TV-Rezension: Star Wars Rebels 3×17: „Dem Spion auf der Spur“

Nachdem wir in der letzten Folge Sabines Familie kennenlernen durften, kehrt Rebels nun in der Folge „Dem Spion auf der Spur“ (Originaltitel: „Through Imperial Eyes“) wieder zu Agent Kallus zurück, der nach wie vor als Rebellenspion beim Imperium unter dem Decknamen „Fulcrum“ fungiert.

Agent Kallus, hier mit Lieutenant Lyste und Colonel Yularen, steht in <em>Through Imperial Eyes</em> kurz vor der Enttarnung.

Agent Kallus, hier mit Lieutenant Lyste und Colonel Yularen, steht in Through Imperial Eyes kurz vor der Enttarnung.

Allerdings bekommen die Rebellen mit, dass das Imperium wohl eine von Kallus‘ Nachrichten abgefangen hat. Um den Spion nicht der Gefahr der Enttarnung auszusetzen, lässt sich Ezra absichtlich gefangennehmen und plant, gemeinsam mit Kallus zu fliehen. Kanan und Rex wollen die beiden dann mit einem gestohlenen Shuttle abholen. Allerdings durchkreuzt der junge Lieutenant Yogar Lyste die Fluchtpläne der Rebellen, denn er kündigt an, den Gefangenen mit auf Thrawns Flaggschiff, die Schimäre, nehmen zu wollen, wo ein Treffen ansteht.

Da Kanan und Rex keine Berechtigungscodes für die Schimäre haben, sind Ezra und Kallus, gemeinsam mit den Droiden Chopper und AP-5, auf Thrawns Schiff nun auf sich allein gestellt. Thrawn bespricht mit den anwesenden Offizieren – Colonel Yularen, Admiral Konstantine, Agent Kallus und Lieutenant Lyste – und Gouveneurin Pryce das weitere Vorgehen gegen den Spion, den er in seinem engsten Kreis vermutet, und deutet an, die Rebellenbasis schon fast gefunden zu haben. Doch Kallus und Ezra wollen mit allen Mitteln verhindern, dass Thrawn die Basis findet, und brechen in das Büro des Großadmirals ein, um den Planeten aus seinen Raumkarten zu löschen. Doch so einfach lässt sich Thrawn nicht überrumpeln…

In <em>Through Imperial Eyes</em> beweist Thrawn sein strategisches Geschick.

In Through Imperial Eyes beweist Thrawn sein strategisches Geschick.

Wenn es eine Folge von Rebels gibt, die die Figur des Großadmirals Thrawn richtig einsetzt, dann ist es diese hier. Thrawn steht als intelligenter Stratege im Zentrum der Handlung und hält alle Fäden in der Hand. Er weiß wohl schon genau, wer sein gesuchter Spion ist, will aber keinen Schnellschuss wagen. Also setzt er die versammelten Offiziere gekonnt aufeinander an. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass Kallus und Ezra sich mit dem Löschen des Planeten aus Thrawns Karten keinen Gefallen getan haben. Der Großadmiral wird sicher bemerken, dass seine Karten manipuliert wurden.

Wunderbar gelungen ist am Ende natürlich auch die Auflösung, in welcher Thrawn erneut seine Fähigkeiten in der Kunstanalyse unter Beweis stellen kann. Und tatsächlich hätte in diesem Fall kein anderer außer Thrawn den Schluss ziehen können, dass es sich bei dem Gefangenen um ein Mitglied der Lothal-Rebellenzelle gehandelt hat, denn nur er hat dem Kunstwerk auf Ezras Helm genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Hier ist Thrawns Kunstanalyse völlig organisch und in keiner Weise gezwungen wirkend in die Handlung eingeflochten, was mir sehr gut gefällt.

Thrawn im Kampf gegen Wächterdroiden in <em>Through Imperial Eyes</em>

Thrawn im Kampf gegen Wächterdroiden in Through Imperial Eyes

Aber auch Thrawns körperliche Fähigkeiten, die er im Training mit den imperialen Wachdroiden schult, stehen in „Dem Spion auf der Spur“ im Fokus. Thrawn wird hier also nicht nur als genialer Denker charakterisiert, sondern er ist auch physisch eine echte Kampfmaschine. Er scheint sich nie auf seinen Lorbeeren auszuruhen und faul zu werden, was natürlich sehr gut zu dieser perfektionistischen Figur passt. In der Trainingsszene gibt es übrigens auch ein nettes Easteregg für alle Fans der nun zu den Legends gehörenden Thrawn-Trilogie. Thrawns Abschaltcode für die Wachdroiden ist „Rukh“. In Zahns Roman Das letzte Kommando ist dies der Name des Noghri-Leibwächters, der Thrawn am Ende erdolcht.

