Rezension: The Clone Wars 5×07: „Profitieren“

In der heutigen Rezension zur Folge Profitieren setzen sich die Abenteuer der Jedi-Jünglinge fort, indem sie Hondo Ohnaka treffen. Die unter dem englischen Originaltitel A Test of Strength am 10. November 2012 in den USA erstmals erschienene Folge wurde – wie der gesamte Arc – von Chris Collins geschrieben und von Bosco Ng inszeniert. In Deutschland erschien diese Episode dann am 27. April 2013

„Die Jugend wird oft unterschätzt.“

Offizielle Folgenbeschreibung: „An Bord des Kreuzers Feuertaufe lernen die jungen Jedi ihren neuen Lehrer kennen: den uralten Droiden Professor Huyang, der ihnen zeigt, wie man ein Lichtschwert baut. Ihr Unterricht wird durch einen Piratenangriff unterbrochen – Hondo Ohnaka will die wertvollen Kyberkristalle erbeuten, die die jungen Jedi zum Bau ihrer Schwerter benutzen. Als die Plünderer das Schiff entern, müssen Ahsoka und die Jünglinge sie überlisten.“

Star Wars: The Clone Wars Episodenguide
Professor Huyang erklärt den Jünglingen die Geheimnisse des Lichtschwertbaus.

Zum Inhalt: Diese Folge stellt einen interessanten Übergang dar, der sich im Wechsel von planmäßigen Herausforderungen zur Notwendigkeit der Improvisation und einer echten Bedrohungslage widerspiegelt. Während die Wand aus Eis in der vorherigen Folge nur eine scheinbare Falle darstellte, wird diese Bedrohung nun real. Jedoch scheinen einige der Jünglinge – vor allem Petro – die Bedrohungslage zu unterschätzen, was gut zu dem „jugendlichen Leichtsinn“ der Gruppe passt.

Was ich besondern an dieser Folge loben möchte, ist, dass alle Handlungen und Storyentscheidungen nachvollziehbar und konsistent sind. Demnach ergibt es Sinn, dass Hondo ein Schiff angreift, auf dem die seltenen Kyberkristalle transportiert werden. Die Faszination für diese überdauert bei ihm ja noch bis in Star Wars Rebels. Es ergibt darüber hinaus Sinn, dass die Jünglinge und ihr Kreuzer keine Bewaffnung haben, da es eben eines der alten und berühmten Expeditionsschiffe der Jedi ist. Auch die Entscheidung, dass beispielsweise Petro seinen Kristall heimlich behält, ist für diesen Charakter sehr nachvollziehbar, was mich direkt zu meinem nächsten Punkt führt: der Charakterentwicklung!

Ahsoka stellt sich Hondo Ohnaka in den Weg, der die Kyberkristalle erbeuten will.

Man erkennt, dass sich die Jünglinge seit der letzten Folge etwas besser zusammengeschweißt haben. Trotzdem – und das finde ich sehr gut dargestellt – haben sich noch nicht alle Eigenschaften abgelegt, denen sie in der Höhle begegnet sind. So ist Petro weiterhin der etwas arrogante und selbstsichere Jüngling, der unbedingt als Erster seine Waffe fertigstellen muss, so wie er als Erster seinen Kristall finden wollte – das Resultat ist ungefähr gleich. Auch Genodi ist bei der Konstruktion ihres Lichtschwerts noch oft frustriert und gibt zu schnell auf. Andere Figuren können ihre Stärken aber sinnvoll anwenden, wie beispielsweise Zatt, der sich um die Steuerung des Kreuzers kümmern soll. Jetzt könnte man kritisieren, dass die Erfahrungen der letzten Folge quasi nicht auf diese Auswirkungen haben. Dies ist meines Erachtens aber nicht korrekt. Denn eine Verbesserung des Charakters oder eine Verhaltensänderung erfolgt nicht von einem Tag auf den anderen und der Fakt, dass Petro mit dem Opfern seines Lichtschwertes die anderen rettet, ist beispielsweise ein erster Schritt und eine Folge seiner Selbstlosigkeit aus der letzten Episode. Dass er nun gerne noch prahlt, ändert sich nicht von heute auf morgen, aber dadurch, dass die Gruppe immer mehr zusammenwächst, merkt man auch, dass die negativen Eigenschaften zunehmend weniger werden. Diesen langsamen Prozess so gut in einer Folge weiterzuführen, ist meiner Meinung nach ein Lob an den Autoren wert und sicher auch ein positiver Nebeneffekt davon, den gleichen Autoren für den gesamten Arc zu haben, was nicht immer der Fall ist.

