TV-Rezension: Star Wars Rebels 3×19: „Der Doppelagenten-Droide“

In <em>Double Agent Droid</em> wird Chopper vom Imperium umprogrammiert.

In Double Agent Droid wird Chopper vom Imperium umprogrammiert.

Nachdem in der letzten Folge Mon Mothma sicher zum Treffen der Rebellen aus allen Ecken und Enden der Galaxie gebracht wurde, konzentriert sich die heutige Star Wars Rebels-Folge „Der Doppelagenten-Droide“ (Originaltitel: „Double Agent Droid“) auf die beiden Droiden Chopper und AP-5.

Diese werden beim Imperium eingeschleust, um Codes zu stehlen, mit denen die Rebellen ungehindert nach Lothal gelangen können, was auch gelingt. Doch ein imperiales Abhörschiff hat von den beiden Droiden Notiz genommen. Als Chopper sich mit dem imperialen Computersystem verbindet, wird seine Programmierung überschrieben, sodass er zum imperialen Spion wird. Mithilfe dieses „Doppelagenten“ versucht das Imperium nun, den Standort der geheimen Rebellenbasis in Erfahrung zu bringen. AP-5 wird aufgrund Choppers merkwürdigen Verhaltens schnell skeptisch, doch der Rest der Crew schenkt ihm leider kein Gehör…

Imperiale Agenten überwachen die Rebellen in <em>Double Agent Droid</em>.

Imperiale Agenten überwachen die Rebellen in Double Agent Droid.

Wie bei fast allen Droiden-zentrierten Geschichten tauchen für mich auch hier Unstimmigkeiten auf, was das Wesen der Droiden angeht. Diese werden von vielen Star Wars-Figuren wie Freunde und Vertraute behandelt. Wenn sich allerdings so ein Droide so leicht hacken und umprogrammieren lässt wie Chopper in dieser Folge, stellt sich doch die Frage, warum man Droiden so sehr vertraut. Vor allem als Rebell, der ständig auf der Flucht vor dem Imperium ist, müsste man doch gegenüber seinem „Freund“, dem Droiden, misstrauischer sein, wenn dieser so einfach von Feind gekapert werden kann. Hera löscht wohl regelmäßig kartographische Daten aus Choppers Speicher, was wenigstens ein erster Schritt ist, doch eigentlich müsste sie jedes Mal, wenn Chopper sich mit einem imperialen Computersystem verbunden hat, einen Systemcheck durchführen, da sie sonst Gefahr läuft, ausspioniert zu werden. Dass Hera Chopper nicht durchcheckt und noch nicht einmal auf AP-5s Hinweis hin die Möglichkeit in Betracht zieht, dass Chopper gekapert wurde, zeugt schon von ziemlicher Naivität – die umso erstaunlicher ist, wenn man in Betracht zieht, dass sie ein paar Minuten später selbst unglaublich gute Fähigkeiten im Übernehmen feindlicher Computersysteme zeigt. Wenn das Imperium klug handeln würde, müsste es eigentlich die Schwäche der Rebellen für ihre Droiden mit Persönlichkeit, deren Speicher nie gelöscht wird, ausnutzen und regelmäßig versuchen, auf diese Art und Weise Spione einzuschleusen.

AP-5 in der seltsamsten Rebels-Szene aller Zeiten in Double Agent Droid.

AP-5 in der seltsamsten Rebels-Szene aller Zeiten in Double Agent Droid.

