TV-Rezension: Star Wars Resistance 1×10: „Geheimnisse und Hologramme“

Kaz und Torra Doza erleben in "Geheimnisse und Hologramme" ein gemeinsames Abenteuer.

Kaz und Torra Doza erleben in „Geheimnisse und Hologramme“ ein gemeinsames Abenteuer.

Nachdem mich letzte Woche die exzellente Folge „Das große Rennen“ auf ganzer Linie überzeugen konnte, geht Star Wars Resistance heute in Deutschland mit „Geheimnisse und Hologramme“ (Originaltitel: „Secrets and Holograms“) in die letzte Runde des Jahres 2018.

In „Geheimnisse und Hologramme“ wird uns Torra Doza, Tochter von Captain Doza und Fliegerass, näher vorgestellt. Ihr Vater bekommt Besuch von der Ersten Ordnung und lässt die gelangweilte Torra derweil in ihrem Zimmer versauern. Doch diese büchst schnell aus und trifft auf Kaz, der in ihr eine Gelegenheit sieht, im Turm zu spionieren und mehr darüber herauszufinden, inwiefern Captain Doza mit der Ersten Ordnung kollaboriert. Kaz bekommt auch tatsächlich die Gelegenheit, in Dozas Büro zu schnüffeln und entdeckt dort eine imperiale Uniform sowie ein Datapad, von dem er Daten herunterlädt. Als Kaz dabei jedoch fast erwischt wird, hilft ihm Torra aus der Patsche und die beiden müssen durch die Müllverbrennungsanlage fliehen…

Torra und Kaz spielen zusammen ein Simulationsspiel.

Torra und Kaz spielen zusammen ein Simulationsspiel.

Schon von Beginn der Serie an habe ich beklagt, dass es recht unklar ist, wie alt Kaz‘ sein soll, bzw. dass sein Verhalten nicht zu seinem vermutlichen Alter und Status als Pilot der Neuen Republik passt. Mittlerweile ist zumindest von offizieller Seite Kazudas Alter geklärt: Er wurde 14 Jahre nach der Schlacht von Yavin geboren und ist damit zum Zeitpunkt von Star Wars Resistance 19 oder 20 Jahre alt. Nach wie vor finde ich, dass Kaz sich für sein Alter nicht passend, sondern eher wie ein 14- oder 15-Jähriger verhält. Nun kommt in der heutigen Episode Torra Doza hinzu und unglücklicherweise dehnt sich das Altersproblem auf sie aus. Torra wird uns zu Beginn der Serie als Fliegerass vorgestellt. Sie ist also als Pilotin für die Verteidigung von Colossus zuständig und fliegt darüber hinaus bei halsbrecherischen Rennen mit, bei denen die Gefahr zu sterben sehr real ist, wie in der vorigen Folge gesehen. Ich ging also davon aus, dass wir es mit einer halbwegs unabhängigen und erwachsenen Person zu tun haben, die ich bei ihrem ersten Aufeinandertreffen mit Kaz sogar etwas älter als ihn eingeschätzt hätte. Und tatsächlich behauptet Torra nun zumindest, dass sie und Kaz im gleichen Alter seien, also muss sie ca. 17 bis 22 Jahre alt sein. In „Geheimnisse und Hologramme“ ist Torra aber nun plötzlich die quengelige „Mir ist voll langweilig“-Teenie-Tochter, die von ihrem Vater Hausarrest bekommt und dann auf ihrem Zimmer die Star Wars-Version von Wii spielt. Da passt doch etwas gewaltig nicht zusammen. Auch Captain Dozas Verhalten ist, ganz unabhängig vom tatsächlichen Alter seiner Tochter, nicht nachvollziehbar. Wenn die Erste Ordnung zum Verhandeln kommt, sperrt er seine kleine Prinzessin weg, aber bei einem Piratenangriff darf sie die Station an vorderster Front verteidigen und bei einem Rennen darf sie sinnlos ihr Leben aufs Spiel setzen und riskieren, ohne Antrieb abzustürzen. Hat Doza denn nun Angst um das Leben seiner Tochter oder ist es ihm egal, ob sie ihr Leben aufs Spiel setzt?

