TV-Rezension: Star Wars Resistance 1×21 & 1×22: „Kein Entkommen“

Heute durften wir endlich das langerwartete Staffelfinale von Star Wars Resistance erleben, welches sogar mit einer Doppelfolge aufwartet. Nachdem in der vorigen Folge die Colossus versenkt und Tam (freiwillig) und Yeager (unfreiwillig) von der Ersten Ordnung in Gewahrsam genommen wurden, setzen Kaz und seine Freunde heute alles daran, die beiden zu befreien und die Station zu retten.

Kaz und Torra befreien Yeager und Captain Doza.

In Kein Entkommen (Originaltitel: No Escape) gerät direkt zu Beginn auch noch Captain Doza in Gefangenschaft der Ersten Ordnung, was dazu führt, dass seine Tochter Torra gemeinsam mit Kaz einen Plan schmiedet, um ihn und Yeager zu befreien. Auch Tam soll befreit werden, hat allerdings wenig Interesse daran, da die manipulative Agentin Tierny ihr große Versprechungen einer möglichen Zukunft als Pilotin der Ersten Ordnung macht. Nachdem Yeager und Doza befreit sind, gilt es im zweiten Teil der Doppelfolge, die Colossus endgültig von der Herrschaft der Ersten Ordnung zu befreien. Da trifft es sich gut, dass die Station eigentlich ein mit Hyperantrieb ausgestattetes Schiff ist. Doch kann der riskante Plan, die Erste Ordnung durch Flutung von Korridoren aus der Colossus zu spülen, gelingen? Und wird sich Tam wirklich der Ersten Ordnung anschließen?

Zunächst einmal muss ich sagen, dass mich das Staffelfinale durchaus gut unterhalten hat, da es einige spannende Momente hatte und sich trotz seiner doppelten Länge keinesfalls langweilig oder ausgewalzt anfühlte. Meiner Meinung nach ist es gut gelungen, die Figuren und auch die Station Colossus für Staffel 2 in neue Positionen zu bringen, um so nach der langen Sommerpause neue und spannende Entwicklungen erzählen zu können. Schön, dass auch Synara wieder mit von der Partie ist, da ihre Geschichte noch lange nicht auserzählt war.

Die Bewohner der Colossus schauen während des Hypersprungs in eine ungewisse Zukunft.

Die Idee, dass die Colossus ein Schiff ist, ist wirklich clever, weil dieser Twist es ermöglicht, einerseits das bekannte Setting und die Nebenfiguren aus der ersten Staffel weiterhin beizubehalten, andererseits aber auch neue Möglichkeiten eröffnet, andere Ecken der Galaxis zu erkunden. Welche Ecken das genau sein werden, darauf dürfen wir gespannt sein, da ja unklar bleibt, welche Koordinaten Neeku am Ende eingetippt hat. Der erzählerische Kniff mit den unvollständigen Koordinaten, der nur dazu dient, zu verhindern, dass die Resistance-Figuren in Kontakt mit der Handlung der Sequel-Trilogie auf D’Qar kommen, ist leider etwas plump und unglaubwürdig. Erstens hat Neeku genügend Zeit, und zweitens: Gibt es nicht irgendeine Fehlermeldung des Systems, wenn Koordinaten unvollständig eingegeben wurden? Bei so einer gefährlichen Angelegenheit wie dem Reisen durch den Hyperraum sollte doch eigentlich ein solches Sicherheitssystem selbstverständlich sein, da man ansonsten ja beispielsweise versehentlich in einem Stern aus dem Hyperraum austreten könnte. Aus diesem Grund finde ich auch Neekus begeisterten Ausruf, dass es ja so aufregend sei, weil man nicht wisse, wo man hinfliegt, höchst seltsam und unpassend.

Sturmtruppen auf der Colossus verfolgen General Hux‘ Ansprache auf der Starkiller-Basis.

Abgesehen davon bietet das Staffelfinale aber auch einige Momente, die ich sehr positiv hervorheben möchte. Bei Kaz, der sonst meist viel zu sehr Hampelmann ist, ist es schön, ihn mal in einer ernsthaft berührenden Szene zu sehen, als er miterleben muss, wie sein Heimatplanet von der Starkiller-Basis zerstört wird. Seine schockierte und niedergeschlagene Reaktion darauf ist authentisch, sodass man als Zuschauer Sympathie für ihn empfinden kann. Etwas schade ist es nur, dass wir in der gesamten Staffel zu wenig von Kaz‘ Eltern erfahren haben, sodass deren Verlust Kaz zwar trifft, uns als Zuschauer aber weniger, da wir die beiden gar nicht kennen. Gut gelungen ist auch die animierte Umsetzung von General Hux‘ Rede auf der Starkiller-Basis. Diese sorgt als Untermalung für eine gruselige und unheilvolle Stimmung.

Tam schließt sich Commander Pyre, Agent Tierny und der Ersten Ordnung an.

Das Highlight der Folge ist für mich aber Tam. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass sie sich am Ende doch noch gegen die Erste Ordnung entscheidet und dann im Endkampf unvorhergesehen von hinten Agent Tierny niederschlägt, um für Ablenkung zu sorgen, oder etwas in der Art. Meinen größten Respekt dafür, dass die Serie Tams Charakterentwicklung wirklich konsequent durchzieht und nicht auf ein schnelles Happy End setzt. Ich hoffe, dass es in der zweiten Staffel dann wirklich dazu kommt, dass Tam als Pilotin der Ersten Ordnung gegen ihre ehemaligen Freunde kämpft. Das wäre für mich auf jeden Fall ein Grund, wirklich aus Interesse die Serie einzuschalten und nicht nur weil es eben Star Wars ist und ich es deshalb schauen „muss“.

