabei offen, wobei ich davon ausgehe, dass sie die Machenschaften ihrer Schwester meint, die sie nur dafür ausübt, um beide versorgen zu können.

Die Verfolgungsjagd des zweiten ausbrechenden Droiden ist überzeugend umgesetzt und die Art wie dieser durch die Straßen Coruscants rennt und alles in seinem Umfeld demoliert haben mich sehr stark an Hulk erinnert, was nicht negativ gemeint sein soll. Tatsächlich war das etwas unbeholfene und nicht gerade präzise Ansteuern von Kurven oder Wegen fast schon lustig anzusehen, auch wenn er natürlich währenddessen alles verwüstet.

Ahsoka erkennt, dass sie bereits einmal das Vergnügen mit diesen Droiden hatte!

Zuletzt möchte ich noch auf das Ende der Folge und die Situation von Ahsoka im gesamten eingehen. Trace erwähnt ihr gegenüber, dass sich die Jedi nicht mehr um die einfachen Leute kümmern würden, was sich zum einen mit der Erklärung Ahsokas deckt, ein Leben jenseits der oberen Ebenen nicht zu kennen, als auch einen Hinweis darauf gibt, wieso der Großteil der Bevölkerung Coruscants die Order 66 nicht als Verbrechen, sondern als Erlösung empfunden haben dürfte. Denn wir wissen natürlich, dass die Jedi im Recht waren den Kanzler aufzuhalten, aber für die Bevölkerung war der Verrat an der Republik seitens der Jedi wohl nur der nächste logische Schritt, nachdem sie sich schon von den Bürgern der Republik abgewandt hatten. Somit erhalten wir eine recht präzise Beschreibung dessen, was Gray schon in Meister und Schüler aus Sicht von Qui-Gon als Problem bezeichnet hat, dass sich die Jedi in ihrem Tempel einrichten und somit die Verbindung zu den Leuten verlieren, deren Frieden sie wahren sollen. Dass Ahsoka dann also auch geheim halten will, das sie eine Jedi ist und deshalb zunächst zögert Trace mit der Macht zu retten ist verständlich, wohingegen die Angst eine zweite Steela-Situation heraufzubeschwören wohl schwerer wiegt als die Angst als Jedi identifiziert zu werden und zu Ahsokas Glück war nur einmal mehr ein Twi’lek-Kind in der Nähe und hat den Einsatz ihrer Fähigkeiten beobachtet.

Anmerkungen: Ganz am Ende sitzt Ahsoka mit Trace auf einem größeren Essensplatz (ich würde das ja Biergarten nennen) und erfährt, dass Rafa die Droiden trotzdem verkauft hat. Ihre Erwiderung, dass es andere tun würden, wenn sie es nicht täte, ist leider in Bezug auf zerstörungsfähige Technologie keine Ausrede, die man nur im Star Wars-Universum finden kann. Auch die Bezeichnung von Anakin als Ahsokas Bruder, wenn es darum geht von wem sie diese Kampffähigkeiten gelernt hat, war eine schöne Erinnerung daran, dass sie nicht wegen ihm, sondern aufgrund des Vertrauensverlustes in den Orden allgemein, gegangen ist.

Animation: Viel braucht man dazu wohl nicht mehr zu sagen! Die Serie sieht besser aus als jemals zuvor und manche Szenen wirken fast wie Motion-Capture und nicht wie reine Animation. The Clone Wars hat mit jeder neuen Staffel neue Maßstäbe gesetzt und mit jeder neuen Staffel sah die Serie besser aus. Die fünfte Folge wirkte auf mich sogar noch etwas ausgefeilter als die ersten vier Folgen, was vielleicht auch daran liegen kann, dass diese nicht auf einem bereits existierenden Story-Reel basiert.

Genau wie Ahsoka frage ich mich, wohin dieser Arc führen wird oder welchen Sinn er haben soll!

Fazit: In „Abgestürzt und Aufgefangen“ begleiten wir Ahsoka fast unmittelbar nach dem Verlassen des Jedi-Ordens und erhalten zunächst eine eher mittelmäßige Geschichte, die aber mit einigen ruhigen und bedachten Szenen ausstaffiert ist. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung des Arcs und hoffe darauf auch die größere Relevanz in Bälde noch zu finden.

Ein Kommentar

  1. Ich finde die Folge ziemlich gut!

    Zum einen finde ich sehr schön das man hier wieder Ahsoka sieht und ihre Geschichte nun fortgesetzt und nun auch kontinuierlich zuende erzählt wird. Zum anderen finde ich das Setting, die Unterenebenen von Coruscant wirklich cool und sehr passend für diese Folge. Den Anfang und wie Ahsoka auf Trace trifft finde ich gut gemacht und eine Nette Idee. Generell möchte ich hier Trace und auch ihre Schwester Rafa positiv hervorheben und auch den Kontrast zwischen ihren Charaktermerkmalen finde ich wirklich gelungen. Während Trace trotzdem immer versuchen will das richtige zu tun versucht Rafa immer nur an Geld zu kommen und die Folgen davon sind ihr egal. Generell fand ich sehr schön einen tieferen Einblick in die düsteren Ebenen von Coruscant (genauer gesagt auf Level 1313) zu bekommen. Auch die Dynamik zwischen Ahsoka und Trace fand ich sehr interessant, genau wie den Fakt das die Jedi die Bevölkerung auf den Unterenebenen komplett vergessen haben. Generell fand ich hat man hier wieder sehr schön gemerkt hat wie sehr der Jedi Orden durch die Klonkriege von seinem Weg abgekommen ist. Den Kampf am Ende mit dem Verladedroiden fand ich sehr schön und auch ziemlich gut gemacht. Auch das Ahsoka hier die Macht nur im geheimen Einsetzt und sich nicht öffentlich als Jedi indentifiziert fand ich sehr passend wenn man bedenkt wie die meisten Laute in den Unterenebenen (auch Trace) nicht sehr viel von den Jedi halten wie oben ja schon angemerkt. Auch das Ende der Folge und wie Trace und Ahsoka sich langsam anfreunden fand ich sehr schön.

    Letztendlich muss ich sagen das ich diese Folge ziemlich gut finde und diesen Handlungsbogen gut einleitet. Daher würde ich der Folge 4 von 5 Holocrons geben!

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