Rezension: Star Wars Comic-Kollektion, Band 87: Knights of the Old Republic IV: Tage des Hasses

Aufgrund der höheren Frequenz unseres JediCast sowie den Rezensionen zu The Clone Wars und The Mandalorian melde ich mich heute etwas verspätet mit meiner Rezension zu Band IV der Knights of the Old Republic-Reihe, welcher im Rahmen der Star Wars Comic-Kollektion von Panini bereits Ende Januar diesen Jahres erschien. Diese Ausgabe enthält erneut zwei Dreiteiler, die damals in den US-Heften #19 bis #24 vom Juli 2007 bis Dezember 2007 veröffentlicht wurden. Die ersten drei zusammengefassten Einzelhefte mit dem namensgebenden Titel des Kollektionsbands (im englischen: Daze of Hate) schließen thematisch nahtlos an das Ende der letzten Ausgabe und die Exogorthen an. Im zweiten Teil – Knights of Suffering – begeben wir uns stattdessen zurück nach Taris. Für diesen Dreiteiler ist übrigens kein deutscher Titel bekannt, da er in Deutschland ebenfalls mit als Tage des Hasses #4-6 gezählt wurde.

Tage des Hasses Teil 1-3, Daze of Hate

Wie bereits in meiner Rezension aus dem November letzten Jahres hervorging, bin ich kein großer Fan der Story rund um die Exogorthen und Lord Adasca gewesen. Das ändert sich – welch Überraschung – auch in dieser Ausgabe eher wenig. Für mich wirken diese Wesen zu übertrieben bedrohlich, weshalb ich jedoch im Umkehrschluss froh darüber war, dass sich ihrer auch (final?) entledigt wurde. Trotzdem hat mir dieses Kapitel rund um diese neuartige Waffe besser gefallen als der zweite Teil der letzten Ausgabe, da Adascas Freakshow gleichsam ein Magnet für all unsere beliebten Charaktere (minus Gryph) ist. So trifft Karath zusammen mit seinem wertvollen Gefangenen Zayne Carrick samt Carth Onasi dort ein, um die potenziellen Waffen für den Kampf gegen die Mandalorianer zu akquirieren. Doch Adasca – ganz der Größenwahnsinnige – lädt auch die Revanchisten (eine spezielle Gruppe der Jedi), hier vertreten durch Squint aus Ausgabe 2, als auch die Mandalorianer, vertreten durch Mandalore dem Ultimativen, zu seiner Gala ein. Dadurch entbrennt natürlich der ein oder andere Streit an Bord der Vermächtnis Arkanis, wozu auch das Bündnis zwischen Zayne Carrick und Lucian Draay beiträgt!

Richtig gehört! Eine der stärksten Momente dieser Folge war ebendiese notgedrungene Verbrüderung, die auch im Vortext zu dieser Ausgabe mit „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ angekündigt wurde. Eine besonders spannende Facette daran ist nämlich die Sichtweise von Lucien, der anmerkt, Zayne nicht aus Hass, sondern auf Basis der Visionen getötet haben zu wollen. Er selbst hat bekanntlich ja keine Visionen und vertraut in dieser Angelegenheit den vier Sehern, die um ihn geschart wurden.

Außerdem hervorheben möchte ich noch die tolle Umsetzung des Größenwahns von Adasca und seinen schnellen Fall. Er will nicht länger Teil der Republik sein, sondern selbstständig bestimmen was er tut und deshalb mit Hilfe seiner neuen Waffe zum Befehlshaber aufsteigen, dem sich die anderen unterzuordnen haben. In der Konsequenz bietet der Mandalore ihm deshalb an der oberste Waffenlieferant der Mandalorianer zu werden, doch insgeheim will selbst dieser lieber nicht, dass die Exogorthen in den Umlauf gebracht werden, wie wir von Rohlan – einem weiteren Teilnehmer beim großen Wiedersehen – erfahren. Diese Darstellung des Mandalore empfand ich als treffend, da Mandalorianer bekannt für ihren ehrbaren Kampf sind und deshalb wohl ungern planetenfressende Rießenwürmer einsetzen wollen, um so einen schnellen, aber unehrenhaften Sieg zu erringen.

