Rezension: Star Wars #46: Vaders Festung, Teil 3 / Thrawn, Teil 5

Im Mai 2019 erschienen im Comic Star Wars #46 der Panini-Heftreihe die beiden US-Einzelheftveröffentlichungen Darth Vader #21: Fortress Vader, Part 3 und Thrawn #5. Beiden Teile wurden von Michael Nagula ins Deutsche übersetzt.

Die Geschichte von Vaders Festung, Teil 3 stammt aus der Feder von Charles Soule und wurde von Giuseppe Camuncoli (Zeichner), Daniele Orlandini (Tusche) und David Curiel (Farben) illustriert. Thrawn, Teil 5 wurde von Jody Houser adaptiert und von Luke Ross (Zeichner) und Nolan Woodard (Farben) graphisch zu Papier gebracht.

Wie gewohnt wurde das Comic-Heft hierzulande in zwei Cover-Versionen veröffentlicht. Die Kiosk-Ausgabe ziert das Cover von Darth Vader #21, welches von Giuseppe Camuncoli und Elia Bonetti (Kolorist) gestaltet wurde. Die Comicshop-Variante zeigt das Cover von Thrawn #5 von Paul Renaud.

Im ersten Teil des Comic-Hefts wird die Handlung Vaders Festung fortgesetzt. Und wie sie fortgesetzt wird. Nachdem Vader von seinem Meister das ehemalige Raumschiff der Königin von Naboo geschenkt bekommen hat, bekommt es hier beim Anflug auf seinen neuen Planeten direkt den passenden Anstrich (siehe Vorschauseiten). Begleitet wird er dabei von Colonel Alva Brenne und Leutnant Rogge, wovon erstere die zukünftige Festung für den Dunklen Lord entwerfen soll. Nach einigen Entwürfen von Colonel Brenne ist es schlussendlich aber ein altes Artefakt der Sith, welches das finale Design der Festung entwirft: Lord Momins Maske.

Wie die Festung von Darth Vaders aussieht wissen wir ja seit Rogue One: A Star Wars Story, ebenso auf welchem Planeten sie sich befindet. Was mich an dem Comic Vaders Festung am meisten interessierte, war der kreative Prozess dahinter. Weshalb Mustafar? Wieso an dieser Stelle und weshalb dieses Design. Bisher hat mich die Handlung der Comic-Reihe auch ganz zufrieden gestellt, aber wie es jetzt zum finalen Design gekommen ist, fand ich dann doch etwas unkreativ. Hier hätte ich es tatsächlich ganz cool gefunden, wenn man die realen Künstler hinter den Konzeptentwürfen der Festung für Rogue One mit einbezogen und deren kreatives Schaffen auf Colonel Brenne übertragen hätte. So wurde der leichte Weg gewählt und mit einer mysteriösen Maske einfach vollendete Tatsachen geschaffen.

Der Erzählstil hat mir hingegen sehr gut gefallen. Die eigentliche Handlung wird immer wieder von kurzen Rückblenden unterbrochen, welche sich in Sepia deutlich vom Feuer des Planeten Mustafar unterscheiden. Allerdings fühlt sich so dieser Teil des Comics kürzer an, als er eigentlich ist. Für den Landeanflug auf Mustafar wurden mehr Panels aufgewendet als für das Entwerfen der Festung.

Im zweiten Teil des Comic-Hefts befindet sich der fünfte Teil von Thrawn, der Comicadaption des gleichnamigen Romans von Timothy Zahn. Hier geht es mit der Handlung auch mit großen Schritten dem Finale entgegen. Das Geheimnis um die Identität des Schattenschwans wird gelüftet: Nevil Cygni.

Die Adaption vom Roman zum Comic ist für mich immer noch sehr gut gelungen. Allerdings, nun mit Teil 5, realisiere ich mehr und mehr, dass ich mir die komplette Adaption doch lieber nur als Sonderband und nicht in der Heftreihe gewünscht hätte. Leider kann ich den Comic beim Lesen nie wirklich genießen, da die Handlung noch viel zu präsent in meinem Kopf ist, weshalb ich die Sprechblasen wirklich nur überfliege und mich absolut nur auf die Bilder konzentriere. Aber diese sind hier wenigstens dank Luke Ross wieder absolute Spitze! Gerade im Vergleich mit den Zeichnungen von Giuseppe Camuncoli für Vaders Festung zeigt sich, dass Ross ein Talent für Gesichter mit Emotionen ist.

Etwas schade empfand ich die Inkonsequenz seitens der Übersetzung von „Nightswan“ zu „Schattenschwan“. So gibt es auf der letzten Seite ein Com-Gespräch zwischen Thrawn und dem Schattenschwan. Thrawn verlangt dabei mit dem Schattenschwan zu sprechen, woraufhin dieser antwortet: „Hier spricht Nightswan.“ Da fehlt mir die letzte Konsequenz auch noch diesen Namen nochmals zu übersetzen, wurde doch zuvor auch schon unzählige Male gemacht, wieso hier nicht? Einen Leser, der dem Englisch nicht mächtig ist, könnte das durchaus verwirren.

Fazit:

Alles in allem hat mir Star Wars #46 ganz gut gefallen, wobei hier der Thrawn-Teil nochmal einiges herausgerissen hat. Vaders Festung fand ich von der Aufmachung her gut, aber den Inhalt viel zu schwach. Daher gebe ich dem Comic-Heft noch gute drei von füng Holocrons!

Bewertung: 3 von 5 Holocrons
Bewertung: 3 von 5 Holocrons

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

5 Kommentare

    1. Tja… Sammler holen sich natürlich beide! 😉

      Ich persönlich nehme immer das, was Panini mir gerade als Belegexemplar schickt, und freue mich besonders, wenn es eines meiner US-Lieblingscover ist. 🙂 Aber ich sammle die Reihe auch nicht wirklich, da ich mich an den US-Sammelbänden orientiere.

    2. Ich sammle das Comicshop Cover, was aber eher ein Zufall ist, da ich das im Abo von Anfang an so erhalten habe.
      Mir das Heft wegen dem anderen Cover nochmal zu holen, halte ich für Platz- und Geldverschwendung, zumal in der Mitte des Heftes sowieso eine Doppelseite mit beiden Covern enthalten ist.

      Was ich mir dann allerdings doch noch zusätzlich hole, ist der Sammelband, der die Einzelhefte zusammenfasst. So hab ich das schön übersichtlich mit Buchrücken im Regal stehen.

Kommentar hinterlassen