TV-Rezension: Star Wars Resistance 1×05: „Der Turm“

In „Der Turm“ stattet die Erste Ordnung dem Colossus einen Besuch ab.

Während „Gefährlicher Treibstoff“ etwas leichtere Kost war und uns gewissermaßen das alltägliche Leben auf dem Colossus gezeigt hat, geht in „Der Turm“ (Originaltitel: „The High Tower“) der Fokus wieder auf die Haupthandlung und Kazudas eigentliche Mission zurück.

Auf dem Colossus wird die Energie abgeschaltet und rationiert, was effektiv eine Zwangspause für alle Reparaturarbeiten bedeutet. Tam, Neeku und Kazuda vertreiben sich die Zeit in Tante Zs Cantina, die der Meinung ist, dass Emanuel Doza mit der Ersten Ordnung gemeinsame Sache macht. Als Hype Fazon, ein Mitglied der Ass-Staffel, die Cantina betritt und im Gespräch mit Kazuda offenbart, dass die Erste Ordnung bisweilen Treibstoff an den Colossus liefert, ist Kaz natürlich sofort wild darauf, das Ganze zu untersuchen, und muss nun irgendwie in den Turm gelangen.

Mein erster Eindruck der Folge war im Großen und Ganzen positiv. Der rote Faden mit der Ersten Ordnung wird wieder aufgenommen und auch Major Vonreg tritt wieder in Person auf. Zudem lernen wir den nächsten Piloten der Ass-Staffel ein bisschen näher kennen und auch Tam erhält etwas mehr Hintergrundgeschichte als in den vorigen Folgen.

Zur Abwechslung starten wir mal nicht mit einem Missgeschick in die Folge und generell war Kaz diesmal weitaus angenehmer und sympathischer als vorige Woche. Dafür überrascht Neeku uns mit dem Unverständnis, dass Komlinks auf kurzer Distanz ein lautes Interferenzsignal abgeben. Dass Neeku alles wörtlich nimmt und etwas unbeholfen wirkt liebe ich an ihm, dafür gilt er auch als guter Mechaniker. Deshalb fand ich die Situation etwas zu gekünstelt und so gar nicht zu Neeku passend. Viel besser passt sein Verhalten später dafür, als er doch tatsächlich Kaz beim Wort nimmt und mal eben die Sturmtruppen fragt, warum sie auf dem Colossus sind. So etwas kann auch nur Neeku bringen.

Hype Fazon lädt Kaz und Tam in die Lounge der Ass-Staffel ein.

Ansonsten muss ich in der Folge aber insbesondere die Charakterdarstellungen loben. Tams raue und vor allem misstrauische Einstellung ist in ihrer gemeinsamen Vorgeschichte mit Hype Fazon wunderbar begründet, dessen wohlwollende Arroganz hervorragend zum Tragen kommt. Ich hoffe wir erfahren noch mehr über die gemeinsame Vergangenheit der beiden. BB-8 ist hier auch wieder mehr in seinem Element, als Retter und vor allem Türöffner in Not. Da wir ihn bereits in den Filmen so erlebt haben, fügt sich das prima ein. Generell kann ich bis auf die eine Neeku-Situation alle Charakterauftritte nur loben, von den zumindest nicht komplett inkompetenten Sturmtruppen über die in Verschwörungstheorien verliebte Tante Z bis hin zu dem mysteriösen Emanuel Doza. Zu letzterem erfahren wir in dieser Folge einige Hinweise, die zwar nicht zur Entschlüsselung seiner Figur beitragen, aber ihn umso spannender machen. Die Hinweise möchte ich hier nicht vorwegnehmen, aber sein Gespräch mit Major Vonreg war eines der Highlights der Folge für mich.

Visuell überzeugt Resistance auch weiterhin, insbesondere der Unterschied von der Plattform, wo sich das „niedere“ Volk aufhält, und dem Turm ist gut hervorgehoben. Nicht nur die Korridore sind strahlend hell – ja im Turm hat man natürlich auch noch Energie – auch die Droiden haben ihre Standards und sind auch noch so lackiert, dass sie aussehen wie kleine Butler. Wer gerne auf Easter-Egg-Suche gehen möchte ohne vorher in Bucket’s List zu spicken, dem seien insbesondere Hype Fazons Outfit und Torra Dozas Zimmer empfohlen.

Emanuel Doza und Elrik Vonreg liefern sich einen verbalen Schlagabtausch.

Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es allerdings auch in dieser Episode. Diese Sache mit der Energieabschaltung ist etwas fadenscheinig und nicht wirklich konsistent dargestellt. So gehen bei Tante Z zumindest nach einer Weile wieder die Lichter an, aber insgesamt soll die Plattform angeblich ohne Energie sein? Der zweite Punkt ist das Geschäft mit der Ersten Ordnung. Dafür, dass Tante Z das Ganze wie ein großes Geheimnis verkauft, plärrt Hype Fazon es ohne Probleme Kaz gegenüber heraus und auch wenn es eine Ausgangssperre während der Lieferung gibt, irgendwem sollte das ja doch mal aufgefallen sein, wenn das öfter vorkommt. Und wenn Doza so offen dann doch die Erste Ordnung zumindest empfängt, dann sollte entweder die Sachlage für den Widerstand klar sein oder Poe hätte erwähnen müssen, dass die Plattform ab und an auch von der Ersten Ordnung aufgesucht wird und das nicht zwangsweise ihr gesuchter Verräter/Spion ist. Die Folge hat mir dennoch viel Spaß gemacht und hat es geschafft mich soweit von diesem Logikloch abzulenken, dass es mir tatsächlich erst viel später erst aufgefallen ist. Deshalb gebe ich „Der Turm“ diesmal vier von fünf Holocrons mit der Aufforderung sich zu steigern.

Der Rezensent vergibt 4 von 5 Holocrons!

Die Rezensentin vergibt 4 von 5 Holocrons!

Was ist eure Meinung zu „Der Turm“?

Auf StarWars.com könnt ihr euch Bucket’s List Extra mit mehr interessanten Fakten zu „Der Turm“ durchlesen oder euch die Resistance Rewind mit Infos zur Lounge der Ass-Staffel ansehen.

Über den Autor

Janina

Janina
Janina ist Autorin in der Jedipedia.net und passionierte Spielerin des Online-Rollenspiels Star Wars: The Old Republic. Daneben studiert sie Orientalistik und Anglistik in Bamberg.

1 Kommentar

  1. FlorianFlorian

    Schön, dass Kaz auch mal nützlich sein durfte. 🙂 Stimme deiner Rezi zu, was Stärken und Schwächen angeht.

    Mir gefiel auch die Charakterisierung von Hype Fazon, sowie die Tatsache, dass er sich aus den Geschäften mit der Ersten Ordnung heraushält. Schließlich wissen wir aus Vor dem Erwachen, dass die Erste Ordnung gegen die Spezies-Vielfalt der Galaxis ist, was ihn als Rodianer natürlich zu deren Zielscheibe macht. Ich glaube, hier haben wir einen zukünftigen Sympathisanten oder gar Kämpfer des Widerstands. Das hätte ich bei seiner prahlerischen Einführung nicht erwartet.

    Generell gefallen mir Worldbuilding und Foreshadowing in dieser Serie bisher sehr gut, ebenso wie die meisten Designs und die Schiffsanimationen.

Schreibe einen Kommentar