Rezension: Star Wars, Band 10: Die Flucht

Das Leben ist kein Urlaub.

Tula Markona

Am 17.12. erschien kurz vor Der Aufstieg Skywalkers ein riesiger Haufen an Literatur zeitgleich. Der zweite Comicband, der mich an diesem Tag erreicht hat, war Die Flucht, der 10. Teil der Star Wars-Hauptreihe. Die Geschichte wurde komplett von Kieron Gillen geschrieben. Die Zeichner wechseln und sind Andrea Boccardo für Heft #56 und #61 und Angel Uzueta für Heft #57 bis #60. Die Übersetzung stammt von Matthias Wieland, der auch schon Die Asche von Jedha übersetzt hatte.

Wir befinden uns weiterhin im Jahr 2 NSY. Im letzten Band Zerstörte Hoffnung, hatte Königin Trios von Shu-Torun die Rebellion im Auftrag Darth Vaders massiv verraten, um ihre eigene Haut, bzw. die ihres Planeten zu retten. Die Folge war der Verlust eines Großteils der Rebellenflotte, der Tod des in Rogue One eingeführten General Draven, die Geburt der Rogue Squadron bzw. der Renegaten-Staffel und die Zerstreuung des Restes der Flotte in die Weiten der Galaxis. Gegen Ende sieht man noch, dass die großen drei (Luke, Leia, Han) Hilfe bei Sana Starros gesucht haben und hier setzt die neue Geschichte ein.

Die Gruppe sitzt in einer Bar, während eine imperiale Razzia läuft, um die Rebellen zu finden. Glücklicherweise können sich Han, Luke und Leia noch unter dem Tisch verstecken und Sana redet sich raus, da sie ja nicht gesucht wird. Bei einem späteren Flug werden die vier in Begleitung von R2 und dem immer noch beinlosen 3PO von einem imperialen Sternzerstörer überrascht und die Hauptcharaktere sind gezwungen mit einer Rettungskapsel auf dem isolierten Planeten Hubin zu landen. Dieser wird von einem Stamm Ex-Söldner und einer Art Wolf besiedelt, die sich gegenseitig bekämpfen, wobei die Söldner dank ihrer Waffen die Oberhand behalten können.

Da der Planet isoliert ist und das nächste Versorgungsschiff erst fünf Monate später vorbeischauen soll, sind die Helden also erst einmal hier gestrandet und müssen ihre Abenteuer hier erleben.

Han passt sich dem Leben als erster an. In einer cheesy Szene hackt er oberkörperfrei Holz, um sich seinen Tageslohn zu verdienen, während Leia ihn sucht. Und ihrer Reaktion nach, gefällt ihr, was sie sieht.

Leia selbst glänzt eher durch Passivität, was sich in der zweiten Hälfte mit einer Wendung erklärt, die in meinen Augen nicht ganz in-Charakter, allerdings doch verständlich ist.

Luke unterdessen dreht völlig am Rad. Nachdem er sein ganzes Leben auf Tatooine verbracht hat und nun zwei Jahre für die Rebellion kämpft, kann er nicht mehr still sitzen und will der Galaxis unbedingt helfen. Dabei hinterfragt er die Moral seiner Freunde, die ihm ihre Pläne nicht erklären und die Moral der Markona, des Söldnerstammes, die ihm ebenfalls nicht helfen wollen. Auch seine eigene Moral hinterfragt er mit Denkanstößen mehrfach, kommt aber immer zur selben Entscheidung. Einer sehr guten, wie sich später herausstellt und wie der Leser eigentlich auch selber merken sollte. Dieses hibbelige kommt einem erst einmal sehr merkwürdig vor, doch wenn man an Lukes erste Begegnung mit Yoda in Das Imperium schlägt zurück denkt, die hier ja noch in der Zukunft liegt, merkt man, dass dies doch auch in-Charakter geschrieben ist.

Im zweiten Teil des Comics treffen wir auf die Narben-Truppe, eine wiederkehrende Einheit aus Elite-Sturmtruppen, die ein wenig an die Republic- bzw. Imperial-Commandos aus den Legends angelehnt sind und die es sich zur persönlichen Aufgabe gemacht haben, Skywalker zu fangen. Hier beginnt dann die richtige Action des Bandes.

Die Story hat mich total mitgerissen. Im Gegensatz zu den letzten Bänden, die sich alle irgendwie um die Ausrüstung der Rebellion gedreht haben, finden wir hier ein Abenteuer, dass Luke, Leia und Han allein bestreiten müssen. Es bringt sie persönlich weiter und es gibt Charakterentwicklung! Außerdem wird Hans Vergangenheit im Bezug auf Solo – A Star Wars Story erwähnt und besprochen. Hans und Leias Beziehung wird angedeutet, Luke trainiert ein wenig Lichtschwertkampf. Es sind Kleinigkeiten, aber die haben mir in der Vergangenheit einfach gefehlt. (Eine Schande, was Post-Endor dann damit angestellt wird!)

Auch die Zeichner haben sich viel Mühe gegeben. Es gibt keine abgepausten Gesichter, der Stil ist einheitlich und sowohl Personen als auch Hintergründe haben mit gut gefallen. Hier passt echt alles zusammen.

Ich gebe Die Flucht 5 von 5 Holocrons!

Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

Wir danken Panini für das Rezensionsexemplar und die Vorschauseiten.

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