Rezension: Star Wars Adventures #3 von IDW

Es ist zwar noch nicht 100% klar, ob die Comicläden diese Woche Star Wars Adventures #3 von IDW ausgeliefert bekommen, aber mit freundlicher Unterstützung des Verlags konnten wir die Ausgabe bereits lesen und ich darf euch heute meine Meinung dazu präsentieren. Heft #3 der Kinder-Comic-Anthologie ist gleich doppelt besonders: erstens kehrt Landry Q. Walker (Autor der Spezies-Anthologie) zu Star Wars zurück, zweitens liefert der Schauspieler Alan Tudyk als Co-Autor der Tale from Wild Space ein neues Abenteuer seiner Rogue One-Rolle K-2SO.

Die Hauptstory

Landry Quinn Walker hat diese Finn-Geschichte mit dem Titel Pest Control zusammen mit seinem guten Freund, dem Zeichner Eric Jones, produziert. Sie spielt zu Finns Zeit als Sturmtruppler in der Ersten Ordnung, offenbar nur kurze Zeit vor dem Angriff auf Tuanul – daher sollte ich ihn wohl FN-2187 nennen, aber ich werde der Einfachheit halber bei Finn bleiben. Finn entdeckt an Bord der Finalizer einen blinden Passagier – eine extrem niedlich aussehende Kreatur, die prompt seinen Helm stiehlt. Finn befürchtet Ärger mit Captain Phasma und nimmt sofort die Verfolgung auf.

Die Verfolgungsjagd nimmt dann leider ein paar bizarre Züge an. Finn erwischt die Kreatur nämlich in Captain Phasmas Quartier, wo kurz danach Kylo Ren anklopft. Finn gibt vor, eine stumme, nickende Version von Phasma zu sein, indem er ihren Helm auf seine Faust steckt und damit aus der Türe heraus Kylo nach jedem Befehl zunickt. Die restlichen Scherze in dieser Geschichte vertragen sich ganz gut mit den Kanon, aber dass ein erfahrener Machtnutzer wie Kylo nicht bemerkt, wenn er dermaßen veräppelt wird, ist dann doch eher unglaubwürdig.

Die Charakterisierung von Finn ist mir zudem etwas zu nahe an seinem etwas tollpatschigen Selbst als Deserteur in Das Erwachen der Macht und entspricht nicht dem professionellen, aber etwas zweifelnden FN-2187, den wir aus Vor dem Erwachen kennen.

Die Auflösung der Geschichte ist wiederum stimmig und auch Phasmas Handlungen entsprechen ihrem Charakter, wie wir ihn aus Das Erwachen der Macht, dem Roman Phasma und Captain Phasma kennen.

Alles in allem finde ich, dass Pest Control eine gute Geschichte ist, aber für meinen Geschmack sich mit Kylo Ren zu viel Freiheit nimmt. Diese Tatsache und die überniedliche Darstellung von Finns tierischem Widersacher weckten in mir den Wunsch, man hätte diese Erzählung im Rahmen der Tales from Wild Space umgesetzt – dafür wäre sie perfekt. Daher würde ich hierfür 3 Holocrons vergeben, mit leichter Tendenz nach unten.

Die Tale from Wild Space

Tales from Wild Space: "Adventures in Wookiee-Sitting"

Tales from Wild Space: „Adventures in Wookiee-Sitting“ (Bild via Nerdist)

In den Tales from Wild Space erzählt der Abenteurer Emil Graf uns diesmal die Geschichte, wie K-2SO auf einer gemeinsamen Mission mit Cassian Andor zum Wookiee-Sitter wurde. Entsprechend lautet der Titel der Erzählung Adventures in Wookiee-Sitting. Alan Tudyk hat sie zusammen mit Shannon Eric Denton verfasst; illustriert wurde sie von Arianna Florean, während Monica Kubina die Farben lieferte.

Eigentlich ist dies die Art von Comic, die nicht gut sein dürfte: Kaytu wird von Cassian abgeordnet, auf ein Trio von Baby-Wookiees aufzupassen, während Captain Andor selbst andere Rebellen retten geht. Selbst K-2SO ist der Meinung, dass dies eine schlechte Idee sei – als Kampfdroide sollte man doch lieber ihn in den Kampf gegen die Imperialen schicken statt den auf Infiltration spezialisierten Cassian.

Doch das Verrückte ist: Die Story funktioniert! Und genau wie in Rogue One ist K-2SO hier eine Figur, mit der man irgendwie mitfühlt, obwohl sie „nur“ ein umprogrammierter imperialer Kampfdroide ist. Er wirkt im Comic wie im Film verwundbarer und realer als manche seiner menschlichen Gefährten, und durchlebt in beiden Medien auch eine subtile, aber schöne Charakterentwicklung. Florean und Kubina runden den positiven Gesamteindruck mit ihren kindgerechten, aber dennoch schönen Zeichnungen wunderbar ab. (Einziges Manko: Die Namen der Wookiees – D’lylaa, Wyhyatt und D’Koetaa – sind viel zu offensichtliche Ableitungen menschlicher Namen: Delilah, Wyatt und Dakota.)

Und hier verhält es sich genau umgekehrt zur Hauptstory: Ich wünschte, Adventures in Wookiee-Sitting wäre keine Tale from Wild Space! Dieser schönen kleinen Bonusstory gebe ich also gerne 5 von 5 Holocrons.

Fazit

Wir haben in diesem Heft also eine Tale from Wild Space, die sich besser als Hauptstory gemacht hätte, und eine Hauptstory, die als wildes Märchen von Emil Graf besser aufgehoben wäre. Abgesehen von diesem konzeptionellen Verdreher haben wir eine solide Ausgabe, die aber dennoch nicht ihren Vorgänger überbieten kann, sodass ich erneut 4 von 5 Holocrons vergebe.

Der Rezensent vergibt 4 von 5 Holocrons!

Der Rezensent vergibt 4 von 5 Holocrons!

In den nächsten beiden Heften liefern Landry Walker und Eric Jones uns einen Zweiteiler mit Luke und Leia auf einer diplomatischen Mission, die gehörig schief läuft. Ich bin gespannt, wie diese Story vom Ton her ausfallen wird.

Über den Autor

Florian

Florian
Florian ist Gründer und Admin der Jedi-Bibliothek sowie angehender Englisch- und Spanischlehrer. Er arbeitet außerdem für das Offizielle Star Wars Magazin als Übersetzer und betreut für die Panini-Heftreihe die "Skytalker"-Leserbriefe. Er sammelt vor allem Romane und Comics, doch weiß auch ein schönes Sachbuch zu schätzen. Außerdem hat er bis 2016 Star Wars: The Old Republic gespielt und schaut für sein Leben gern Serien.

1 Kommentar

  1. FlorianFlorian (Autor des Beitrags)

    Kleines Update: Das Heft wurde übrigens offiziell auf den 18. Oktober verschoben…

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