Die letztendlich Auflösung der Situation war ein brillanter Schachzug von Seiten des Autors John Jackson Miller, da er die Partycrusher in Form von Lucien und Zayne sagen lässt, dass Adasca den Mandalore nur zu diesem Zweck auf die Vermächtsnis Arkanis gelockt hat, damit die Jedi ihn verhaften können. Verständlicher Weise verlässt dieser daraufhin das Schiff und Camper offenbart, die ganze Zeit daran gearbeitet zu haben die Steuerung der Exogorthen zu übernehmen. Bevor dann schließlich das Schiff von Lord Adasca zerstört und er selbst Opfer seiner vermeintlich unaufhaltsamen Waffe wird, erscheint Slyssk – der Küchenchef von Gryph – und offenbart ihnen, dass der beliebte Großkriminelle auf Taris den Widerstand leitet und er hier ist um sie zu ihm zu bringen.

Tages des Hasses Teil 4-6, Knights of Suffering

Der zweite Teil war wieder deutlich mehr nach meinem Geschmack, gerade da auch hier wieder ein paar mehr Anspielungen zum Videospiel KOTOR zu erkennen waren, als auch die Geschichte an sich wieder näher am Schicksal von Zayne liegt und damit an der Exposition dieser Reihe, wozu der Abstecher rund um eine Auktion von Rießenwürmen nun mal nicht gehörte. Dort trifft Zayne nämlich endlich wieder auf Gryph, der natürlich nicht wirklich aus Edelmut am Widerstand teilnimmt, sondern da er für einen Industriellen den vermeintlichen Freund – Senator Goravvus von Taris – ausfindig machen soll. Außerdem ist er natürlich nicht allein und hat neben Slyssk nun auch noch Griff Vao (den Vater von Mission Vao), als auch Del und Dob (die semi-erfolgreichen Kopfgeldjäger aus Band 2) unter seine Fittiche genommen. Dabei gibt es natürlich auch eine schöne Verwechslung der Namen von Gryph und Griff, worauf Gryph erwidert, dass er „der Gryph“ sei und es daher keine Verwechslungen zu geben hat. Alles klar soweit?

Doch wie immer geht Gryphs Plan eher schief und führt am Ende doch maßgeblich zum Erfolg. Das ist eine Kontinuität in diesen Comics, welche mir ausgesprochen gut gefällt. Natürlich ist die Darstellung von Gryphs und Zaynes Freundschaft immer toll anzusehen, doch wirklich beeindruckend finde ich immer wieder die Ideen des Autors dieser Comics, wenn es darum geht vermeintlich sichere Aufgaben für Gryph erst katastrophal schief gehe zu lassen, nur um dann am Ende doch maßgeblich zum Erfolg der Handlung beizutragen. So ist es in dieser Folge beispielsweise der Bombenkoffer, mit welchem der Klient den vermeintlich befreundeten Senator in die Luft sprengen wollte, der dann dazu benutzt wird die Operationsbasis von Cassus Fett zu zerstören.

„Ich habe nicht gesagt, dass ich nicht mit Mördern Geschäfte mache – oder mit Leuten, die andere ermorden wollen. Ich töte nur niemanden. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie jemanden getötet – und soweit ich weiß, hat auch Zayne noch niemanden getötet. Jedenfalls nicht auf unseren Reisen. Ziemlich erbärmlich für einen Krieger, ich weiß – und ich bezweifle auch, dass er es mit so einer Akte im Jedi-Orden besonders weit bringt.“

Der Opportunist Gryph verteidigt sich und Zayne gegenüber Shel!

Doch auch – wie bereits angesprochen – auf Zaynes Weg gibt es neue Entwicklungen. So trifft er neben einer der verräterischen Jedi-Meistern (Raana Tey) auch auf Shel, die Schwester von Shad, welche in der ersten Ausgabe mit Zayne befreundet war und die die gesamte Ausgabe über hin und her gerissen ist zwischen den Aussagen von Raana, die alle Schuld auf Zayne schiebt, und Zayne selbst, der versucht sie als Freundin zu erreichen und darüber verständlich zu machen eine solche Tat niemals ausführen zu können. Dabei ist Zayne nicht nur in der Defensive, sondern äußert verständlicherweise auch seine Enttäuschung darüber, dass sie ihm sowas zutraut. Insgesamt funktioniert die Dynamik zwischen diesen beiden Figuren also sehr gut und es scheint ja so, als wäre Shel auch in der kommenden Ausgabe noch Teil der Gruppe, was mich fröhlich stimmt.

