TV-Rezension: Star Wars Resistance 2×16 „Kein sicherer Ort“

Die Erste Ordnung greift an!

Nachdem die Bewohner der Colossus in der vorigen Folge von den Einheimischen auf Aeos willkommen geheißen wurden, wird es diese Woche weniger gemütlich: Die Erste Ordnung greift wieder ins Geschehen ein.

In Kein sicherer Ort (Originaltital: No Place Safe) beschließt Kaz, die Colossus zu verlassen und zum Widerstand zu fliegen. Leider entdeckt ihn auf dem Weg dorthin ein Suchdroide der Ersten Ordnung und verrät Agent Tierny und Commander Pyre damit den Standort der Colossus. Prompt werden Aeos und die Colossus von einem Sternzerstörer und zahlreichen TIEs – unter deren Piloten sich Tam befindet – angegriffen. Kaz kehrt zurück zur Colossus und versucht, mithilfe der Ass-Piloten und der Aeosianer der Station zur Flucht in den Hyperraum zu verhelfen…

Kaz verlässt die Colossus in Richtung Widerstand.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich recht verwundert war, wieso Kaz zu Beginn der Folge auf einmal so dringend zum Widerstand zurückkehren will. Während der ganzen Serie hatte er immer nur losen Kontakt zum Widerstand und als Zuschauer hat man nicht gerade das Gefühl, als sei Kaz‘ Platz in einer Widerstandsbasis. Stattdessen wird betont, wie emotional verbunden Kaz mit seinen Freunden auf der Colossus ist. Es ist also schwer nachvollziehbar, warum er gehen will. Auch der Zeitpunkt seiner Entscheidung verwundert. Eigentlich war Kaz‘ Spionage-Mission ja schon Am Ende der ersten Staffel vorbei, als das Hosnian-System zerstört wurde. Spätestens ab diesem Zeitpunkt dürfte es dem Widerstand ziemlich egal gewesen sein, ob sich auf der Colossus Sympathisanten der Ersten Ordnung herumtreiben. (Meiner Meinung nach war das sowieso noch nie eine interessante Information für den Widerstand und Kaz‘ Mission von vorn herein sinnlos.) Er hätte seither schon längst Zeit gehabt, sich den Streitkräften des Widerstands wieder anzuschließen und hat es nicht getan. Die gesamte Handlung mit der Rückkehr zum Widerstand dient dann auch nur dazu, dass Kaz die Suchdroiden aktiviert, und scheint mir daher ein klein wenig an den Haaren herbeigezogen.

Tam fühlt sich bei der Ersten Ordnung nicht mehr wohl.

Gut gefällt mir an dieser Folge, dass Tams Loyalitätskonflikt zwischen der Ersten Ordnung und ihren Freunden auf der Colossus im Mittelpunkt steht. Die Szenen während der Schlacht erinnern mich ein wenig an Lost Stars: Tam erkennt hier nämlich Kaz an seinem Verhalten während der Schlacht, ähnlich wie Ciena Thane an seinem Flugstil erkennt, und versucht dann, irgendwie einen Abschuss ihres Freundes zu vermeiden, ohne offen Verrat an der Ersten Ordnung zu begehen. Auch das passiert analog in Lost Stars. Nun weckt diese Ähnlichkeit zu meinem liebsten Star Wars-Roman natürlich positive Assoziationen, sodass ich an dieser Szene meinen Spaß hatte. Allerdings wird durch den Vergleich auch deutlich, warum Resistance leider nicht annähernd an das Niveau von Claudia Grays Meisterwerk heranreicht. Der große Unterschied liegt hier nämlich im Grund für Cienas bzw. Tams andauernde Loyalität zum Imperium bzw. der Ersten Ordnung. Ciena hat einen guten und ausführlich ausgearbeiteten Grund für ihre Loyalität zum Imperium: Die Kultur, in der sie aufgewachsen ist, schreibt auf eine sehr strikte Art und Weise vor, dass man sein einmal gegebenes Wort nicht brechen darf, selbst wenn diese Loyalität in Richtung Selbstzerstörung führt. Bei Tam hingegen fragt man sich: Wenn du Kaz nicht abschießen kannst, dich bei der Ersten Ordnung nicht wohlfühlst und solche Befehle schrecklich findest, warum bleibst du dann? Sie hat keinerlei Grund, weiterhin für die Erste Ordnung zu fliegen. In jeder Folge sehen wir nur, wie es ihr dort schlecht geht und sie die Befehle nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren kann. So ist irgendwie gar keine Spannung mehr vorhanden, ob Tam am Ende zu ihren Freunden zurückkehren wird. Ihre Rückkehr zur Colossus wird nur weiter verzögert, damit sie dann im Finale der Serie den Höhepunkt bilden kann.

Insgesamt ist Kein sicherer Ort dank Tams Konflikt dennoch eine ganz interessante Folge, aber sicher nichts, was mir langfristig im Gedächtnis bleiben wird. Daher vergebe ich mittelmäßige drei Holocrons.

Bewertung: 3 von 5 Holocrons
Bewertung: 3 von 5 Holocrons

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Ein Kommentar

  1. Ich finde die Folge ziemlich gut!

    Zum einen finde ich sehr schön wie man hier direkt an die vorherige Folge anknüpft und die Sachen die in der letzten Folge angerissen wurden weiter ausbaut. Kaz Konflikt ob er nun die Colossus verlassen soll oder nicht und seine Entscheidung sie dann zu verlassen finde ich wirklich sehr gut gemacht und beim ersten Mal schauen auch ziemlich Emotional wobei ich auch finde das man das nicht so groß hätte aufziehen müssen da Kaz Abschied ja mit der Ankunft der Ersten Ordnung wieder eh komplett entkräftet wurde. Was ich jedoch widerum sehr schöne finde ist der Kampf der Colossus gegen die Erste Ordnung und ich finde es ziemlich passend das die Erste Ordnung die Colossus auf Aeos gefunden hat. Es lässt nochmal sehr schön die Situation der Colossus hoffnungsloser wirken. Auch den Kampf am Ende finde ich sehr schön und auch wie Tam unfällig versucht Kaz zu retten. Das lässt ihren Konflikt nochmal deutlich besser darstellen und macht Tams ganzen Konflikt nur noch umso spannender. Wobei man bei ihr schon große Zweifel gegenüber der Ersten Ordnung bemerkt. Generell fand ich Tams auftreten in dieser Folge wieder super.

    Letztendlich muss ich sagen das mir diese Folge ziemlich gut gefällt und durch schöne Kämpfe und Tams weiteren inneren Konflikt heraussticht. Daher würde ich der Folge 4 von 5 Holocrons geben!

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