TV-Rezension: Star Wars Rebels 3×21 & 3×22: „Angriff auf die Rebellenbasis“

Die dritte Staffel von Star Wars Rebels geht in die finale Runde! Nachdem in der vorigen Folge „Zwillings-Sonnen“ der Handlungsstrang um Maul beendet wurde, steht in „Angriff auf die Rebellenbasis“ (Originaltitel: „Zero Hour“) nun die große Konfrontation zwischen den Rebellen und Großadmiral Thrawn an.

In <em>Zero Hour</em> marschiert Thrawn persönlich auf Atollon ein.

In Zero Hour marschiert Thrawn persönlich auf Atollon ein.

Thrawn hat herausgefunden, dass die Rebellen sich für einen Angriff auf die imperiale TIE-Defender-Fabrik auf Lothal bereitmachen. Als Agent „Fulcrum“ Kallus diese Information an die Rebellen weitergeben will, wird er jedoch von Thrawn auf frischer Tat ertappt und verrät dem imperialen Strategen durch seine Nachricht unabsichtlich, dass die Rebellenflotte, bestehend aus den Zellen von Commander Sato und General Dodonna, sich bei Atollon sammelt. Thrawn will die Gelegenheit ergreifen und dort zuschlagen. Mit einem Abfangkreuzer hält er die Rebellenflotte in Schach und verhindert ihre Flucht. Nun sind die Rebellen auf die Hilfe der Jedi angewiesen: Ezra versucht auszubrechen, um Sabine und ihre Mandalorianer zur Hilfe zu rufen. Kanan beschwört derweil den mächtigen Bendu, sich auf die Seite der Rebellion zu schlagen…

In diesem Staffelfinale darf Thrawn endlich seine taktische Überlegenheit ausspielen und den Rebellen zeigen, wie effektive und durchdachte Kriegsführung funktioniert. Thrawns Verhalten über die Staffel hinweg ergibt so auch endlich einen Sinn: Er hat wohl die ganze Zeit darauf gewartet, dass die Rebellen sich entschließen, in einer großen Offensive alles, was sie haben, in den Kampf zu werfen. Nun will er die gesamte Rebellenflotte mit einem Schlag niederwerfen. Zum Glück dreht Rebels es hier geschickt so hin, dass die Rebellen zwar mit einem blauen Auge davonkommen, die Schuld daran aber nicht bei Thrawn liegt. Thrawns ultimativer Triumph wird einerseits nämlich durch Konstantines Inkompetenz und Befehlsverweigerung untergraben. Andererseits muss Thrawn sich mit den höheren Kräften der Macht, dem Bendu, auseinandersetzen, womit er natürlich nicht rechnen konnte. Seine entsetzte, aber doch entschlossene Reaktion auf die „Jedi-Zauberei“ passt auch sehr gut zu dem Großadmiral, den wir aus den Legends kennen. Der Thrawn aus „Angriff auf die Rebellenbasis“ hätte sich sicher auch liebend gerne Ysalamiri auf die Schultern gesetzt, wenn diese denn im Kanon existieren würden.

Der Bendu beschwört in <em>Zero Hour</em> ein gewaltiges Gewitter herauf.

Der Bendu beschwört in Zero Hour ein gewaltiges Gewitter herauf.

Das erneute Auftauchen des Bendu und seine Einmischung hat mich überrascht, da ich nicht erwartet hätte, dass außer den Rebellen und Thrawns Flotte noch eine „dritte Partei“ am Kampf beteiligt sein würde. Als das Gewitter mit den leuchtenden Augen des Bendu am Himmel begann, befürchtete ich schon ein Rebels-typisches Abdriften in die Magie-Ecke. Aber glücklicherweise wurde es nicht noch mystischer und blieb somit aus meiner Sicht innerhalb des Star Wars-Universums glaubhaft. Das Spannendste am Auftritt des Bendu war aber seine Prophezeiung zu Thrawns Scheitern: „I see your defeat, like many arms surrounding you in a cold embrace.“ Eine sehr interessante Aussage, die sicherlich viel Raum für Spekulationen offen lässt. Ich bin gespannt, ob diese Niederlage noch in Rebels gezeigt werden wird oder ob sie sich – was ich viel cooler fände – auf ein erst noch erscheinendes und später spielendes Werk bezieht.

Auch über Kallus‘ Überleben war ich überrascht. Ich hatte eigentlich schon lange fest damit gerechnet, dass Kallus spätestens am Ende der Staffel das Zeitliche segnet. Einerseits freut es mich natürlich, dass Kallus weiter Teil der Serie sein wird, weil er seit „Eis und Ehre“ mit Abstand meine Lieblingsfigur ist. Andererseits kann ich mir noch nicht vorstellen, welchen sinnvollen Handlungsbogen er jetzt durchlaufen soll, wo er kein Doppelagent mehr ist. Als Teil der chaotisch-flapsigen Rebellentruppe zwischen Choppers Gegacker, Zebs Sprüchen und Ezras Pubertiererei mag ich mir eine ernsthafte Figur wie Kallus nicht so gern vorstellen. Aber ich lasse mich gerne positiv überraschen und hoffe doch, dass die Rebels-Macher etwas Spannendes für Kallus in petto haben. Im Staffelfinale selbst hat er nach dem Kampf mit Thrawn zwar nur noch wenig zu tun, aber seine leidend-trotzige Mimik und sein Galgenhumor in Kombination mit der symbolisch „rebellischen“ Haarsträhne haben doch ihren Charme.

Kallus und Thrawn liefern sich in <em>Zero Hour</em> einen Faustkampf Mann gegen Mann.

Kallus und Thrawn liefern sich in Zero Hour einen Faustkampf Mann gegen Mann.

