Rezension: The Clone Wars 3×17: „Vergessene Zukunft“

Erkennt Euch selbst – erkennt, wer ihr einmal werdet!

Der Sohn

Einer der besten Dreiteiler geht mit der 17. Folge der 3. Staffel The Clone Wars zu Ende. Vergessene Zukunft behandelt das Ende der Mortis-Trilogie, das Ende der Machtgeister und symbolisch das Ende der originalen drei Star Wars-Episoden. Wie schon ihre Vorgänger ist diese Folge mit diejenige, die am meisten Symbolismus in The Clone Wars einbringt, und daher liebe ich sie. Ihr Autor war wieder Christian Taylor, Regie führte Steward Lee, der auch schon Wächter der Macht übernommen hatte. Premiere dieser Folge war am 11. Februar 2011, in Deutschland sahen wir sie erstmals am 30. April desselben Jahres. Erneut: Große Spoilerwarnung für die ursprünglichen Filme und diese Folge.

Wer danach strebt, das Schicksal zu lenken, wird niemals Frieden finden.

Ich will diese Folge eigentlich gar nicht groß erklären, aber um des Symbolismus Willen bleibt mir da eigentlich kaum eine andere Möglichkeit.

Zu Beginn allerdings noch eine kleine Erinnerung: Aktuell haben wir die folgenden Personenkonstellationen in meiner Interpretation der Folgen: Auf der hellen Seite haben wir die Schwester, welche die helle Seite verkörpert, aber leider tot ist. Die helle Seite ist also geschwächt und das Gleichgewicht entsprechend ebenfalls. Das Werkzeug der hellen Seite ist Obi-Wan, der weiterhin auf diesem Weg wandelt. Auf der dunklen Seite haben wir den Sohn als Verkörperung. Er treibt weiterhin sein Unwesen und ist aktuell sehr stark, da seine Schwester tot ist. Sein Werkzeug Ahsoka hingegen wurde in der letzten Folge befreit und ist damit, wie schon die Schwester, aus der Gleichung ausgeschieden. Einzig das Gleichgewicht mit dem Vater als Verkörperung und Anakin, dem Auserwählten, als Werkzeug bleibt vollständig vertreten.

Die Zitadelle von Mortis (Bild von der jedipedia.net)

Das erste, was besonders auffällt, ist, dass Mortis offenbar Monde besitzt. Das finde ich insofern interessant, als dass Mortis eigentlich von einer Art Prisma umgeben ist, sodass man von außen nicht hinein und von innen nicht hinausschauen kann. Alles, was zu sehen ist, ist die Macht selbst. Das Licht, die Schatten, das Leben, der Tod, der Planet, der Himmel. Was sollen also die Monde? Die Antwort ist nicht sofort offensichtlich und im Kanon wurde sie, soweit ich mich erinnern kann, noch nicht erwähnt. In den Legenden hingegen wird die Macht in Ashla und Bogan aufgeteilt. Dies sind andere Bezeichnungen für die helle und die dunkle Seite der Macht, welche ihnen durch die frühen Jedi von Tython gegeben wurden. Ashla war dabei der Mond Tythons, der dauerhaft im Licht des Sterns Tythos stand, Bogan stand permanent im Schatten. Je’daii, welche das Gleichgewicht verloren hatten, wurden von Tython verbannt. Begaben sie sich zu weit auf die helle Seite nach Ashla, begaben sie sich zu sehr auf die dunkle Seite nach Bogan. Die frühen Jedi erkannten also, dass das Gleichgewicht wichtig ist. Zurück zum Thema: So lassen sich die beiden Monde im Bild erklären.

Eine Szene mit wenig symbolischer Bedeutung ist die, in welcher der Vater die Tochter begräbt. Natürlich trauert er und die Szene ist von großer Bedeutung für das Storytelling, da hier auch der Dolch von Mortis begraben wird, den der Sohn später wiederbeschafft, aber symbolisch hat sie kaum Aussagekraft. Die nächste hingegen ist wieder wichtig und lässt viel Spielraum für Interpretation. Anakin, welcher längst mit Obi-Wan und Ahsoka verschwunden sein sollte, trifft auf die Trauergesellschaft, welche lediglich aus dem Vater besteht, und verwickelt diesen in ein Gespräch. Beendet wird dieses durch die Worte „Unser beider Schicksal liegt im Dunkeln.“ Was genau der Vater damit meint, bleibt jedoch offen. Müssen beide auf die dunkle Seite übertreten? Gehen sie an einen wörtlich dunklen Ort? Wir wissen es an dieser Stelle nicht.
Auf dem Weg zu seiner persönlichen Antwort sieht Anakin den Machtgeist Qui-Gon Jinns, der ihn weiter lotst. Viel Bedeutung hat dies allerdings erneut nur für die Story. Am Ende der Reise steht jedenfalls die dunkle Seite.