Der Endkampf gegen Raana sowie ihr Tod sind schlüssig und effektvoll inszeniert worden. So haben wir beispielsweise die Bestätigung, dass Raana so versessen darauf ist Zayne als Nachfolger der Sith auszuschalten, dass sie selbst das Leben des Widerstandes in Kauf nimmt, indem sie ihn daran hindert diesen vor der Finte Cassus Fetts zu warnen. Es folgen tolle Kampfszenen zwischen den beiden Jedi, die vor allem in einer zweiseitigen Montage gut zur Geltung kommen, die bis auf „HA“ komplett ohne Sprechblasen auskommt. Auch wenn Shel am Ende nicht nur an Zayne glauben muss, um sich auf seine Seiten zu schlagen, da Raana bevor Shel sie aufspießt all die Schandtaten gegenüber ihren Padawanen zugibt, war das trotzdem ein sehr starker Moment dieser Ausgabe, der schlussendlich auch in die Versöhnung von ihr und Zayne mündet. Ebenfalls ganz Jedi-haft erschien mir der Versuch Zaynes Raana noch zu retten, was Gryph aus der Distanz – der, wie sollte es anders sein, seinen Freund nicht im Stich lassen konnte und ihn aus dem Turm retten retten will – jedoch als Angriff von Raana auf Zayne versteht und den Turm schließlich sprengt. So ist eine wahnsinnige, verblendete Jedi aus dem Weg geschafft, Zayne hat bewiesen, ein wahrer, zur Vergebung befähigter Jedi zu sein und Gryph hat seinen Kill-Score auf eins hochgeschraubt. Am Ende erfährt Zayne dann noch den Namen Krynda, welcher uns als Name von Luciens Mutter bekannt ist, welche die Sehergruppe damals gebildet hat.

Gryph: „Dann setzt mich irgendwo auf dem Dach ab, um sie aufzugabeln! Zayne sieht verletzt aus!

Gadon: „Du solltest mit diesem Edelmut-Kram aufhören, bevor ich noch jeden Respekt vor dir verliere!“

Gadon und Gryph kurz vor der Rettung von Zayne und Shel

Wirklich gestört hat mich deshalb kaum etwas. Lediglich die Handlung rund um den Senator und den Industriellen wirkte dann doch etwas konstruiert, um Gryph eine Bombe in die Hand drücken zu können, die später wichtig werden wird. Das revidiert nicht mein Lob für die Idee, dass er die Bombe auf diese Weise für die Sprengung des Turms zur Hand hat, sondern bekräftigt nur meinen Wunsch, dass die Fehde etwas besser untermauert hätte werden können. Gleiches gilt für die Situation des Widerstandes und wer was darin zu sagen hat. Slyssk sagt Gryph sei der Anführer des Widerstandes (zugegeben nicht die beste Quelle für zitierbare Fakten), doch auf Taris ist er nur Teil einer kleinen Zelle, die aus einer ehemaligen Swoop-Bande besteht. Die hat ganz nebenbei noch die Kinder einer Polizeipräsidentin entführt, um sie ihr wieder zu geben, damit sie in den Widerstand aufgenommen werden. Denn eigentlich formiert sich dieser rund um den Senator und den will Gryph ja wiederum erreichen um erstgenannte Nebenstory zu erleben. Etwas weniger Umwege und ein paar konkretere Erläuterungen hätten also an manchen Stellen sicherlich gut getan, doch das ist nichts was der Kernhandlung einen Abbruch gibt!

Fazit

Diese Ausgabe stellt die wenigen Stärken rund um die Exogorthen-Story aus der vorherigen Ausgabe ins Zentrum und profitiert schließlich von dem Aufgebot aller Hauptfiguren an Bord der Vermächtnis Arkanis, was natürlich einige Spannungen zur Folge hat. Diese werden fast ausschließlich gut ausgespielt und aufgelöst, was auch die hoffentlich endgültige Beseitigung der Exogorthen weit im unbekannten Raum mit einschließt. Der zweite Teil der Ausgabe ist dann wieder ein Fest für diejenigen, die an Zaynes Werdegang interessiert sind und bringt gleichzeitig wichtige und aus vorherigen Ausgaben bekannte Figuren wieder ins Spiel, so etwas Shel, Raana Tey und natürlich den Sympathieträger Gryph, sowie seine unfehlbaren Pläne! Auch wenn die ganze Versöhnung mit Shel und Konfrontation mit Raana „nur“ wie ein Auftakt für das Finale wirkt, ist es für sich genommen trotzdem eine spannende Erzählung, die nur bei so manchen Swoop-Banden und Fehden zwischen Senator und Industriellen ein paar zu viele Nebenplots einbaut. Insgesamt vergebe ich also 4,75 von 5 Holocrons und stelle erneut fest weshalb ich eigentlich ungerne Punktwertungen vergebe (aber jetzt haben wir einmal damit angefangen, jetzt ziehen wir es auch durch)!

Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares

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