Aber auch Kallus zeigt in dieser Folge, dass er jede Menge Grips hat. Wie er seine Spuren verwischt und die anderen Offiziere so geschickt manipuliert, dass sie sich gegenseitig verdächtigen, Fulcrum zu sein, ist wirklich beeindruckend. Ich habe mich während dieser Folge eigentlich die ganze Zeit nur darüber geärgert, dass die Rebellen diese Rettungsaktion für Kallus gestartet haben, die doch mehr geschadet als genutzt hat. Hätte man Kallus einfach allein machen lassen, wäre das Ergebnis für ihn besser gewesen. Er ist also eindeutig ein Charakter, der gut auf sich selbst aufpassen kann und sicher nicht die Hilfe von jemandem wie Ezra benötigt. Aber die Ghost-Crew ist natürlich zu idealistisch und hilfsbereit, um das zu sehen. Es zeigt sich auch in der Folge abermals, dass Kallus zwar vieles ist, aber kein Teamplayer. Er verlässt sich lieber auf sich selbst als auf andere, die ihn enttäuschen könnten. Nach wie vor kann ich mir nicht vorstellen, dass er eines Tages mit dem Rest der Rebellen auf der Basis zusammenarbeitet.

Was den Stil der Folge angeht, konnte man ja aufgrund des ersten kleinen Trailers und des englischen Titels erwarten, dass eventuell die ganze Folge aus Kallus‘ Sicht erzählt wird und dass also auch die Kamera die ganze Zeit seinem Blick folgt. Wie Rebels Recon verrät, war das wohl auch einmal geplant, wurde aber nicht umgesetzt. Das macht die Folge an sich jetzt nicht schlecht, aber ist doch etwas schade. Ich hätte es spannend gefunden, eine etwas experimentellere Rebels-Folge zu sehen.

Insgesamt hat mich diese dicht erzählte, schnelle und intelligente Folge mit ihren vielen Intrigen und doppelten Spielen aber sehr gut unterhalten. Thrawn und Kallus laufen hier beide zu Bestform auf. Deshalb gibt es von mir für „Dem Spion auf der Spur“ die volle Anzahl an Holocrons.

Der Rezensent vergibt 5 von 5 Holocrons!

Die Rezensentin vergibt 5 von 5 Holocrons!

Hier könnt ihr euch nochmals die Rebels Recon zur Folge ansehen:

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Über den Autor

Ines

Ines
Ines bildet im echten Leben zahlreiche Padawan-Schüler an einem Gymnasium in den Fächern Englisch und Deutsch aus. Star Wars konsumiert sie am allerliebsten in Romanform und hat sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Romane des Kanons zu lesen. Bereits jetzt ist sie begeistertes Claudia-Gray-Fangirl.

4 Kommentare

  1. JeremyJeremy

    Soweit ich weiß, hat Lucasfilm mit dem Gedanken gespielt, die Episode tatsächlich durch Kallus‘ Augen stattfinden zu lassen, sich aber am Ende dagegenentschieden aufgrund technischer Gründe.

    1. FlorianFlorian

      Steht doch auch so in Ines‘ Text. 😀

  2. D.O.

    Fand die Episode…. naja…. Also sowas kann halt nur in einer Show wie Rebels auf Disney XD stattfinden, und für Leute, die auch andere Shows, die evtl. etw. komplizierter als Rebels sind wirkte (finde ich) vorallem die Leichtigkeit, mit der Kallus mal eben alle Imperialen austrickst, etwas… unrealistisch? (Bitte nicht mit „in Star Wars muss es keinen Realismus geben“ kommen ._.) Und dass Thrawn das alles durchschaut wird dann als Mastermind’s work präsentiert, ich weiss nicht… Von mir 3/5 Holocrons wegen den Toiletten, dem Anfang und weil ich Kallus mag 🙂

    1. InesInes(Autor des Beitrags)

      Also im Vergleich zu anderen Rebels-Episoden war die Handlung hier doch schon recht komplex und das mit der Kunst auf Ezras Helm war doch geschickt eingebaut. Hier muss ich doch wirklich mal das Argument aufgreifen, das ich sonst nicht gelten lasse: Ist doch eine Kindersendung! 😉 Ich glaube, viel komplizierter als der Plot dieser Folge darf es für die Zielgruppe nicht werden. Unlogisch finde ich es trotzdem nicht.

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