Ziemlich unlogisch fand ich auch das Ende der Episode, als Hera einfach den Spieß umdreht und Chopper nutzt, um auf das imperiale System zuzugreifen und deren Abhörschiff in die Luft zu jagen. Wenn man es auf unsere Welt übertragen würde, dann würde das dem folgenden Vorgang entsprechen: Ein Hacker hat meinen Laptop gekapert. Nachdem ich das gemerkt habe, nutze ich einfach die bestehende Verbindung, um den Computer des Hackers mitsamt dessen ganzem Haus in die Luft zu sprengen. Sehr glaubwürdig, so funktioniert das bestimmt…

Auch wenn Heras „Hack“ nicht wirklich glaubhaft ist, ist das imperiale Abhörschiff und dessen Crew doch ein ziemlich interessantes und neues Element. Das gedimmte Licht und die Agenten, die die ganze Zeit Kopfhörer, oder im Fall des Imperiums sogar Interfaces, auf dem Kopf haben und andere abhören – all das hat mich einerseits an Das Leben der Anderen erinnert und andererseits auch an die NSA-Abhöraffäre. Auf jeden Fall tragen dieses Schiff und die Agenten zu einer gruseligen Atmosphäre bei, bei der man nicht wissen kann, wer noch echt und wer fremdgesteuert ist.

Abgesehen von einigen Logikfragen, die sich mir stellten, war der Unterhaltungswert der Folge insgesamt in Ordnung – wenn auch nur die Rebels-Macher wissen, welche Drogen bei der Produktion der Szene im Spiel waren, in der AP-5 auf einmal von Baby-Spacevögeln (Bitte nicht noch mehr Tiere im Weltraum!) umgeben im Weltraum schwebt und anfängt zu singen. So ordnet sich „Der Doppelagenten-Droide“ in meinem Ranking im Mittelfeld ein und bekommt drei von fünf Holocrons.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Hier könnt ihr euch nochmals die Rebels Recon zur Folge ansehen:

Was haltet ihr von „Der Doppelagenten-Droide“?

Über den Autor

Ines

Ines
Ines bildet im echten Leben zahlreiche Padawan-Schüler an einem Gymnasium in den Fächern Englisch und Deutsch aus. Star Wars konsumiert sie am allerliebsten in Romanform und hat sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Romane des Kanons zu lesen. Bereits jetzt ist sie begeistertes Claudia-Gray-Fangirl.

2 Kommentare

  1. Xeson

    Also den Drogentrip fand ich auch sehr überzogen. Ich mein wer lässt sich soewtas einfallen? Man kann niemanden der diese Szene sieht ernsthaft vermitteln, dass gleichzeitig ein Genie wie Thrawn in der Serie mitspielt.
    Naja ich würde tatsächlich nur 2/5 geben.
    Bin wirklich gespannt ob Staffel 4 mal etwas Rebellenlastiger wird.
    Ähnlich wie hier bereits geschrieben, dacjte ich mir es wird ne Serie die sich komplett um die Bildung der Rebellenallianz dreht. Aber naja, hab zwar nicht gezählt würde aber tippen das wir vor allem in den ersten zwei Staffeln wesentlich zu viele unwichtige Folgen und zu viele „Ghost holt Güter um zu überleben/tanken“-Folgen hatten.

    Deshalb bin ich nicht negativ auf die Serie im Ganzen zu sprechen, aber trotzdem find ich die Beendigung nach Staffel 4 richtig und bin sehr gespannt was und die neue Serie bringt

  2. Brickraster

    Ich oute mich als jemand dem die „Musical“ Szene gefallen hat.
    Es gibt einige Kulturen, wo auch einfach mal auf der Straße gesungen wird, unabhängig von der Situation. Gesang ist ja auch nur eine von vielen Möglichkeiten etwas auszudrücken…. In unseren Breitengraden vielleicht nur etwas untypisch….
    Was die Vögel betrifft… ich sehe das einfach als Stilmittel… so wie man beim texten auf Übertreibungen, Veranschaulichungen, Neologismen und was weiß ich zurückgreift, so hat man das hier im Bild eben auch versucht, etwas zu unterstreichen…
    Star Wars Rebels erzählt ja nicht nur Geschichten; es ist auch ein Film und deshalb gibt es halt auch bestimmte Stilmittel wie eben dieses… Ein Flashback zB ist ja auch total unrealistisch, aber eben ein etabliertes Mittel in der Filmindustrie….

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