Eine der größten Visionen der ganzen Serie wird nun aktiviert. Anakin sieht die Zukunft. Nicht in Rätseln, sondern klar und deutlich. Das Ende der Klonkriege, die Machergreifung des Imperators, die Tötung seiner Freunde und Geliebten, die Vernichtung von Planeten. All das führt Anakin zu einer Schlussfolgerung: Er steht auf dem Kurs der Vernichtung und muss da runter. So schließt er sich dem Sohn an und wird so das Werkzeug der dunklen Seite.

Das ändert sich jedoch rasch wieder und der Vater macht Anakin wieder zu seinem eigenen Werkzeug, sodass die dunkle Seite wieder ohne Mitkämpfer dasteht. Zeitgleich bewaffnet sich der Sohn mit dem Dolch aus dem Grab seiner Schwester. Dabei wird klar, wie sehr ihr Tod ihn getroffen hatte.

Um den Sohn letztlich zu eliminieren, opfert sich der Vater selbst. So wird der Sohn schwächer und kann von Anakin getötet werden. Das Gleichgewicht vernichtet sich also selbst, um das Dunkel zu vertreiben. Wem das bekannt vorkommt: So endet auch die klassische Trilogie. So sterben alle. Das Licht, die Dunkelheit, das Gleichgewicht.
In den Legends wurde nun weiter gesponnen, denn was zurückbleibt, das ist das Chaos. Und auch im Kanon bleibt letztlich Chaos zurück, wenn auch nicht auf die Machtwächter bezogen.

Mit den letzten Machtwächtern verschwinden auch die letzten Teile von Mortis. Zurück bleiben die ursprünglichen drei Werkzeuge. Ahsoka für die dunkle Seite, Obi-Wan für die helle Seite und Anakin für das Gleichgewicht. Auch dies hat eine gewisse symbolische Bedeutung, denn so heißt es, dass die Macht weiter existiert und weiterhin die Geschicke der Galaxis überwacht.

Klar, dass es nun fünf von fünf Holocrons gibt.

Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

Vorherige Episode: Der Altar von Mortis (Staffel 3, Folge 16)
Nachfolgende Episode: Die Zitadelle (Staffel 3, Folge 18)

Über den Autor

Maximilian

Maximilian
Maximilian ist seit 2013 im Team der Jedi-Bibliothek mit dabei. Seitdem rezensiert er sich fleißig durch das Star Wars-Universum. Außerdem kümmert er sich um den Rezensions-Index. Im echten Leben studiert er Informatik und bringt Kindern das Schwimmen bei.

1 Kommentar

  1. Schosch

    Ich finde die Folge gut!

    Der Handlungstrang und der ganze Konflikt der Machtgötter wird zu einem guten Ende gebracht. Auch das der Sohn versucht Anakin auf seine Seite zu ziehen finde ich mehr als passend und zeigt noch einmal wirklich mehr als deutlich wie nah Anakin eigentlich auch an der dunklen Seite ist. Auch der Endkampf mit dem Sohn und die Symbolhaftigkeit der Opferung des Vaters finde ich wirklich sehr gut umgesetzt und zeigt nocheinmal erneut wirklich gut den Konflikt zwischen der hellen und der dunklen Seite.

    Es gibt nur eine frage der ich mich am Ende stelle. Nachdem Mortis zerstört wurde wachen Obi-Wan, Anakin und Ahsoka im Shuttle auf. War das ganze nur eine Art Machtvision oder haben sie das ganze wirklich erlebt? Naja.

    Auf jedenfall eine sehr gute Folge die diesen Handlungsbogen zu einem guten Abschluss bringt daher würde ich ihr 4 von 5 Holocrons geben!

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