Torra und Kaz beobachten, wie Commander Pyre Captain Doza ein Datapad übergibt.

Torra und Kaz beobachten, wie Commander Pyre Captain Doza ein Datapad übergibt.

An echter Spannung mangelt es „Geheimnisse und Hologramme“ leider. Die gesamte Handlungsmotivation, dass Torra aus dem von ihrem Vater angeordneten Hausarrest ausbrechen will, nur weil ihr langweilig ist, wirkt sehr kindisch und reduziert die prinzipiell spannende Spionage-Handlung auf das Niveau eines Kinderstreiches. Zum Eindruck der fehlenden Ernsthaftigkeit trägt auch bei, dass ein pinkelndes Haustier als Humor-Element bemüht wird. Das finde ich sehr schade, denn aus der Bedrohung durch die Erste Ordnung hätte man in dieser Folge viel mehr machen können, wenn man die ganze Situation nicht so sehr ins Kindisch-Lächerliche gezogen hätte. Doch leider wirken die feindlichen Soldaten an keiner Stelle wirklich gefährlich für unsere Protagonisten.

Ebenso wenig gefährlich und lächerlich wirkt die Müllverbrennungsanlage, die mich in ihrer Sinnlosigkeit etwas an den Flammenwerfer-Parcours aus Galaxy Quest erinnert hat. Wozu hat man denn eine Müllverbrennungsanlage, wenn die den Müll gar nicht flächig zum Brennen, sondern höchsten stellenweise zum Qualmen bringt? Statt einen Brand auszulösen, schießt die Anlage kurze, präzise Laser- oder Hitzestrahlen in verschiedene Richtungen, gerade als ob sie auf bewegliche Ziele wie Kaz und Torra schießen wollte. Hier hat man also wieder mal das Pferd von hinten aufgezäumt und wollte eine möglichst coole Action-Szene basteln, statt sich zu fragen, ob es für eine Müllverbrennungsanlage sinnvoll ist, so zu funktionieren. Dass Torra das ganze als „Holo-Spiel“ ansieht und sich am Ende auch noch mit dem Spruch „Das war klasse! Wir sind fast gestorben!“ freut, trägt weder dazu bei, dass ich die Episode ernstnehmen kann, noch dazu, dass Torra bei mir Sympathiepunkte sammelt.

Die Müllverbrennungsanlage wird zur gefährlichen Falle für Torra und Kaz.

Die Müllverbrennungsanlage wird zur gefährlichen Falle für Torra und Kaz.

Positiv zu vermelden ist bei „Geheimnisse und Hologramme“, dass Kaz kaum nervig oder inkompetent erscheint. Er scheint sich, seit er nicht mehr allein im Mittelpunkt von Episoden steht, etwas gefangen zu haben. Auch spannend fand ich Kaz‘ Entdeckung, dass Captain Doza eine alte imperiale Uniform in seinem Schrank hängen hat. Da sehe ich noch Potential für interessante Entwicklungen. Überhaupt halte ich Doza nach wie vor für eine spannende Figur, auch wenn seine widersprüchliche Haltung, was den Schutz seiner Tochter angeht, nicht nachvollziehen kann. Selbst bei Torra sind Ansätze einer gelungenen und interessanten Charakterisierung zu erkennen, als sie auf dem Markt von Verkäufern aufgrund ihrer privilegierten Herkunft dumme Sprüche erntet und nicht akzeptiert wird. Dieser Aspekt ihres Charakters ist vielleicht noch ausbaufähig.

Für heute fällt Star Wars Resistance aber nach einem kurzen Höhenflug zurück ins Mittelmaß. „Geheimnisse und Hologramme“ erhält von mir schwache drei Holocrons und ich hoffe auf eine Besserung nach der Winterpause.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Die Rezensentin vergibt 3 von 5 Holocrons!

Wie fandet ihr die heutige Episode?

Star Wars Resistance geht nun in Deutschland erst einmal in die Winterpause. Wann die Serie im Jahr 2019 weitergeht, erfahrt ihr von uns, sobald wir Näheres wissen. Wir werden die neuen Folgen dann natürlich wieder mit Rezensionen begleiten.