Insgesamt hat Resistance es in den letzten paar Folgen dann doch noch geschafft, sich auf ein gutes Niveau zu steigern und den Grundstein für interessante Handlungen in der zweiten Staffel zu legen. Mit der sehr guten Bewertung, also den fünf Holocrons, klappt es bis jetzt leider noch nicht, da es doch in fast jeder Folge einige erzählerischen Ungereimtheiten oder ärgerlich schlechten Humor gibt. Auch dem heutigen gelungenen Staffelfinale Kein Entkommen gebe ich wieder vier von fünf Holocrons. Ich hoffe, dass die Serie sich weiter in eine positive Richtung entwickelt und vor allem Kaz durch den Schicksalsschlag der Zerstörung von Hosnian Prime jetzt endgültig erwachsen wird.

Bewertung: 4 von 5 Holocrons
Bewertung: 4 von 5 Holocrons

Wie hat euch das Staffelfinale gefallen? Was wünscht ihr euch für die zweite Staffel? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Einen interessanten Einblick in die Entstehung von Staffel 1 und einen Ausblick auf Staffel 2 gibt Resistance-Produzent Justin Ridge in einem Interview, das mein Kollege Tom-Michael für euch übersetzt hat.

Hier könnt ihr euch Resistance Rewind und Bucket’s List mit mehr interessanten Fakten zu beiden Teilen des Staffelfinales ansehen:

Über den Autor

Ines

Ines
Ines bildet im echten Leben zahlreiche Padawan-Schüler an einem Gymnasium in den Fächern Englisch und Deutsch aus. Star Wars konsumiert sie am allerliebsten in Romanform und hat sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Romane des Kanons zu lesen. Bereits jetzt ist sie begeistertes Claudia-Gray-Fangirl.

2 Kommentare

  1. ThrawnThrawn

    Ich stimme dir in allen Punkten zu.
    Von Tams Entscheidung, über Kaz‘ berührenden Moment (welcher leider, bei der US-Ausstrahlung ruiniert wurde, da man eine Woche warten musste, bis es weiterging) bis hin zu deinem Punkt mit Neeku.
    Ich finde die Folge zwar gut und unterhaltsam, aber die Begründung mit den Koordinaten fand ich auch sehr fadenscheinig.
    Hätte man nicht einfach sagen können, dass der Hyperantrieb/Navigationsystem nicht mehr richtig funktioniert und deswegen etwas schief gelaufen ist?
    Das wäre sogar glaubhaft gewesen, da in der Folge mehrfach auf die Dauer des Aufenthalts auf Castellon verwiesen wird.

    Auch ist es lobenswert zu erwähnen, dass die Staffel gutes foreshadowing bei der Enthüllung, dass die Collosus ein Schiff ist, betrieben hat.
    Seien die Rettungskapseln oder generell die Ähnlichkeiten zwischen diesem Design und dem der Skystriker-Akademie aus Star Wars Rebels.
    Definitiv ein sehenswertes Staffelfinale.

  2. Schosch

    Ich finde die beiden Folgen sehr gut Sie sind ohne Schwächen!

    Tams Ent gültige Charakterentwicklung ist sehr schön dargestellt und und man merkt auch wieder sehr gut wie sie hinters Licht geführt wurde.

    Auch die düstere Athomsphäre die zumindest in der ersten Folge geherrscht hat fand ich wirklich sehr gut. Man denkt wirklich zuerst das die erste Ordnung ihr Ziel erreicht hat und nun die Vollständige Kontrolle über die Colossus hat.

    Auch die Zerstörung von Hosnian Prime und die Verknüpfung zu Star Wars Das Erwachen der Macht fand ich sehr gut! Auch konnte ich in der Szene sehr gut mit Kaz mitfühlen und er hat mir wirklich extrem Leid getan! Ich glaube auch jeder der Familienmitglieder verloren hat wird mit Kaz mitfühlen können.

    Auch wie die zweite Folge begann fand ich super indem sie direkt an die erste Anknüpft und man die Zerstörung Hosnian Primes man nun nochmal aus einer anderen Perspektive sieht und man auch in der ganzen restlichen Folge sieht wie Kaz mit seiner Trauer zu kämpfen hat.

    Auch die Befreiung von Yeager und Captain Doza und der Darrauffolgende Kampf waren wirklich super!

    Genauso gut war auch die Enthüllung das die Collosus ein Schiff ist. Weil wie auch schon in der Rezension gesagt wurde man so das bekannte Setting behalten kann. Ich meine das hat sich ja auch angeboten weil Doza ja Früher beim Imperium war und (Wie in dem Kommentar von Thrawn erwähnt) die Collosus ähnlichkeiten hatte mit der SkystrikerAkademie aus Star Wars Rebels.

    Auch das Kaz Elrik Vonreg dann besiegt fand ich auch sehr gut und zeigt auch wieder sehr schön wie KAz im laufe der Staffel gewachsen ist!

    Definitiv ein sehr gutes Staffelfinale das von miur 5 von 5 Holocrons bekommen würde und ich bin jeztt mega gehyped auf Staffel 2!

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