Rezension: Star Wars Comic-Kollektion, Band 91: X-Wing: Renegaten-Staffel: Die Thronerbin

„Was machst du denn hier?“

-„Prinzessin Isplourrdacartha Estillo, Eure Gegenwart stärkt das Herz eines alten Mannes.“

„DAS lässt sich ändern!“

Plourr und Großherzog Gror Pernon

Mit Band 91 der Star Wars Comic-Kollektion kommen wir im nächsten Handlungsbogen der X-Wing: Renegaten-Staffel Comicserie an, die in der Sonderbandreihe noch X-Wing: Rogue Squadron hieß. Die Thronerbin wurde von von Michael A. Stackpole und Scott Tolson geschrieben und ist erstmals 1996 bei Dark Horse erschienen. Die bisher letzte deutsche Version wurde im Oktober 2006 von Dino und Panini im Sonderband #34 herausgegeben. Kleiner Fakt am Rande: Auf Deutsch erschienen danach nur noch die Handlungsbögen Requiem für einen Rogue in Sonderband #38 und Im Dienste des Imperiums in Sonderband #44. Beide sind noch nicht für die Kollektion angekündigt. Ich persönlich hoffe ja, dass die beiden und auch die vier bisher nicht übersetzten Handlungsbögen noch kommen.

Wo wir gerade bei nicht übersetzten Comics sind: ebenfalls enthalten ist die deutsche Erstveröffentlichung von Republic #27: Bruchlandung von Doug Petrie, einer Standalone Geschichte, die einen jungen Jedi zum Protagonisten hat, der eben erst zum Ritter geschlagen wurde und nun in einem klassischen Märchen eine Prinzessin retten muss.

Wir treffen auf die Renegaten, als sie gerade in eine tückische Raumschlacht vertieft sind. Ihre X-Wings gegen eine Staffel TIE-Abfangjäger. Schnell müssen sie den Verlust von Dllr, dem Sullustaner verkraften, innerhalb eine Minute muss auch Wes Janson dran glauben. Nach dem dritten Tod eines Hauptcharakters wird schnell klar: die Kollegen sitzen im Simulator und fliegen gegeneinander. So werden auch schnell die neuen der Truppe vorgestellt, das spare ich mir an dieser Stelle allerdings. Schnell wird klar, warum wir mehrere neue Mitglieder bekommen: Auch in diesem Band wird jemand keine Rose bekommen. Oder kein Bild. Oder muss das Haus verlassen.

Als ein Großherzog auftaucht und behauptet, dass unsere glatzköpfige Pilotin Plourr die lange gesuchte Prinzessin seines Planeten sei, ist auch klar, wer das sein wird.

Die Story hat einen gewissen rustikalen Charm. Durch die Piloten fühlt man sich permanent in einer rauen Umgebung und die Handlungen und Gespräche sind entsprechend angepasst. So zögert Plourr nicht, den Großherzog niederzuschlagen und der neue Quarren und die neue Mon Calamari im Team liefern sich permanent Wortgefechte, da sie ständig anderer Meinung sind. Über relativ gesittete Themen zwar, aber sie steuern eine gewisse Situationskomik bei.

Auch auf imperialer Seite sind die Charaktere wunderbar getroffen, insbesondere die auf dem Cover abgebildete Moff Leoniva Tavira, die als diabolisches Monster beschrieben, aber als nette, wenn auch stark pragmatische, junge Frau dargestellt wird, die ihre Handlanger für sich arbeiten lässt.

Allerdings gab es schon Stellen im Comic, an denen ich überlegt habe, ob die Autoren nicht doch besser noch ein wenig mehr Seiten hätten gebrauchen können. Besonders betrifft das in meinen Augen die Hintergrundgeschichte von Plourr und ihrem Bruder, die teilweise leicht bis mittelschwer aus dem Himmel fällt. Auch, dass die Auflösung derselben und damit die Beendigung des allgemeinen Konfliktes auf zwei Seiten gestopft wurde, hilft da nicht wirklich weiter.

Auf die zweite Geschichte möchte ich nur ganz kurz eingehen. Das eingangs benannte Märchen ist eine Mischung aus Rapunzel und The Legend of Zelda, angesiedelt im Star Wars Legends-Universum. Und aus irgendeinem Grund funktioniert das auch noch ganz gut! Obwohl sie keinerlei Relevanz für irgendetwas hat und keiner der Charaktere jemals wieder irgendwo auftritt, hat sie schon einen guten Unterhaltungswert.

Zusammen gebe ich dem 91. Band der Comic-Kollektion 4 von 5 Holocrons, wobei natürlich die längere und titelgebende Geschichte mehr gewichtet ist.

Bewertung: 4 von 5 Holocrons
Bewertung: 4 von 5 Holocrons

Wir danken Panini für das Rezensionsexemplar!

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