Wie die Jünglinge schließlich gegen die Piraten vorgehen, gefällt mir auch sehr gut. Sie nutzen eine ihrer Schwächen – das falsch konstruierte Lichtschwert – und gleichzeitig ihre Trainingsausrüstung, da ihnen andere Waffen nicht zur Verfügung stehen. Was ich jedoch gerne mehr gesehen hätte, wäre der Einsatz der Macht durch die Jünglinge gewesen, da dies quasi kaum bis gar nicht vorkommt.

Zuletzt hat mir inhaltlich noch die Ruchlosigkeit von Hondo Ohnaka gefallen. Er schwankt in dieser Serie perfekt zwischen Verbündetem, Antiheld und Feind und hat in dieser Episode auch kein Problem damit, für Profit Jedi-Jünglinge umzubringen. Natürlich lässt man es nicht soweit kommen, da sonst der nur potenziell ruchlose Charakter jegliche Sympathiewerte verlieren würde.

Huyang sucht die richtigen Komponenten für die Jünglinge.

Anmerkungen: Der Droide Huyang wird im Englischen von der zehnten Inkarnation des Doctor Who, David Tennant, gesprochen. Da ich mit Doctor Who nicht allzu viel anfangen kann, bin ich eher auf eine andere Anspielung aufmerksam geworden. Huyang klettert nämlich zwischen den Schubladen mit den Teilen für den Lichtschwertbau (ob die auch $200 kosten?) umher und hat mich währenddessen sehr an Ollivander aus Harry Potter erinnert, der ähnlich in Gedanken versunken nach dem passenden Zauberstab sucht. Auch die Art, wie man über das Gefühl in der Hand seine Wahl treffen soll, wirkt sehr an die Wahl des Zauberstabes angelehnt. Allgemein halte ich die Figur des Professor Huyang für eine tolle Ergänzung, da er sich auch durch sein Design angenehm von anderen Droidenmodellen unterscheidet und seine Fähigkeiten im Kickboxen legendär sind.

Animation: Mein absoluter Favorit dieser Folgen ist und bleibt Gungi! Ebenfalls sehr gut gefällt mir das Design der Feuertaufe und das eher mit Holz verzierte Innenleben des Schiffes, das sich so angenehm von anderen, eher sterilen Schiffe der Republik unterscheidet und gleichzeitig den historischen Anspruch dieser Tradition unterstreicht. Besonders schön finde ich es, auch die traditionellen Roben an den Jünglingen zu sehen, die ebenfalls deutlich den älteren Vorbildern entnommen wurden, auch wenn Kit Fisto sich schon Schuhe leisten konnte.

Das Objekt der Begierde: Der Kyberkristall!

Fazit: Alles in allem setzt sich der Arc mit einer starken und unterhaltsamen Folge fort, die zu keiner Zeit zu konstruiert oder unglaubwürdig wirkt. Alle Figuren handeln, wie man es von ihnen erwartet, was meines Erachtens eine der wichtigsten Voraussetzungen für gute Storys ist. Auch die Charakterentwicklung wird glaubwürdig und deshalb nicht überhastet vorangetrieben, sodass man zwar kleine Veränderungen im Verhalten der Protagonisten bemerkt, aber keine 180°-Wendung von heute auf morgen vollzogen wird.


vorherige Episode: Die Versammlung (Staffel 5, Episode 6)
nachfolgende Episode: Die Rettungsmission (Staffel 5, Episode 8)

Ein Kommentar

  1. Ich finde die Folge sehr sehr gut!

    Zum einen finde ich den Bau der Lichtschwerter und wie die Jünglinge hier wieder erneut auf die Probe gestellt werden sehr gut gemacht und extrem cool. Zum anderen wurde hier Hondo sehr gut eingesetzt da es logisch ist das er Jünglinge angreifen will um ihre Kyberkristalle zu bekommen. Ich finde auch den Angriff und die Taktik der Jünglinge sehr gut! Zuletzt möchte möchte ich noch sagen das man hier wirklich nochmal sehr schön Ahsokas Charakterentwicklung bemerkt die seit dem The Clone Wars Film durchgemacht hat.

    Letztendlich muss ich sagen das diese Folge auch wieder alles richtig macht und gar keine Schwachpunkte aufzuweisen hat. Daher würde ich der Folge ihre mehr als verdienten 5 von 5 Holocrons geben!

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