Was mir an „Angriff auf die Rebellenbasis“ weniger gut gefallen hat, waren die Kampfszenen von Ezra und den Mandalorianern im Weltall. Vielleicht bin ich zu konservativ für Rebels. Aber ich halte es doch für wenig ratsam, mitten in einer Raumschlacht mit nichts außer einem Raumanzug bzw. einer Rüstung und einem Helm geschützt und ohne Sicherung durch das All zu schweben. Ein solches Vorgehen ist schlicht lebensmüde und dass offenbar alle Teilnehmer es überleben ist ziemlich unrealistisch. Ich hoffe, dass diese Space-Infanterie eine typische Rebels-Schnapsidee bleibt, die sich nicht auf andere Medien ausbreitet.

Wenn ich nun „Angriff auf die Rebellenbasis“ mit dem Finale der zweiten Staffel vergleiche, muss ich trotz eines insgesamt positiven Eindrucks sagen, dass „Angriff auf die Rebellenbasis“ deutlich unterliegt. In „Ezras Versuchung“ stand emotional so viel mehr auf dem Spiel: Ahsoka trat ihrem ehemaligen Meister Anakin Skywalker gegenüber, Ezra kämpfte mit sich selbst und den Versuchungen der dunklen Seite und Kanan erblindete in einer schockierenden Szene. Nichts dergleichen kann „Angriff auf die Rebellenbasis“ bieten, hier geht es rein um den militärischen Erfolg. Keine der Figuren hat einen inneren Kampf auszutragen. Das ist wahrscheinlich auch der Hauptgrund, warum ich trotz einer spannenden Handlung bei diesem Staffelfinale nie komplett mitgefiebert habe.

Die finale Raumschlacht in <em>Zero Hour</em>

Die finale Raumschlacht in Zero Hour

Auch das Ende mit dem Gespräch zwischen Ezra und Kanan ist irgendwie lahm im Vergleich zur der epischen Schlusssequenz aus „Ezras Versuchung“, die mit genialer Musik, die mir nur beim Gedanken daran sofort wieder im Ohr ist, Ezra beim Öffnen des Sith-Holocrons und die geisterhafte Ahsoka zeigte. Am Ende von Staffel 2 blieben so viele Fragen offen und man wurde mit diesen Cliffhangern regelrecht heiß auf Staffel 3 gemacht. Nun am Ende von Staffel 3 wird gar keine Richtung klar, in die Staffel 4 gehen könnte. Man zeigt uns keinen Vorgeschmack, auf was wir uns in der Fortsetzung freuen können. Das ist doch etwas schade, da ich immer gerne etwas zum Spekulieren und Nachdenken mitbekomme, wenn ich schon so lange auf die Fortsetzung warten muss.

Letztendlich ist das Staffelfinale solide und spannend erzählt und gibt Thrawn endlich die Bühne, um seine Genialität als Kriegsstratege zu zeigen. Allerdings fehlen mir die großen Kämpfe auf persönlicher und emotionaler Ebene. Daher kommt „Angriff auf die Rebellenbasis“ für mich auf vier von fünf Holocrons.

Der Rezensent vergibt 4 von 5 Holocrons!

Die Rezensentin vergibt 4 von 5 Holocrons!

Hier könnt ihr euch die Rebels Recon zur Folge ansehen.

Wie fandet ihr „Angriff auf die Rebellenbasis“?

Hier nochmal der Trailer zur vierten und letzten Staffel der Serie – worauf freut ihr euch in den letzten 15 Folgen?

Über den Autor

Ines

Ines
Ines bildet im echten Leben zahlreiche Padawan-Schüler an einem Gymnasium in den Fächern Englisch und Deutsch aus. Star Wars konsumiert sie am allerliebsten in Romanform und hat sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Romane des Kanons zu lesen. Bereits jetzt ist sie begeistertes Claudia-Gray-Fangirl.

1 Kommentar

  1. tarkin

    An und für sich ein Gutes Staffelfinale. Besser als Staffel 2 aber immer noch schlechter als das von Staffel 1, an dass für mich einfach nichts rankommt. Man setzt hier zwar konsquent die Story fort, entscheidet sich aber dazu einfach zu viele Zufälle in einer Schlacht zusammen auftreten zu lassen, damit die Rebellen doch noch davon kommen. Auch fehlte mir einfach das persönliche. Der Endkampf zwischen dem Groß Inquisitor und Kanan war über die ganze Staffel durch persönliche Verbindungen aufgebaut worden, hier ist man relativ distanziert und setzt einfach auf die erste richtige Raumschlacht in Rebels, die, zugegebenermaßen allerdings Imposant umgesetzt wurde. Dennoch frage ich mich mittlerweile ernsthaft was Sternzerstörer eigentlich können. Machen die in einer Schlacht überhaupt was? Seid Endor schweben die einfach im Hintergrund rum und bringen ihre überlegene Feuerkraft kaum zum tragen. Einmal mag das ja aufgrund des Imperator Befehls in Ordnung gehen, doch sowohl bei Rogue One als auch bei Rebels fällt auf, das die Sternzerstörer meist nur im Hintergrund rumstehen und cool aussehen. Für die ein oder andere Szene dürfen sie dann mal ein Schiff zerblasen oder besonders dramatisch draufgehen, der Rest wird von den Jägern gemacht. Seltsam. Weiß nicht ob mir das gefällt. Insgesamt hätte ich mir mehr erwartet, aber so vertröstet mich die Tatsache dass man wenigstens ansatzweise sehen konnte zu was Thrawn und die Imperiale Macht fähig sind. Das Bombardement auf den Schutzschild war eine der coolsten Szenen die ich jemals in Star Wars gesehen haben.

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