Hier könnt ihr euch Resistance Rewind und Bucket’s List mit mehr interessanten Fakten zu Folge ansehen:

Über den Autor

Ines

Ines
Ines bildet im echten Leben zahlreiche Padawan-Schüler an einem Gymnasium in den Fächern Englisch und Deutsch aus. Star Wars konsumiert sie am allerliebsten in Romanform und hat sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Romane des Kanons zu lesen. Bereits jetzt ist sie begeistertes Claudia-Gray-Fangirl.

2 Kommentare

  1. FlorianFlorian

    Also bis auf die seltsame Verbrennungsanlage war ich mit der Folge rundum zufrieden. Torra tat mir sogar ein bisschen Leid; deine Kritik an ihr kann ich leider nur bedingt nachvollziehen. Die Altersfrage ist etwas schlecht gelöst in der Serie, aber in einem Filmfranchise, in dem ein ca. zehnjähriger ein Droidenkontrollschiff zerstört, will ich mal darüber hinwegsehen. An die Vorgängerfolge kommt es nicht heran, aber solide 4/5 sind bei mir schon drin.

  2. Commander Cody

    Die Episode ist von der Spannung eher durchschnittlich. Dafür fand ich es interessant mehr über Torra Doza und über das Verhältnis zu ihrem Vater zu erfahren. Laut Wookiepedia ist sie 19 ABY geboren. Damit wäre sie 14-15 Jahre alt. Ihre Darstellung empfand ich ihrem Alter und ihrem Hintergrund entsprechend gut. Wie auch Kaz kommt sie aus einem reichen Elternhaus. Das bringt ihr durchaus einige Vorteile, wie die neusten Simulatorspiele und auch die Möglichkeit ohne finanzielle Sorgen mit ihrem eigenen Schiff Rennen zu fliegen. Mir hat hier gut der Gegensatz zwischen ihr und Rucklin gefallen. Er hat eben nicht diese Unterstützung von Zuhause und muss nun als Kellner arbeiten, um sich wieder ein Schiff zu kaufen. Diese Sorgen hat Torra nicht. Dafür wird sie von ihrem Vater überbehütet. Diesbezüglich erscheint es mir aber inkonsequent von Captain Doza. Er möchte nicht, dass seiner Tochter etwas passiert, lässt sie dann aber bei wirklich gefährlichen Rennen teilnehmen und sogar gegen Piraten kämpfen. Hingegen hat mir gut gefallen, dass gezeigt wurde, dass die anderen Asse versuchen über Torra an Informationen über die Handlungen ihres Vaters zu kommen. Das ist eine Last, die sie als Tochter eines einflussreichen Vaters hat.

    Kaz konnte in dieser Episode überzeugen. Er wollte unbedingt Informationen über die Tätigkeit der Ersten Ordnung auf der Colossus sammeln und hat sein Ziel während der Episode nie aus den Augen verloren. Er hat seine Rolle als Unterhalter für Torra gut gespielt und sein Ziel für seine Verhältnisse clever erreicht. Das es am Ende dann doch ein wenig offensichtlich war, dass er rumspioniert hat, stört nicht wirklich. Positiv fällt mir die allmähliche Entwicklung von Kaz auf. Er war am Anfang der Serie viel tollpatschiger und unmotiviert schwere Arbeit zu verrichten. Betrachtet man seine Herkunft, so hat man das Gefühl, dass er sich in seinem Leben nie wirklich anstrengen musste und dank seines Vaters alles bekommen hat, was er wollte. Ich denke zudem, dass er am Anfang gar nicht verstand, was es eigentlich bedeutet im Widerstand zu sein. Es hat sich für ihn einfach cool angehört und er hatte da einfach falsche Vorstellungen darüber. Interessant wird seine weitere Entwicklung. Sein Heimatplanet ist ja Hosnian Prime und auch sein Vater arbeitet als Senator dort. Die Vernichtung des Planeten wird für seine Entwicklung eine entscheidende Rolle spielen.

    Ich denke Resistance nimmt so langsam an fahrt auf und kann durchaus eine richtig gute Serie werden.

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